Geiselnahme von Gladbeck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Geiselnahme von Gladbeck (BRD und Westberlin)
1) 16.08. Gladbeck
1) 16.08. Gladbeck
2) 17.08. Bremen
2) 17.08. Bremen
3) 17.08. Raststätte Grundbergsee
3) 17.08. Raststätte Grundbergsee
4) 18.08. Niederlande
4) 18.08. Niederlande
5) 18.08. Köln
5) 18.08. Köln
6) 18.08. A3 bei Bad Honnef
6) 18.08. A3 bei Bad Honnef
Wichtige Stationen während der Flucht der Geiselnehmer

Die Geiselnahme von Gladbeck (auch bekannt als Gladbecker Geiseldrama) war ein aufsehenerregendes Verbrechen im August 1988, in dessen Verlauf drei Menschen ums Leben kamen.

Am 16. August 1988 überfielen Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner die Filiale der Deutschen Bank im nordrhein-westfälischen Gladbeck. Auf der Flucht nahmen sie mehrmals Geiseln und fuhren mit ihnen zwei Tage lang durch Deutschland und die Niederlande. Die Geiselnahme wurde am 18. August 1988 durch einen umstrittenen SEK-Zugriff auf der Autobahn 3 bei Bad Honnef beendet.

Während der Flucht tötete Degowski den vierzehnjährigen Italiener Emanuele De Giorgi in einem entführten Linienbus durch einen Kopfschuss. In Bremen verunfallte bei einem Zusammenstoß mit einem Lkw der 31-jährige Polizist Ingo Hagen tödlich. Eine zweite Geisel, die 18-jährige Silke Bischoff, wurde während der abschließenden Polizeiaktion auf der Autobahn von einer Kugel tödlich getroffen.[1] Die Ermittlungen ergaben, dass der Schuss aus Rösners Waffe abgegeben worden war.

Das Verhalten der beteiligten Journalisten, die die Täter interviewten, im Fluchtfahrzeug mitfuhren und durch ihre große Nähe zum Geschehen die Polizeiarbeit behinderten, entfachte eine intensive öffentliche Debatte über Verantwortung und Grenzen des Journalismus. Neben der Kritik an der Rolle der Medien wurden auch gegen die Verantwortlichen der Polizei der beteiligten Bundesländer Vorwürfe wegen mangelhafter Einsatzkoordination erhoben. In der Mediensystemforschung ist die Geiselnahme von Gladbeck ein wichtiger Untersuchungsgegenstand.

Täter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 31-jährige Hans-Jürgen Rösner (Jahrgang 1957) hatte die Sonderschule besucht. In Gladbeck hatte er bereits zahlreiche Raubüberfälle und Einbrüche begangen[2] und zum Tatzeitpunkt bereits insgesamt elf Jahre in Haft verbracht. Nach ihm wurde gefahndet, seit er im August 1986 von einem Hafturlaub nicht zurückgekehrt war.

Dieter Degowski war 32 Jahre alt und stammte aus Gladbeck. Er hatte ebenfalls die Sonderschule besucht und lebte von Gelegenheitsarbeiten und Sozialhilfe.[3] Nach der Tat wurde seine Intelligenz getestet; die Untersuchung ergab einen IQ im unteren Normbereich: Degowski war mithin von geringer Intelligenz, aber voll schuldfähig. Er war mit Rösner bereits seit der Schulzeit befreundet. Seine Reststrafe wurde im Februar 2018 zur Bewährung ausgesetzt und Degowski mit neuer Identität aus der Haft entlassen.[4]

Marion Löblich, 34 Jahre alt, besuchte in ihrer Kindheit die Sonderschule in Bremen, sie war die Freundin Rösners.[5]

Chronik der Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

16. August 1988[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäudekomplex mit Wohnungen und Geschäften, in dem sich die Deutsche Bank-Filiale befand, im Jahr 2015
Ehemalige Räume der Bank mit geöffneter Eingangstür (rechte drei Fenster), links daneben das benachbarte Ladenlokal, das für die Verfilmung Gladbeck genutzt wurde

Am 16. August 1988 um 07:55 Uhr verschafften sich Degowski und Rösner vor Schalteröffnung Zugang zu einer Filiale der Deutschen Bank im Gladbecker Stadtteil Rentfort-Nord.

Die Bank befand sich im hinteren Zugang des Atriums des Geschäftszentrums Rentfort-Nord an der Schwechater Straße 38. Auf der Rückseite des Gebäudes befanden sich hochgelegene, vergitterte Oberlichter, die zu einem um den gesamten Gebäudekomplex verlaufenden breiten Versorgungsweg führten. Das Atrium konnte durch zwei weitere überdachte Zugänge erreicht werden, von denen einer auf der gegenüberliegenden Seite des Atriums lag. Links der Bank befanden sich Ladenlokale. Daher war es Degowski und Rösner kaum möglich, aus der Bank heraus mögliche Fluchtwege zu beobachten. Sie hatten lediglich einen Teileinblick ins Atrium sowie Sicht auf die zwei überdachten Zugänge zum Atrium. Der aus der Bank heraus gesehen linke Zugang führte zum für den öffentlichen Verkehr gesperrten Versorgungsweg, der rechte zur Straße.

Um 08:04 Uhr ging bei der Polizei der Notruf eines Arztes ein, dessen Praxis sich im ersten Obergeschoss des Gebäudes befand. Er hatte die Täter beim Eindringen beobachtet. Die ersten eintreffenden Beamten parkten ihren Streifenwagen direkt vor dem zur Straße liegenden Zugang. Als Degowski und Rösner die Bank mit ihrer Beute von 120.000 DM (inflationsbereinigt in heutiger Währung rund 104.000 €) verließen, entdeckten sie das Polizeifahrzeug, kehrten um und nahmen zwei Bankangestellte als Geiseln. Dann forderten sie einen Fluchtwagen, Handschellen und Lösegeld. Um ihre Forderungen zu unterstreichen, gaben sie einige Schüsse ab. Der Journalist Hans Meiser des Fernsehsenders RTL plus rief in der Bankfiliale an und führte das erste Telefoninterview mit einem der Entführer.

Nach stundenlangen Verhandlungen erhielten sie 300.000 DM (inflationsbereinigt 261.000 €) und ein Fluchtfahrzeug, in dem sie mit ihren beiden Geiseln um 21:45 Uhr losfuhren. Die Polizei ließ sie scheinbar abziehen, konnte den Wagen aber mit Hilfe eines Peilsenders verfolgen. Im Nachhinein berichteten die Fahnder von einem völlig atypischen Verhalten der Geiselnehmer nach der Abfahrt:[6] Anstatt Gladbeck zu verlassen, deckten sich die Täter mit Reiseproviant und Alkohol ein. Mit gezogener Waffe gab Rösner eine Großbestellung in einer Imbissstube ab und kaufte anschließend Schlaftabletten in einer Apotheke.[6] Aus Angst, dass der Fluchtwagen von der Polizei präpariert sein könnte, versuchte Rösner ein anderes Fahrzeug zu beschaffen. Mit gezogener Pistole betrat er eine Gaststätte, um ein vor der Tür geparktes Fahrzeug zu rauben. Da sich der Fahrzeughalter selbst dann nicht zu erkennen gab, nachdem Degowski von außen durch die Scheibe geschossen hatte, zogen sich die Täter zurück.[6] Vor einer Spielhalle raubten die Geiselnehmer schließlich ein neues Fluchtfahrzeug,[6] entschlossen sich jedoch, das Fahrzeug erneut zu wechseln. An einer Tankstelle auf der Horster Straße entwendete Rösner einem Polizeibeamten seine Dienstwaffe und ein Funkgerät. Anschließend tappten die Täter in eine Falle der Polizei: Rösner stahl ein auffällig geparktes Fahrzeug, das von den Beamten zuvor mit einem Peilsender präpariert worden war.[6] Bevor die Täter mit den Geiseln Gladbeck in Richtung Münster verließen, stieg Marion Löblich, die Freundin Rösners, zu. Über Münster ging es über die A 1 weiter nach Osnabrück und von dort über die A 30 in Richtung Bad Oeynhausen. An der Raststätte Grönegau wurde dabei pausiert. Am Autobahnkreuz Bad Oeynhausen fuhr man über die A 2 zurück in das Ruhrgebiet. Am Kamener Kreuz ging es dann über die A 1 weiter nach Süden in Richtung Hagen.

17. August 1988[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Täter und Geiseln frühstückten unbehelligt im westfälischen Hagen.[7] Anschließend fuhren sie über die Autobahn nach Bremen, wo Löblich Verwandte hatte. In Bremen-Vegesack kleideten sie sich in einer Boutique neu ein. Da die Polizei davon ausging, dass die Freilassung der Geiseln unmittelbar bevorstand, ließ sie eine Gelegenheit zum Zugriff verstreichen, als Degowski, der alleine bei den Geiseln zurückgeblieben war, das Auto mit den Geiseln kurzzeitig verließ. Nachdem die Geiselnehmer bemerkt hatten, dass sie von Polizeikräften verfolgt wurden, brachten sie im Ortsteil Huckelriede am 17. August um 19 Uhr einen Bus der Linie 53 der Bremer Straßenbahn AG mit 32 Fahrgästen in ihre Gewalt. Anschließend standen sie der Presse Rede und Antwort. Auch die beiden Geiseln aus der Bank wurden von Reportern interviewt, während die Geiselnehmer ihnen die Pistole an den Kopf hielten.

Nachdem sie fünf Geiseln freigelassen hatten, fuhren Degowski, Rösner und Löblich im Bus mit den anderen 27 Geiseln auf die A 1. An der Raststätte Grundbergsee (zwischen den Anschlussstellen 50-Stuckenborstel und 51-Posthausen) ließen sie die beiden Bankangestellten im Austausch gegen zwei Journalisten frei.

Zwei Polizeibeamte nahmen ohne Weisung der Einsatzleitung Rösners Freundin fest, als diese die Toilette der Raststätte aufsuchen wollte. Wer über Funk die Anweisung zum Zugriff gegeben hatte, konnte im Nachhinein nicht mehr festgestellt werden. Rösner und Degowski verlangten die sofortige Freilassung und drohten, nach fünf Minuten eine Geisel zu erschießen. Obwohl die Einsatzleitung die sofortige Freilassung Löblichs befahl, kam es zu Verzögerungen (Löblich war bereits mit einem Fahrzeug weggefahren worden, der Schlüssel war in den Handschellen abgebrochen). Noch vor Verstreichen der Frist und der Rückkehr Rösners Freundin um 22:30 Uhr schoss Degowski dem vierzehnjährigen Italiener Emanuele De Giorgi, der seine neunjährige Schwester schützen wollte, in den Kopf.[3][8] De Giorgi verblutete, da kein Rettungsfahrzeug mit Sanitätern zur Erstversorgung bereitstand. Die Polizisten, die Löblich festgenommen hatten, beriefen sich später auf Notwehr.

Der Bus mit den drei Geiselnehmern samt Geiseln fuhr dann über die Autobahnen A 1 und A 30 weiter in Richtung Niederlande. Während der Verfolgung des Busses kollidierte ein Polizeiwagen mit einem Lkw, wobei ein Polizist starb und ein weiterer verletzt wurde.

18. August 1988[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 2:28 Uhr überquerte der Bus die niederländische Grenze bei Bad Bentheim und hielt wenige Kilometer dahinter bei Oldenzaal.

In der Nacht umringte die niederländische Polizei den Bus weiträumig und ließ niemanden in das Gebiet, um weitere Geiselnahmen zu vermeiden. Ein Journalist aus Essen gelangte dennoch durch die Absperrung und fuhr mit seinem Pkw bis an den Bus. Als einer der Täter ihn entdeckte und mit der Waffe auf ihn zielte, flüchtete er aus dem polizeilichen Sperrgebiet.

Gegen 5:15 Uhr wurden zwei Frauen und drei Kinder freigelassen, da die niederländische Polizei sich weigerte, mit den Geiselnehmern zu verhandeln, solange noch Kinder in ihrer Gewalt waren. Nachdem Rösner bei der Annahme einer Plastiktüte versehentlich einen Schuss abgegeben hatte, der Löblich in den Oberschenkel traf und den Busfahrer an einer Hand verletzte, begann eine Schießerei mit der sich im angrenzenden Wald befindlichen niederländischen Polizei. Dabei durchschoss Degowski die rechten Seitenscheiben des Busses. Die beiden Geiselnehmer erhielten schließlich um 6:30 Uhr einen neuen Fluchtwagen. Das von der deutschen Polizei bereitgestellte Fahrzeug – ein BMW 735i – hatte das niederländische Kennzeichen HR 20 TN erhalten und war mit Mikrofon ausgestattet. Zur Erfassung des Standorts mittels Funkpeilung war ein eigener Sender installiert und über eine Funkfernsteuerung konnte der Motor abgestellt bzw. sein Starten verhindert werden.

Mit zwei Geiseln aus dem Bremer Bus, Silke Bischoff und Ines Voitle, fuhren Degowski, Rösner und Löblich in dem BMW wieder zurück nach Deutschland. Kurz nach 7 Uhr passierten sie – unbehelligt von Grenzschutz und Zoll – den Übergang Glanerbrug bei Gronau. Da die Einsatzkräfte angenommen hatten, dass die Geiselnehmer nach dem Grenzübertritt wegen der Verletzung Löblichs möglicherweise sofort ein Krankenhaus aufsuchen würden, waren sowohl das Lukas- als auch das Antonius-Krankenhaus in Gronau unter Bewachung gestellt worden. Die Westfälischen Nachrichten berichteten damals: „Im Lukas mussten die Patienten auf ihren Zimmern bleiben, die Ausgabe des Frühstücks wurde unterbrochen. Zivilpolizisten in weißen Kitteln bezogen auf den Gängen des Hauses Stellung. Mit Schutzwesten und Helmen ausgerüstete Kollegen hielten derweil in den Büschen rund um das Krankenhaus Ausschau, bis die Entwarnung kam.“ Die Täter hielten nicht in Gronau, sondern fuhren über Münster nach Köln. An der Feuer- und Rettungswache an der Eper Straße standen derweil alle Fahrzeuge einsatzbereit vor dem Gebäude. In den Garagen waren Mannschaftswagen der Polizei-Spezialeinheit untergebracht. Bis nach 11 Uhr blieben die Beamten dort, dann fuhren sie Richtung Köln. Bei einem Zwischenstopp in Wuppertal kauften die Entführer in einer Apotheke, in einer Bäckerei und in einem Fotogeschäft ein und bezahlten mit einem Teil des geraubten Geldes.

In Köln, wo Rösner, wie er später angab, den Dom sehen wollte, kam es abermals zu fragwürdigem Verhalten seitens der Journalisten, als diese gegen 11 Uhr inmitten von Passanten in der Fußgängerzone Breite Straße in der Kölner Innenstadt das Fluchtauto mit den Straftätern sowie den Geiseln umlagerten und Liveinterviews führten. Darunter war auch der spätere Fernsehmoderator Frank Plasberg, der ein Interview mit Rösner führte. Der verantwortliche Redakteur des SWF entschied allerdings, das Interview nicht zu senden.[9]

Der SEK-Beamte Rainer Kesting arbeitete sich mit einem in Zivil gekleideten Notzugriffteam an das Fahrzeug heran.[10] Er verwickelte Rösner in ein Gespräch und legte ihm dabei den Arm um den Nacken. Kesting plante, den am Steuer sitzenden Rösner mit einem Handgriff zu überwältigen, während die am hinteren Teil des Pkw postierten SEK-Beamten den finalen Rettungsschuss auf Degowski abgeben sollten.[11] Dieser saß auf der Rückbank zwischen den Geiseln und hielt Silke Bischoff nahezu ununterbrochen seinen Revolver an den Kopf. Kesting entschied sich gegen den Zugriff, da er ein Disziplinarverfahren fürchtete.[12] Die Kölner Einsatzführung hatte ihm mit strafrechtlichen Konsequenzen gedroht, da vorher vereinbart wurde, dass sich das Notzugriffteam dem Fahrzeug nur unbewaffnet nähern dürfe.[10] Weder die um das Fahrzeug versammelten Journalisten noch Rösner und Degowski bemerkten die Anwesenheit der Polizei.

Einige Journalisten boten sich als Lotsen an und zeigten den Geiselnehmern Fotos von Polizisten, damit sie den Verbrechern bei einem möglichen Austausch der Geiseln nicht untergeschmuggelt werden konnten. Besonders negativ fiel der Express-Reporter und spätere Bild-Chefredakteur Udo Röbel auf. Er bot sich an, die Geiselnehmer im Fluchtwagen bis zur nächsten Autobahnauffahrt zu lotsen und fuhr zwischen Köln und der Raststätte Siegburg im Fluchtfahrzeug mit. Dabei wetteiferten zahlreiche Journalisten um die besten Bilder und folgten dem Fahrzeug der Geiselnehmer im Autopulk.

Blick von der Brücke der Kochen­bacher Straße in Aegidienberg auf die A3 in Richtung Frankfurt/Main: Am Ort des Zugriffs bei Kilometer 38,0 steht hinter dem Ende der Lärmschutz­mauer die vom Landesbetrieb Straßen­bau in Bonn zum Gedenken gepflanzte Linde; rechts daneben sind die Spitzen der Gedenkskulptur zu erkennen. (April 2018)

Gegen 12:30 Uhr fuhren die Geiselnehmer auf der A 3 weiter in Richtung Frankfurt am Main und hielten auf Höhe von Hövel bzw. Brüngsberg im Bad Honnefer Stadtbezirk Aegidienberg, kurz vor der Anschlussstelle 34-Bad Honnef/Linz[13] und der danach folgenden Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, auf dem Seitenstreifen an. Nachdem daraufhin ein Beamter das Fluchtfahrzeug mit einem schweren gepanzerten Einsatzfahrzeug der Mercedes S-Klasse seitlich gerammt und fahrunfähig gemacht hatte, griff ein Sonderkommando der nordrhein-westfälischen Polizei aus Köln mit Waffengewalt und Blendgranate ein. Ursprünglich war beabsichtigt, den Motor des präparierten Fluchtfahrzeuges ferngesteuert auszuschalten, die dafür benötigte Fernbedienung war jedoch nicht mitgeführt worden.

Nach einem heftigen Schusswechsel, bei dem die Polizisten 62 Schüsse abfeuerten, endete das Geiseldrama wenig später. Die 18-jährige Silke Bischoff starb durch eine Kugel aus Rösners Waffe, ihre Freundin Ines überlebte, getroffen von einer Polizeikugel, leicht verletzt, da sie sich durch einen Sprung in den Straßengraben retten konnte.

Ob Rösner mit Tötungsabsicht abgedrückt hat, konnte in dem späteren Gerichtsverfahren nicht geklärt werden.[14] Während des Schusswechsels lag Rösner quer auf beiden Vordersitzen, während Löblich im Fußraum des Beifahrersitzes Schutz suchte.[15] Silke Bischoff befand sich auf der Rückbank hinter dem Fahrersitz. Degowski, der sich zwischen den Geiseln befand, hatte zuvor einen Kreislaufkollaps erlitten. Laut Aussagen mehrerer SEK-Beamter zielte Rösner während des Schusswechsels durch die Vordersitze in den hinteren Teil des Fahrzeugs.[15] Letztlich konnte aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass sich der tödliche Schuss aus Rösners Waffe während einer Schmerzreaktion des Täters gelöst haben könnte. Rösner war von einer Kugel in den linken Oberschenkel getroffen worden, die Kugel drang dabei bis in die rechte Beckenseite ein. Diese Auffassung vertrat unter anderem der Strafverteidiger Rolf Bossi, der in dem Prozess Degowski verteidigte, mehrmals.[15][16]

Rösner bestritt vor Gericht und auch in späteren Interviews, Silke Bischoff erschossen zu haben.[15][17] Aussagen der Geisel Ines weisen jedoch darauf hin, dass er Bischoff zumindest bewusst zwischen den Vordersitzen nach vorne gezogen hatte, um ihr die Pistole an den Kopf halten zu können.[15]

Nach der Beendigung der Geiselnahme gab es Vorwürfe gegen die Polizei und den Innenminister von Nordrhein-Westfalen, sie hätten unbedingt noch auf dem Gebiet des Bundeslandes die Geiselnahme beenden wollen und deshalb auf die Geiseln keine Rücksicht mehr genommen. Das rheinland-pfälzische Innenministerium hatte bereits den Bundesgrenzschutz um Übernahme der Aktion gebeten und Beamte der GSG 9 aus dem naheliegenden Sankt Augustin standen hinter der Landesgrenze zum Zugriff bereit. Darüber war der Leiter des SEK wiederum von der Einsatzleitung nicht informiert worden.[15]

Gerichtsverfahren und Haft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anklage warf Rösner und Degowski gemeinschaftlichen erpresserischen Menschenraub und Geiselnahme mit Todesfolge vor, Degowski dazu Mord und Rösner versuchten Mord.[18] Beide wurden am 22. März 1991 vom Landgericht Essen zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt; für Rösner wurde darüber hinaus Sicherungsverwahrung angeordnet, da er nach Überzeugung des Gerichts ein Hangtäter sei.[19] Rösners Freundin Marion Löblich erhielt eine neunjährige Freiheitsstrafe wegen erpresserischen Menschenraubs und Geiselnahme mit Todesfolge.[20] Alle drei traten ihre Haft in nordrhein-westfälischen Gefängnissen an.

Hans-Jürgen Rösner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 1999 wurde Rösner von der JVA Geldern in die JVA Düsseldorf in Derendorf verlegt, da er in der JVA illegale Drogengeschäfte getätigt haben soll.[21] Rösners Gesuch auf vorzeitige Entlassung lehnte das Oberlandesgericht Hamm 2004 ab, wie auch eine Haftverkürzung.

Rösner war von 2004 bis 2012 in der JVA Bochum (Krümmede) inhaftiert und an Hepatitis C erkrankt. Am 25. März 2009 wurden in seiner Einzelzelle von Vollzugsbeamten sieben Gramm Heroin gefunden.[22] Wegen des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln wurde er im August 2009 von einem Schöffengericht am Amtsgericht Bochum zu einer zusätzlichen Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt.[14] Im Oktober 2012 wurde Rösner in die JVA Rheinbach[23] verlegt und ab 2013 in die JVA Aachen.

Im Oktober 2015 hat Rösner nach 27 Jahren Haft zum ersten Mal das Gefängnis für vier Stunden im Rahmen einer begleiteten Maßnahme zur „Aufrechterhaltung der Lebenstüchtigkeit“ verlassen.[24]

Als frühester Entlassungszeitpunkt aus der Strafhaft wäre der 27. Februar 2016 in Betracht gekommen. Wenn der Rest der lebenslangen Freiheitsstrafe nach § 57a StGB zur Bewährung ausgesetzt würde, gelte dies auch für die Sicherungsverwahrung nach § 67d Abs. 2 Satz 1 StGB.[25] Im November 2017 begab sich Rösner in eine Therapie zur Resozialisierung.[26]

Dieter Degowski[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1992 war Degowski in der JVA Werl inhaftiert. Das Oberlandesgericht Hamm lehnte 2002 seine vorzeitige Haftentlassung „wegen der besonderen Schwere der Schuld“ ab. Die Dauer seiner Haft wurde auf mindestens 24 Jahre festgelegt, also mindestens bis Januar 2013. 2008 stellte Degowski ein Gnadengesuch,[27] das im März 2009 vom damaligen nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers abgelehnt wurde.[28] Auch nachdem Degowski seine Mindesthaftstrafe verbüßt hatte, entschied die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Arnsberg im August 2013, dass er vorläufig weiter in Haft bleiben müsse.[29][30][31]

Ab 2014 durfte er das Gefängnis im Rahmen von begleiteten Ausführungen verlassen.[32] Ab August 2016 wurde mit seiner Haftentlassung gerechnet.[33] Hierzu wurde ein Gutachten erstellt.[34] Am 10. Oktober 2017 wurde bekannt, dass er unter Bewährungsauflagen auf freien Fuß gesetzt werde und eine neue Identität erhalten solle. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf Einspruch, damit wurde die Entscheidung rechtskräftig.[35] Am 15. Februar 2018 wurde Degowski nach fast 30 Jahren aus der Haft entlassen.[36]

Marion Löblich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Löblich wurde wegen guter Führung nach sechs Jahren Gefängnis Mitte der 1990er vorzeitig entlassen. Sie heiratete ein viertes Mal, nahm den Namen ihres Mannes an[37] und zog nach Magdeburg.[38][39]

Verhalten der Presse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch ihre Liveberichte und -interviews boten die Medienvertreter den beiden Verbrechern ein öffentliches Podium in bis dahin nicht gekannter Form. Dieses Verhalten der Presse rief in der Öffentlichkeit Empörung hervor. Auch die Polizeitaktik wurde heftig kritisiert. Den Einsatzleitungen wurden schwere Organisationsfehler und psychologisches Ungeschick vorgeworfen. Der Bremer Innensenator Bernd Meyer trat wegen polizeilicher Fehler zurück.[40] Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Schnoor blieb hingegen trotz zahlreicher Rücktrittsforderungen im Amt.

„Das bizarre Fiasko, in dem die Einsatzkräfte während des unverschämten Katz-und-Maus-Spiels der Täter untergingen, wurde nur noch von der Sensationsgier der Reporter übertroffen. Während die Polizei im Blindflug agierte, waren die Medien umso näher dran. Direkt am Fluchtauto. Sie hatten ihre Bilder von blutüberströmten und mit der Pistole bedrohten Geiseln.“

Paul Jandl[41]

Das Verhalten der Journalisten in Bremen wurde zum damaligen Zeitpunkt unterschiedlich bewertet. Aufgrund der chaotischen Situation gelang es Journalisten, die Freilassung von fünf Geiseln zu erreichen. Auch die Freilassung der beiden Bankangestellten auf der Raststätte Grundbergsee erreichten Journalisten durch ein Gespräch mit Rösner. Journalisten brachten den von Degowski angeschossenen, bereits verblutenden Emanuele aus dem Bus. Allerdings hielt ein Reporter den herabhängenden Kopf des schwerverletzten Jungen noch einmal „fotogerecht“ in die Kamera.

Wegen des Fehlverhaltens der Journalisten während des Geiseldramas teilte der Deutsche Presserat am 7. September 1988 mit, dass Geiselnehmer während einer Geiselnahme nicht interviewt werden sollten und eigenmächtige Vermittlungsversuche nicht zu den Aufgaben von Journalisten gehörten. Der Pressekodex wurde entsprechend erweitert. In einem Bericht der Süddeutschen Zeitung 20 Jahre nach dem Gladbecker Geiseldrama erklärten einige der damals beteiligten Journalisten, sie bereuten ihr Verhalten, das zur Unterstützung der Verbrecher beigetragen habe.[42] Auch der Berliner Tagesspiegel analysierte in einem längeren Artikel am 16. August 2018 das Verhalten der schreibenden Zunft.[43]

Verarbeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Opfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Grab von Silke Bischoff (1969–1988)
Gedenkstätte für Silke Bischoff an der Autobahn A3 bei Aegidienberg: Neben der Linde steht die von dem Bildhauer Franz Hämmerle aus Windach gestaltete Stele.

Der vierzehnjährige Schüler Emanuele de Giorgi (* 25. Dezember 1973) wurde in Surbo (Italien) bestattet; seinem Sarg folgten 25.000 Trauernde. Die Familie ging noch 1988 wieder zurück nach Italien.[39]

Die 18-jährige Silke Bischoff (* 9. September 1969) war Auszubildende zur Rechtsanwaltsgehilfin und ist im Familiengrab ihres Großvaters Heinrich Bischoff bestattet.

Ines Voitle, heute Falk, die Freundin von Silke Bischoff, wurde beim Polizeizugriff angeschossen. Sie erkrankte an Depressionen mit langjährigem Verlauf.[44]

Der Busfahrer Paul Mikolajczak, damals 57 Jahre alt, wurde verletzt.[45] Er starb 2013 kurz nach seinem 82. Geburtstag.[46]

Der 31-jährige Polizist Ingo Hagen verunglückte am späten Abend des 17. August 1988 tödlich, als er von Bremen aus zur Raststätte Grundbergsee unterwegs war, um die Vorfälle zu dokumentieren. Gegen 23 Uhr geriet ein LKW an einer Baustelle der Neuenlander Straße auf die Gegenfahrbahn und kollidierte frontal mit dem Polizeifahrzeug. Bei dem Unfall wurde ein weiterer Polizist verletzt.[45]

Gedenkstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Kilometer 38,0 der Autobahn 3 in Richtung Frankfurt/Main, wo die Geiselnahme zu Ende ging, erinnerten an den Tod von Silke Bischoff lange Jahre ein kleines Holzkreuz und eine vom Landesbetrieb Straßenbau in Bonn eigens gepflanzte Linde, die von der Autobahn aus gut sichtbar ist. Das Kreuz wurde 2002 im Zuge der Bauarbeiten für den Aegidienbergtunnel der ICE-Strecke Köln–Frankfurt am Main entfernt. Die Errichtung einer Gedenkstätte scheiterte zunächst an Bedenken des Ordnungsamts der Stadt Bad Honnef,[47] konnte aber später umgesetzt werden. Seit August 2009 befindet sich neben der Linde eine von dem Bildhauer Franz Hämmerle aus Windach geschaffene Skulptur aus Stahl. Diese hat 62 Einschusslöcher, genauso viele, wie der Fluchtwagen der Geiselnehmer nach dem Zugriff des Kölner SEK hatte. Neben der nahegelegenen Brücke der Kochenbacher Straße wurde eine Gedenktafel an der Lärmschutzmauer der A3 angebracht.[48]

Im Jahr 2008 lehnte die Bezirksvertretung Köln-Innenstadt einen Bürgerantrag ab, eine Stele mit Bronzetafel in der Fußgängerzone Breite Straße aufzustellen, wo am 18. August 1988 der parkende Wagen mit den Geiselnehmern und den zwei Geiseln von Schaulustigen und Journalisten umringt war.[49]

Parlamentarische Untersuchungsausschüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landtag Nordrhein-Westfalen[50][51] und die Bremische Bürgerschaft[52] haben 1988 Untersuchungsausschüsse einberufen, um etwaiges Fehlverhalten der Behörden politisch aufzuarbeiten.

Im Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Film Terror 2000 – Intensivstation Deutschland von Christoph Schlingensief entstand 1992 in Anlehnung an das Gladbecker Geiseldrama.
  • Mitte der 1990er-Jahre entstand für den Sender RTL ein aufwändiges Doku-Drama über die Ereignisse, wobei auch direkt Beteiligte zu Wort kamen. Ausgestrahlt wurde der Film im August 1998 unter dem Titel Wettlauf mit dem Tod – Das Geiseldrama von Gladbeck. RTL bestätigte damals, dass die Täter für Hintergrundgespräche zu dem Film eine „Aufwandsentschädigung“ erhielten.[53]
  • Der von Arte und ZDF 1999 ausgestrahlte Fernsehfilm Ein großes Ding von Bernd Schadewald stellte in einer Mischung aus Reality TV und Drama die Ereignisse der Geiselnahme nach.
  • 2014 meldete die ARD, das Geiseldrama verfilmen zu wollen. Über zwei Jahre nach der Ankündigung wurden die Dreharbeiten gestartet, Regie führte Kilian Riedhof. Im Vorfeld hatte Rösner die Produktion gerichtlich verhindern wollen, war damit jedoch gescheitert.[54][55] Die ARD strahlte den Film als Zweiteiler Gladbeck am 7. und 8. März 2018 aus.[56]

Film-Dokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1988 – Das Drama von Gladbeck. 100 Jahre – Der Countdown (Staffel 9, Episode 9). Deutschland 1999.[57]
  • Michael Gramberg: Gladbeck – Dokument einer Geiselnahme. Dokumentation mit Bildmaterial deutscher Fernsehsender. WDR, Deutschland 2006.[58][59]
  • Uli Weidenbach: ZDF-History: Das Geiseldrama von Gladbeck. ZDF, Deutschland 2013.[60][61]
  • Nadja Kölling: Das Geiseldrama von Gladbeck – Danach war alles anders. Dokumentation mit Bildmaterial deutscher Fernsehsender sowie Interviews damaliger Augenzeugen sowie Angehörige. Das Erste, Deutschland 2018.[62]

In der Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mike Oldfield verwendete ein kurzes Stück aus einem Radiobericht über das Geiseldrama für sein Lied Hostage auf dem Album Earth Moving (1989).
  • Die Dark-Wave-Gruppe 18 Summers benannte sich zunächst im Frühjahr 1990 nach der Geisel Silke Bischoff. Auf Silke Bischoff wird in einigen Texten Bezug genommen, so zum Beispiel bei dem Track Why Me? vom 1991er Debüt-Album. Nach einem Rechtsstreit zwischen den Gründungsmitgliedern im Jahr 2002 wurde der Name 18 Summers („18 Sommer“) gewählt, was sich auf das Alter von Silke Bischoff zum Zeitpunkt ihrer Tötung bezieht.
  • Im Liedtext von Hier auf dem ersten Album Wichtig (1993) der Hamburger Gruppe Die Sterne ist vom sogenannten „Rösner-Degowski-Syndrom“ die Rede.
  • Die deutsche Hardcore-Punk-Band Hammerhead setzte ein Foto, auf dem Degowski im Auto die Waffe an den Hals von Bischoff hält, auf das Cover ihres Debütalbums Stay Where The Pepper Grows (1994), auf der Rückseite ist mittels Fotomontage Rösner als Gitarrist abgebildet.
  • Die aus dem Ruhrgebiet stammende Hardrock-Gruppe Axxis veröffentlichte 1995 auf ihrem Album Matters of Survival (1995) das Lied Just a Story, das die Geschehnisse des Gladbecker Geiseldramas zwar in szenisch abgewandelter Form wiedergibt, sich aber inhaltlich mit der Sensationslust der Journalisten, die über den Fall berichteten, auseinandersetzt.
  • Die deutsche Hip-Hop-Band Äi-Tiem hat 2006 ein Stück mit dem Titel Gladbeck auf dem Album Murphies Gesetz veröffentlicht. Bereits vorher wurde das Thema im Track Wenn hier einer schießt, dann bin ich das 1995 im gleichnamigen Album behandelt.
  • In Anlehnung an das Cover von Hammerhead spielt 2010 auch das Cover des Albums Ausflug mit Freunden der Electro-Punk-Band Egotronic auf das Geiseldrama an.
  • Die aus Meppen stammende rechtsextreme Band Saccara besingt die Geiselnahme auf dem Album Sturmfest und Erdverwachsen (Titel: Geiselnehmer).
  • Die deutsche Punk-Band Emscherkurve 77 spielt auf ihrem 2016 erschienenen Album Brandgefährlich mit dem Cover auf eines der bekannten Fotos des Geiseldramas an. Außerdem befindet sich auf dem Album ein Song mit dem Titel Gladbeck, in dem insbesondere auch das Versagen von Polizei und Medien kritisiert wird.

In Presse und Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Was bei der Gladbecker Geisel-Affäre alles schieflief. – Sechsteilige Serie des Spiegels zum Prozessbeginn am 2. August 1989:
    • Hausmitteilung betr. Titel: „Mußte Silke Bischoff sterben? – Protokoll des Geiseldramas“. In: Der Spiegel. Nr. 26, 1989, S. 3 (online).
    • „Tu dies, tu das, tu jenes“. In: Der Spiegel. Nr. 26, 1989, S. 60–66 (online).
    • Dieter Bednarz, Bruno Schrep: „Tot sein ist schöner als wie ohne Geld“: Der Banküberfall (I). In: Der Spiegel. Nr. 26, 1989, S. 66–82 (online).
    • Dieter Bednarz, Bruno Schrep: „Ich bin ’n Verbrecher – du bist ’n Bulle“: Geldübergabe und Flucht (II). In: Der Spiegel. Nr. 27, 1989, S. 96–111 (online).
    • „Moral, wat ist das denn?“: Wie die Polizei mit psychologischen Tricks versucht hat, die Geiselgangster hinzuhalten. In: Der Spiegel. Nr. 27, 1989, S. 102–103 (online).
    • Dieter Bednarz, Bruno Schrep: „Hören Sie, was machen Sie für ’n Mist?“: Die pannenreiche Verfolgung (III). In: Der Spiegel. Nr. 28, 1989, S. 96–114 (online).
    • Dieter Uentzelmann: „Das hätten die Bullen nicht machen sollen“: Das Fiasko der Bremer Polizei (IV). In: Der Spiegel. Nr. 29, 1989, S. 91–110 (online).
    • Georg Bönisch: „Der Dieter sah aus wie ein Teufel“: Das Versagen der nordrhein-westfälischen Polizei (V). In: Der Spiegel. Nr. 30, 1989, S. 84–98 (online).
    • Georg Bönisch: „Sie fragte sogar: Warum gerade ich?“: Der einkalkulierte Tod der Silke Bischoff (VI). In: Der Spiegel. Nr. 31, 1989, S. 78–98 (online).
  • Guido Hitze: Das Geiseldrama von Gladbeck – die „Stunde der Opposition“ oder der Parlamentarische Untersuchungsausschuss als „stumpfes Schwert“. In Guido Hitze: Verlorene Jahre? Die nordrhein-westfälische CDU in der Opposition 1975–1995, Teil II: 1985–1990. Droste Verlag, Düsseldorf 2010, ISBN 978-3-7700-1893-2, S. 635–734.
  • Wolfgang Berke, Jan Zweyer: Pleiten, Pannen und eine entfesselte Medienmeute. Das Gladbecker Geiseldrama. In: Dies.: Echt kriminell. Die spektakulären Fälle aus dem Ruhrgebiet. Klartext Verlag, Essen 2012, ISBN 978-3-8375-0705-8, S. 50–59.
  • Gudrun Altrogge, Jürgen Dahlkamp, Nadja Kölling, Bruno Schrep: „Mach es weg, mach es weg“. In: Der Spiegel. Nr. 33, 2008, S. 36–42 (online).
  • Peter Henning: Ein deutscher Sommer. Roman. Aufbau Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-351-03542-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Geiselnahme von Gladbeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Report„Ich höre Silke heute noch schreien“ FOCUS Magazin | Nr. 33 (2013) , abgerufen am 17.August 2018
  2. Gisela Friedrichsen: „… kamen Sie gleich zur Sache, Herr Rösner?“ In: Der Spiegel. Nr. 33, 1989 (online).
  3. a b „Mach es weg, mach es weg“. In: Der Spiegel. Nr. 33, 2008 (online).
  4. Gladbeck-Geiselnehmer: Dieter Degowski aus Gefängnis entlassen. In: spiegel.de. 16. Februar 2018, abgerufen am 11. März 2018.
  5. Stefanie Monien: Geisel-Gangster schockten die Republik: Sie waren das Grauen von Gladbeck. In: berliner-kurier.de. 11. August 2013, abgerufen am 30. März 2018.
  6. a b c d e Dieter Bednarz, Bruno Schrep: Hören Sie, was machen Sie für ’n Mist? In: Der Spiegel. Nr. 28, 1989, S. 96–114 (online).
  7. Mike Fiebig: Gladbecker Geiselnehmer bestellten Frühstück im Hagener Cafe. In: wp.de. 14. August 2013, abgerufen am 31. März 2018.
  8. Der Geiselgangster von Gladbeck – Dieter Degowski (1991). 22. April 2016, abgerufen am 6. Februar 2018.
  9. Stefan Domke: „Da habe ich einfach Angst bekommen“ – Frank Plasberg über seinen Einsatz beim Geiseldrama 1988. Interview. In: wdr.de. 13. August 2003, abgerufen am 26. April 2018.
  10. a b Josef Hufelschulte: Report: „Silke Bischoff könnte noch leben“. Abschnitt Streit um Bewaffnung beim Einsatz. Interview mit Rainer Kesting. In: Focus, 11. August 2008; abgerufen am 15. September 2009.
  11. Josef Hufelschulte: Report: „Silke Bischoff könnte noch leben“. Abschnitt „Der finale Rettungsschuss wäre berechtigt gewesen“. Interview mit Rainer Kesting. In: Focus, 11. August 2008; abgerufen am 15. September 2009.
  12. Josef Hufelschulte: Report: „Silke Bischoff könnte noch leben“. Abschnitt: „Ich, Rainer Kesting, habe gekniffen“. Interview mit Rainer Kesting. In: Focus, 11. August 2008; abgerufen am 15. September 2009.
  13. Reiner Burger: Gladbecker Geiseldrama: 54 Stunden Staatsversagen. In: faz.net. 14. August 2013, abgerufen am 3. März 2018.
  14. a b Gisela Friedrichsen: Die ganz große Keule. In: Spiegel Online. 11. August 2009, abgerufen am 17. Januar 2012.
  15. a b c d e f Georg Bönisch: „Sie fragte sogar: Warum gerade ich?“ In: Der Spiegel. Nr. 31, 1989 (online).
  16. Hermann Weiß: Staranwalt Bossi: „Geiselgangster Degowski ist kein Mörder.“ In: Die Welt, abgerufen am 21. Dezember 2009.
  17. Guido Brandenburg, Bernhard Kelm, Josef Ley: 20 Jahre nach Gladbeck: Zum 1. Mal spricht Geisel-Gangster Rösner. In: Bild, 20. Juni 2013 (Das Gespräch muss 2008 geführt worden sein, wohl auch die Erstveröffentlichung.); abgerufen am 23. Juli 2013.
  18. Rolf Schraa: Für die Täter Rösner und Degowski bleibt Freiheit ein ferner Traum. In: Bonner General-Anzeiger, 15. August 2008.
  19. Hintergrund: Stichwort: Lebenslange Haft und Sicherungsverwahrung. Handelsblatt, 11. Dezember 2002; abgerufen am 22. März 2009.
  20. Gladbecker Geiseldrama "Ein Fall, der an die Nerven ging" In: Spiegel Online, 15. August 2018, abgerufen am 17. August 2018.
  21. Gladbeck-Gangster: Geiselnehmer Rösner als Knast-King. In: Focus. Nr. 43/1999, Oktober 1999 (focus.de [abgerufen am 6. März 2018]).
  22. Bernd Kiesewetter: Geiselgangster Rösner im Knast mit Heroin erwischt. Meldung aus der WAZ vom 17. April 2009 auf derwesten.de; abgerufen am 9. August 2009.
  23. Iris Klingelhöfer: Gangster im normalen Vollzug: Geiselgangster Rösner schmort im Rheinbacher Knast. express.de, 10. November 2012, abgerufen am 11. November 2012.
  24. Gladbecker Geiselgangster: Hans-Jürgen Rösner darf Gefängnis kurz verlassen. Spiegel Panorama, abgerufen am 16. Dezember 2016.
  25. Geiselgangster sehen sich nicht im Werler Knast wieder. Soester Anzeiger, 13. April 2016, abgerufen am 24. April 2016.
  26. Gladbecker Geiselnehmer: Hans-Jürgen Rösner will in offenen Vollzug. In: rp-online.de. 13. Januar 2018, abgerufen am 2. Juli 2018.
  27. Geiselnehmer Degowski bittet um Gnade. AP-Artikel in der Rheinischen Post vom 12. August 2008; abgerufen am 13. August 2008.
  28. Rüttgers lehnt Degowski-Gnadengesuch ab. Meldung aus der Westdeutschen Allgemeine Zeitung vom 22. März 2009 auf derwesten.de; abgerufen am 11. August 2009.
  29. rls/dpa: Geiseldrama von Gladbeck: Gutachter gegen Freilassung von Degowski. 7. August 2013, abgerufen am 14. August 2013.
  30. dpa/bar: Gericht prüft Bewährung für Geiselnehmer Degowski. 20. Juni 2013, abgerufen am 15. August 2013.
  31. Gladbecker Geiselnehmer: Gericht lehnt kurzfristige Haftentlassung von Degowski ab. 14. August 2013, abgerufen am 14. August 2013.
  32. Gladbecker Geiselmörder wird auf Freiheit vorbereitet. Die Welt vom 3. Juni 2014
  33. Geiselnehmer von Gladbeck kann auf Entlassung hoffen. FAZ vom 7. August 2016
  34. Geiselnehmer von Gladbeck: Dieter Degowski womöglich bald auf freiem Fuß. In: stern.de. 7. August 2016, abgerufen am 7. März 2018.
  35. Beschluss rechtskräftig - Dieter Degowski kommt auf freien Fuß Berliner Zeitung, 19. Oktober 2017
  36. Gladbecker Geiselgangster Dieter Degowski aus der Haft entlassen Rheinische Post online, 16. Februar 2018
  37. Bild-Serie: 20 Jahre nach Gladbeck – Marion Löblich, die Freundin des Geisel-Gangsters: „Rösner wollte mich auf der Flucht erschießen!“ In: bild.de. 27. November 2009, abgerufen am 18. August 2018.
  38. Markus Lanz (Fernsehsendung): 20 Jahre Geiseldrama von Gladbeck. Sendung vom 18. Juni 2008.
  39. a b Wolfgang Kaes: 25 Jahre Geiseldrama von Gladbeck: „Keine Angst. Ich beschütze dich“. In: general-anzeiger-bonn.de. 2. August 2013, abgerufen am 8. März 2018.
  40. Bremens Innensenator trat nach Gladbeck zurück: „Das prägnanteste Delikt“. In: archiv.rhein-zeitung.de. 11. August 1998, abgerufen am 28. Juli 2018.
  41. Paul Jandl: Die Flipperkugel im Kopf des Gladbeck-Täters. Die Welt, 23. Juli 2013
  42. H. Gertz: Gladbecker Geiseldrama – Im Rausch der Tiefe. In: sueddeutsche.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 9. März 2018.
  43. B. Gäbler: Was die Medien gelernt haben. In: Der Tagesspiegel. 15. August 2018, abgerufen am 26. August 2018.
  44. Hayke Lanwert: Gladbecker Geiseldrama: Ines Voitle überlebte dank Silke Bischoff. In: waz.de. 14. August 2008, abgerufen am 10. März 2018.
  45. a b „Das hätten die Bullen nicht machen sollen“ – Was bei der Gladbecker Geisel-Affäre alles schieflief (IV): Das Fiasko der Bremer Polizei. In: Der Spiegel. Nr. 29, 1989 (online).
  46. Traueranzeige für Paul Mikolajczak. Abgerufen am 8. März 2018.
  47. Keine Gedenkstätte für Silke Bischoff. In: General-Anzeiger, 20. August 2003, abgerufen am 19. März 2016.
  48. Claus Moser: A3 / Gedenkstätte Silke Bischoff. Foto der Gedenkstätte. In: flickr.com. 15. Juli 2011, abgerufen am 31. März 2018.
  49. TOP 2.1: Eingabe für die Aufstellung einer Stele mit Bronzetafel zur Erinnerung an das „Gladbecker Geiseldrama“ im Jahre 1988. Stadt Köln, Eingabe zur Sitzung am 23. September 2008, abgerufen am 10. März 2018.
  50. Schlussbericht Untersuchungsausschuß Gladbecker Geiselnahme: zwei Fassungen – „Einmaliger Kriminalfall mit untypischen Tätern und Umständen“. In: Karl Josef Denzer (Hrsg.): Landtag Intern. 21. Jahrgang, Nr. 7/1990. Landtag NRW, Düsseldorf 3. April 1990, S. 9 f. (landtag.nrw.de [PDF; 338 kB; abgerufen am 4. April 2018]).
  51. www.landtag.nrw.de Bericht des Untersuchungsausschusses "Gladbeck", Drucksache 10/5291, abgerufen am 28. Dezember 2013 (PDF).
  52. Untersuchungsausschuss Geiseldrama – Abschlußbericht, Bürgerschaftsdrucksache 12/667, abgerufen am 8. März 2018 (PDF).
  53. Oliver Gehrs: Der Gangster als Star. Berliner Zeitung, 19. August 1998, abgerufen am 18. August 2012.
  54. Kevin Hennings: ARD: Geiseldrama „Gladbeck“ wird nun verfilmt. In: dwdl.de. 18. Juli 2016, abgerufen am 10. März 2018.
  55. Annika Lütje: Delmenhorst wird zum Drehort. In: Weser-Kurier.de. 25. Juli 2016, abgerufen am 11. März 2018.
  56. Gladbeck. In: DasErste.de. Abgerufen am 11. März 2018.
  57. 1988 - Das Drama von Gladbeck in der Internet Movie Database (englisch).
  58. Gladbeck - Dokument einer Geiselnahme. In: programm.ARD.de. 16. August 2013, abgerufen am 11. März 2018.
  59. Interview mit Michael Gramberg. In: WDR.de. 12. Juni 2006, abgerufen am 11. März 2018.
  60. ZDF History: Das Geiseldrama von Gladbeck. In: Programm.ARD.de. 17. August 2013, abgerufen am 11. März 2018.
  61. ZDF zeigt Gladbeck-Doku. In: Meedia.de. 5. August 2013, abgerufen am 11. März 2018.
  62. Das Geiseldrama von Gladbeck – Danach war alles anders. In: DasErste.de. Abgerufen am 11. März 2018.