Geiselnahme von München

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Gedenktafel vor dem damaligen Quartier der israelischen Mannschaft im Münchner Olympiadorf (2012)
Gedenken und Kranzniederlegung vor dem Gebäude Connollystr. 31 im Olympischen Dorf am 40. Jahrestag, 5. September 2012.
Gedenken an das Massaker, London 2012

Bei der Geiselnahme von München am 5. September 1972, oft auch als Olympia-Attentat oder Massaker von München bezeichnet, stürmten acht bewaffnete Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation Schwarzer September das Wohnquartier der israelischen Mannschaft während der Olympischen Sommerspiele in München und nahmen elf Mannschaftsmitglieder als Geiseln. Zwei bei dem Angriff bzw. wenig später durch Schüsse schwer verletzte Israelis starben bereits in den ersten Stunden der Geiselnahme.

Die Geiselnehmer verlangten zunächst die Freilassung von 232 Palästinensern aus israelischen Gefängnissen sowie die Freilassung der deutschen RAF-Terroristen Andreas Baader und Ulrike Meinhof sowie des japanischen Terroristen Kōzō Okamoto. Die israelische Regierung unter Golda Meir lehnte Zugeständnisse ab. Versuche deutscher Politiker, sich als Austauschgeiseln anzubieten, wiesen die Palästinenser zurück. Bei einem schlecht geplanten und katastrophal gescheiterten[1] Befreiungsversuch durch deutsche Behörden auf dem nahen Militärflugplatz Fürstenfeldbruck starben am Abend desselben Tages alle verbleibenden neun Geiseln, ein deutscher Polizist und fünf der Terroristen. Insgesamt kamen in München und Fürstenfeldbruck 17 Menschen ums Leben.

Unterstützt wurden die palästinensischen Terroristen nach Akten des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) im Vorfeld von Helfern aus der deutschen Neonazi-Szene.

Bei nachfolgenden israelischen Vergeltungsaktionen in den Jahren nach 1972 wurden wiederum einige weitere direkt und indirekt an dem Anschlag Beteiligte sowie mehrere Unschuldige getötet. Das Scheitern der Befreiungsaktion mangels entsprechend ausgebildeter Sicherheitskräfte führte zur Gründung der deutschen Antiterroreinheit GSG 9.

Die Geiselnahme[Bearbeiten]

Um 4:10 Uhr am Morgen des 5. September 1972 kletterten acht Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation Schwarzer September über den Zaun bei Tor 25A und betraten das Olympische Dorf. Monteure der Post beobachteten sie, hielten sie aber für heimkehrende Sportler.

Sie drangen um etwa 4:35 Uhr in das Appartement der israelischen Olympiamannschaft in der Connollystraße 31 ein (Koordinaten: 48° 10′ 47,28″ N, 11° 32′ 55,32″ O48.179811.5487). Die mit Sturmgewehren vom Typ AK-47 bewaffneten Geiselnehmer hatten keine Mühe, die israelischen Sportler zu überwältigen, da diese die Türen nicht abgeschlossen hatten. Generell wurden die Sicherheitsbedingungen während der Olympischen Spiele bewusst locker gehalten, um mit „heiteren Spielen“ die positive Veränderung zu demonstrieren, die sich in Deutschland seit den Olympischen Spielen 1936 vollzogen hatte. So wurden ca. 4000 abgeordnete Polizeibeamte aus unterschiedlichsten Bundesländern unbewaffnet und mit modischen Straßenanzügen bekleidet als zivil anmutende Sicherheitskräfte eingesetzt. Die Terroristen nahmen elf Geiseln: David Mark Berger (Gewichtheber), Zeev Friedman (Gewichtheber), Yossef Gutfreund (Ringer-Kampfrichter), Eliezer Halfin (Ringer), Josef Romano (Gewichtheber), André Spitzer (Fecht-Trainer), Amitzur Schapira (Leichtathletik-Trainer), Kehat Shorr (Schützen-Trainer), Mark Slavin (Ringer), Yakov Springer (Gewichtheber-Kampfrichter) und Mosche Weinberg (Ringer-Trainer). Weinberg und Romano wurden gleich zu Beginn der Aktion verwundet. Weinberg wurde wenig später um 4.52 Uhr bei einem Fluchtversuch durch die Tür hindurch erschossen. Romano starb etwa zwei Stunden, nachdem er angeschossen wurde, an seinen Verletzungen, da kein Arzt zu ihm gelassen wurde. Einige israelische Sportler entkamen aus den Parterrefenstern, darunter auch der Chef de Mission, Shmuel Lalkin.

Um 5:21 Uhr wurden Polizei, Organisationskomitee und Rettungsdienst alarmiert. Krankenwagen fuhren auf, und der vor dem Hauseingang von den Terroristen abgelegte, blutüberströmte Weinberg, für den jede Rettung zu spät kam, konnte geborgen werden. Zu dem zweiten Verletzten, Romano, ließen die Attentäter niemanden mehr hinein. Um 6:40 Uhr begaben sich der Bürgermeister des olympischen Dorfes, Walther Tröger, und OK-Präsident Willi Daume zum Haus Nr. 31, um mit den Eindringlingen zu verhandeln. Von da an galt als sicher, dass sie israelische Sportler als Geiseln festhielten. Das Gelände wurde von der Polizei abgeriegelt.

Die Terroristen verlangten bis 9.00 Uhr morgens die Freilassung und das freie Geleit von 232 Palästinensern, die in israelischen Gefängnissen ihre Haft verbüßten, sowie die Freilassung der deutschen Terroristen Andreas Baader und Ulrike Meinhof sowie des japanischen Terroristen Kozo Okamoto. Der israelische Botschafter in Deutschland Eliashiv Ben-Horin erklärte, dass die Regierung von Golda Meir schwerlich von ihrem Grundsatz abweichen werde, keine Gefangenen freizugeben.[2] Nach Aussage von Meir lehnte Israel die Erpressung ab, um nicht für alle Zukunft das Leben seiner Staatsbürger im Ausland zu riskieren.

Um 8.50 Uhr stellten die Terroristen ein Ultimatum. Sie forderten die Freigabe von 200 in Israel gefangenen Palästinensern, freies Geleit für sich und die Geiseln in eine arabische Hauptstadt mit einem dafür zur Verfügung gestellten Flugzeug. Sie drohten, die Geiseln sofort zu erschießen, sollte die Polizei versuchen, das Haus zu stürmen. Das Ultimatum war auf 12 Uhr befristet.

Um 9:30 Uhr gab es Massenandrang im Pressezentrum, doch die bizarre Pressekonferenz galt den Erfolgen des Schwimmstars Mark Spitz. Spitz, selbst jüdischer Herkunft, forderte später Begleitschutz an und verließ München am selben Tag. Um 10:00 Uhr trat der Krisenstab mit Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher, dem bayerischen Innenminister Bruno Merk, Polizeipräsident Manfred Schreiber, NOK-Präsident Willi Daume, IOC-Präsident Avery Brundage und Staatssekretär Erich Kiesl zusammen, in Tel Aviv und Bonn tagten die Kabinette.

Eine Viertelstunde vor Ablauf des Ultimatums wurde mit den Terroristen eine Verlängerung um drei Stunden, also bis 15 Uhr, ausgehandelt. Der Bürgermeister des Olympischen Dorfes Walther Tröger, Willi Daume, Manfred Schreiber, der Sicherheitschef der XX. Olympischen Spiele, der bayerische Innenminister Bruno Merk und auch der damalige Bundesinnenminister und Vizepräsident des Organisationskomitees[3] Hans-Dietrich Genscher boten sich dabei den Terroristen vergeblich als Ersatzgeiseln an.

Um 15:25 Uhr wurde das Ultimatum auf 17 Uhr verschoben. Um 15:38 Uhr wurden die Olympischen Spiele unterbrochen. Die noch laufenden Wettbewerbe konnten zu Ende geführt werden. Wiederholt wechselten die Terroristen ihre Kleidung und zeigten sich auf dem Balkon. Ihre Zahl wurde auf fünf geschätzt. Um 17:00 Uhr drohten die Terroristen mit Geiselmord und Selbstmord, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden sollten. Das Haus war unterdessen von Scharfschützen umstellt worden.

Als dieses Ultimatum ablief, verhandelte der Krisenstab erneut mit dem deutsch sprechenden Anführer der Terroristen, der sich „Issa“ nannte, sein Gesicht unter einer Maske verbarg und einen weißen Hut trug. Mit Hilfe eines Abgesandten der Arabischen Liga und des Missionschefs der ägyptischen Delegation gelang es, das Ultimatum um weitere fünf Stunden zu verlängern.

Die Terroristen hatten unterdessen aus Radio und Fernsehen vom Aufmarsch der Polizei erfahren, die eine Befreiungsaktion geplant hatte. Man hatte versäumt, den Terroristen den Strom abzustellen und die Presse aus dem Olympischen Dorf entfernen zu lassen. Die Befreiungsaktion musste deshalb ausgesetzt werden.

Danach verlangten die Terroristen bis 21 Uhr freies Geleit mit den Geiseln in einem Flugzeug nach Kairo sowie den sofortigen Abzug der Scharfschützen. Die deutschen Verhandlungspartner gaben vor, zuzustimmen. Minister Genscher wurde in den ersten Stock des Gebäudes gelassen, wo die neun Geiseln gefesselt in einem Zimmer saßen. Sie waren damit einverstanden, zusammen mit den Terroristen in die ägyptische Hauptstadt zu fliegen. Um 20:30 Uhr war man zu einer Vereinbarung gekommen. Die Terroristen sollten mit ihren neun Geiseln durch Hubschrauber ausgeflogen werden; die Scharfschützen wurden abgezogen.

Die gescheiterte Geiselbefreiung[Bearbeiten]

Um 22:06 Uhr bestiegen die Attentäter zusammen mit ihren Gefangenen den angeforderten Bus im Keller von Haus 31. Das Fahrzeug fuhr durch das Kellergeschoss und hielt kurz nach der Ausfahrt in der Nähe der Helikopter. Von der Polizei unbehelligt brachten die Terroristen ihre gefesselten Geiseln in die Hubschrauber. Um 22:18 Uhr hoben zwei Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes (BGS) ab und transportierten die Terroristen und ihre Geiseln zum nahe gelegenen Fliegerhorst Fürstenfeldbruck, wo eine Boeing 727 mit laufenden Triebwerken, aber fast leerem Tank auf sie wartete.[4]

Um 22:29 Uhr landeten die Hubschrauber bei Flutlicht in Fürstenfeldbruck. Die deutschen Polizeibehörden planten, die Terroristen am Flughafen anzugreifen. Dort befanden sich jedoch nur fünf Scharfschützen, da nur von fünf Geiselnehmern ausgegangen worden war. Tatsächlich waren es jedoch insgesamt acht, wie man jetzt feststellte. Es befand sich auch noch ein Freiwilligenkommando der Polizei (bestehend aus normalen Streifenpolizisten) als Besatzung getarnt im Flugzeug. Dieses Kommando beendete die Aktion eigenmächtig und kurzfristig, da seine Mitglieder – nur mit Dienstpistolen ausgerüstet – die schwer bewaffneten Geiselnehmer hätten überwältigen müssen. So waren sie kurz vor dem Aufsetzen der Helikopter aus dem Flugzeug geflohen. Die auf dem Dach des Flughafengebäudes und auf dem Rollfeld postierten Polizeibeamten waren einfache Streifenbeamte und nicht als Präzisionsschützen ausgebildet. Man hatte sie nur notdürftig mit ausgesuchten Sturmgewehren vom Typ Heckler & Koch G3 ausgestattet, obwohl die Münchner Polizei 1972 bereits Scharfschützengewehre des Typs Steyr SSG 69 in ihren Beständen führte. Allerdings standen damals noch keine eigenen Scharfschützen zur Verfügung. Die Bereitstellung von gepanzerten Sonderwagen war völlig versäumt worden. Erst während der folgenden zweistündigen Schießerei wurden sie als Verstärkung gerufen. Sie trafen allerdings wegen des starken Verkehrs und der vielen Schaulustigen erst eine Stunde später ein, als die Kämpfe fast vorbei waren.

Grabstätten von fünf der Opfer auf dem Friedhof von Kiryat Shaul in Tel Aviv/Israel.

Zwei der Terroristen, die sich selbst „Issa“ und „Tony“ nannten, inspizierten kurz das Flugzeug und stellten fest, dass sich keine Besatzung an Bord befand. Um 22:35 Uhr wurden auf dem Kontrollturm die Scheinwerfer abgeschaltet, und der Flughafen lag nun im Dunkeln. Bald danach, um 22:38 Uhr, als die beiden Terroristen zu den Hubschraubern zurückeilten, sagte Bruno Merk zu dem Polizei-Einsatzleiter: „Feuer frei!” Darauf eröffneten die Scharfschützen das Feuer. In diesem Moment schaltete die Polizei große Scheinwerfer ein und bestrahlte damit das Rollfeld. Die Terroristen ihrerseits beschossen die Scheinwerfer. Die Scharfschützen hatten keinen Funkkontakt zueinander und schossen ohne Zielabsprache. Zudem hatten sie weder Nachtsichtgeräte noch Helme. So wurde mit der ersten Salve nur ein Terrorist getroffen, nämlich der stellvertretende Kommandoführer, der mit „Issa“ zuvor das Flugzeug kontrolliert hatte. „Issa“ ließ den Verletzten liegen und gelangte zurück zu den übrigen Terroristen. Drei von ihnen begannen, verdeckt hinter den Hubschraubern und außerhalb des Sichtfelds der Scharfschützen, das Feuer zu erwidern.

Um 22:39 Uhr stellten die Scharfschützen ihre Gewehre auf Dauerfeuer um. Ihr Feuer wurde nach wie vor durch Feuerstöße aus den Sturmgewehren der Terroristen beantwortet. Der Kampf zog sich hin, bis die aus München angeforderten Panzerfahrzeuge der Polizei eintrafen.

Die beiden Hubschrauber sollten mit den Türen zum Kontrollturm landen, damit alle fünf Scharfschützen ein freies Schussfeld hatten. Aus unbekannten Gründen landeten beide Helikopter mit der Schnauze zum Kontrollturm, wodurch der fünfte Scharfschütze im Schussfeld von Schütze eins, zwei und drei lag. Er hatte deshalb bislang nicht in den Kampf eingegriffen. Außerdem lag er völlig ungedeckt ohne Helm und Schutzweste hinter einer knöchelhohen Mauer auf dem Rollfeld, die Hubschrauber und die Terroristen zwischen sich und seinen Kollegen. Um von diesen nicht irrtümlich beschossen zu werden, gab er während der Aktion keinen Schuss ab. Erst als ein flüchtender Terrorist versehentlich direkt auf ihn zulief, tötete er diesen durch einen Kopfschuss. Dadurch aber erregte er die Aufmerksamkeit der frisch eingetroffenen Polizeiverstärkung, welche die Positionen der eigenen Scharfschützen nicht kannte. Für einen der Entführer gehalten, wurden er und ein neben ihm Schutz suchender Hubschrauberpilot unter „Freundbeschuß“ genommen und schwer verletzt.

Um 23:00 Uhr erschien am Haupteingang des Militärflugplatzes in Fürstenfeldbruck, der von tausenden von Schaulustigen belagert wurde, der im Pressezentrum des OK beschäftigte Ludwig Pollack. Er verkündete den Pressevertretern, die Geiseln seien freigelassen und vier der Terroristen seien getötet worden. Nach seiner Legitimation gefragt äußerte Pollack wahrheitswidrig, er sei der Beauftragte von Olympia-Pressechef Hans Klein. Als Informationsquelle nannte er später einen hohen Polizeibeamten, an dessen Namen er sich nicht erinnern könne. Um 23:31 Uhr verbreitete die Nachrichtenagentur Reuters eine weltweite Eilmeldung, wonach alle israelischen Geiseln befreit worden seien. Um 23:35 Uhr berichtete das Fernsehen, dass alle Geiseln entkommen und die meisten Terroristen tot seien. Um 23:50 Uhr meldete Polizeipräsident Schreiber in das Pressezentrum: „Wir sind noch im Einsatz. Das Flugfeld ist noch nicht geräumt. Das ganze Areal ist hermetisch abgeriegelt.” Am 6. September 1972 um 0:05 Uhr sprach Conrad Ahlers, der Sprecher der Bundesregierung, von einer „glücklichen und gut verlaufenen Aktion“.

Zu dieser Zeit wurde auf dem Flugplatz noch immer geschossen. Erst um 0:00 Uhr trafen gepanzerte Fahrzeuge der Polizei auf dem Flugplatz Fürstenfeldbruck ein, um die Sicherheitskräfte vor Ort zu unterstützen. Durch den Anblick der Panzerfahrzeuge wurde einem der Terroristen die Ausweglosigkeit der Entführung offenbar bewusst. Er eröffnete um 0:10 Uhr das Feuer auf die wehrlosen Geiseln im ersten Hubschrauber und gab damit zwei anderen Terroristen die Gelegenheit, aus der Deckung aufzutauchen. Er sprang aus dem Hubschrauber und brachte mit einer Handgranate den Hubschrauber zur Explosion, wobei die Geiseln im Hubschrauber umkamen. Alle drei Terroristen starben durch die Schüsse der Scharfschützen. Die anderen fünf Geiseln im zweiten Hubschrauber wurden während des Kampfes ebenfalls getötet. Anders beschreibt es der Augenzeuge und damalige Mossad-Chef Zvi Amir in einem Bericht: Eine Phosphorgranate sei unter dem Helikopter detoniert, wodurch alle Insassen des Flugzeugs verbrannt seien.[5]

Die Aktion endete im Fiasko: Sämtliche Geiseln starben, der an der Schießerei unbeteiligte Münchener Polizeiobermeister Anton Fliegerbauer, der das Geschehen von einem Erdgeschossfenster des Kontrollturms beobachtet hatte, wurde um 0:10 Uhr durch eine verirrte Kugel tödlich am Kopf getroffen. Der Pilot (und Hauptmann im BGS) Gunnar Ebel, der als Verbandsführer einen der beiden Hubschrauber vom Typ Bell UH-1D flog, musste mit schweren Schussverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Erst um 1:32 Uhr wurde das Schießen und die Suche nach flüchtigen Terroristen eingestellt. Drei Terroristen hatte man überwältigen können, fünf wurden tot gefunden, und alle neun Geiseln waren tot. Um 2:40 Uhr teilte Pressesprecher Klein im Pressezentrum der Weltöffentlichkeit die schreckliche Bilanz der missglückten Befreiungsaktion von Fürstenfeldbruck mit.

Unterstützung im Vorfeld[Bearbeiten]

Die Terroristen wurden bei der Vorbereitung der Geiselnahme und dem Aufbau der notwendigen Infrastruktur in Europa von deutschen Neonazis unterstützt.[6] Akten des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), die auf Antrag des Spiegel im Juni 2012 freigegeben wurden, belegen diesen seit 1972 gemutmaßten Sachverhalt.[7][8] Die Kontakte zwischen der PLO und den Nazis wurden bereits 1970 durch den Rechtsextremisten Udo Albrecht vermittelt und sollten auf eine Zusammenarbeit der Gegenseitigkeit hinauslaufen. Der ehemalige Neonazi und spätere Autor Willi Pohl schrieb dazu: „Wir erhielten die Erlaubnis, auf von der Fatah kontrolliertem jordanischen Gebiet einen Stützpunkt zu errichten, als Gegenleistung boten wir Unterstützung im Kampf gegen Israel an.“[9] Im Vorfeld des Olympia-Attentats traf Pohl nach eigenen Angaben den als Drahtzieher geltenden Palästinenser Abu Daoud im Juli 1972 in Dortmund, besorgte Fahrzeuge für die Organisation und fuhr Daoud zu konspirativen Treffen in Frankfurt und Köln. Zudem stellte er eine Verbindung zu dem Passfälscher Wolfgang Abramowski her, dem, wie auch Pohl selbst, eine enge Verbindung zur Nationalsozialistischen Kampfgruppe Großdeutschland nachgesagt wurde.[8] In Kairo beauftragte ihn der Fatah-Vertreter Abu Ijad, eine Botschaft an einen Mann in Paris zu überbringen, den er im Nachhinein als den Anführer der München-Attentäter Issa erkannt haben will.[10]

Von dem Ziel der Anschläge will Pohl nichts gewusst haben, dennoch arbeitete er bei Folgeaktionen weiterhin mit der PLO-Organisation zusammen. Ende Oktober 1972 wurden er und Abramowski festgenommen, bei ihnen fand man Waffen, die baugleich mit denen bei der Geiselnahme benutzten waren, und einen Drohbrief des Schwarzen September an den gegen die drei überlebenden Attentäter ermittelnden Richter. Im Haftbefehl warf man Pohl vor, dass er gemeinsam mit Abu Daoud die gewaltsame Befreiung des derzeit inhaftierten Udo Albrecht plante.[6] Trotz dieser Zusammenhänge „wurde Pohl 1974 nur wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten verurteilt.“[7] Aus dem im Juni 2012 freigegebenen Bericht des Verfassungsschutzes geht zudem hervor, dass die Dortmunder Kriminalpolizei bereits im Juli 1972 Hinweise auf die konspirativen Treffen zwischen Pohl und Daoud hatte und die Landeskriminalämter, das Bundeskriminalamt und den Verfassungsschutz umgehend darüber informierte.[11]

Vermutungen, Thesen, offene Fragen[Bearbeiten]

Denkmal für die Opfer der missglückten Geiselbefreiung im Jahr 1972 vor dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck. Die Namen der Opfer sind in Bronze eingraviert.

Die Untersuchung der bayerischen Polizei schloss nicht aus, dass einige der Geiseln versehentlich von der Polizei erschossen worden sein könnten. Genauso ist es möglich, dass einer der Terroristen alle Geiseln erschoss. Eine definitive Aufklärung dieser Frage war wegen der stark verbrannten Körper nicht möglich.

Der Münchner Kriminalpsychologe Georg Sieber hatte im Vorfeld der Olympischen Spiele von 1972 unter anderem das Szenario eines PLO-Attentats entwickelt, dem das spätere Attentat ziemlich genau entsprach.[12] Darüber berichtet er unter anderem im Film „1972“ (Sarah Morris).[13][14][15][16]

Der ehemalige Bundesnachrichtendienst-Mitarbeiter Norbert Juretzko behauptete in der ZDF-Dokumentation „München ’72 – die Dokumentation“, dass angeblich ausgebildete Spezialkräfte der damals streng geheimen paramilitärischen Gladio-Truppe in der Nähe von München bereitstanden. Gladio, auch „Stay behind“ genannt, war eine Organisation von CIA und NATO, die in Westdeutschland vom Bundesnachrichtendienst geführt wurde. Die Einsatzleitung sei darüber aber nicht informiert worden.

Der Journalist Wilfried Huismann bestätigt Juretzkos Behauptung unter Berufung auf Erzählungen eines unbenannten Mitglieds von „Stay behind“, das gesagt haben soll: „Wir waren uns sicher, dass wir mit den Palästinensern fertig werden. Wir waren darauf vorbereitet und wir wollten es machen.“[17][18]

Die drei überlebenden Geiselnehmer wurden nie vor Gericht gestellt. Sie wurden wenige Wochen später gegen Passagiere und Besatzung der entführten Lufthansa-Maschine „Kiel“ ausgetauscht. Später wurden viele der (tatsächlichen oder vermeintlichen) Drahtzieher und Beteiligten in einer Reihe israelischer Geheimdienstaktionen von der eigens gebildeten Sondereinheit Caesarea getötet, unter ihnen offenbar auch zwei der drei überlebenden palästinensischen Geiselnehmer.

Die Konsequenzen[Bearbeiten]

Für die Spiele[Bearbeiten]

Zu Beginn der Geiselnahme wurden die Spiele zunächst fortgesetzt und erst nach Protesten zahlreicher Teilnehmer und Besucher unterbrochen. Nach dem Tod der israelischen Sportler blieben die Spiele für einen halben Tag unterbrochen und nach einer Gedenkstunde im Olympiastadion ließ IOC-Präsident Avery Brundage sie fortführen; dies wurde auch von der israelischen Regierung gebilligt. Trotzdem wurde die Entscheidung von vielen kritisiert, aber nur wenige Athleten reisten ab. Die überlebenden Mitglieder der israelischen Olympia-Mannschaft, unter ihnen die Sprinterin Esther Shachamorov, verließen München nach dem Massaker, der Geher Shaul Ladany wollte sich dem Terrorismus nicht beugen und wäre geblieben.[19]

Bei der Gedenkfeier am 12. Tag vor 80 000 Menschen im Olympiastadion mit auf Halbmast gesetzten Fahnen wurden vom Präsidenten des Organisationskomitees Willi Daume, von Israels Chef de Mission Shmuel Lalkin, von Israels Botschafter in der Bundesrepublik Ben Horin, von Bundespräsident Gustav Heinemann und von IOC-Präsident Avery Brundage Reden gehalten. Willi Daume begründete die Entscheidung mit dem Satz: „Es ist schon so viel gemordet worden – wir wollten den Terroristen nicht erlauben, auch noch die Spiele zu ermorden.“ Berühmt wurde auch der Ausspruch Brundages „The games must go on“. Das IOC will bis heute keine Referenz auf das Ereignis bei folgenden Olympischen Spielen, da dies andere Mitglieder der Olympischen Gemeinschaft vor den Kopf stoßen könne.

Für die Politik Israels (Operation „Zorn Gottes“)[Bearbeiten]

Die Leichen der fünf im Feuergefecht von Fürstenfeldbruck getöteten Geiselnehmer wurden nach Libyen überführt, wo sie eine Heldenbestattung mit großen militärischen Ehren erhielten. Die drei überlebenden Terroristen blieben jedoch nur kurze Zeit im Gefängnis, da sie nach der Entführung einer Lufthansa-Maschine, in der sich nur zwölf Passagiere befanden, am 29. Oktober 1972 ungewöhnlich rasch und ohne Konsultation Israels freigelassen wurden.

Noch bevor klar wurde, dass Deutschland die Täter juristisch nicht belangen würde, autorisierten die israelische Premierministerin Golda Meïr und das Sicherheitskabinett den Auslandsgeheimdienst Mossad, die Verantwortlichen aufzuspüren und zu töten. Der Mossad stellte dazu die Sondereinheit „Caesarea“ auf, deren Kommandeur der spätere Premierminister Ehud Barak war. Die Mission wurde später als „Operation Zorn Gottes“ öffentlich bekannt. Nach Angaben des damaligen Mossad-Direktors Zvi Zamir sollte die Operation allerdings kein Rachefeldzug sein, sondern ein gezielter Schlag gegen die Strukturen des palästinensischen Terrorismus und ein unmissverständliches Signal an alle Terrorgruppen, dass der Staat Israel Angriffe auf seine Bürger weltweit bestraft.

In den nächsten 20 Jahren töteten Mossad-Kommandos zwei der drei Palästinenser, die München überlebt hatten, und mindestens zwölf weitere Palästinenser, die sie verdächtigten, den Olympia-Anschlag geplant zu haben sowie zahlreiche Unbeteiligte[20] wie beispielsweise Ahmed Bouchiki.

Am 16. Oktober wurde Abdel Wael Zwaiter, der Vertreter der PLO in Italien, erschossen. Am 8. Dezember 1972 starb Muhammad Hamschiri, PLO-Repräsentant in Paris, durch eine ferngezündete Bombe. Weitere mutmaßliche Terroristen wurden in Zypern, Griechenland und wiederum in Paris getötet.

Am 10. April 1973 wurde von der israelischen Spezialeinheit Sayeret Matkal die Operation Frühling der Jugend durchgeführt. Mehrere Sonderkommandos landeten an einem libanesischen Strand und fuhren nach Beirut. Dort erschossen sie Yusuf an-Naddschar (Abu Yusuf, angeblich Stellvertreter Yasir Arafats und einer der Anführer des Terrorkommandos), Kamal Adwan (mutmaßlicher Fatah-Kommandeur) und PLO-Sprecher Kamal Nasir. Weitere Sajeret-Gruppen zerstörten das Hauptquartier der PFLP und eine Sprengstofffabrik der Fatah. Bei der Operation wurde auch eine unbeteiligte Nachbarin, eine 70-jährige Italienerin, getötet.

Am 28. Juni 1973 starb Mohammed Boudia, der Operationschef der Terrorgruppe „Schwarzer September“, in Paris durch eine Autobombe.

Am 21. Juli 1973 leistete sich der Mossad einen schweren Fehler, die „Lillehammer-Affäre“. In dem norwegischen Wintersportort wurde Ahmed Bouchiki ermordet, ein in Norwegen lebender marokkanischer Kellner, der nichts mit dem Olympia-Attentat zu tun hatte. Er wurde nach einem falschen Tipp eines Informanten für Ali Hasan Salameh gehalten, den Chef von Arafats Spezialtruppe „Force 17“ und Mitglied des „Schwarzen September“. Die norwegischen Behörden fassten sechs Mossad-Agenten. Sie wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, aber 1975 begnadigt und nach Israel zurückgebracht.

Salameh starb am 22. Januar 1979 in Beirut bei der Detonation einer ferngezündeten Autobombe.

Am 8. Juni 1992 wurde Atef Bseiso, ein Mitplaner des Olympia-Attentats, in Paris erschossen.

Heute lebt nur noch der Attentäter Jamal Al-Gashey, der sich in Afrika versteckt hält. Mohammed Daoud Oudeh (Abu Daoud), der für die Planung verantwortlich war, starb am 3. Juli 2010 in Damaskus. Er behauptete, der heutige Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hätte das Geld für das Attentat zur Verfügung gestellt. Später widersprach er dieser Aussage jedoch in einem Interview.

Terror-Bekämpfung in der Bundesrepublik Deutschland[Bearbeiten]

Die bayerische Polizei war den Ereignissen nicht gewachsen, was durch die Live-Übertragungen der Medien in aller Welt sichtbar wurde. Der Einsatz der Bundeswehr, die im Gegensatz zur Polizei über speziell ausgebildete Scharfschützen verfügte, war nach geltendem Recht nicht möglich. Ein entsprechendes Gesetz wurde erst 2012 verabschiedet. Der Einsatz des Bundesgrenzschutzes wäre zwar möglich gewesen, nach deutschem Verfassungsrecht obliegt die Polizeihoheit jedoch grundsätzlich den Ländern. Eine Anforderung des Bundesgrenzschutzes durch den Hoheitsträger, den Freistaat Bayern, war nicht erfolgt.

Die deutschen Verantwortlichen, insbesondere Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) und Innenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP), sollen zudem das Angebot der israelischen Regierung zurückgewiesen haben, eine Spezialeinheit zur Unterstützung zu schicken. Solche unbestätigten Meldungen sind teils dahingehend interpretiert worden, dass die deutschen Behörden der Ansicht waren, die Angelegenheit selbst regeln zu können. Nach Aussage des damaligen bayerischen Innenministers, Bruno Merk, habe es jedoch weder so ein Angebot gegeben noch habe die israelische Spezialeinheit am selben Tag zum Einsatz kommen können. Die Geiselnehmer hätten unbedingt am selben Tag München verlassen wollen, um israelischen Spezialkräften keine Zeit zum Eingreifen zu lassen, die bereits am 9. Mai des Jahres einen palästinensischen Anschlag auf eine Sabena-Maschine in Tel Aviv verhindert hatten.[21] Auswertungen der Krisenstabsunterlagen des Auswärtigen Amts lassen es als sicher erscheinen, dass der damalige Mossad-Chef Zvi Zamir in München anwesend war.[22]

Zum Zeitpunkt des misslungenen Zugriffs durch reguläre Polizeikräfte gab es bei den Polizeien in Deutschland noch keine speziell für Anti-Terror-Einsätze trainierte Spezialeinsatzkommandos. Im Ergebnis der Analyse der blutig verlaufenen Geiselnahme von München wurde am 26. September 1972 die Grenzschutzgruppe 9 (heute: GSG 9 der Bundespolizei) aufgestellt, die im April 1973 ihre Einsatzbereitschaft meldete. Hierzu wurde Oberstleutnant im BGS Ulrich Wegener vom damaligen Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher mit der Aufstellung der schlagkräftigen Antiterror-Einheit beauftragt. Nach der misslungenen Befreiungsaktion in Fürstenfeldbruck wurde das Szenario von der neu gegründeten GSG 9 unter Aufsicht von israelischen Anti-Terror-Spezialisten neu aufgerollt und mit der neuen deutschen Spezialeinheit durchgespielt.

Juristische Aufarbeitung in Deutschland[Bearbeiten]

Gegen keinen der beteiligten Verantwortlichen aus Polizei, Verwaltung oder Politik wurde jemals Anklage erhoben. Laut den Autoren des Spielfilms „München 72 – Das Attentat“ von 2011 wurde den Angehörigen der Opfer erst rund 30 Jahre nach dem Attentat ein Schmerzensgeld in Höhe von 3 Millionen Euro gezahlt. 2 Millionen davon hätten die Gerichtskosten bereits verschlungen. Die Bereitschaft hierzu hätten die Stadt München, der Freistaat Bayern und die Bundesregierung im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung erklärt. Die Auszahlung sei demnach unter der Maßgabe erfolgt, dass die Angehörigen nicht die nächsthöhere rechtliche Instanz, den Bundesgerichtshof (BGH), anrufen.

(Innen-)Politische Auswirkungen[Bearbeiten]

Die Geschehnisse in München und Fürstenfeldbruck hatten Folgen für die Innenpolitik Deutschlands. Eine Konsequenz war die größte Ausweisungswelle von Arabern in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.[23] Diese Ausweisung, überwiegend von Palästinensern, hatte zunehmende Proteste im In- und Ausland zur Folge. Potenzielle palästinensische Terroristen konnten ohne größere Untersuchungen abgewiesen und entlassen werden. Auch die arabischen Vermittler, die beim Versuch der Befreiung der Geiseln in München und Fürstenfeldbruck mitgeholfen hatten, wurden nach wenigen Wochen abgelehnt. Viele palästinensische Organisationen wurden nach den Vorkommnissen verboten, darunter Studentenvereinigungen und Arbeiterverbände, was zeigt, dass sowohl hochgebildete Palästinenser als auch Palästinenser aus unteren Bevölkerungsschichten von den Konsequenzen betroffen waren.

Eine weitere Folge waren verschärfte Kontrollen an den bundesdeutschen Grenzen und Flughäfen. Es wurde außerdem Kritik an den Ermittlungsstrategien der Polizei laut. So zum Beispiel wurden die Postbeamten, die die Terroristen beim Überqueren des Zauns zum Olympischen Dorf beobachtet hatten, viel zu spät befragt. Dadurch kannten die Einsatzkräfte zu spät die tatsächliche Anzahl der Geiselnehmer.

Die DDR, die ein enges Verhältnis zur PLO hatte, unterstützte Abu Daoud und pflegte ihn nach dem misslungenen Anschlag auf ihn in Warschau im Krankenhaus Berlin-Buch.[24] Am 7. Juni 1973 besuchte Willy Brandt als erster deutscher Bundeskanzler den Staat Israel. Das Attentat auf die israelischen Sportler in München war kein offizielles Gesprächsthema.

Zur Aufarbeitung der Ereignisse fordern Angehörige der ermordeten Sportler seit vielen Jahren, die noch unter Verschluss liegenden Akten der Behörden freizugeben. Bundeskanzlerin Merkel erklärte im Herbst 2012 nach Pressemeldungen, sämtliche bei den Bundesbehörden noch vorhandenen Aktenbestände zum Olympia-Attentat 1972 sichten und so weit wie möglich freigegeben zu lassen.[25] Akten der bayerischen Landesbehörden sind hiervon nicht betroffen.

Verfilmungen[Bearbeiten]

  • LH 615 – Operation München, Doku-Spielfilm 1975 von Theo Mezger über die Entführung der Lufthansa Maschine „Kiel“, um die inhaftierten Palästinenser freizupressen.
  • Die 21 Stunden von München (21 Hours at Munich) (Regie: William A. Graham) 1976
  • Gideons Schwert, ein Film von Michael Anderson, gedreht und produziert 1985/1986 für den US-Fernsehsender HBO.
  • Ein Tag im September, der Dokumentarfilm von Kevin Macdonald und Produzent Arthur Cohn (USA 1999) gewann 2000 den Oscar als bester Dokumentarfilm, unter demselben Titel arbeitet ein Buch von Simon Reeve die Ereignisse auf.
  • München, ein Film von Steven Spielberg, erschien Ende 2005 in den USA, beschreibt (fiktiv) die Ereignisse nach dem Attentat. München (Munich) gilt als Remake des Filmes von Michael Andersons Gideons Schwert (Sword Of Gideon).
  • Der Olympia-Mord, 90-minütige Dokumentation von Sebastian Dehnhardt, Uli Weidenbach und Manfred Oldenburg, ZDF-Sendung vom 15. August 2006; 20:15 Uhr. Hintergründe, Ereignisse und Folgen der Geiselnahme in München.
  • 1972, von Sarah Morris, Dokumentarfilm 2008, der vor allem ausführlich den damaligen Polizeipsychologen Georg Sieber zu Wort kommen lässt.
  • München 72 – Das Attentat, von Dror Zahavi, Doku-Spielfilm, gedreht und produziert 2011/2012 für das ZDF
  • Vom Traum zum Terror – München '72, Doku-Drama von Marc Brasse und Florian Huber, produziert für Das Erste, gesendet am 22. Juli 2012 in Das Erste.

Gedenken[Bearbeiten]

Yael Arad, die erste Israelin, die jemals bei Olympischen Spielen eine Medaille gewann, widmete ihre Silbermedaille 1992 bei den Spielen in Barcelona den ermordeten Geiseln von München. Siehe auch: israelschweiz.com/?s=Sport/, Internetseite der israelischen Botschaft in der Schweiz, abgerufen am 9. April

Der stellvertretende Außenminister Danny Ayalon versuchte in einer Kampagne im Vorfeld der diesjährigen Spiele das IOC dazu zu bewegen, angesichts des 40. Jahrestages des Massakers bei der Eröffnungsfeier in London eine Schweigeminute für die Opfer einzulegen. Diese Bitte wurde abgelehnt. Siehe auch: israelschweiz.com/?s=Sport/, Internetseite der israelischen Botschaft in der Schweiz, abgerufen am 9. April

Literatur[Bearbeiten]

  • Matthias Dahlke: Der Anschlag auf Olympia ’72. Die politischen Reaktionen auf den internationalen Terrorismus in Deutschland. Martin Meidenbauer Verlag, München 2006, ISBN 3-89975-583-9.
  • Simon Reeve: Ein Tag im September. Hintergrundbericht zum 21-stündigen Geiseldrama in München 1972. Heyne Verlag, Januar 2006, ISBN 3-453-50012-1.
  • Ferdinand Kramer: Das Attentat von München, in: Alois Schmid/Katharina Weigand: Bayern nach Jahr und Tag. 24 Tage aus der Bayerischen Geschichte, S. 400–414, C.H.Beck Verlag, München 2007, ISBN 978-3-406-56320-1.
  • Matthias Hell: München ´72. Olympia-Architektur damals und heute, Gespräche mit prominenten Zeitzeugen und Akteuren, mit Kapitel „Der Olympische Alptraum – Die Geiselnahme von München“, S. 108–111, MünchenVerlag, München 2012, ISBN 978-3-937090-63-4.
  • Wolfgang Kraushaar: „Wann endlich beginnt bei Euch der Kampf gegen die heilige Kuh Israel?“ München 1970: über die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus. Rowohlt, Reinbek 2013, ISBN 978-3-49803411-5, S. 496–573.
  • Hans-Jürgen Schmidt: Wir tragen den Adler des Bundes am Rock – Chronik des Bundesgrenzschutzes 1972–1992. Fiedler-Verlag, Coburg 1994, ISBN 3-923434-21-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Geiselnahme von München – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rückschau: Vom Traum zum Terror. Dokumentarfilm-Besprechung, ARD online, 15. Juli 2012
  2. Bernhard Fischer: Die XX. Olympischen Spiele in München: Sicherheitskonzept und Attentat im Spiegel der Akten des Sicherheitsbeauftragten im Bayerischen Staatsministerium des Innern und der Staatsanwaltschaft München, Diplomarbeit 2006
  3. Hans-Dietrich Genscher: Erinnerungen; Siedler Verlag Berlin 1995, S. 148 ff
  4. münchen-film.de
  5. [1] (PDF; 2,6 MB)
  6. a b Dr. Schreck und die Neonazis, Der Spiegel, 7. September 1981, abgerufen am 24. Juli 2012.
  7. a b Deutsche Neonazis halfen Olympia-Attentätern, Der Spiegel, 17. Juni 2012, abgerufen 27. Juli 2012.
  8. a b Jewish News Archive, 4. April 1974: Two Sentenced in Terrorist Trial, abgerufen am 27. Juli 2012.
  9. Willi Pohl unter dem Pseudonym E.W. Pless: Geblendet. Aus den authentischen Papieren eines Terroristen Schweizer Verlagshaus, Zürich 1979. ISBN 3-7263-6217-7; zitiert nach Dr. Schreck und die Neonazis, Der Spiegel, 7. September 1981
  10. Attentat auf Olympia 1972 „Ich wollte gewinnen, möglichst effektiv“, FAZ vom 21. Juli 2012, abgerufen am 26. Juli 2012
  11. Sven Felix Kellerhoff: Neonazi-Spur beim Olympia-Attentat 1972, Die Welt vom 17. Juni 2012, abgerufen am 24. Juli 2012
  12. Siehe auch: Ich werde heute noch für Palästina sterben": Der Spiegel vom 11. September 1972, abgerufen 10. September 2012.
  13. Von verschwundenen Akten und wiedergekehrten Erinnerungen, Susanne Härpfner in telepolis, 2008.
  14. Kritisch dazu Deutschlandradio: Zeitgeschichte aus filmkünstlerischer Perspektive (2008), abgerufen 10. September 2012
  15. Bei Tagesschau.de wird Sieber nicht namentlich erwähnt, hier heißt es nur, dass laut „Spiegel“ die Unterlagen „eines Polizeipsychologen“ verschwunden seien, „der beim Erstellen des Sicherheitskonzepts für die Spiele auch einen Überfall eines palästinensischen Terrorkommandos auf das Olympiadorf skizziert hatte.“ (aktueller Beitrag von 2012, abgerufen 10. September 2012.)
  16. Siehe auch den aktuellen Beitrag im „Stern“, Die blutigen olympischen Spiele von 1972, abgerufen 10. September 2012
  17. Tina Angerer: Olympia 1972: So packend war die ZDF-Doku. In: Abendzeitung, 19. März 2012. Abgerufen am 2. April 2012.
  18. Video Uli Weidenbach: „München ’72 – die Dokumentation“ (ab 18:30 Min.) in der ZDFmediathek, abgerufen am 26. Januar 2014 (offline)
  19. Neil Amdur: Ladany, an Ultimate Survivor, Recalls Painful Memories, in NYT, 13. Juli 2008
  20. Death of a Terrorist. In: Time. 5. Februar 1979
  21. Interview mit dem damaligen bayerischen Innenminister Bruno Merk auf sueddeutsche.de
  22. Dahlke 2006, S. 16.
  23. ZDF: Der Olympia-Mord
  24. Abu Daoud in der ZDF-Dokumentation Der Olympia-Mord über sein Leben in der DDR
  25. Terrorismus – Olympia: Merkel will Akten zum Olympia-Attentat 1972 freigeben; Süddeutsche Zeitung vom 5. Oktober 2012