Geiswiller

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Geiswiller
Wappen von Geiswiller
Geiswiller (Frankreich)
Geiswiller
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Saverne
Kanton Bouxwiller
Gemeindeverband Pays de la Zorn
Koordinaten 48° 47′ N, 7° 30′ OKoordinaten: 48° 47′ N, 7° 30′ O
Höhe 195–253 m
Fläche 3,20 km²
Einwohner 203 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 63 Einw./km²
Postleitzahl 67270
INSEE-Code
Website www.mairie-geiswiller.fr

Geiswiller

Geiswiller (deutsch Geisweiler) ist eine Gemeinde mit 203 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Bas-Rhin in der Region Elsass in Frankreich. Am 1. Januar 2015 wechselte die Gemeinde vom Arrondissement Strasbourg-Campagne zum Arrondissement Saverne.[1] Geiswiller ist Mitglied der Communauté de communes du Pays de la Zorn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Geisweiler lag im Amt Buchsweiler[2], das am Anfang des 14. Jahrhunderts als Amt der Herrschaft Lichtenberg entstand. Es gehörte als Allod schon Anfang des 13. Jahrhunderts zum Besitz der der Herren von Lichtenberg.[3] 1335 wurde eine Landesteilung zwischen der mittleren und der jüngeren Linie des Hauses Lichtenberg durchgeführt. Geisweiler fiel dabei an Ludwig III. von Lichtenberg, der die jüngere Linie des Hauses begründete.[4] Die Lichtenberger kauften Mitte des 14. Jhs. den Dinghof in Geisweiler.[5]

Anna von Lichtenberg (* 1442; † 1474), Tochter von Ludwig V. von Lichtenberg (* 1417; † 1474), und eine von zwei Erbtöchtern mit Ansprüchen auf die Herrschaft, heiratete 1458 den Grafen Philipp I. den Älteren von Hanau-Babenhausen (* 1417; † 1480). Der hatte eine kleine Sekundogenitur aus dem Bestand der Grafschaft Hanau erhalten, um sie heiraten zu können. Durch die Heirat entstand die Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Nach dem Tod des letzten Lichtenbergers, Jakob von Lichtenberg, eines Onkels von Anna, erhielt Philipp I. d. Ä. 1480 die Hälfte der Herrschaft Lichtenberg. Die andere Hälfte gelangte an seinen Schwager, Simon IV. Wecker von Zweibrücken-Bitsch. Das Amt Buchsweiler – und damit auch Geisweiler – gehörten zu dem Teil von Hanau-Lichtenberg, den die Nachkommen von Anna erbten.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg (1514–1590) führte nach seinem Regierungsantritt 1538 die Reformation in seiner Grafschaft konsequent durch, die nun lutherisch wurde.

Mit der Reunionspolitik Frankreichs unter König Ludwig XIV. kam das Amt Buchsweiler unter französische Oberhoheit. Der Pionier-Offizier Guillin aus Neu-Breisach erwähnte 1702 den Ort in einem Bericht unter dem Namen „Geisvueiller“. Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III. 1736, fiel das Hanau-Lichtenberg – und damit auch das Amt Buchsweiler – an den Sohn seiner einzigen Tochter, Charlotte, Landgraf Ludwig (IX.) von Hessen-Darmstadt. Mit dem durch die Französische Revolution begonnenen Umbruch wurde Geisweiler französisch.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1798[6] 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2005 2012
135 180 187 161 168 166 190 200 195

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindewappen zeigt eine schwarze Ziege auf silbernem Grund.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der wichtigste Erwerbszweig in der Gemeinde ist die Landwirtschaft.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts = Schriften der Erwin von Steinbach-Stiftung 10. 2. Aufl. Bad Neustadt an der Saale 1985 [Nachdruck des Werks von 1938]. ISBN 3-922923-31-3
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Geiswiller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.legifrance.gouv.fr/eli/decret/2014/12/29/2014-1722/jo/texte
  2. Eyer, S. 238.
  3. Eyer, S. 53,111.
  4. Eyer, S. 79f.
  5. Eyer, S. 66.
  6. Matt, S. 7.