Geldermann

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Geldermann Privatsektkellerei GmbH
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Rechtsform GmbH, Tochter der Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien
Gründung 1838
Sitz Breisach am Rhein, Deutschland
Leitung Marc Gauchey, Chef de Cave
Mitarbeiter 51 (2015)[1]
Umsatz 15,7 Mio. EUR (2015)[2]
Branche Nahrungsmittelindustrie
Website www.geldermann.de

Hauptsitz von Geldermann in Breisach

Die Geldermann Privatsektkellerei GmbH ist eine 1838 gegründete Sektkellerei in Breisach am Rhein und gehört seit 2003 zum Premiumsegment der Rotkäppchen-Gruppe. Die Jahresproduktion betrug zuletzt etwa 2,7 Millionen Flaschen.[3] Der unter dem Namen Geldermann verkaufte Sekt wird ausschließlich in traditioneller Flaschengärung erzeugt.

Seit 1838 steht die Sektkellerei für deutsche Sektkultur mit französischem Erbe, die Erzeugnisse reifen im eigenen über 600 Jahre alten Sektkeller unter dem Münsterberg in Breisach in traditioneller Flaschengärung. Im Jahr 2017 verwirklichte Geldermann einen umfassenden Relaunch, der der Marke den Weg für die Zukunft ebnen soll. Die Flaschen der Sorten Classique Sec, Rosé Sec und Brut wurden in einem neuem Design gestaltet.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1830 reisten die beiden Aachener Wilhelm Deutz (1809–1884) und Peter-Joseph-Hubert Geldermann (1810–1869) nach Frankreich, um im Auftrag des Rittergutsbesitzers Alwin Freiherr von Amelunxen Wein einzukaufen. Nachdem sie einige Jahre für das Champagnerhaus von Joseph Jacob Bollinger (1803–1884) in Aÿ (Département Marne) als Verkäufer gearbeitet hatten, gründeten sie 1838 am selben Ort das Champagnerhaus Geldermann & Deutz. Geldermann und Deutz entwickelte sich zu einem führenden Champagnerhaus und war 1882 Gründungsmitglied des Syndicat des Grandes Marques.[5][6]

Aufspaltung des Unternehmens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der wachsenden Bedeutung des deutschen Marktes und der Zollpolitik gründete das Unternehmen 1904 eine Kellerei in Hagenau (Elsass), das damals zum Deutschen Reich gehörte. Dort wurde der aus Frankreich gelieferte Wein nach dem traditionellen Verfahren zu Sekt verarbeitet. Die Zollabgaben für Fasswein betrugen nur ein Viertel der Abgaben für Champagner. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Elsass französisch und für den Export nach Deutschland musste wieder Zoll gezahlt werden. Daher wurde am 17. April 1925 die Kellerei Deutz & Geldermann in Breisach gegründet. 1995 spaltet sich Deutz & Geldermann in die Kellereien Deutz in Aÿ Champagner- (Champagne Deutz) und einen Sekt-Hersteller (Badische Geldermann Privat-Sektkellerei) in Breisach auf. Das Champagnerhaus Deutz wurde von Louis Roederer übernommen.

Übernahme durch Rotkäppchen-Mumm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 27. Januar 2003 wurde Geldermann von den Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien übernommen. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen noch 102 Beschäftigte und einen jährlichen Absatz von drei Millionen Flaschen.[7] Das damalige Ziel, den Absatz auf bis zu 4,5 Millionen Flaschen auszuweiten, musste zwischenzeitlich korrigiert werden: 2007 wurden lediglich 1,9 Millionen Flaschen verkauft.[8] Somit konnte auch die Übernahme den zwischenzeitlichen Niedergang der Sektkellerei nicht stoppen. 1992 wurde noch ein Umsatz von umgerechnet 29,7 Millionen Euro erzielt, was einer Produktion von etwa 6 Millionen Flaschen p.a. entspricht.[9] Heute liegt die Produktion bei 2,7 Millionen Flaschen auf stabilem Niveau.

Investitionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 wurden über 1,3 Millionen Euro investiert. 620.000 Euro in den Keller und rund 700.000 Euro in einen neuen Verkaufs- und Verkostungsraum. Die Investitionen ermöglichen die Produktion auszuweiten. Ziel ist statt 2,7 rund 3,3 Millionen Flaschen jährlich auf den Markt zu bringen.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Premiummarke Geldermann steigert den Umsatz badische-Zeitung.de vom 12. April 2016
  2. Premiummarke Geldermann steigert den Umsatz badische-Zeitung.de vom 12. April 2016
  3. Absatzplus bei Geldermann. In: Badische Zeitung, 18. April 2012
  4. Geldermann startet mit neuem Premium-Konzept im LEH about-drinks.com, abgerufen am 31. Dezember 2017
  5. Internetpräsenz des Champagnerhaues Deutz, abgerufen am 8. Mai 2009
  6. Champagner. In: Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Band 3. Altenburg 1857, S. 854–856 (zeno.org).
  7. Rotkäppchen kauft Konkurrenten Geldermann. In: Der Tagesspiegel, 29. Januar 2003
  8. Geldermann-Sekt in Breisach: 2008 zehn Prozent mehr Flaschen verkauft
  9. Geldermann wieder auf Wachstumskurs. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31. Januar 2000
  10. Geldermann: Breisacher Kellerei wurde für rund 1,3 Millionen Euro modernisiert badische-Zeitung.de vom 11. Mai 2017

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst Scharfenberg: Sekt. Perlendes Deutschland. Hallwag, Bern u. Stuttgart 1993, ISBN 3-444-10412-X

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 48° 1′ 57,7″ N, 7° 34′ 51,4″ O