Gemünden (Wohra)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Gemünden (Wohra)
Gemünden (Wohra)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Gemünden (Wohra) hervorgehoben
Koordinaten: 50° 58′ N, 8° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Waldeck-Frankenberg
Höhe: 249 m ü. NHN
Fläche: 58,67 km2
Einwohner: 4127 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km2
Postleitzahl: 35285
Vorwahlen: 06453, 06456 (Sehlen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: KB, FKB, WA
Gemeindeschlüssel: 06 6 35 012
Stadtgliederung: 7 Stadtteile bzw. Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstraße 10
35285 Gemünden (Wohra)
Webpräsenz: www.gemuenden-wohra.de
Bürgermeister: Frank Gleim (parteilos)
Lage der Stadt Gemünden (Wohra) im Landkreis Waldeck-Frankenberg
Hatzfeld (Eder) Battenberg (Eder) Bromskirchen Allendorf (Eder) Burgwald (Gemeinde) Rosenthal (Hessen) Gemünden (Wohra) Haina (Kloster) Frankenberg (Eder) Frankenau Bad Wildungen Lichtenfels (Hessen) Korbach Willingen (Upland) Diemelsee (Gemeinde) Diemelstadt Vöhl Volkmarsen Bad Arolsen Twistetal Waldeck (Stadt) Edertal Nordrhein-Westfalen Landkreis Kassel Schwalm-Eder-Kreis Landkreis Marburg-BiedenkopfKarte
Über dieses Bild

Gemünden (Wohra) ist eine Stadt im Landkreis Waldeck-Frankenberg in Hessen, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemünden liegt ca. 30 km nordöstlich von Marburg am westlich angrenzenden Burgwald und am sich nordöstlich erhebenden Kellerwald. Der Ort wird von der Wohra durchflossen. Die Holzbach mündet hier in die Schweinfe und die Schweinfe in die Wohra.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemünden grenzt im Norden an die Gemeinde Haina (Landkreis Waldeck-Frankenberg), im Osten an die Gemeinde Gilserberg (Schwalm-Eder-Kreis), im Süden an die Gemeinde Wohratal (Landkreis Marburg-Biedenkopf), sowie im Westen an die Stadt Rosenthal (Landkreis Waldeck-Frankenberg).

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt besteht aus den Ortsteilen Ellnrode, Gemünden, Grüsen, Herbelhausen, Lehnhausen, Schiffelbach und Sehlen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1834 1885 1910 1925 1933 1939 1950 1961 1970[2] 2009[3]
Gemünden-Kernstadt 1309[4] 1315[4] 1599 1715[4] 1781 1753[4] 2813[4] 2351[4] 2467 3209
Ellnrode 77[5] 55[5] 54 47[5] 57 49[5] 74[5] 54[5] 38 39
Grüsen 288[6] 328[6] 292 299[6] 303 290[6] 429[6] 336[6] 373 365
Herbelhausen 148[7] 126[7] 134 127[7] 126 107[7] 171[7] 117[7] 123 92
Lehnhausen 166[8] 164[8] 128 135[8] 133 144[8] 218[8] 130[8] 108 110
Schiffelbach 356[9] 335[9] 336 298[9] 326 321[9] 455[9] 344[9] 347 296
Sehlen 272[10] 224[10] 239 225[10] 270 250[10] 365[10] 250[10] 287 257
gesamt 2616 2547 2742 2846 2846 2921 4525 3582 3743 4364

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Stadtpfarrkirche von 1435–1485

Gemünden soll aus sieben Dörfern entstanden sein: Holzbach, Giebelingsbach, Burghardshausen, Ernstdorf, Steigershausen, Osterbach und Katzbach.

Die ersten urkundlichen Nennungen noch unter der Bezeichnung „Zegemunde“ stammen aus den Jahren 750–779. Die zweite urkundliche Erwähnung ist 1223 zu verzeichnen. Im Jahre 1253 wird Gemünden erstmals als Stadt erwähnt. In dieser Zeit gehörte Gemünden den Grafen von Ziegenhain. Diese Zugehörigkeit kommt auch in dem Stadtwappen zum Ausdruck: In einem weißen Feld ist ein rotbewehrter schwarzer Hahn mit Ziegenkopf dargestellt; unter den Flügeln des Wappentieres sind zwei sechsstrahlige Sterne angebracht.

1450 fiel Gemünden an die Landgrafschaft Hessen, nachdem das Ziegenhainer Grafengeschlecht ausgestorben war.

Im 16. Jahrhundert erlebte die Stadt eine größere Blütezeit: 1523 wurde ein großer Brunnen gebaut, 1541 wurde die Schule errichtet, 1564 wurde ein Rathaus auf dem Marktplatz gebaut, und 1587 wurde die erste Wasserleitung aus Holzrohren gebaut. Aus dieser Zeit stammt auch der jüdische Friedhof, welcher auch von benachbarten jüdischen Gemeinden, wie z. B. der in Rosenthal, genutzt wurde.

Die Kriegsjahre im 17. und 18. Jahrhundert zerstörten nicht nur das aufkommende kulturelle Leben, sondern forderten schwere Opfer. Die Pest raffte 2/3 der Bevölkerung dahin. Der Dreißigjährige Krieg und der Siebenjährige Krieg forderten von den Bürgern das Äußerste durch Einquartierung und finanzielle Leistungen. 1714 wurde auf Veranlassung von Landgraf Karl eine reformierte Mutterkirche in Gemünden eingerichtet, wo eine reformierte Gemeinde im Jahre 1689 entstanden war.[11]

Im napoleonischen Königreich Westphalen war die Stadt Verwaltungssitz des Kantons Gemünden.

Nach dem Deutschen Krieg 1866 wurde Gemünden mit dem ehemaligen Kurfürstentum Hessen-Kassel Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau.

Von 1909 bis 1914 wurde die Wohratalbahn gebaut, der Wasserleitungszweckverband gegründet (Gemünden erhält eine neue modernere Wasserversorgung), und eine neue Schule entstand. Die Wasserversorgung der Stadt und der Dörfer Altenhaina, Halgehausen, Bockendorf, Sehlen und Grüsen beruht auf der 1910/11 durch den Wasserleitungszweckverband Gemünden-Bunstruth gebauten Wasserleitung von der Kirschgartenquelle nach Gemünden und der 1967 gebauten Pumpstation in Kirschgarten.[12]

1933 bis 1943 war die Stadt Sitz des Amtsgerichtes Gemünden (Wohra). 1972 wurde der Personenverkehr durch die Bahn eingestellt. Im Winter 1980/81 folgte die Einstellung des Güterverkehrs sowie der Rückbau der Gleisanlagen. Das Bahnhofsgebäude ist erhalten und heute ein gastronomisch genutztes Kulturdenkmal nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 1971 wurden im Zuge der hessischen Gebietsreform die bis dahin selbständigen Gemeinden Grüsen, Herbelhausen, Lehnhausen und Sehlen eingegliedert.[2] Am 1. Januar 1974 kamen Ellnrode und Schiffelbach (Landkreis Marburg) hinzu.[2][13]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt den Ziegenkopfadler.

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[14] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[15][16]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
   
Von 23 Sitzen entfallen auf:
  • SPD: 5
  • CDU: 9
  • B.L.: 9
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 41,3 9 39,5 9 56,2 13 49,6 11
B.L. Bürgerliste 38,4 9 36,3 8 14,9 3 8,2 2
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 20,3 5 24,2 6 28,9 7 37,5 9
FWG Freie Wählergemeinschaft Gemünden 4,7 1
Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 52,1 56,7 53,2 58,5
Das Rathaus aus dem Jahr 1824.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frank Gleim wurde im Juli 2014 mit 72,9 % der Stimmen im Amt bestätigt.[17]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Dehio, Ernst Gall, Magnus Backes: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen, 2. Auflage Sonderausgabe Darmstadt 1982. S. 328–329.
  • Erich Keyser: Hessisches Städtebuch, Stuttgart 1957. S. 187–189.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen, 3. Auflage Gundensberg-Gleichen 2000. S. 143.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2015 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 390 und 391.
  3. Gemeinde Gemünden (Hrsg.): Einwohner. Bestandsstatistik. 15. Januar 2009 (HTML [abgerufen am 9. Mai 2011]).
  4. a b c d e f „Gemünden (Wohra), Landkreis Waldeck-Frankenberg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 9. Mai 2011.
  5. a b c d e f „Ellnrode, Landkreis Waldeck-Frankenberg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  6. a b c d e f „Grüsen, Landkreis Waldeck-Frankenberg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  7. a b c d e f „Herbelhausen, Landkreis Waldeck-Frankenberg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  8. a b c d e f „Lehnhausen, Landkreis Waldeck-Frankenberg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  9. a b c d e f „Schiffelbach, Landkreis Waldeck-Frankenberg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  10. a b c d e f „Sehlen, Landkreis Waldeck-Frankenberg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  11. David Mayes: Kommunale Konfessionalisierung im ländlichen Oberhessen während der Regierung des Landgrafen Karl 1677-1730; S. 132
  12. Gemünden: Wasserleitung erlöste Frauen vom Joch, in: Waldeckische Landeszeitung – Frankenberger Zeitung, 29. August 2010
  13. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Frankenberg und Waldeck vom 28. September 1973 GVBl. I S. 359
  14. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  15. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  16. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  17. https://www.wlz-online.de/frankenberg/frank-gleim-gewinnt-729-prozent-5583852.html

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gemünden (Wohra) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien