Gemünden (Westerwald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Gemünden
Gemünden (Westerwald)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Gemünden hervorgehoben
Koordinaten: 50° 34′ N, 8° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Westerburg
Höhe: 315 m ü. NHN
Fläche: 5,19 km2
Einwohner: 1028 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 198 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56459
Vorwahl: 02663
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 224
Adresse der Verbandsverwaltung: Neumarkt 1
56457 Westerburg
Webpräsenz: www.gemuenden-ww.de
Ortsbürgermeister: Dietmar Wolf
Lage der Ortsgemeinde Gemünden im Westerwaldkreis
Karte

Gemünden ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Westerburg an.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemünden liegt östlich von Westerburg, in einem nach Norden und Osten von Bergen geschützten, nach Süden weit geöffneten Talbereich. Im Ort fließen die drei Bäche Holzbach, Elbbach und Schafbach zusammen.

Zu Gemünden gehören auch die Wohnplätze Hammermühle, Jeremiasmühle, Neumühle, Höttergesmühle, Lexenmühle, Patchesmühle, Hessenmühle und Steinmühle.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

879 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung Gemündens. In diesem Jahr wurde das von Graf Gebhard im Lahngau errichtete St. Severus Stift geweiht. Die Stiftsurkunde ist verschollen. Lediglich eine Abschrift aus dem Jahr 1333 existiert noch. Die hohe politische Bedeutung lässt sich durch die Anwesenheit König Ludwigs III., Urenkel Karls des Großen, bei der Einweihung erahnen.

Das Stift besaß große Besitztümer, welche sich bis an den Rhein erstreckt haben sollen. In der Stiftsurkunde werden dem Stift ferner einige der umliegenden Gemeinden übertragen. Bis zum Ende des 12. Jahrhunderts wächst die Bedeutung des Stiftes und seiner Besitztümer an. Erst als die Vögte (weltliche Schutzherren) im 13. Jahrhundert mehr und mehr Macht erlangen, beginnt der Abstieg. 1336 werden den Stiftsvögten, welche in Westerburg ihren Sitz gefunden haben, von Kaiser Ludwig dem Bayern zur Bestimmung des Vogtes zu Gemünden ermächtigt. Faktisch hat damit das Stift seine Unabhängigkeit verloren.

1430 und 1440 sollen Brände die Stiftskirche stark beschädigt haben. 1566 befiehlt Stiftsvogt Reinhard II. die Reformation in Gemünden einzuführen. 1580 wird der erste Pfarrer von Gemünden eingesetzt. Aufgrund von Streitigkeiten zwischen den Herren von Leiningen-Westerburg und den Herren von Wied-Runkel überfallen Bewaffnete der Wied-Runkeler Seite Gemünden noch im gleichen Jahr. Bevor der Streit 1599 endgültig beigelegt werden kann, wird Gemünden im Jahre 1597 erneut überfallen. Die Institution Stift erlischt noch vor dem Jahre 1600.

Zum jüdischen Leben in Gemünden siehe Hauptartikel: Jüdische Gemeinde Gemünden

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Gemünden, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[1][3]

Jahr Einwohner
1815 905
1835 1.020
1871 1.014
1905 955
1939 967
1950 1.013
Jahr Einwohner
1961 995
1970 1.107
1987 1.075
1997 1.152
2005 1.091
2015 1.028

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Gemünden besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem vorsitzenden Ortsbürgermeister.[4]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenamtlicher Ortsbürgermeister ist Dietmar Wolf, er wurde bei der Kommunalwahl 2014 mit 68,4 Prozent der Stimmen direkt gewählt.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Gemünden zeigt einen Adler über drei gewellten Bändern. Das Wappen ist historisch und landschaftlich begründet. Den Adler, das Wappentier des Reiches, zeigte das Stammwappen der Grafen von Leiningen, er deutet aber auch darauf hin, dass das St. Severusstift etwa 300 Jahre unmittelbar dem Reich zugehörte. Die gewellten Bänder stellen die drei Bäche dar, von denen das Dorf seinen Namen hat, den Holzbach, den Elbbach und den Schafbach.

Das von Manfred Limbach entworfene Wappen wurde am 14. Oktober 1977 vom Gemeinderat beschlossen und am 8. Mai 1978 von der Bezirksregierung Koblenz genehmigt.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche St. Severus (evangelische Stiftskirche) ist wahrscheinlich um das Jahr 1100 entstanden und bietet dem Besucher unter anderem Reste romanischer Malerei aus dem 12. Jahrhundert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Kulturdenkmäler in Gemünden (Westerwald)

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am Fronleichnam-Wochenende (zweites Wochenende nach Pfingsten) findet jährlich die Kirmes statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eduard Wissmann (1824–1899), deutscher Politiker und Schriftsteller („Erwin Wester“), Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses
  • Dieter Fritsch (* 1950), Professor für Photogrammetrie und Vermessungswesen an der Universität Stuttgart

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gemünden (Westerwald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 51 (PDF; 2,2 MB)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Wahl der ehrenamtlichen Orts- und Stadtbürgermeister
  6. Beschreibung des Wappens bei der Ortsgemeinde Gemünden