Gemeinde Tropoja

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Tropojë
Tropoja
Wappen von Gemeinde Tropoja
Gemeinde Tropoja (Albanien)
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Koordinaten: 42° 21′ N, 20° 5′ O

Basisdaten
Qark: Kukës
Gemeinde: Tropoja
Fläche Bashkia: 1.057,30 km²
Einwohner Bashkia: 20.517 (2011)
Bevölkerungsdichte (Bashkia): 19 Einw./km²
Telefonvorwahl: (+355) 0213
Postleitzahl: 8702–8703
Politik und Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Besnik Dushaj (PD)
Webpräsenz:
Lage der Gemeinde Tropoja

Lage der Gemeinde Tropoja

Die Gemeinde Tropoja (albanisch Bashkia e Tropojës) ist eine der 61 Gemeinden Albaniens. Das Gebiet der Gemeinde mit einer Fläche von 1043 Quadratkilometern im Qark Kukës entspricht dem ehemaligen Kreis Tropoja. Die Gemeinde liegt im Nordosten Albaniens an der Grenze zu Kosovo und Montenegro. Sie zählt 20.517 Einwohner (2011).[1]

Bajram Curr am Fuße des Massivs der Maja e Hekurave (2559 m ü. A.)
Valbona-Schlucht vom Südende der Ebene gesehen

Tropoja ist ein Bergland am östlichen Rand der Albanischen Alpen. Der zweithöchste Berg Albaniens, die Jezerca (2693 m ü. A.), liegt auf der westlichen Grenze der Gemeinde. Mehr als ein Dutzend weiterer Zweitausender befinden sich auf dem Gemeindegebiet, darunter die Maja e Hekurave. Im Zentrum liegt zwischen den Orten Bajram Curr und Tropoja eine kleine Ebene, die im Norden vom Shkëlzen (2407 m ü. A.) überragt wird. Die Südgrenze wird vom Drin gebildet, der im östlichen Bereich zum Fierza-See (Liqeni i Fierzës) und im Westen zum Koman-See (Liqeni i Komanit) gestaut ist. Zum größten Teil wird die Gemeinde Tropoja vom Fluss Valbona entwässert. Valbona ist auch der Name des Tals, das sich von Bajram Curr nach Nordwesten zieht, sowie eines Ortes in diesem Tal. Ein Gebiet von 8000 Hektar im Valbonatal ist als Nationalpark Valbonatal geschützt, große Teile des Tals des Gash als Naturreservat.

Das Gebiet der Gemeinde Tropoja wird auch Malësi e Gjakovës genannt, das Bergland von Gjakova. Historisch war Tropoja immer nach Gjakova ausgerichtet, einer Stadt in Kosovo, die rund 25 Kilometer entfernt vom Dorf Tropoja liegt. Als auf der Londoner Botschafterkonferenz 1913 Albaniens Grenzen festgelegt wurden, wurde Tropoja von seinem wichtigsten Handelsort und viele Bewohner von ihren Familien getrennt. Erst seit dem Ende des Kosovokriegs 1999 ist die Grenze am Qafa e Morinës, dem 568 m ü. A. hohen Pass zwischen Tropoja und Kosovo, wieder geöffnet. Entlang der Grenze liegen als bedrohliches Überbleibsel des Krieges noch Landminen.

Seit Mai 2006 ist die Straße nach Gjakova asphaltiert, von der man sich ein Wachstum der Wirtschaft in der Region verspricht. Mit dem Rest von Albanien ist Tropoja nur durch schmale Gebirgsstraßen verbunden. Nach Westen und Norden riegeln hohe Berge das Gebiet ab. Die enge und kurvenreiche Straße nach Südosten über Has nach Kukës ist zwischenzeitlich asphaltiert. Seit der Asphaltiertung bildet sie den wichtigsten Verbindungsweg nebst dem Morina-Pass, da in Kukës Anschluss an die Autobahn Durrës – Kosovo besteht. Die Fahrt über die Straße nach Süden durch das Bergland von Puka und Mirdita ist sehr langwierig. Tropoja war lange am besten mit der Fähre über den Koman-Stausee zu erreichen, die ein Mal täglich pro Richtung verkehrte, zwischenzeitlich aber eingestellt war und jetzt nur noch im Sommer verkehrt.

Wie das ganze nordalbanische Bergland hat auch Tropoja unter einer starken Entvölkerung gelitten, nachdem der Kommunismus in Albanien zusammengebrochen ist. Die Bergwerke, in denen Chrom, Bauxit und Kupfer gewonnen wurden, und die meisten anderen Arbeitgeber mussten schließen. Da die Grundstücke der Bergbauern meist sehr klein waren und der Lebenskomfort in der Region eher bescheiden ist, suchten viele in Tirana und Shkodra Arbeit, wo ganze Slums mit Bewohnern aus den Bergen entstanden sind. Die Regierung unternahm in den 90er Jahren nichts gegen die illegalen Siedlungen an Tiranas Stadträndern – viele glaubten, dass dies auch damit zusammenhing, dass Sali Berisha, der damals Staatspräsident war, selber aus Tropoja stammte.

Die Bewohner sind fast mehrheitlich in der Landwirtschaft tätig. Von allen vorhanden Bodenerzen soll zurzeit nur noch Kaolin abgebaut werden. Fast drei Viertel der Bevölkerung sind muslimisch; der Rest ist mehrheitlich katholisch. Hauptort ist Bajram Curr. Der Name der Gemeinde stammt vom kleinen Ort Tropoja, dem historischen Zentrum der gleichnamigen Region.

Ehemalige Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2015 wurden die folgenden Gemeinden zur Gemeinde Tropoja zusammengelegt:

Name Einwohner[1] Gemeindeart
Bajram Curr 000000000005340.00000000005.340 Bashkia
Bujan 000000000002550.00000000002.550 Komuna
Bytyç 000000000001563.00000000001.563 Komuna
Fierza 000000000001607.00000000001.607 Komuna
Lekbibaj 000000000001207.00000000001.207 Komuna
Llugaj 000000000001787.00000000001.787 Komuna
Margegaj 000000000002346.00000000002.346 Komuna
Tropoja 000000000004117.00000000004.117 Komuna

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tropoja – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ines Nurja: Censusi i popullsisë dhe banesave / Population and Housing Census – Kukës 2011. Rezultatet Kryesore/Main Results. Hrsg.: INSTAT. Pjesa/Part 1. Adel Print, Tirana 2013 (Dokument als PDF).