Gemeiner Pfennig

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Der Gemeine Pfennig (auch: Reichspfennig) war eine Reichssteuer, die auf Betreiben Maximilians I. 1495 auf dem Reichstag zu Worms beschlossen wurde, um dem Kaiser die Mittel für die Kriege gegen Frankreich, gegen das Osmanische Reich und vor allem zum Unterhalt des Reichskammergerichts zu verschaffen. Die Steuer wurde zunächst auf vier Jahre bewilligt. Die Steuer war so konzipiert, dass der (all-)gemeine Pfennig als eine Kopfsteuer von jedem Untertanen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation über 16 Jahren, nach Vermögen gestaffelt erhoben werden sollte. Sie galt für die Einwohner aller Territorien und anderen Herrschaftsträgern hinweg.

Je nach persönlichem Status und Vermögen war sie als Kopf-, Einkommen- und Vermögensteuer gestaltet. Ihre Einziehung erfolgte durch die römisch-katholische Kirchenadministration, über die einzelnen Pfarreien.[1] Der (all-)gemeine Pfennig stieß aber überall auf so große Schwierigkeiten, dass er 1505 ausdrücklich ausgesetzt wurde. Diese Besteuerung war nach dem Hussitenpfennig (1427) ein weiterer Versuch der Einführung einer allgemeinen Reichssteuer und war Teil der umfassenden, aber letztlich gescheiterten Reichsreform Kaiser Maximilians. Nachfolger des Gemeinen Pfennigs als Reichssteuer war der Kammerzieler.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eberhard Isenmann: The Holy Roman Empire in the Middle Ages. In: The Rise of the Fiscal State in Europe. ca. 1200–1815. Herausgegeben von Richard Bonney, Oxford 1999, S. 243–280, hier S. 265–267.
  • Eberhard Isenmann: Reichsfinanzen und Reichssteuern im 15. Jahrhundert. In: Zeitschrift für Historische Forschung 7. 1980, S. 1–76, 129–218.
  • Peter Moraw: Der »Gemeine Pfennig«. In: Mit dem Zehnten fing es an. Herausgegeben von U. Schultz, 1986, S. 130–142.
  • Peter Schmid: Der gemeine Pfennig von 1495. Vorgeschichte und Entstehung, verfassungsgeschichtliche, politische und finanzielle Bedeutung. (zugleich Habilitation Regensburg 1986), Göttingen 1989, In: Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 34.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Kaufmann: Geschichte der Reformation. Verlag der Weltreligionen, Frankfurt am Main / Leipzig 2009, ISBN 978-3-458-71024-0, S. 41–54