Gemeinnütziges Siedlungswerk

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Gemeinnütziges Siedlungswerk GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 25. März 1949
Sitz Frankfurt am Main
Leitung Andreas Ruf, Filip John[1]
Mitarbeiterzahl 107
Umsatz 74.772 Tsd. EUR
Branche Wohnungsbau
Website http://www.gsw-ffm.de/
Stand: 2016

Das Gemeinnützige Siedlungswerk (GSW) ist ein Wohnungsunternehmen in Trägerschaft der katholischen Kirche, das in Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen aktiv ist. Es besteht in der Rechtsform der GmbH und hat seinen Sitz in Frankfurt am Main.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Wohnungsnot durch Luftkriegsschäden und den Zuzug von Heimatvertriebenen in Frankfurt am Main groß. Auf Betreiben des Ermländer Bischofs Maximilian Kaller wurde im Herbst 1946 dort der Katholische Siedlungsdienst gegründet, der vor allem bei der Vermittlung von Wohnraum helfen sollte.

Schnell stellte sich heraus, dass zum Beheben der Wohnungsnot auch eigene Wohnungsbauten nötig werden würden. Bereits im November 1948 richtete der Limburger Bischof Ferdinand Dirichs, in dessen Bistum Frankfurt lag, das St. Georgswerk ein, das Geld für diesen Zweck sammeln sollte. Besonders erfolgreich waren die Aufrufe der Kirche zum „Stundenlohnsparen“ in den 1950er Jahren. Dabei sollten Arbeitnehmer monatlich den Lohn einer Arbeitsstunde sparen und dem St. Georgswerk als Darlehen zur Verfügung stellen.

Am 25. März 1949 riefen die Bischöfe der drei hessischen Bistümer Mainz, Limburg und Fulda in Frankfurt das Gemeinnützige Siedlungswerk ins Leben, das selbst Wohnungen für Familien bauen sollte. Auch die Caritasverbände der drei Bistümer beteiligten sich an dem neuen Unternehmen. Die Leitung hatte von der Gründung bis 1972 Franz Wosnitza. Bis 1981 entstanden so 9500 Wohnungen. Das Siedlungswerk bevorzugt den Verkauf seiner Wohnungen, die damit zum Eigentum der bewohnenden Familien werden. Oft werden Grundstücke in Kirchenbesitz im Erbbaurecht bebaut. 4800 Wohnungen wurden bis 1981 auf diese Art weitergegeben. Die übrigen Wohnungen werden vermietet, insbesondere an arme Familien.

Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 traten auch das Bistum Erfurt und sein Caritasverband dem GSW bei.

2012 wurde Eberhard von Alten, der Finanzdirektor des Bistums Mainz, Vorsitzender des Aufsichtsrats des GSW. Am 15. Mai 2017 schied er aus dieser Funktion aus. Am 18. Mai 2017 trat der bisherige stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates des GSW und Leiter des Dezernates Finanzen, Verwaltung und Bau des Bistums Limburg Gordon Sobbeck seine Nachfolge an.[1]

Geschäftsführer sind Andreas Ruf und Filip John (Stand 2017).

Geschäftsumfang (Stand 2017)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das GSW betreut oder vermietet:

  • rund 4200 Wohnungen in Frankfurt und Umgebung, davon rund 1250 Seniorenwohnungen
  • rund 800 Wohnungen in der Region um Limburg
  • rund 2200 Wohnungen im Bistum Mainz
  • rund 650 Wohnungen im Bistum Erfurt
  • rund 310 Wohnungen im Raum Kassel

Darüber hinaus ist das GSW weiterhin im Neubau von Einfamilienhäusern, Eigentumswohnungen, generationsübergreifenden Wohnhäusern, gemeinschaftliche Wohnprojekte im Alter, Alten- und Pflegeheimen, sozialen Einrichtungen und Kindertagesstätten aktiv. Sie werden teilweise für die eigene Bewirtschaftung errichtet, aber auch im Auftrag anderer Körperschaften der katholischen Kirche oder aus deren Umfeld. Weitere Geschäftsfelder sind die Umwandlung von Agrarland oder anderen bislang nicht bebauten Flächen zu Baugrundstücken oder die Bewirtschaftung von Immobilien für Dritte, beides auch ohne unmittelbar kirchlichen Bezug. Laufend werden in diesem Rahmen bei verschiedenen Objekten Maßnahmen zur Energetischen Sanierung, Projektentwicklung und Baulandentwicklung durchgeführt. Über die Geschäftstätigkeit hinaus findet Soziales Engagement etwa in Form der Förderung des Baus von Kindergärten in Entwicklungsländern statt.[2][3][1]

Die Zahl der verwalteten Wohnungen beträgt 8052. Der Firmensitz befindet sich in Frankfurt am Main in der Blumenstraße 14–16. Das Unternehmen beschäftigt 107 hauptberufliche und 131 nebenberufliche Mitarbeiter.

Das Unternehmen hält Beteiligungen an der Treuhandgesellschaft für die Südwestdeutsche Wohnungswirtschaft, der Pax-Bank, der WG Immo Kreisstraße Weiterstadt GmbH & Co. KG (bis 2017), der Bank im Bistum Essen und der Bank für Kirche und Caritas in Paderborn.

Jahr
Bilanzsumme
in Mio. Euro
Jahresumsatz
in Mio. Euro
Bilanzgewinn
in Mio. Euro
Zahl der fertiggestellten Wohnungen
Eigenkapital
in Mio. Euro
Verbindlichkeiten
in Mio. Euro
2007 285 44,5 74
2009 296,8 44,6 29
2010 300,1 48,1 2,7 104 63,6 216,2
2011 301,6 52,5 2,7 82 66,8 213,4
2012 332,8 49,4 2,7 47 70,2 241,2
2013 327,3 85,7 2,2 72,3 231,5
2014 336,1 75,7 3,0 75,4 236,6
2015 377,5 53,1 1,1 77,1 273,0
2016 434,1 74,8 3,1 80,3 324,2

Wohnprojekte der Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die GSW expandierte ab 2014 stark in Erfurt, so hat das Unternehmen die ehemalige Druckerei Fortschritt am Juri-Gagarin-Ring gekauft und errichtete bis 2017 dort 97 gehobene Loft-Wohnungen für 22 Mio. Euro. Außerdem erwarb das GSW das ehemalige Braugold-Gelände, um dort etwa 200 Wohnungen zu errichten.[2][4] Daneben wurden 2014 Wohnprojekte in Oberursel, Frankfurt-Harheim, Mainz-Bretzenheim, Frankfurt-Ginnheim, Mainz-Kostheim, Frankfurt-Riedberg und Kronberg verfolgt.[2]

2015 wurden ein Neubau einer Wohnanlage für Behinderte in Nidderau-Ostheim, ein Neubau eines Seniorenheims in Kassel sowie von Wohnhäusern in Heusenstamm, Mainz-Kastel und Mainz-Marienborn umgesetzt. Ein Gemeinschaftswohnprojekt in Karben wurde in Zusammenarbeit mit einem Mieterwohnverein realisiert.[3] Dabei begleitet und berät ein Architekt des GSW die Mitglieder des Wohnvereins bei der Umsetzung Ihrer individuellen Wünsche und Vorstellungen im gegebenen Rahmen.

2016 wurden weitere Wohnungsbauprojekte in Kronberg, Frankfurt am Main, Bodenheim, Erfurt und Offenbach am Main in Angriff genommen. Außerdem wurde ein Wohnungspaket aus 16 Objekten mit 404 Wohneinheiten in Frankfurt am Main und anderen Orten im Rhein-Main-Gebiet erworben.[1]

Laufend werden bei verschiedenen Objekten Maßnahmen zur Energetischen Sanierung, Projektentwicklung und Baulandentwicklung durchgeführt.

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Soziales Engagement wird beispielsweise in Form der Förderung des Baus von Kindergärten in Entwicklungsländern durchgeführt.[2][3][1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Gemeinnütziges Siedlungswerk GmbH Frankfurt/Main: Geschäftsbericht 2016. 14. Juli 2017, abgerufen am 21. November 2017 (PDF).
  2. a b c d Gemeinnütziges Siedlungswerk GmbH Frankfurt/Main: Geschäftsbericht 2014. 14. Juli 2015, abgerufen am 21. November 2017 (PDF).
  3. a b c Gemeinnütziges Siedlungswerk GmbH Frankfurt/Main: Geschäftsbericht 2015. 4. August 2016, abgerufen am 21. November 2017.
  4. Holger Wetzel: 97 neue Wohnungen sollen am Gagarin-Ring in Erfurt entstehen. In: Thüringer Allgemeine. 7. März 2015, abgerufen am 21. November 2017 (PDF).