Gemini (Sprachmodell)
| Gemini | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Entwickler | Google AI Google DeepMind |
| Erscheinungsjahr | 6. Dezember 2023 |
| Lizenz | proprietäre Lizenz |
| https://deepmind.google/models/gemini/ | |
Gemini ist eine Serie multimodaler Sprachmodelle des US-amerikanischen Unternehmens Google. Sie zählt zum Bereich Generativer Künstlicher Intelligenz (GenAI). Entwickelt wurde es von Googles Tochterunternehmen DeepMind und baut auf den zuvor bereits von Google herausgebrachten Sprachmodellen LaMDA und PaLM auf. Gemini wurde im Dezember 2023 angekündigt und befindet sich mit Stand Mai 2026 in der Version Gemini 3.1 pro.[1]
Abgrenzung der Gemini-Versionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemini ist ein Produktname, der das KI-Modell wie auch den Chatbot meint und zur übergreifenden Bezeichnung geworden ist. Das multimodale KI-Modell wird in den Stufen Gemini Flash, Pro und Deep Think angeboten:
- Gemini Flash ist ein für niedrige Latenz und schnelle Antworten optimiertes, schlankes Modell für alltägliche Aufgaben.
- Gemini Pro deckt als anspruchsvollere Version mit ausgeprägtem "Reasoning" ein breites Aufgabenspektrum ab.
- Gemini Deep Think, früher als Gemini Ultra bezeichnet, soll hochkomplexe Aufgaben multimodaler Art (Text- und Medienverarbeitung) lösen.
- Gemini Nano ist die kompakteste Version des KI-Modells und speziell für die Ausführung auf Smartphones und Laptops (On-Device oder „Edge AI“) konzipiert, anstatt in der Cloud zu laufen.
Gemini ist auch der Name des Google-Chatbots. Zuvor hieß er Bard, im Februar 2024 nannte Google ihn um.[2] Die Basisversion von Gemini ist kostenlos, bietet umfassenden Zugang zu Gemini Flash und begrenzten Zugang zu Gemini Pro. Ausgeweiteter Zugang zu Gemini Pro und Zugang zu Gemini Deep Think ist kostenpflichtig.
Gemini ist weiterhin in Google Workspace Business- und Enterprise-Angebote integriert und bietet Gemini-Integration in GMail, Docs, Sheets, Google Drive und Google Meet.
Die Gemini App ist in für Android sowie iOS verfügbar und wird mit Stand Mai 2026 in mehr als 150 Ländern angeboten und unterstützt rund 70 Sprachen.[3]
Auch das Open-Source-Projekt Gemma basiert auf Gemini-Technik und steht Entwicklern und interessierten Nutzern offen.
Kritik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der Vorstellung von Gemini im Dezember 2023 wurde Kritik an Google geäußert, weil Demovideos offenbar deutlich bearbeitet wurden, um Gemini leistungsfähiger erscheinen zu lassen.[4]
Bei einer wissenschaftlichen Untersuchung der Universitäten von Stanfield und Yale in der zweiten Jahreshälfte 2025 konnten bei Gemini 2.5 Pro urheberrechtlich geschützte Romane wie Harry Potter und der Stein der Weisen zu 76,8 % abgerufen werden. Das System liegt damit deutlich unter den Werten für den Konkurrenten Claude 3.7 Sonnet (95,8 %) und leicht über Grok 3 (70,3 %), während ChatGPT-4.1 keine über das erste Kapitel hinausgehende Extraktion zuließ.[5]
Scharfe Kritik von IT-Experten und Datenschützern kassierte Google im Mai 2026, als es sein lokales KI-Modell, Gemini Nano, ohne Information oder Zustimmung der Nutzer auf Millionen Computer als On-Device-AI installierte.
Trivia
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Name Gemini steht im Lateinischen für das Sternbild Zwillinge und hier für die Partnerschaft der beiden großen KI-Labore von Google, Google DeepMind und Google Brain, und ist zudem eine Anspielung auf das NASA-Projekt Gemini, das in den 60er-Jahren den Weg für die Mondlandungen des späteren Apollo-Programms ebnete.[6]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website
- Gemini: A Family of Highly Capable Multimodal Models White Paper (PDF, 62 Seiten, englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Gemini mobile app availability - Android - Gemini Apps Help. Archiviert vom am 7. Mai 2026; abgerufen am 18. Mai 2026 (englisch).
- ↑ heise online: Bard ist tot, es lebe Googles Gemini. 8. Februar 2024, abgerufen am 5. Juni 2024.
- ↑ Verfügbarkeit von Gemini als mobile App. In: Verfügbarkeit von Gemini als mobile App. Google LLC, 2026, abgerufen am 18. Mai 2026.
- ↑ Google’s Gemini Looks Remarkable, But It’s Still Behind OpenAI. In: Bloomberg.com. 7. Dezember 2023 (bloomberg.com [abgerufen am 9. Dezember 2023]).
- ↑ Jonathan Kemper: Urheberrechtlich geschützte Romane lassen sich laut Studien fast komplett aus KI-Sprachmodellen abrufen. In: The Decoder. 9. Januar 2026, abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Will Knight: Google Just Launched Gemini, Its Long-Awaited Answer to ChatGPT. In: Wired. ISSN 1059-1028 (wired.com [abgerufen am 21. Dezember 2023]).