General Atomics

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General Atomics
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Gründung 1955
Sitz San Diego, Kalifornien, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
Leitung James Neal Blue[1]
Mitarbeiter 8.000[2]
Website www.ga.com

General Atomics (GA) ist ein US-amerikanisches Hochtechnologie-Unternehmen mit Aktivitäten vor allem in den Bereichen Kernenergie und Rüstung. Der Unternehmenssitz befindet sich in San Diego. Zurzeit (2016) hat das Unternehmen etwa 8.000 Beschäftigte.

Niederlassungen sind zurzeit (2016) in Berlin, Dresden, Adelaide, Washington, D.C., Denver, Los Alamos, Oklahoma City, Tupelo, Ogden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde am 18. Juli 1955 als Kernenergie-Sparte von General Dynamics gegründet. Erster Präsident und Initiator der Gründung war Frederic de Hoffmann. 1967 wurden sie an Gulf Oil verkauft und in „Gulf General Atomic“ umbenannt. 1973 bis 1982 war Shell an der Firma beteiligt, die während dieser Zeit „General Atomic Company“ hieß. Ab 1982 hießen sie „GA Technologies Inc.“ 1984 wurde die Mutterfirma Gulf von Chevron übernommen. 1986 übernahmen die Brüder Linden Blue (* 1936) und James Neal Blue (* 1935) aus Denver für 60 Millionen US-Dollar die Firma, die von da an General Atomics hieß. Chairman und CEO von GA ist James Neal Blue.

Da das Unternehmen in Privatbesitz ist, braucht es keine Umsatzzahlen zu veröffentlichen und tut dies auch nicht. Einen Großteil des Umsatzes machen aber die Predator-Drohnen aus. 2005 gab das US-Verteidigungsministerium bekannt, dass rund 5,7 Milliarden Dollar über fünf Jahre in 144 Predator investiert werden.[3] Im selben Jahr erhielt die Predator von der US Air Force Einsatzfähigkeits-Status (Initial Operating Capability). James Neal Blue gab den Umsatzanteil der Predator-Drohne 2005[4] mit rund einem Drittel an.

Da das Unternehmen stark von Kontrakten des Verteidigungsministeriums abhängig ist, investiert es viel in Lobbyarbeit in Washington, D.C. 2006 geriet es in die Kritik, da es einen überproportional großen Anteil am Reise-Sponsoring von US-Kongressabgeordneten hatte (von 2000 bis Mitte 2005 rund 660.000 US-Dollar, im Vergleich etwa zu Boeing mit offiziell 13.000 US-Dollar).[5]

Die Firma begann mit Projekten zur Kernenergie und entwickelte in den 1950er Jahren den TRIGA-Kernreaktor. Damals waren sie auch für das Project Orion zuständig. Ab 1959 entwickelten sie spezielle Graphit-Hochtemperaturreaktoren (HTGR), die sich aber gegen die Konkurrenz der Leichtwasserreaktoren nicht durchsetzen konnten. 2007 entwickeln sie heliumgekühlte Kernreaktoren (Gas Turbine Modular Helium Reactor, GT-MHR). Sie betreiben auch eines der größten Kernfusionsenergie-Programme in der Kernindustrie (Forschung an Tokamaks seit den 1960er Jahren, in den 2000er Jahren in der DIII-D National Fusion Facility) und befassen sich mit der Handhabung von radioaktiven Abfällen. 2010 stellten sie das Energy Multiplier Module (EM2) vor, eine kleinere Version des GT-MHR, das Energie aus Atommüll produzieren soll.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sparte General Atomics Aeronautical Systems stellt die Drohne „Predator“ her und entwickelt das elektromagnetische Flugzeugträger-Katapult EMALS (Electromagnetic Aircraft Launch System), das die dampfgetriebenen Katapulte auf Flugzeugträgern ersetzen soll und schon erfolgreich erprobt wurde. Das Advanced Arresting Gear System (AAG) soll entsprechend das System der Bremsseile für Flugzeugträger modernisieren. Außerdem entwickelte die Sparte elektromagnetische Eisenbahn-Kanonen (Blitzer) unter anderem für die Luft- und Raketenabwehr, Magnetschwebebahnen (Maglevs, Magnetically levitated systems and linear drives), Radarsysteme (Lynx Synthetic Aperture Radar) und Bergbautechnik, z. B. Elektromotoren für Muldenkipper im Bergbau.

Organisationsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Electromagnetic Systems Group (GA-EMS)
  • Energy Group
    • Controlled Fusion
    • Fission (Kernreaktoren von Triga bis Next Generation Advanced Reactors). TRIGA International ist dabei ein Gemeinschaftsunternehmen mit der zu Areva gehörigen CERCA.
    • Advanced Computing (u.a. San Diego Supercomputer Center)

Zugehörige Unternehmen:

  • General Atomics Aeronautical Systems (GA-ASI)
    • Aircraft Systems Group
    • Reconnaissance Systems Group
  • General Atomics Systems Integration (GA-SI), Dienstleister für Drohnen und Unterhaltung alternder Flugzeugbestände speziell der US-Streitkräfte
  • ConverDyn, für die Herstellung von Uranhexafluorid (UHF).
  • Cotter Corporation, ein 1956 gegründetes Bergbauunternehmen (ursprünglich Uranabbau in New Mexico), im Jahr 2000 erworben
  • Heathgate Resources Pty, Ltd., 1990 gegründet, Betreiber der Beverley Uran-Mine in Australien
  • Nuclear Fuels Corporation (NFC), 1991 gegründet.
  • Rio Grande Resources Corporation, managt die Bergbau-Aktivitäten (Uran u. a.) von GA, die sie 1991 von Chevron Resources übernahmen.
  • Spezialtechnik Dresden GmbH (STD), z. B. Rekultivierung von alten Braunkohle- und Uranerzabbaugebieten, vorgefertigte Betonteile, Munitions-Wiederaufarbeitung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Yasha Levine: The Billionaire Brothers Behind America's Predator Drones -- And Their Very Strange Past. In: AlterNet. 24. April 2013 (Online).
  2. About
  3. San Diego Union Tribune, März 2005
  4. Defense News, Mai 2005
  5. Center of Public Integrity zu den von GA gesponserten Reisen von Kongressabgeordneten 2006