Generation

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Dieser Artikel beschreibt Generation als biologischen Begriff. Für andere Bedeutungen siehe Generation (Begriffsklärung).
Vier Generationen einer Familie

Eine Generation ist in der Biologie die Gesamtheit aller Lebewesen, die innerhalb ihrer Abstammungsgruppe denselben Abstand von den gemeinsamen Vorfahren beziehungsweise ihren Nachkommen haben (z. B. die Generation der Großeltern, der Eltern, der Kinder).

Genealogie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Genealogie ist eine Generation die Gesamtheit aller Lebewesen, die zu anderen Lebewesen, in aufsteigender oder absteigender Linie durch Abstammung verbunden sind und im selben Abstand stehen. Geht man von einem Probanden oder einer Probandengeneration von Gleichaltrigen aus, dann kann man von der ersten, zweiten, dritten usw. Ahnen- oder Nachkommen-Generation eines Probanden oder einer Probandengeneration sprechen. In genealogischen Listen und Tafeln ist es üblich, die Generationen durch vorgesetzte römische Zahlen kenntlich zu machen, etwa vor den Kekulé-Nummern.

Biologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch in der Biologie beschreibt Generation – wie in der Genealogie – stets die einzelnen Stufen einer Abstammungslinie (vgl. Parentalgeneration). Jedoch kann hier als Besonderheit ein Generationswechsel auftreten, bei dem auf eine sich zweigeschlechtlich vermehrende Generation eine sich ungeschlechtlich vermehrende Generation folgt und nach dieser wieder eine sich zweigeschlechtlich vermehrende Generation. Oft geht ein Generationswechsel mit einem Kernphasenwechsel einher. In solchen Fällen kann selbst dann von einer „neuen Generation“ gesprochen werden, wenn diese infolge ungeschlechtlicher Vermehrung entstand, also aus genetischer Sicht ein Klon der Vorgängergeneration ist.

Generationenabstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Generationenabstand, die Generationsdauer oder die Generationenspanne ist der Durchschnitt der Altersdifferenz aller Kinder zu Vater oder Mutter in Jahren. Entsprechend den Unterschieden im mittleren Heiratsalter von Mann und Frau ist die Generationenspanne zum Vater in der Regel größer als zur Mutter. In der Mutterlinie ergibt sich deshalb in zehn Generationen etwa eine Generationenspanne mehr als in der Vaterlinie.

Vor 1800 betrug der mittlere Generationenabstand noch über 30 Jahre. Gustav von Rümelin berechnete 1875 für Deutschland eine durchschnittliche Generationsdauer von 36,5, für Frankreich eine von 34,5 Jahren. Er addierte hierzu das mittlere Heiratsalter der Männer und die halbe Dauer der mittleren ehelichen Fruchtbarkeit.[1] Um die Mitte des 20. Jahrhunderts sank der mittlere Generationenabstand um einige Jahre, weil die Mehrzahl der Kinder von Müttern unter 25 Jahren geboren wurde, die dann kaum noch weitere Kinder hatten. Früher waren noch zahlreiche Kinder von Müttern über 30 oder auch 40 Jahren geboren worden. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich dieser sinkende Trend in Deutschland erneut umgekehrt, und der Generationenabstand ist wieder gewachsen.

In der Demografie ist der Generationenabstand eine der Kenngrößen zur Beschreibung des generativen Verhaltens, die auch zur Bevölkerungsprognose herangezogen werden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Generation – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikiquote: Generation – Zitate
 Wiktionary: Generation – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. zitiert nach Karl Mannheim: Das Problem der Generation. In: Karl Mannheim: Wissenssoziologie. Auswahl aus dem Werk (= Soziologische Texte. Bd. 28). Eingeleitet und herausgegeben von Kurt H. Wolff. Luchterhand, Berlin u. a. 1964, S. 509–613, hier S. 512.