Generisches Femininum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Als generisches Femininum wird ein spezieller Sprachgebrauch im Deutschen bezeichnet, bei dem eine grammatisch feminine Personenbezeichnung in einem geschlechterübergreifenden Sinne generisch verwendet wird, obwohl es für Männer eine entsprechende maskuline Bezeichnungsform gibt. Dabei referiert die Femininform nicht nur auf Frauen, sondern auf Personen aller biologischen oder sozialen Geschlechter (Gender). In diesem Sinne würde der Ausdruck alle Lehrerinnen sämtliche Lehrkräfte meinen, also auch Lehrer. Das Femininum würde neben seiner inhaltlichen Bedeutung als Bezeichnung für Frauen mit einer zweiten Bedeutungsebene versehen, die geschlechtsabstrahierend gemeint wäre. Das grammatische Geschlecht (Genus) der Bezeichnung würde vom „natürlichen“ Geschlecht (Sexus) der gemeinten Personen losgelöst (spiegelverkehrt zum generischen Maskulinum). Mit generischer Bedeutung können nur jene femininen Substantive aufgeladen werden, zu denen es eine eigene Wortform für Männer gibt (paarige Personenbezeichnungen: Lehrerin/Lehrer, Kollegin/Kollege, Ärztin/Arzt, Kauffrau/Kaufmann). Auch Pronomen werden entsprechend gewählt: Jede ist ihres Glückes Schmiedin (statt: Jeder ist seines Glückes Schmied). Daneben gibt es einige feminine Tierbezeichnungen in generischer Verwendung (siehe unten).

Die folgenden fiktiven Beispiele verdeutlichen den Gebrauch generischer Feminina:

  • Jeder Mann, jede Frau und jedes Kind ist eingeladen; jede, die möchte, kann ihre Freundinnen mitbringen.
  • Fragen Sie Ihre Ärztin oder Apothekerin.[1]
  • Ist eine Ärztin an Bord?

Abgrenzung zu generischen Bezeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom generischen Gebrauch geschlechtsbezogener Formen unterscheiden sich einige grammatisch feminine Personenbezeichnungen, die „inhärent generisch“ sind (aus ihrer Wortbedeutung heraus) und keine unterscheidenden Formen haben, etwa die Person, die Lehrkraft, die Geisel, die Wache, die Waise. Sie haben inhaltlich (semantisch) gar keinen Bezug zu geschlechtlichen Aspekten (Sexus-indifferente Bedeutung)[2][3] und müssen gegebenenfalls mit einem Adjektiv ergänzt werden: eine weibliche Person, eine männliche Lehrkraft, eine diversgeschlechtliche Geisel. Vergleichbar zu der Mensch oder das Mitglied werden von solchen geschlechtsneutralen Bezeichnungen keine Ableitungen mit der femininen Endung -in gebildet (es gibt allerdings „die Gästin“ als ungebräuchliche Femininform zu der Gast, sowie missratene Genderversuche für „Mitgliederinnen“).[4][5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprachgebrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg hielt 2018 fest, dass es einen solchen Gebrauch in der deutschen Sprache nicht gebe.[6] 2020 präzisiert er: „Ein generisches Femininum gibt es im Deutschen nur bei Einzelwörtern, aber nicht als Strukturmerkmal produktiver Wortableitungen.“[3]

Bereits im Jahr 1590 hatte der deutsche Rechtsprofessor Johannes Goddaeus geschrieben, dass die Verwendung von femininen Formen in generischer Art „gegen jeden politischen, wirtschaftlichen und natürlichen Grundsatz“ verstoße; Männer seien im Allgemeinen „das vollkommenere der beiden Geschlechter, dem die größere Würde zukomme.“[7] Im 20. Jahrhundert wurde die Bedeutung der männlichen Bezeichnungen stellenweise erweitert zum sogenannten „generischen Maskulinum“, um in einem verallgemeinernden Sinne Personen aller Geschlechter zu meinen. In neuerer Zeit wurden demgegenüber verschiedentlich Schreibweisen mit generischen Femininformen ausprobiert (siehe unten). Es gibt mit „die Hebamme“ eine feminine Berufsbezeichnung, die früher nur für Frauen vorgesehen war, mittlerweile aber auch einen Mann bezeichnen kann: eine männliche Hebamme (offiziell in Österreich seit 1993, in Deutschland seit 2020).[8][9] In diesem Einzelfall wird das Femininum allerdings geschlechterübergreifend verwendet, weil es keine maskuline Form der Bezeichnung gibt (zwischenzeitlich gab es Entbindungshelfer).

Eine poetische Verwendung der Femininform eine Räuberin in generischer Bedeutung findet sich in der Kinderhymne von Bertolt Brecht (1950 verfasst als Gegenentwurf zum Deutschlandlied, der deutschen Nationalhymne); in der zweiten Strophe heißt es zum Thema Völkerverständigung aus Gründen des Reimens:

„Daß die Völker nicht erbleichen / Wie vor einer Räuberin
Sondern ihre Hände reichen / Uns wie andern Völkern hin.“[10]

Forderung nach Wiedergutmachung der „Männersprache“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die feministische Sprachwissenschaftlerin Luise F. Pusch – Pionierin der geschlechtergerechten Sprache – spricht sich seit 1984 für den alleinigen Gebrauch von Femininformen im generischen Sinne zur Bezeichnung von Personen aus: Die „totale Feminisierung“ solle für die nächsten Jahrtausende verwendet werden als Wiedergutmachung der „Männersprache“.[11] 2018 bekräftigte Pusch: „Das Femininum enthält ja auch sichtbar das Maskulinum: Lehrer ist in Lehrerin deutlich enthalten. Das Femininum ist die Grundform, das Maskulinum die Schwundform“ (siehe auch Puschs Kritik am Genderstern).[12][13] 2013 erklärte Pusch, dass es nach dem generischen Maskulinum, „das wir schon seit Jahrtausenden haben“, Zeit für einen Perspektivwechsel nach dem „Rotationsprinzip“ sei:

„Demgegenüber ist das Femininum erstens besser für Frauen, zweitens gerecht nach dem Rotationsprinzip – jetzt sind mal die Frauen dran – und drittens kürzer. Ich bezeichne das generische Femininum schon seit 30 Jahren als Empathietraining für Männer, damit sie mal eine Vorstellung davon entwickeln, was es eigentlich bedeutet, immer nur mitgemeint zu sein und eigentlich nie genau zu wissen, ob ‚Mann‘ mit ‚man‘ überhaupt gemeint ist. […] Ich habe schon immer ein Stufenmodell vorgeschlagen. Erst mal müssen wir die Frauen in die Sprache hineinbringen, am besten mit dem generischen Femininum, aber das Ziel sollte später die Abschaffung der Endung ‚-in‘ sein. […] Nach der Abschaffung des ‚-in‘ wollen wir zweitens das Neutrum für Personenbezeichnungen einführen. Wir hätten dann ‚die, der und das Professor‘.“[14]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1994 beschloss der Stadtrat von Buchholz in der Nordheide (Niedersachsen) mit 24 gegen 10 Stimmen, in seiner Satzung nur noch weibliche Amts- und Funktionsbezeichnungen zu verwenden. Die Kommunalaufsicht legte keinen Widerspruch ein, die Presse sprach von der „Emanzen-Metropole“.[15] Die Frauenbeauftragte der Stadt kommentierte: „Bislang mußten wir Frauen erleben, daß wir gemeint waren, wenn von Ratsherren die Rede war, jetzt müssen Männer sich gefallen lassen, als Ratsfrauen bezeichnet zu werden“.[16]

Ende 2012 veranstalten Bloggerinnen aus dem Umfeld der Piratenpartei eine „Woche des generischen Femininums“ (#InWoche auf Twitter), bei der sie ausschließlich weibliche Personenbezeichnungen in generischer Bedeutung gebrauchten.[17]

Ende 2013 wurde das Tiroler Kinder- und Jugendhilfegesetz durchgehend in weiblicher Form abgefasst.[18][19]

2014 veröffentlichte die historische Sprachwissenschaftlerin Kristin Kopf ihr Buch Das kleine Etymologicum: Eine Entdeckungsreise durch die deutsche Sprache, in dem wechselweise männliche und weibliche Pluralformen generisch verwendet wurden (je 60 Mal), beispielsweise „die Angeln und die Sächsinnen“.[20][21][22] 2017 nutzte der Soziologe Hubert Knoblauch diese Form des abwechselnden Genderns in seinem Buch Die kommunikative Konstruktion der Wirklichkeit.[22]

2016 beschloss der Ortsverband der Grünen in Klagenfurt, Ämter nur noch in der weiblichen Form zu benennen, beispielsweise „Parteiobfrau Reinhard Schinner“.[19] Seit 2015 nutzen die Grünen bundesweit in ihren Dokumenten den Genderstern, um inter- und transgeschlechtliche Personen nicht zu diskriminieren.[23]

Anfang 2020 erklärte die stellvertretende Chefredakteurin Claudia Münster, dass die Frauenzeitschrift Brigitte „schon im Sinne der ausgleichenden Gerechtigkeit“ das generische Femininum stellenweise verwende („Leserinnenreaktionen“).[1] Seit 2019 nutzt die Zeitschrift stellenweise auch das Gendersternchen, um alle Geschlechter im Sinne der sozialen Inklusion anzusprechen.

Im Oktober 2020 plakatierte die Hamburger Freiwillige (Jugend)Feuerwehr ihre Nachwuchswerbung mit der Überschrift Hamburgs junge Heldinnen und dem Foto einer Feuerwehrfrau im Einsatz – die kleingesetzte Anmerkung „Auch für Jungs!“ ließ „Heldinnen“ wie ein generisches Femininum wirken (siehe auch August-Ernst-Pokal).[24][25]

Universitäten Leipzig und Potsdam 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Mai 2013 stehen in der „Grundordnung“ der Universität Leipzig (gegründet 1409) neben einigen neutralen Formen ausschließlich feminine Bezeichnungsformen für offizielle Funktionen („Gastdozentinnen und Gastprofessorinnen“, „Vertreterinnen der Gruppe der Hochschullehrerinnen“). Die Formulierungen wurden im April einstimmig vom erweiterten Senat beschlossen und von der Rektorin abgesegnet; das sächsische Wissenschaftsministerium legte keinen Widerspruch ein.[26][27] Die Grundordnung der Universität Leipzig erklärt auf der ersten Seite in einer Gender-Fußnote: „In dieser Ordnung gelten grammatisch feminine Personenbezeichnungen gleichermaßen für Personen männlichen und weiblichen Geschlechts. Männer können die Amts- und Funktionsbezeichnungen dieser Ordnung in grammatisch maskuliner Form führen.“[28] Georg Teichert, seit 2010 zentraler Gleichstellungsbeauftragter der Universität,[29] verwendet auf den Webseiten der Universität seit Ende 2019 neben genderneutralen Formulierungen stellenweise den Gender-Gap: Kolleg_innen (vergleiche Liste von Hochschul-Sprachleitfäden).[30]

Seit Juli 2013 stehen in der „Geschäftsordnung des Senats“ der Universität Potsdam (gegründet 1991) alle offiziellen Funktionsbezeichnungen in generisch-weiblicher Form; es werde aber weiterhin „eine dem Geschlecht entsprechende Anrede gepflegt“.[31] Im Jahr 2020 nutzt das Koordinationsbüro für Chancengleichheit für die interne und externe Kommunikation der Universität neben genderneutralen Formulierungen stellenweise Genderstern oder Gender-Gap.[32]

Diskutierter deutscher Gesetzentwurf 2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2020 erstellte das deutsche Justizministerium unter Christine Lambrecht (SPD) einen Gesetzentwurf zu einem geänderten Insolvenzrecht, in dem mehr als 600 feminine Bezeichnungsformen vorkamen (Gesellschafterinnen, Schuldnerinnen, Gläubigerinnen).[33] Erklärt wurde dies mit dem grammatisch weiblichen Geschlecht der behandelten Einrichtungen (die juristische Person, die Aktiengesellschaft, die GmbH), auf das sich die femininen Bezeichnungen aus Gründen der grammatischen Übereinstimmung mit dem Referenzwort bezögen (eine Gesellschaft als Schuldnerin).[34]

Eine häufig verbreitete Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) brachte hierzu das „generische Femininum“ ins Spiel, weil neben Frauen auch Männer gemeint seien.[35] Die Sprachwissenschaftlerin Luise F. Pusch konnte in dem Dokument keine generische Verwendung von Femininformen finden;[34] genauer führte sie aus:

„Die Gläubigerin oder die Schuldnerin sind in diesem Zusammenhang nur scheinbare Personenbezeichnungen. Das ist gar kein generisches Femininum! Das ist einfach die Kongruenz nach altem römischen Recht, auf dem das deutsche Recht fußt. Das Lateinische ist sehr streng kongruent. Deswegen heißt es auch in der Rechtssprache: Klägerin ist die Firma Sowieso, oder Die Stadt als Arbeitgeberin, Die Kirche als Grundherrin. Wenn die also in dem Gesetzentwurf immerzu von Firmen sprechen, dann müssen sie das Femininum verwenden. Das ist die Rechtssprache.“

Luise F. Pusch (Dezember 2020)[36]

Die dpa-Meldung zitierte auch einen nicht näher benannten Leitfaden: „Herkömmlich wird die grammatisch maskuline Form verallgemeinernd verwendet (generisches Maskulinum).“[35] Das Zitat entstammt dem offiziellen Handbuch der Rechtsförmlichkeit des Justizministeriums in seiner gültigen Version von 2008 (§ 110), dort folgt: „In Fällen, in denen das Geschlecht nicht bekannt oder für den jeweiligen Zusammenhang unwichtig ist, kann das gerechtfertigt sein. So können mit den Bezeichnungen der Eigentümer, der Verkäufer, der Mieter männliche und weibliche, aber auch juristische Personen gemeint sein.“[37][38]

Das Innenministerium unter Horst Seehofer (CSU) hatte gegen die Formulierungen im Gesetzentwurf Widerspruch eingelegt „aus rein formalen Gründen“: Das generische Femininum sei „zur Verwendung für weibliche und männliche Personen bislang sprachlich nicht anerkannt.“[35] Ein Sprecher des Ministeriums erklärte, das Dokument sei mit generischen Maskulinformen an die geltenden Regeln anzupassen; Frauen würden dabei mitgemeint sein.[34] Aus Gründen der Eile ließ das Justizministerium den Gesetzentwurf umschreiben zu maskulinen Bezeichnungen (Gesellschafter, Schuldner, Gläubiger) und einigen Paarformen.[38] In dieser Form passierte es Mitte Oktober das Kabinett.

Sprachregelungen bezüglich juristischer Personen

In Bayern gelten seit 2002 für staatliche Behörden die Vorgaben der „Organisationsrichtlinien“ der Bayerischen Staatskanzlei, die in Abschnitt 2.5.4 Sprachliche Gleichbehandlung die grammatische Übereinstimmung von Personenbezeichnungen auch im Fall von juristischen Personen verlangt, Zitat: „z. B. die Gemeinde als Antragstellerin“.[39]

Die Schweizer Bundeskanzlei lässt in ihrem rechtsverbindlichen Leitfaden von 2009 die passende feminine oder maskuline Form in Bezug auf juristische Personen zu; Doppelnennung wird abgelehnt, weil das den Anschein natürlicher Personen erwecken würde:

„Wenn ein Verband, ein Gemeinwesen, eine Institution, ein Unternehmen oder auch irgendeine Sachbezeichnung zu «handelnden Personen» werden, muss ebenfalls auf die Kongruenz geachtet werden. Denn maskuline und feminine Formen von Personenbezeichnungen dienen nicht nur dazu, männliche und weibliche Personen zu bezeichnen (Genus-Sexus-Übereinstimmung), sondern sie zeigen auch das grammatische Geschlecht eines Bezugsworts an (Kongruenz hinsichtlich des Genus). In diesen Fällen richten sich die Pronomen und andere Satzteile nach dem grammatischen Geschlecht des Bezugsworts.

  • Auftraggeberin ist die Stadt Bern.
  • Auftraggeber ist der Spitalverband.
  • die Schweiz als Gastgeberin der Konferenz […]

Ist das Bezugswort im Neutrum, so wird für Wörter, die sich darauf beziehen, die maskuline Form verwendet.

  • Auftraggeber ist das Landesmuseum.

Die Duden-Grammatik von 2016 schreibt im Abschnitt Belebtheit: „Das Merkmalbelebt‘ kann aber auch Abstrakta zukommen, etwa Organisationen (vgl. auch den Ausdruck ‚juristische Person‘). […] Mit Belebtheit hängt das natürliche Geschlecht zusammen und mit diesem wiederum (wenigstens zum Teil) das grammatische Geschlecht, das Genus“.[41]

In vielen Hochschul-Leitfäden wird die grammatische Übereinstimmung auch für juristische Personen empfohlen: die Universität als Arbeitgeberin (siehe Liste von Leitfäden).

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) lehnt im August 2020 in ihren Leitlinien zu den Möglichkeiten des Genderings die Verwendung des generischen Feminiums ab:

Beurteilung durch die GfdS
Diese Lösung ist nicht geschlechtergerecht, denn hier wird das andere Geschlecht nicht explizit angesprochen, sondern ist nur ‚mitgemeint‘. Die Kritik, die am generischen Maskulinum geübt wird, trifft hier ebenfalls zu. Eine Gleichbehandlung, um die es bei geschlechtergerechter Sprache geht, ist beim generischen Femininum so wenig gewährleistet wie beim generischen Maskulinum.“[42]

Das Duden Handbuch geschlechtergerechte Sprache merkt zu den generischen Femininformen der Leipziger Grundordnung von 2013 kritisch an:

„Der mediale Aufruhr, den diese Lösung verursachte, zeigt, wie problematisch die Praxis des ‚Mitmeinens‘ von Männern oder Frauen durch die jeweils andere Bezeichnung ist. Beim ‚generischen Maskulinum‘ ist diese Problematik nur aus Gewohnheit lange Zeit nicht aufgefallen.“

Tierbezeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige grammatisch feminine Tierbezeichnungen werden generisch für beide Geschlechter verwendet: eine Maus kann weiblich sein (Maus) oder männlich (Mäuserich), die Katze kann ein weibliches Exemplar meinen (Katze, modern Kätzin) oder ein männliches (Kater); Gänse umfasst beide Geschlechter (Gans und Ganter bzw. Gänserich). Diese Gruppe der generischen Femina betrifft vor allem dem Menschen nahestehende Haus- und Nutztiere sowie einheimisches Jagdwild (siehe Bezeichnungen für Haus- und Wildtiere sowie Abgeleitete geschlechtsbezogene Tierbezeichnungen).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Debatten Pro und Kontra:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Daniel Kalt: Fragen Sie Ihre Ärztin oder Apothekerin. In: DiePresse.com. 25. Februar 2020, abgerufen am 5. September 2020 (aus der Print-Ausgabe vom 23. Februar 2020).
  2. Video von Anatol Stefanowitsch: Das generische Maskulinum: eine kurze Einführung (ab 0:08:48) auf YouTube, 22. November 2012, abgerufen am 4. April 2020 (22:36 Minuten; Beitrag zur „Woche des generischen Femininums“ im November 2012).
  3. a b Peter Eisenberg: Geschlechtergerechte Sprache: Warum korrekte Grammatik keine Gendersternchen braucht. In: FAZ.net. 23. Oktober 2020, abgerufen am 26. Oktober 2020.
  4. Gesellschaft für deutsche Sprache: Generische Substantive ohne Movierung. In: GfdS.de. August 2020, abgerufen am 1. Oktober 2020.
  5. Gabriele Diewald, Anja Steinhauer: Duden Handbuch geschlechtergerechte Sprache: Wie Sie angemessen und verständlich gendern. Herausgegeben von der Duden-Redaktion. Dudenverlag, Berlin April 2020, ISBN 978-3-411-74517-3, S. 132: Geschlechtsneutrale Personenbezeichnungen: „Mensch, Person, Mitglied“.
  6. Peter Eisenberg, interviewt von Hans-Joachim Wiese: Das generische Maskulinum: „Ich nenne das sprachpolizeiliche Allüren“. In: Deutschlandfunk Kultur. 13. März 2018, abgerufen am 28. Juni 2020; Zitat von Eisenberg: „Der [Unterschied] besteht darin, dass es das generische Maskulinum im Deutschen gibt und das generische Femininum gibt es nicht.“
  7. Lisa Irmen, Vera Steiger: Zur Geschichte des Generischen Maskulinums: Sprachwissenschaftliche, sprachphilosophische und psychologische Aspekte im historischen Diskurs. In: Zeitschrift für Germanistische Linguistik. Band 33, Heft 2–3, Dezember 2005, online: 24. Mai 2007, S. 212–235, hier S. 217 (doi:10.1515/zfgl.33.2-3.212) – zitiert nach Gabriele Diewald, Anja Steinhauer: Duden Handbuch geschlechtergerechte Sprache: Wie Sie angemessen und verständlich gendern. Herausgegeben von der Duden-Redaktion. Dudenverlag, Berlin April 2020, ISBN 978-3-411-74517-3, S. 22–23.
  8. Regierungsvorlage: Bundes(verfassungs)gesetz (1461 d.B.) 22. Dezember 1993, § 1 (PDF: 5,7 MB, 103 Seiten auf parlament.gv.at); Zitat: „§ 1: Die Berufsbezeichnung Hebamme […] gilt für weibliche und männliche Berufsangehörige.“
  9. Gesetz über das Studium und den Beruf von Hebammen (Hebammengesetz – HebG), § 3: Berufsbezeichnung; Zitat: „Die Berufsbezeichnung ‚Hebamme‘ gilt für alle Berufsangehörigen.“
  10. Felicitas Söhner: Nationalsymbole und Pathos in Deutschland – Bert Brechts Kinderhymne. In: globkult.de. 4. Juli 2010, abgerufen am 18. Dezember 2020.
  11. Luise F. Pusch: Das Deutsche als Männersprache: Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1984, ISBN 3-518-11217-1, S. 47.
  12. Luise F. Pusch: Fühlen Sie sich mitgemeint! In: Emma.de. 12. Dezember 2018, aktualisiert: 5. Februar 2019, abgerufen am 25. März 2020 („die feministische Linguistin Luise F. Pusch plädiert für eine ganz andere Lösung. Nämlich für das ‚generische Femininum‘“).
  13. Luise Pusch: Gendern – gerne, aber wie? In: Neues-Deutschland.de. 23. Oktober 2019, abgerufen am 25. März 2020 („ein Ritt durch die feministische Sprachgeschichte und praktische Tipps“).
  14. Luise F. Pusch, interviewt von Marie Todeskino: Kultur: „Der, die, das Professor“. In: Deutsche Welle. 7. Juni 2013, abgerufen am 17. Juli 2020.
  15. Stadt Mainz, Frauenbüro: Feminin – Maskulin: Eine Einführung in die geschlechtergerechte Sprache. 1. Auflage. Mainz 1996, S. 8 und 14 (PDF: 64 kB, 25 Seiten auf mainz.de).
  16. Ludwig Rademacher: Frauenpower: Entmannter Bürgermeister(in). In: Focus. Nr. 50, 12. Dezember 1994 (online auf focus.de).
  17. Anke Domscheit-Berg: #InWoche: About. In: Generisches Femininum. Privater Blog, 2012–2014, abgerufen am 4. April 2020.
    Astrid Herbold: Netzkolumne: Wut, dein Name ist We(i)b. In: Tagesspiegel.de. 24. November 2012, abgerufen am 4. April 2020 („auf Twitter geht die ‚InWoche‘ zu Ende“).
  18. Tiroler Landtag: Gesetz vom 6. November 2013 über die Kinder- und Jugendhilfe (Tiroler Kinder- und Jugendhilfegesetz – TKJHG) Innsbruck (PDF: 360 kB, 46 Seiten auf tirol.gv.at).
  19. a b Eva Reisinger: Warum das generische Femininum auch keine Lösung ist. In: Vice.com. 11. Februar 2016, abgerufen am 25. März 2020 („die Grünen in Klagenfurt haben ihre Statuten geändert – so wurde aus ihrem Parteiobmann Reinhard Schinner, die Parteiobfrau Reinhard Schinner“).
  20. Kristin Kopf: Das kleine Etymologicum: Eine Entdeckungsreise durch die deutsche Sprache. Klett-Cotta, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-608-91341-5.
    Kristin Kopf: Die Völkerwanderung war kein Vatertagsausflug: Über 60 Wörter auf -in. In: Sprachlog.de. 2. März 2015, abgerufen am 26. Juni 2020.
  21. Luise F. Pusch: Die Sprache der Eroberinnen: Ganz neue Erkenntnisse zur deutschen Sprachgeschichte. In: Fembio.org. 29. September 2014, abgerufen am 26. Juni 2020.
  22. a b Helga Kotthoff: Gender-Sternchen, Binnen-I oder generisches Maskulinum, … – (Akademische) Textstile der Personenreferenz. In: Linguistik online. Band 103, Nr. 3, 12. Oktober 2020, S. 105–127, hier S. 120–121, Abschnitt 3.6: Vielfältiges Gendern (Department of German Studies, Universität Freiburg; doi:10.13092/lo.103.7181; Volltexte: PDF: 603 kB, 23 Seiten auf unibe.ch, online auf researchgate.net).
  23. Matthias Kohlmaier: Kommentar: Gendern in der Sprache – Ein Sternchen für alle. In: Süddeutsche.de. 22. November 2015, abgerufen am 10. Februar 2020.
  24. Anna E. Poth: Die schönsten Gender-Tweets #10. In: genderleicht.de. 28. Oktober 2020, abgerufen am 31. Oktober 2020.
  25. Caro Beese: Ich liebe es: Hamburgs Freiwillige (Jugend)Feuerwehr wirbt im Femininum um Nachwuchs. Jungs sind mitgemeint. In: Twitter. 26. Oktober 2020, abgerufen am 31. Oktober 2020.
  26. Benjamin Haerdle: Uni Leipzig verweiblicht ihre Grundordnung. In: duz. Magazin für Forscher und Wissenschaftsmanager. 31. Mai 2013, abgerufen am 25. März 2020.
  27. Horst Simon (Professor für Historische Sprachwissenschaft an der FU Berlin), interviewt von Anja Kühne: Generisches Femininum an der Uni Leipzig: „Frauen sind keine Sonderfälle“. In: Tagesspiegel.de. 6. Juni 2013, abgerufen am 25. März 2020 („beim feministischen Sprachgebrauch haben nun außerdem vor allem Männer Angst, dass ihre Pfründe verloren gehen“).
  28. Universität Leipzig: Grundordnung der Universität Leipzig. 6. August 2013, S. 2 und 4 und 6 (PDF: 178 kB, 19 Seiten auf uni-leipzig.de; Pressemitteilung; zentraler Gleichstellungsbeauftragter seit 2010: Georg Teichert).
  29. Georg Teichert (Gleichstellungsbeauftragter), interviewt von Bastian Brandau: Generisches Femininum an der Universität Leipzig: Herr Professorin – was wurde draus? In: Deutschlandfunk Kultur. 20. Januar 2016, abgerufen am 1. August 2020.
  30. Georg Teichert, zentraler Gleichstellungsbeauftragter der Universität Leipzig seit 2010: Gleichstellung an der Universität Leipzig. In: Gleichstellung.Uni-Leipzig.de. 23. Oktober 2019, abgerufen am 20. Mai 2020.
  31. Jana Haase: Generisches Femininum an der Uni Potsdam: „Wir erleben hier einen Shitstorm“. In: Potsdamer Neueste Nachrichten. 5. Juli 2013, abgerufen am 28. Juni 2020.
    Silke Weber: Gender-Diskussion: Grüne unterstützen generisches Femininum an Unis. In: Tagesspiegel.de. 6. Juli 2013, abgerufen am 28. Juni 2020.
  32. Universität Potsdam, Koordinationsbüro für Chancengleichheit: Gendergerechte Sprache an der Hochschule. In: Uni-Potsdam.de. 11. Mai 2020, abgerufen am 28. Juni 2020.
  33. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV): Entwurf eines Gesetzes zur Fortentwicklung des Sanierungs- und Insolvenzrechts (Sanierungsrechtsfortentwicklungsgesetz – SanInsFoG). Berlin, 21. September 2020 (PDF: 1,6 MB, 247 Seiten auf bmjv.de).
  34. a b c Julia Trippo: Gendergerechte Sprache: Die alte Mär vom Mitgemeintsein. In: Neues Deutschland. 15. Oktober 2020, abgerufen am 23. Oktober 2020.
  35. a b c Meldung (dpa): Doch kein generisches Femininum – Streit um gendergerechte Sprache: Gesetz von Justizministerin Lambrecht umformuliert. In: Focus. 14. Oktober 2020, abgerufen am 19. Oktober 2020.
  36. Luise F. Pusch, interviewt von Christine Olderdissen: Luise F. Pusch und der Genderstern. In: genderleicht.de. 10. Dezember 2020, abgerufen am 17. Dezember 2020.
  37. Bundesministerium der Justiz (Hrsg.): Handbuch der Rechtsförmlichkeit. 3., neu bearbeitete Auflage. Bonn 2008, § 110: Sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern (online auf hdr.bmj.de).
  38. a b Andreas Niesmann: Justizministerium – Erfolg für Frauenbewegung? Ministerium schreibt Gesetz im Femininum. In: RND.de. 11. Oktober 2020, abgerufen am 19. Oktober 2020.
  39. Bayerische Staatskanzlei: Richtlinien für die Wahrnehmung und Organisation öffentlicher Aufgaben sowie für die Rechtsetzung im Freistaat Bayern. 6. November 2001, 2.5.4: Sprachliche Gleichbehandlung.
  40. Schweizer Bundeskanzlei, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW): Geschlechtergerechte Sprache: Leitfaden zum geschlechtergerechten Formulieren im Deutschen. 2., vollständig überarbeitete Auflage 2009, Version vom 31. Juli 2013, S. 127–128 (Randnummern 7.47–7.49) sowie S. 75–76: Juristische Personen (PDF: 1,1 MB, 192 Seiten auf bk.admin.ch).
  41. Angelika Wöllstein, Duden-Redaktion (Hrsg.): Duden: Die Grammatik (= Der Duden. Band 4/12). 9., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-411-04049-0, S. 151, Randnummer 222: Belebtheit.
  42. Gesellschaft für deutsche Sprache: Generisches Femininum (Leipziger Lösung). In: GfdS.de. August 2020, abgerufen am 1. Oktober 2020.
  43. Gabriele Diewald, Anja Steinhauer: Duden Handbuch geschlechtergerechte Sprache: Wie Sie angemessen und verständlich gendern. Herausgegeben von der Duden-Redaktion. Dudenverlag, Berlin April 2020, ISBN 978-3-411-74517-3, S. 213–214: Textbeispiel Grundordnung Universität Leipzig.