Generisches Maskulinum

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Von einem generischen Maskulinum spricht man in der Linguistik, wenn Bezeichnungen männlicher Referenten (z. B. männlicher Personen, männlicher Tiere) benutzt werden, um Referenten zu bezeichnen, deren biologisches bzw. natürliches Geschlecht (Sexus) unbekannt oder in dem Zusammenhang gleichgültig ist.[1] Im Gegensatz zum einfachen Maskulinum, das bei Personen und Tieren fast immer männliche Individuen bezeichnet, abstrahiert das generische Maskulinum vom Sexus:

  • Jeder Lehrer will guten Unterricht machen. (männliche Lehrer ebenso wie weibliche)
  • In den Karpaten leben etwa 8.000 Bären. (männliche Bären ebenso wie weibliche)

Abhängig von der Sprache kommt der generische Gebrauch von Maskulina nicht nur bei Substantiven, sondern auch bei anderen Wortarten vor, z. B. bei anaphorischen Personalpronomina, bei Indefinitpronomina und bei Demonstrativpronomina.

Das generische Maskulinum ist nur einer von vielen Fällen des generischen Gebrauches sprachlicher Mittel. Auch andere Genera (Feminina, Neutra), sowie Personalpronomina, Tempora und Konjugationsformen können generisch gebraucht werden.

Im Deutschen hat das generische Maskulinum bei den Personenbezeichnungen – insbesondere bei Berufsbezeichnungen und bei Nomina Agentis – seit den 1980er Jahren an Gebräuchlichkeit verloren. Hintergrund ist eine unter anderem von der feministischen Linguistik formulierte Kritik am generischen Maskulinum, die auf die Missverständlichkeit dieses sprachlichen Mittels zielt und auf die vermutete Gefahr, dass bei der Verwendung des generischen Maskulinums weibliche Referenten „nicht mitgedacht“ und damit systematisch ausgeblendet werden.[2] Gegner dieser Kritik haben argumentiert, dass das „Nicht-Mitdenken“ von Frauen in weitaus tieferen kognitiven Schichten verankert sei als in der Grammatik, was schon daran erkennbar sei, dass in Kulturen, deren Sprache ein generisches Maskulinum nicht kennt, die gesellschaftliche Benachteiligung von Frauen keineswegs geringer sei als etwa im deutschsprachigen Raum. Vereinzelt wurde sogar bedauert, dass die deutschsprachige feministische Linguistik die Gelegenheit versäume, sich mit dem generischen Maskulinum im eigenen Interesse eine Ausdrucksform dienstbar zu machen, die vom Sexus vollständig abstrahiere.[3]

Auch der österreichische Indogermanist Ivo Hajnal hält ein Aussterben des generischen Maskulinums für vorstellbar, sieht die treibende Kraft für sein mögliches Verschwinden jedoch nicht in der genderpolitischen Obsoletheit dieses Ausdrucksmittels, sondern in sprachhistorischen Faktoren.[4]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Begriffes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im englischen Sprachraum: angewandt auf anaphorische Pronomina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Englischen erschien der Ausdruck generic masculine als ad-hoc-Bezeichnung vereinzelt bereits früh.[5] Eine kulturelle Debatte entbrannte darüber aber erst um 1974, in der Zeit der zweiten Welle der Frauenbewegung. Der Gebrauch männlicher Pronomina für Personen unbestimmten Geschlechts ("when a child plays with his friends") wird im Englischen seitdem als problematisch empfunden.[6] Im englischsprachigen Diskurs wird der Oberbegriff „generisches Maskulina“ bis heute allerdings nur selten verwendet; eher ist dort spezifisch vom generischen ′he′ (engl. auch: epicene ′he′) die Rede.[7]

In Sprachen wie dem Deutschen spielt das Problem der generisch maskulinen Pronomina kaum eine Rolle, weil das Genus der Pronomina hier nicht wie im Englischen vom natürlichen Geschlecht der bezeichneten Personen, sondern vom – grammatischen – Genus des Nomen bestimmt wird. Im Englischen hat das Nomen kein Genus und fungiert als bloßes antecedent, zu dem die Pronomina sich nur im Numerus kongruent verhalten:[8]

  • Englisch
    • natürliches Geschlecht: männlichThere is my best student. I can’t praise him enough.The cute little tot is our grandchild. He doesn't talk yet.
    • natürliches Geschlecht: weiblichThere is my best student. I can’t praise her enough.A girl lives next door. I see her often.
    • kein natürliches GeschlechtThere is my car. I drive it every day.The cake is good. I like it.
  • Deutsch
    • grammatisches Geschlecht: Maskulinum – Da ist mein bester Schüler. Ich kann ihn nicht genug loben.Der Kuchen ist gut. Ich mag ihn.
    • grammatisches Geschlecht: Femininum – Da ist meine beste Schülerin. Ich kann sie nicht genug loben.
    • grammatisches Geschlecht: Neutrum – Da ist mein Auto. Ich fahre es jeden Tag.Nebenan wohnt ein Mädchen. Ich sehe es oft.Das niedliche Kerlchen ist unser Enkelkind. Es spricht noch nicht.

Bei Anaphern allerdings war eine Genuskongruenz auch im Deutschen bis ins 20. Jahrhundert hinein nicht zwingend:[9] „Wer nicht fühlt, was ein ehrbares Mädchen empfinden muß, wenn man um sie wirbt, der verdient sie nicht zu erhalten.“ (Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre, Kapitel 9).[10]

Im deutschen Sprachraum: angewandt auf Substantive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im soziolinguistischen Diskurs des Deutschen lässt sich eine Lehnübersetzung „generisches Maskulinum“ erst in den 1980er Jahren nachweisen.[11] Anders als im Englischen, wo es fast ausschließlich um Pronomina geht, bezeichnet der Terminus im Deutschen seitdem fast ausschließlich Mehrdeutigkeiten bei Substantiven.[12] Die erste Untersuchung zur Frage, wie Sprachbenutzer grammatisch maskuline Personenbezeichnungen verstehen, hat 1988 Josef Klein durchgeführt.[13] Noch in den 1990er Jahren erregten Genus-Sexus-Diskrepanzen oftmals nur dann Aufmerksamkeit, wenn sie Verwirrung über die Kongruenzregeln brachten („der Sprintstar und ihre Freundinnen“).[14]

Im feministischen Diskurs war der Begriff Mitte der 1990er Jahre jedoch bereits fest etabliert.[15] 1980 – im selben Jahr, in dem auch die deutsche Übersetzung von Gerd Brantenbergs feministischem und sprachsensiblem Roman Die Töchter Egalias herauskam – war mit Luise F. Pusch und Senta Trömel-Plötzs Themenband „Sprache, Geschlecht und Macht“ erstmals ein nicht nur fürs sprachwissenschaftliche Fachpublikum bestimmtes Werk erschienen, in dem das generische Maskulinum aus feministischer Sicht problematisiert wurde.[16]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Substantive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Substantive mit weiblicher Ableitungsform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen- und Tierbezeichnungen sind entweder sexusindifferent oder sie implizieren eine Sexusbedeutung. In der Duden-Grammatik werden bei den deutschen Substantiven – insbesondere den Personenbezeichnungen – drei Klassen unterschieden:[17]

  1. Substantive, die sich unabhängig von ihrem grammatischen Genus auf Personen beiderlei natürlichen Geschlechts beziehen können (der Mensch, die Person, das Individuum).
  2. Substantive, die sich entweder nur auf Männer oder nur auf Frauen beziehen (der Knecht, die Mutter). Das Genus dieser Wörter entspricht im Regelfalle dem natürlichen Geschlecht der bezeichneten Person, weicht bei den meisten Diminutivformen und in einigen weiteren individuellen Ausnahmefällen aber davon ab (das Mädchen, das Weib).[18]
  3. Substantive, bei denen neben der maskulinen Grundform eine per Movierung gewonnene feminine Ableitung besteht (der Arzt, die Ärztin). Movierung existiert auch in vielen anderen Sprachen; neben dem Niederdeutschen und dem modernen Hebräischen gibt es weltweit jedoch nur wenige Sprachen, die weibliche Ableitungen in großer Zahl hervorbringt.
Disambiguierung substantivischer Maskulina der dritten Klasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Substantiven dieser dritten Klasse verweist die Ableitung stets auf den weiblichen Sexus, während die Sexusbedeutung der Grundform vom Kontext abhängt.[19] Das gewöhnliche (nicht-generische) Maskulinum ist bei den deutschen Substantiven im Singular daran kenntlich, dass nicht ein beliebiger Vertreter der bezeichneten Klasse, sondern ein bestimmtes Individuum gemeint ist; in beiden Numeri (Singular+Plural) ist es an Kontexthinweisen kenntlich. In allen übrigen Fällen liegt ein generisches Maskulinum vor.

Mit Hilfe dieser beiden Kriterien – a. Bestimmtheit der bezeichneten Person bzw. des bezeichneten Tieres, b. Kontext – kann in Zweifelsfällen eine Disambiguierung vorgenommen werden:

Sexusdisambiguierung der Personen- und Tierbezeichnungen im Deutschen
Sexus männlich Sexus unbestimmt
(generisches Maskulinum)
Sexus weiblich
Singular Die Grundform bezeichnet eine männliche Person bzw. ein männliches Tier, wenn a. entweder ein bestimmtes Individuum gemeint ist und/oder b. der Kontext darauf hinweist, dass eine männliche Person bzw. ein männliches Tier gemeint ist. Wenn beide links genannten Bedingungen fehlen, bezeichnet die Grundform kein bestimmtes Geschlecht. Die abgeleitete Form mit weiblichem Suffix bezeichnet immer eine weibliche Person bzw. ein weibliches Tier.

bestimmt:

  • Der Roman erzählt die Geschichte eines russischen Arztes.
  • Paul ist ein guter Arzt. (männlicher Vorname)
  • Der Wolf Akela war schon alt und schwach. (individueller Wolf)

bestimmt:

  • Dorothea Erxleben war die erste promovierte Ärztin Deutschlands.
  • Die Wölfin Rakscha zog Mowgli gemeinsam mit ihrem eigenen Wurf auf.

unbestimmt:

  • Für das medizinische Team werden ein Arzt und eine Ärztin gesucht. (Gegenüberstellung Arzt/Ärztin)
  • Fast jeder männliche Arzt hat eine Helferin dabei, die bei einer Verleumdung für ihn aussagt. (Adjektiv männlich)
  • Ein stärkerer Hirsch deckt in seinem Rudel einen Großteil der empfangsbereiten Weibchen. („Weibchen decken“)

unbestimmt:

  • Wegen seiner Rückenschmerzen sollte Max einmal mit einem Arzt sprechen.
  • Unsere Enkelin will Arzt werden.
  • Julia ist unser bester Arzt. (von all unseren Ärzten [♂♀] ist sie der beste)
  • Der Arzt kennt seine Patienten. (generalisierender Singular)
  • Der kleinste Hirsch der Welt ist der Pudu.

unbestimmt:

  • Jede Ärztin kann sich auch auf dem Gebiet der Andrologie fortbilden.
  • Unsere Enkelin will Ärztin werden.
  • Die Tragzeit beläuft sich bei einer Hindin auf sechs bis neun Monate.
Plural Die Grundform bezeichnet ausschließlich männliche Personen/Tiere, wenn der Kontext darauf hinweist, dass ausschließlich männliche Personen/Tiere gemeint sind. Wenn die links genannte Bedingung fehlt, bezeichnet die Grundform kein bestimmtes Geschlecht. Die abgeleitete Form mit weiblichem Suffix bezeichnet immer eine rein weibliche Mehrzahl von Personen/Tieren.

bestimmt:

  • Die Söhne der Meyers wollen Ärzte werden. (Söhne)
  • Die Ärztinnen und Ärzte des Landeskrankenhauses tragen bei der Visite heute keine Kittel mehr. (Gegenüberstellung Ärztinnen/Ärzte)
  • Als Packtiere wurden zwei Eselhengste mitgenommen. (Hengste)

bestimmt:

  • Kristof Magnussons Roman erzählt die Geschichte zweier Berliner Ärzte. (♂♂ oder ♂♀)
  • Die zwei Esel auf Constables Gemälde stehen im Halbschatten.

bestimmt:

  • Unter den Passagieren befanden sich zum Glück auch zwei Ärztinnen.
  • Es hatte aber Kis, der Vater Sauls, seine Eselinnen verloren [...] (1 Sam 9,3 EU)

unbestimmt:

  • In Russland sind männliche Ärzte im Kollegium meist in der Minderheit. (Adjektiv männlich)
  • Männliche Hunde werden als „Rüden“ bezeichnet.

unbestimmt:

  • Einige Politiker meinen, Ärzte verdienten zu viel.
  • Die ersten Ärzte, die diese Behandlung angeboten haben, waren zwei Gynäkologinnen in München.
  • Die Domestizierung der Hunde begann in der Steinzeit.

unbestimmt:

  • Bereits 1840 hat die Universität Zürich künftige Ärztinnen ausgebildet.
  • Auch Hündinnen zeigen oft ein dominantes Verhalten.
Ableitung weiblicher Formen in Sprachen ohne substantivische Genera[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch einige Sprachen, die bei den Substantiven nicht zwischen Maskulina und Feminina unterscheiden, kennen eine Ableitung weiblicher Formen.

Dies betrifft etwa das Schwedische, wo vereinzelt noch Ableitungen wie lärare → lärarinna („Lehrer/Lehrerin“ → „Lehrerin“) in Gebrauch sind. Diese weiblichen Formen gelten im Schwedischen heute jedoch als veraltet und werden hauptsächlich noch in historischen Texten verwendet: ([Selma Lagerlöf] lämnade hemmet för att utbilda sig till lärarinna vid Högre Lärarinneseminariet i Stockholm. „[Selma Lagerlöf] verließ das Zuhause, um sich im Höheren Lehrerinnenseminar in Stockholm als Lehrerin ausbilden zu lassen.“)[20]

Auch im Ungarischen, wo es weder für Substantive noch für Pronomen Genera gibt, werden bei den Berufsbezeichnungen von den Grundformen weibliche Formen abgeleitet: tanár → tanárnő („Lehrer/Lehrerin“ → „Lehrerin“). Obwohl die Grundform sexusunspezifisch ist, empfinden viele ungarische Sprachbenutzer – anders als die schwedischen – es als unangebracht oder störend, wenn sie benutzt wird, um ausschließlich Frauen zu bezeichnen.[21]

Generischer Gebrauch von Maskulina bei biosystematischen Klassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In vielen Sprachen gibt es Wörter, die gleichzeitig eine bestimmte biosystematische Klasse und männliche Vertreter dieser Klasse bezeichnen. Im Deutschen gilt dies für einen Teil der Tierarten, z. B. der Bär (vs. die Bärin), der Löwe (die Löwin), der Hirsch (die Hirschkuh, die Hinde, die Hindin).

Zu den wenigen Sprachen, in denen das Wort „Mensch“ gleichzeitig „Mann“ bedeutet, zählen:

  • einige germanische Sprachen: das Englische (man) und das Niederländische (man), nicht aber das Westfriesische (minsk/man)
  • die meisten romanischen Sprachen: das Lateinische (homo), das Italienische (uomo), das Spanische (hombre), das Portugiesische (homen) und das Französische (homme), nicht aber das Rumänische (om/bărbat)

Im Deutschen haben sich Reste eines solchen generischen Gebrauches des Wortes Mann in einigen Redewendungen (zwanzig Mann, alle Mann, etwas an den Mann bringen, Not am Mann, den toten Mann machen, Mann über Bord, Mann und Maus), Komposita (Privatmann, jedermann, Mannjahre) und Ableitungen (kaufmännisch, fachmännisch, männiglich) erhalten.

Generische Maskulina als Grundlage bei der Wortbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Selbst wenn bei einem Substantiv eine durch Movierung gewonnene feminine Alternativform existiert (Bauer → Bäuerin, Hund → Hündin), wird bei der Wortbildung auch dann die Grundform verwendet, wenn der Sexus unbestimmt ist oder sowohl weibliche als auch männliche Individuen gemeint sind: Bauernregel, verbauern, bäuerlich, bäurisch; Hundefloh, hundsgemein, hundemüde.

Weibliche Movierungsformen können nur dann Wortbildungen hervorbringen, wenn letztere ausschließlich und spezifisch auf weibliche Individuen bezogen sind (Bäuerinnenrente, Lehrerinnenzölibat, lehrerinnenhaft; Löwinnenkopf).

Pronomina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Generisches maskulines Plural-sie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In vielen Sprachen existieren für die 3. Person Plural (sie) ein maskulines und ein feminines Personalpronomen, wobei das maskuline auch generisch verwendet wird. Ein Beispiel aus dem Französischen:

Nur männliche Personen L’entreprise embauche deux avocats. Ils vont gérer tous les litiges.
Personen unbestimmten oder beiderlei Geschlechts L’entreprise embauche deux avocats. Ils vont gérer tous les litiges.
Nur weibliche Personen L’entreprise embauche deux avocats. Elles vont gérer tous les litiges.
Übersetzung „Das Unternehmen stellt zwei Anwälte ein. Sie werden alle Streitfälle handhaben.“

Eine ähnliche Situation findet sich in allen anderen romanischen Sprachen, aber z. B. auch im Isländischen, Griechischen, Serbokroatischen und Hebräischen. Im Französischen hat auch das Demonstrativpronomen celui im Plural neben einer femininen Form (celles) eine generisch verwendbare maskuline Form (ceux).

Zu den sehr wenigen Sprachen, die für Personenmehrzahlen unbestimmten oder beiderlei Geschlechts ein selbstständiges Personalpronomen haben, zählt die Plansprache Volapük:

Nur männliche Personen löfoms odis
Personen unbestimmten oder beiderlei Geschlechts löfons odis
Nur weibliche Personen löfofs odis
Übersetzung „sie lieben einander“

Historisch gab es Beispiele für eine selbstständige grammatische Behandlung von Personenmehrzahlen mit unbestimmtem oder beiderlei Geschlecht im Gotischen.[22]

Generisches er in Sprachen ohne substantivische Maskulina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Generisches er im Englischen und im Schwedischen
Maskulinum generisches Maskulinum Femininum
Englisch A teacher knows his students since he teaches them every day. A teacher knows his students since he teaches them every day. A teacher knows her students since she teaches them every day.
Schwedisch En lärare känner sina elever för att han lär dem varje dag. En lärare känner sina elever för att han lär dem varje dag. En lärare känner sina elever för att hon lär dem varje dag.
Übersetzung Ein Lehrer kennt seine Schüler, denn er unterrichtet sie jeden Tag.“ Ein Lehrer/eine Lehrerin kennt seine/ihre Schüler, denn er/sie unterrichtet sie jeden Tag.“ Eine Lehrerin kennt ihre Schüler, denn sie unterrichtet sie jeden Tag.“

Eine kleine Anzahl von Sprachen – darunter das Englische, Afrikaans und viele Plansprachen, wie z. B. Esperanto – kennt bei den Substantiven kein Genus, unterscheidet aber zwischen maskulinen und femininen Personalpronomina. Die Entscheidung, die ein Sprecher des Deutschen eventuell bereits beim Substantiv machen muss („generisch maskuline Grundform oder feminine Ableitungsform mit -in?“), stellt sich einem Sprecher des Englischen erst im anaphorischen Gebrauch, d. h. wenn er Personalpronomina verwenden will, die auf das – eigentlich sexusindifferente – Substantiv bezogen sind.

Ganz ähnlich ist die Situation in Sprachen wie dem Schwedischen, wo bei den Substantiven zwar Genera unterschieden werden, aber nicht Maskulinum und Femininum, sondern nur Utrum (persönlich) und Neutrum (nicht-persönlich). Weitere Sprachen mit Utrum sind das Dänische, Bokmål und das Westfriesische.

Solange der Sexus bestimmt ist (entweder „ein männlicher Lehrer“ oder „eine Lehrerin“) gibt es in den hier genannten Sprachen keinerlei Mehrdeutigkeiten. Wenn der Sexus jedoch unbestimmt bleiben soll („ein Lehrer/eine Lehrerin“) wird beim Personalpronomen das generische Maskulinum verwendet (englisch: he, him, his usw.; schwedisch: han, honom, hans usw.). Sowohl im englischen als auch im schwedischen Sprachraum wird diese Besonderheit der überlieferten Grammatik heute als zunehmend problematisch empfunden.

Indefinitpronomina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Deutschen weisen auch einige substantivisch gebrauchte Indefinitpronomina Merkmale von generischen Maskulina auf. Diese erfordern, obwohl sie selbst kein Genus haben, die Verwendung maskuliner Personalpronomina:

  • Man hat sein Glück nicht gemacht, vermag man nicht, es zu geniessen.
  • wer nie sein Brot mit Tränen aß

Ähnliches gilt für die Indefinitpronomina irgendwer, jeder, jedweder, jeglicher, jedermann, einer, unsereiner, keiner, mancher, meinesgleichen, deinesgleichen usw. Bei jemand und niemand beschreibt die Duden-Grammatik neben dem generisch maskulinen Gebrauch auch einen femininen:[23]

  • Sie ist jemand, der/die nicht so schnell aufgibt.
  • Die Nachbarin ist niemand, mit dem/der ich reden kann.

Vergleichbare Situationen bestehen auch in vielen anderen Sprachen:

  • englisch: Nobody buys what he can get for free. (Heute weitaus gebräuchlicher: Nobody buys what they can get for free.)
  • schwedisch: Ingen köper vad han kan få gratis. (Heute vereinzelt auch: Ingen köper vad hen kan få gratis.)
  • niederländisch: Niemand koopt wat hij gratis kan krijgen.
  • französisch: Personne n'achète ce qu'il peut obtenir gratuitement.

(Übersetzung: „Niemand kauft, was er umsonst bekommen kann.“)

Sprachkritik am generischen Maskulinum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das generische Maskulinum ist heute Gegenstand der Sprachkritik insbesondere von Seiten der feministischen Linguistik. Der generische Gebrauch des Maskulinums führt stets zu Mehrdeutigkeiten – „sind Personen unbestimmten Geschlechts oder spezifisch männliche Personen gemeint?“ –, die zumindest bei den Substantiven durch Disambiguierung mehr oder weniger sicher beseitigt werden können (siehe weiter oben). Gegenstand der Sprachkritik sind solche Fälle, in denen die Disambiguierung versagt (siehe unten unter Uneindeutigkeit bzw. Einbezug von Frauen).

Für die Behebung von Problemen, die sich aus der Verwendung generischer Maskulina eventuell ergeben, sind zahlreiche Lösungsvorschläge gemacht worden, unter denen sich zwei Typen unterscheiden lassen:[24]

  • Ausgleich/Feminisierung zielt auf einen Gebrauch Gender-adäquater Personenbezeichnungen und bedeutet in der Praxis eine Mehrverwendung weiblicher Wörter, beispielsweise weiblicher Formen von Funktions- und Berufsbezeichnungen (Lehrer → Lehrerin). Dieser Weg wird besonders in gendered languages beschritten, also in Sprachen, die sowohl bei Pronomina als auch bei Substantiven zwischen Maskulinum und Femininum unterscheiden (Deutsch, Französisch, Spanisch).[25]
  • Neutralisierung zielt im Gegenteil auf eine Vermeidung Gender-spezifizierender sprachlicher Mittel und bedeutet in der Praxis, dass sexusspezifische Formen durch unspezifische Formen so weit wie möglich ersetzt werden (z. B. mankind durch humankind, mom/dad durch parent). Neutralisierung wird vor allem in natural gender languages gewählt, in Sprachen also, die einen Unterschied zwischen weiblichem und männlichem Genus nur bei den Pronomina, nicht aber den Substantiven machen (Englisch, Schwedisch).[25]

Generischer Gebrauch des Maskulinums bei Pronomina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Englisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Generisches he und singularisches they[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Englischen besteht neben dem generischen he traditionell die Alternative eines singularischen they:[26]

“A person can’t help their birth.”

„Kein Mensch kann für seine Geburt.“

Die im ausgehenden 18. Jahrhundert aufgekommene normative Grammatik brandmarkte diese Praxis.[27] Das britische Parlament verabschiedete 1850 ein als Lord Brougham’s Act bekannt gewordenes Gesetz, mit dem festgeschrieben wurde, dass in Gesetzestexten das generische he von da an als einzige anaphorische Form verwendet werden durfte.[28]

Studien zum Verstehen des generischen he[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Kompetenz der Leser, ein generisches he als solches zu erkennen – also nicht vorzugsweise auf männliche Personen zu beziehen –, sind im englischsprachigen Raum zahlreiche Studien durchgeführt worden.

Bei Kindern

Kinder verstehen das Konzept des generischen he erst relativ spät und glauben bis dahin, dass jedes he sich auf eine männliche Person beziehe. In einer Gruppe von 6-Jährigen, die für eine 1980 veröffentlichte Studien untersucht worden waren, verstanden nur 28 % das Konzept des generischen he; in der aus College-Studenten zusammengesetzten Kontrollgruppe waren es dagegen 84 %.[29] Spätere Studien bestätigten die Befunde von 1980.[30] Das singularische they ist von allen untersuchten Formulierungen diejenige, die von Kindern am leichtesten als sexusindifferent verstanden wird.[31]

Bei weiblichen Stellensuchenden

Eine Anzahl weiterer Studien hat sich mit der Frage beschäftigt, in welchem Maße erwachsene Frauen sich von Stellenanzeigen angesprochen fühlen, in denen das generische Maskulinum verwendet wird. Eine 1973 veröffentlichte Studie ergab, dass die weiblichen Versuchspersonen angesichts so formulierter Inserate auch dann weniger als die männlichen Versuchspersonen zu einer Bewerbung bereit waren, wenn sie für die Position qualifiziert gewesen wären.[32]

Eine 1981 veröffentlichte Studie führte zu der Erkenntnis, dass Frauen die Erfolgschancen weiblicher Stellenbewerber höher einschätzen, wenn in der Stellenanzeige geschlechtsindifferente Pronomina (he or she, they) verwendet werden, als wenn in der Stellenbeschreibung nur das generische he erscheint.[33]

Für eine 1983 publizierte Studie wurden weiblichen und männlichen Versuchspersonen Auszüge aus einem Text über die ethischen Standards für Psychologen vorgelegt, wobei die drei Kontrollgruppen jeweils unterschiedliche Textversionen lasen: mit der Formulierung „he and she“, mit „she and he“ und mit dem generischen he. Die Studie lieferte den Befund, dass in der dritten Gruppe die weiblichen Versuchspersonen seltener als in den anderen beiden Gruppen angaben, sie würden gern Psychologie studieren.[34]

Bei Erwachsenen im Allgemeinen

Bereits in den 1970er Jahren wurde in Studien nachgewiesen, dass das generische he von erwachsenen Sprachbenutzer generell oft nicht erkannt und dann nur auf männliche Referenten bezogen wird.[35] John Gastil (University of Wisconsin–Madison) entdeckte 1990, dass männliche Versuchspersonen auch die alternative Formulierung he/she vorzugsweise auf männliche Referenten bezogen. Allein die Formulierung they wurde sowohl von männlichen als auch von weiblichen Versuchspersonen als sexusunspezifisch verstanden.[36] Eine neuseeländische Studie hatte in demselben Jahr ähnliche Befunde geliefert.[37] Mykol C. Hamilton (Centre College, Kentucky) bestätigte 1998 Gastils Befunde und konnte ergänzen, dass männliche Versuchspersonen generische Formulierungen insgesamt häufiger missdeuteten als weibliche Versuchspersonen.[38]

Eine 2009 vorgelegte Studie zeigte, dass die Probleme erwachsener Versuchspersonen, ein generisches he zu verstehen, seit 1990 in vollem Umfange bestehen gebleiben sind.[39]

Wiederkehr des singularischen they[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im gesprochenen Englisch hat sich das singularische they – etwa in den Vereinigten Staaten – im 21. Jahrhundert weithin durchgesetzt und das generische he teilweise sogar verdrängt. Das sehr einflussreiche Chicago Manual of Style erlaubt das singularische they in seiner jüngsten 17. Auflage aber nur im mündlichen sowie im informellen schriftlichen Sprachgebrauch; im förmlichen schriftlichen Gebrauch gestattet es das they nur in Bezug auf bestimmte individuelle Personen, die sich mit Sexuspronomina wie he oder she nicht identifizieren.[40]

Anwendung des singularischen they im Vergleich:

Generisches Maskulinum Every child loves his stuffed animal. It is precious to him and he needs it.
Mit singularischem they Every child loves their stuffed animal. It is precious to them and they need it.
Übersetzung „Jedes Kind liebt sein Stofftier. Es ist ihm kostbar und es braucht es.“

Schwedisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Schwedische, wo für den anaphorischen Gebrauch bis dahin nur das maskuline Personalpronomen han („er“) und dessen feminine Entsprechung hon („sie“) zur Verfügung stand, schlug der Linguist Rolf Dunås in einem Artikel der Upsala Nya Tidning 1966 vor, ein drittes Pronomen zu schaffen, das spezifisch Personen unbestimmten Geschlechts bezeichnen sollte. Die Anregung für das neue Kunstwort hen fand er im Finnischen, das keine Genera kennt und ein einheitliches Pronomen hän („er/sie“) für Personen jeglichen Geschlechts verwendet.[41] Die Diskussion war zunächst eher akademischer Natur und weitgehend auf ein Fachpublikum beschränkt.[42] Zu Beginn des 21. Jahrhunderts begannen auch Teile der LGBT-Community das Wort zu gebrauchen.[24]

Eine breite öffentliche Debatte entstand in Schweden erst, nachdem der Autor Jesper Lundqvist gemeinsam mit der Illustratorin Bettina Johansson 2012 ein Bilderbuch Kivi & Monsterhund veröffentlichte, das als erstes schwedisches Kinderbuch das Pronomen hen verwendete.[43] Während das neue Wort noch 2012 von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt worden war, verschoben sich die Verhältnisse bis 2014 deutlich.[24] In der schwedischen Presse wird das Wort zunehmend häufig gebraucht. Im Jahre 2012 kamen dort auf 1 „hen“ noch 416 „han“ oder „hon“; 2016 waren es noch 159, 2017 nur noch 149.[44] 2013 hat schließlich auch der schwedische Sprachrat (Språkrådet) den Gebrauch des neuen Wortes anerkannt.[45]

Anwendung von hen im Vergleich:

Generisches Maskulinum Varje flykting får hjälp. Han och hans familj får en lägenhet. En advokat råder honom.
Mit dem Kunstwort hen Varje flykting får hjälp. Hen och hens familj får en lägenhet. En advokat råder hen.
Übersetzung „Jeder Flüchtling erhält Hilfe. Er/sie und seine/ihre Familie bekommen eine Wohnung. Ein Anwalt berät ihn/sie.“

Das Schwedische ist bisher die einzige Sprache, in der die Einführung eines neuen Sexus-indifferenten Pronomen weite gesellschaftliche Akzeptanz gefunden hat.[24] In Norwegen ist 2017 eine Initiative der Arbeiderpartie, für die westliche Landessprache Bokmål ebenfalls ein hen einzuführen, am Widerstand der konservativeren Parteien gescheitert.[46] Im Dänischen findet høn allmählich Verbreitung und im Isländischen hán.[47]

Generischer Gebrauch des Maskulinums bei Substantiven (verschiedene Sprachen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Spanischen – insbesondere im Netzjargon – finden seit der Mitte der 1990er Jahre schriftliche Formen wie l@s trabajador@s (statt generisch maskulin los trabajadores) moderate Verbreitung.[48] Eine alternative und noch weniger verbreitete Form ist die Ersetzung des sexusbezeichnenden Vokals durch ein x (lxs desempleadxs statt los desempleados bzw. las desempleadas).[49]

Eine der wenigen Studien, die zum generischen Gebrauch des Maskulinums im Spanischen vorgelegt wurde, stammt aus dem Jahre 1997.[50]

Auch im Französischen existieren Gebräuche, geschlechtsspezifische Teile von Endungen durch ein @ zu ersetzen, etwa limit@s statt (generisch) maskulin limités (bzw. feminin limitées).[51]

Zum Sprachgebrauch im Französischen, wo weibliche Ableitungsformen bei den Berufsbezeichnungen kaum existieren, haben Pascal Gygax und Ute Gabriel 2008 eine Untersuchung vorgelegt.[52]

Generischer Gebrauch des Maskulinums bei Substantiven (deutsche Sprache)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alternativen zum generischen Maskulinum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da das generische Maskulinum von vielen Sprachbenutzern nicht als generisch, sondern als echtes Maskulinum verstanden wird, sind zahlreiche Vorschläge zu seiner Ersetzung gemacht worden, darunter:

  • Doppelnennungen: Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
  • Neutralisierung: die Angestellten, das Personal, das Kollegium
  • Umschreibungen: alle, die für das Unternehmen arbeiten
  • Schrägstrichschreibweisen: Mitarbeiter/innen
  • Klammerschreibweisen: Mitarbeiter(innen)
  • Binnen-I: MitarbeiterInnen
  • Gendergap: Mitarbeiter_innen

Einige dieser Vorschläge haben inzwischen Eingang in Gesetze und amtliche Regelungen gefunden; siehe: Gesetze und amtliche Regelungen zur geschlechtergerechten Sprache.

Der Duden gestattet bestimmte Klammer- und Schrägstrichschreibweisen, aber weder Binnen-I noch ähnliche Formen:[53]

  • Mitarbeiter(in), Lehrer(innen), Kolleg(inn)en
  • Kolleginnen/Kollegen, Mitarbeiter/-innen

Die Redaktion des Dudens empfiehlt in ihrer Zeitschrift Sprachspiegel,[54] in bestimmten Fällen das generische Maskulinum in seine geschlechtsspezifischen Formen aufzulösen. Das gelte insbesondere bei der direkten Ansprache (Bürgerinnen und Bürger) oder in Formularen. Die Duden-Redaktion erklärt das generische Maskulinum nicht für abgeschafft, erkennt aber an, dass eine „Breitenwirkung der feministischen Sprachkritik“ eingesetzt habe und beim Verfassen vieler Texte niemand mehr um die „Frage der angemessenen sprachlichen Berücksichtigung von Frauen“ herumkomme. Gemäß Duden Band 9 (Richtiges und gutes Deutsch) ist das „große I“ rechtschreibwidrig. Der Band gibt jedoch Hilfestellungen zur alternativen Formulierung (Splitting).

Grenzen der Ersetzbarkeit des generischen Maskulinums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Generische Maskulina können mit Mitteln wie den vorgenannten in vielen Fällen so ersetzt werden, dass eine Verwechslung mit echten Maskulina so gut wie ausgeschlossen ist. In einigen Fällen führt der Versuch der Ersetzung aber zu Problemen:

Komposita

Problematisch ist eine Substitution erstens bei Komposita, in denen ein generisches Maskulinum als Modifikator erscheint:

  • Bürgermeister, Fußgängerüberweg, Leserbrief
  • richterlich, meisterhaft, bauernschlau

Die Substituierung des generischen Maskulinums durch Alternativformen würde hier übermäßig lange und tendenziell unübersichtliche Wörter wie z. B. *BürgerInnenmeisterInnen, *Bürger(innen)meister(innen), *Bürger- und Bürgerinnenmeister und -meisterinnen hervorbringen.[55]

Häufung von Personenbezeichnungen

Das Risiko übermäßig langer Formulierungen ergibt sich zweitens auch dann, wenn in einem Satz gleich mehrere generische Maskulina ersetzt werden sollen:

  • „Bei uns ist der Kunde noch König.“
Tautologien

Semantisch ist die Ersetzung des generischen Maskulinums drittens dann problematisch, wenn die Alternativform nach Absicht des Sprechers zwar Referenten unbestimmten Geschlechts bezeichnen soll, von den Hörern aber als Bezeichnung weiblicher Referenten verstanden wird:

  • „Frauen sind die vernünftigeren Autofahrerinnen.“ Hier handelt es sich um eine Tautologie, denn ausnahmslos alle Autofahrerinnen sind Frauen.[56]
  • „Sie ist unsere beste Ingenieurin.“ Diese Formulierung suggeriert, dass die Bezeichnete zwar die beste der weiblichen Ingenieure ist, dass es daneben aber männliche Ingenieure gibt, die möglicherweise qualifizierter sind als sie.

In Fällen wie diesen funktionieren auch Doppelnennungen nicht: „Mädchen sind die besseren Schüler und Schülerinnen.“ (Vgl.: „Akademikerkinder sind die erfolgreicheren Schüler und Schülerinnen.“)

Studien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studien zum Verstehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vielen Sprachbenutzern fällt es schwer, generische Maskulina als solche zu erkennen und nicht allein auf männliche Referenten zu beziehen, und dies, obwohl die Regeln für das generische Maskulinum und für seine Disambiguierung einfach zu vermitteln sind.[57] In der Singularform („jeder Ingenieur“) werden generische Maskulina eher missverstanden als in der Pluralform („alle Ingenieure“).[58] Ein Faktor, der zur Schwierigkeit des Verstehens beiträgt, ist die vergleichsweise seltene generische Verwendung des Maskulinums, das weitaus häufiger auf männliche Referenten bezogen wird.[59]

Wie Vergleichsstudien gezeigt haben, wird das generische Maskulinum im Deutschen auch häufiger missverstanden als etwa im Französischen oder Niederländischen.[60][61]

Bei Kindern

Der Erziehungswissenschaftler Dries Vervecken (FU Berlin) hat, teilweise mit Koautoren, mehrere Studien zum Verständnis und zur Wahrnehmung des generischen Maskulinums bei Schulkindern vorgelegt. 2012 wies er nach, dass 6- bis 12-jährige Mädchen an Berufen, die ihnen beschrieben wurden, eher Interesse fanden, wenn in den Texten Doppelnennungen („Ingenieur/Ingenieurin“) verwendet wurde, als wenn darin generische Maskulina vorkamen.[62] Zwei 2013 und 2015 veröffentlichte Folgestudien desselben Autors bestätigten diesen Befund.[63]

Bei Erwachsenen

Eine der ersten Untersuchungen zum Verständnis des generischen Maskulinums im Deutschen stammt von dem Sprachwissenschaftler Josef Klein (1988). Klein legte 290 Versuchspersonen Lückentexte vor, in denen generische Maskulina vorkamen und in denen der Sexus der Referenten ergänzt werden sollte. 72 % der männlichen und 67 % der weiblichen Versuchspersonen gaben Männer als Referenten an. Klein untersuchte auch eine Kontrollgruppe, deren Lückentexte statt der generischen Maskulina Doppelnennungen enthielten („Kölner Bürger/Bürgerinnen“). Auch in der Kontrollgruppe gaben 61 % der männlichen und 57 % weiblichen Versuchspersonen männliche Referenten an. Da die Verwendung von Doppelnennungen den Vorsprung männlicher Geschlechtsspezifizierung keineswegs beseitigte, schloss Klein, dass das generische Maskulinum zwar zu einem gewissen Teil, aber keineswegs allein für das Nicht-Mitdenken von Frauen in gemischtgeschlechtlichen Gruppen verantwortlich sei, und dass „das situationsübergreifende Stereotyp der Dominanz des Mannes [...] offenbar in tieferen kognitiven Schichten verankert [ist] als in der Grammatik der Wortbildung“.[64]

Später durchgeführte Studien bestätigten Kleins Befunde: alternative Formulierungen (insbesondere mit Binnen-I, Doppelnennung und Schrägstrichschreibweise; weniger mit Neutralisierung) werden von Versuchspersonen weniger häufig als generisch verwendete Maskulina ausschließlich auf männliche Referenten bezogen.[65][66][67][68][69][70] Lisa Irmen und Astrid Köhncke stellten 1996 in zwei Experimenten fest, dass nur 20 % bzw. 49 % der Versuchspersonen verstanden, dass ein generisches Maskulinum sich auch auf weibliche Referenten beziehen kann.[71] Allerdings konnte in keiner dieser Studien eine Alternativformulierung aufgewiesen werden, die zu einer vollständigen Ausgewogenheit weiblicher und männlicher Referenten geführt hat.

Wie bereits Klein aufgefallen war, nehmen männliche Versuchspersonen bestimmte Formulierungen anders wahr als weibliche. Ein Forscherteam der Universität Mannheim (1998) legte Versuchspersonen Texte vor, in denen über bestimmte Berufsgruppen teils mit generischem Maskulinum, teils mit alternativen Formulierungen (Doppelnennung, Neutralisierung) berichtet wurde; die Versuchspersonen sollten dann den Frauenanteil in diesen Berufsgruppen schätzen. Bei „typisch männlichen“ Berufen schätzten die männlichen Versuchspersonen den Frauenanteil bei neutralisierenden Formulierungen am höchsten (31,5 %; Doppelnennung: 27,63 %; generisches Maskulinum: 23,56 %). Die weiblichen Versuchspersonen dagegen schätzten ihn bei Doppelnennung am höchsten (33,13 %; Neutralisierung: 23,44 %; generisches Maskulinum: 17,06 %).[72] Ute Gabriel (TNUN Trondheim) und Franziska Mellenberger (Universität Bern) beobachteten 2004, dass männliche Versuchspersonen auf eine Ersetzung generischer Maskulina durch Alternativformen stark ansprachen (indem sie mehr weibliche Referenten bezeichneten), während bei den weiblichen dieselbe Manipulation nur geringe Effekte zeigte.[73]

2005 nahmen zwei Autorenteams Sichtungen aller Studien zu diesem Thema vor: Friederike Braun, Sabine Sczesny und Dagmar Stahlberg (Universität Mannheim);[74] Lisa Irmen und Ute Linner (Universität Heidelberg).[75]

Studien zum Gebrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Germanistin und Politikerin Regula Bühlmann wies 2002 in einer Analyse von 36 Artikeln aus Deutschschweizer Tageszeitungen nach, dass das generische Maskulinum vorwiegend für Personenbezeichnungen mit hohem Prestige verwendet wird, während Doppelnennungen eher verwendet werden, um Personen mit geringerem Prestige zu bezeichnen.[76] Eine weitere Studie aus dem Jahre 2003, für die ein Korpus aus 573 Texten unterschiedlichster Art analysiert wurde, bestätigte diesen Befund nicht.[77]

Theoretische Ansätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Semantische Sicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Prämissen der feministischen Linguistik zählte von Anfang an eine enge Beziehung zwischen Genus und Sexus, bis hin zu der Auffassung, dass das Genus vom Sexus abgeleitet (wenn nicht gar mit dem Sexus identisch) sei und dass die Funktion des Artikels darin bestehe, Genus und Sexus zum Ausdruck zu bringen.[78] Diese Auffassung geht u. a. auf Jacob Grimm zurück, der im 19. Jahrhundert vermutet hatte, dass Feminina im Deutschen immer da entstanden seien, wo Referenten bezeichnet werden sollten, die als weich, passiv und empfangend empfunden werden.[79] Im 20. Jahrhundert haben Autoren wie Toshi Konishi und Donald J. MacKay ähnliche Positionen vertreten.[80] In der modernen, strukturalistisch geprägten Linguistik überwiegt heute aber die Auffassung, dass die Genuszuweisung vollständig arbiträr (= zufällig) sei.[81]

Im nächsten Schritt haben die Vertreter der semantischen Sicht argumentiert, dass das zur Norm erhobene Maskulinum die Dominanz des Mannes in der Gesellschaft anzeige.[82] Generische Maskulina seien gleichzeitig Symptom und Quelle eines fundamentalen Androzentrismus.[83] Autorinnen wie Senta Trömel-Plötz gingen in den 1980er Jahren so weit, den generischen Gebrauch von Maskulina als sexistisch und als eine Maßnahme einzustufen, die, weil sie Frauen ignoriere und ausschließe, geeignet sei, Frauen Gewalt anzutun.[78][84] Da die Sprache das Denken und die Wahrnehmung einer Sprachgemeinschaft beeinflusst, sei eine geschlechtergerechte Sprache ein naheliegendes Mittel, um der Benachteiligung der Frau in der Gesellschaft entgegenzuwirken.[85]

Androzentrismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Deutschen sind die Möglichkeiten der Personenreferenz grundlegend asymmetrisch, sodass z. B. Schoenthal und Samel sie als androzentrisch ansehen.[86][87] Das maskuline grammatische Geschlecht werde im Sprachgebrauch als die Norm dargestellt und die femininen Formen als die Abweichung. Dies sei nach Schoenthal mit einer positiven Bewertung der Norm und einer negativen der Abweichung verbunden.[86][87][88] Weibliche Berufsbezeichnungen werden in der Regel aus der männlichen Berufsbezeichnung abgeleitet (Lehrer → Lehrerinnen). Im umgekehrten Fall, zum Beispiel für die traditionell weiblichen Berufe Hebamme oder Krankenschwester werden in Deutschland keine männlichen Pendants, sondern neue Wörter wie Entbindungshelfer oder Krankenpfleger gebildet, aus denen wiederum weibliche Formen (Entbindungshelferin, Krankenpflegerin) abgeleitet werden.[89]

Eine gängige Strategie von Frauen, die bislang männlich dominierte Tätigkeiten einnahmen, sei es bis in die 1980er Jahre gewesen, sich selbst mit maskulinen Bezeichnungen zu nennen (z. B. als Ingenieur), um in der Fachwelt Anerkennung zu finden (als Fachkraft, nicht als Frau). Die „zu starke“ Betonung des weiblichen Elements durch Benutzung der Endung -in wurde lange Zeit als nicht zielführend (im Sinne der Emanzipation der Frauen) empfunden, zumal eine besondere Markierung von Frauen die Konnotation fördere, Männer seien der Normalfall und Frauen der Sonderfall. Spätestens mit dem Einsetzen der feministischen Sprachkritik sei diese Strategie jedoch aufgegeben worden. Jetzt gelte es, die mit der Endung -in verbundenen negativen Konnotationen zu verändern, indem im Zusammenhang mit dem Reden über Frauen Positives kommuniziert werde.[90]

Verfehlung der kommunikativen Absicht und Uneindeutigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die generische Benutzung eines Maskulinum setzt die Bereitschaft von Leserinnen oder Hörerinnen voraus, dass bei Bezeichnungen, mit denen sie bezeichnet werden, von ihrem natürlichen Geschlecht abgesehen werde; diese Akzeptanz sei nicht unbedingt gegeben. In solchen Fällen komme es oft zu vermeidbaren Störungen der Kommunikation auf der Beziehungsebene. Unter Berücksichtigung der Aspekte Sprachökonomie und Ästhetik urteilt Psychologin Nicola Döring von der Technischen Universität Ilmenau:

„Wer es mit der Lesbarkeit von Texten im Sinne eines verständigungsorientierten Kommunikationsbegriffes ernst meint, darf also nicht nur die Sprachökonomie bemühen. Denn was nutzt eine kurze und bündige Formulierung, wenn sie am Ende falsch verstanden wird oder anderweitige Rezeptionsprobleme aufwirft?“

Nicola Döring: Männliche Formen[91]

Da das generische Maskulinum die gleiche Form hat wie das spezifische Maskulinum (d. h. die Bezeichnung für eine männliche Person oder eine Gruppe ausschließlich männlicher Personen), wird bei Benutzung des generischen Maskulinums nicht ausdrücklich übermittelt, ob weibliche Personen wirklich mitgemeint sind.[92] Hinzu kommt, dass der Kontext häufig erst sehr spät eine Disambiguierung erlaubt.[93] Vor allem in Texten zu historischen Begebenheiten ist unklar, ob sich etwa keltische Krieger oder Priester nur auf Männer (spezifisches Maskulinum) oder auf Frauen und Männer (generisches Maskulinum) beziehen. Durch diese Ungenauigkeit im Ausdruck wird das Textverständnis erschwert.

Kritik richtet sich auch gegen generisch maskuline Pronomen, die in bestimmten Kontexten nicht korrekt referieren, weil sie eher geschlechtsspezifisch als geschlechtsneutral wahrgenommen werden. Aufgrund der Kongruenzregel im Deutschen, die unter anderem Interrogativpronomen betrifft, müssen Sätze wie „Wer hat seinen Lippenstift im Bad vergessen“ gebildet werden. Auch Indefinitpronomen sind davon betroffen, sodass Aussagen wie „Die Menstruation ist bei jedem ein bisschen anders“ entstehen.[93][94]

Der Satz „Zur Verweigerung des Zeugnisses sind berechtigt 1. der Verlobte des Beschuldigten oder […] 2. der Ehegatte des Beschuldigten […]“ (§ 52 der deutschen Strafprozessordnung) sei ein Beispiel für die Verwirrung, die das generische Maskulinum auslösen könne.[95]

Strukturalistische und generativgrammatische Sicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie Ivo Hajnal aufgewiesen hat, kann die feministische Sprachkritik am generischen Maskulinum unter Zuhilfenahme sowohl des strukturalistischen als auch des generativgrammatischen Markierungskonzepts theoretisch begründet werden.[96]

Wenn man vom strukturalistischen Markiertheitsbegriff ausgeht, wie er von Roman Jakobson[97] entwickelt und von Birgit Rabofski[98] für die feministische Linguistik nutzbar gemacht wurde, steht für die Kritik am generischen Maskulinum die Beobachtung im Mittelpunkt, dass Nomina zur Benennung sexus-weiblicher Personen im Deutschen meist durch Affigierung vom entsprechenden sexus-männlichen bzw. genus-männlichen Nomen erfolgt. Das durch Movierung gewonnene Femininum ist gegenüber dem Maskulinum in strukturalistischem Sinn formal markiert und dadurch in seiner Distribution eingeschränkt, während das merkmallose Maskulinum aus formaler Sicht unmarkiert ist und uneingeschränkt verwendet werden kann. Aus dieser formalen Asymmetrie ergibt sich als semantische Konsequenz, dass das Maskulinum – anders als das Femininum – generisch verwendet werden kann.[99]

Das strukturalistische Konzept weist im Hinblick auf die theoretische Begründung der feministischen Sprachkritik allerdings einen entscheidenden Mangel auf: im Deutschen existieren nicht nur generische Maskulina, sondern auch generische Feminina, wie die Gans (mit Motionsmaskulinum der Gänserich). Auch wenn dieser Fall selten auftritt, so belegen die Beispiele doch, dass Markiertheitsverhältnisse nicht allein aufgrund struktureller, sprachimmanenter Faktoren gegeben sind, sondern auch die Wahrnehmung der außersprachlichen Realität widerspiegeln (weibliche Gänse werden in weitaus größerer Zahl gehalten als männliche).[100]

Da der strukturalistische Ansatz die außersprachliche Wirklichkeit in seinen theoretischen Rahmen nicht zu integrieren vermag, bietet der generativgrammatische Markiertheitsbegriff, wie ihn der Natürlichkeitstheoretiker Willi Mayerthaler[101] begründet hat, eine Alternative.[102] Wiederum war es Rabofski, die diesen Ansatz für die feministische Sprachkritik erschlossen hat.[103] Der Markierungswert orientiert sich, wenn von diesem theoretischen Rahmen ausgegangen wird, an Außersprachlichem: das generische Maskulinum in der Student etwa beruht danach auf der außersprachlichen Wahrnehmung, dass Studenten überwiegend männlichen Geschlechts seien.[104]

Sicht der Empiriker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Empirisch orientierte Linguistinnen wie Friederike Braun, Sabine Sczesny und Dagmar Stahlberg, die im Anschluss an Linguisten wie Leonard Bloomfield das Genus als arbiträr einschätzen, haben sich gegen semantische Deutungen gewandt. Das Interesse dieser Autorinnen gilt vorrangig der Untersuchung, wie Versuchspersonen verschiedene sprachliche Formen (generisch gebrauchte Maskulina und Alternativformen) deuten.[105]

Stärker als die Vertreter der semantischen Sicht richten die empirisch orientierten Linguisten ihre Aufmerksamkeit auch auf mögliche weitere Faktoren, die determinieren, ob ein Leser angesichts generischer Maskulina nur an männliche oder auch an weibliche Referenten denkt. Das Missverstehen generischer Maskulina ereignet sich nicht bei allen Versuchspersonen unter allen Versuchsbedingungen einheitlich häufig. Zum Beispiel lesen sie generische Maskulina in Kontexten, in denen sie aufgrund ihres Weltwissens erwarten, dass von Männern die Rede ist, anders als in Kontexten, in denen sie erwarten, dass von Frauen die Rede ist.[106]

Der wichtigste Befund der empirischen Forschung ist, dass Leser das generische Maskulinum zwar häufig als echtes Maskulinum missdeuten, dass alternative Formulierungen aber ebenfalls kein Gleichgewicht zwischen weiblichen und männlichen Referenten zu erzeugen vermögen. Die Autoren der Studien haben daraus den Schluss gezogen, dass das „Nicht-Mitdenken“ von Frauen durch die Sprache zwar begünstigt, aber nicht verursacht werde. Die Ursachen für Geschlechtsrollenstereotype liegen nach ihrer Auffassung nicht in der Grammatik, sondern in weitaus tieferen Schichten der durch die Kultur zugerichteten Kognition. Bloße Sprachpolitik werde an der systematischen gesellschaftlichen Benachteiligung von Frauen wenig ändern. Die Kultur- und Sozialanthropologin Ingrid Thurner (Universität Wien) hat 2013 gewarnt, dass die „Sprachgerechtigkeit“ ein wohlfeiles Ablenkungsmanöver sei, das von Männern zwar willig angenommen, an ihrer Vormachtstellung aber sehr wenig ändern werde.[107]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprachkritische Literatur

  • Der Duden. 2005. Grammatik, insbesondere Abschnitt Nomen (Substantiv): Genus, Regel 236 (Personenbezeichnungen)

Zu den Nachteilen geschlechtsbezogener Sprachveränderungen

  • Dagmar Lorenz: Die neue Frauensprache – Über die sprachliche Apartheid der Geschlechter. Erstmals erschienen in: Muttersprache. Zeitschrift zur Pflege und Erforschung der deutschen Sprache. Heft 3, Sept. 1991; Hrsg.: Gesellschaft für deutsche Sprache, Wbn.; zitiert nach und abrufbar unter ulrichdevries.de (Memento vom 20. Mai 2011 im Internet Archive)
  • Eberhard Foth (Richter am Bundesgerichtshof a. D.): Zur „geschlechtsneutralen“ (oder: „geschlechtergerechten“) Rechtssprache. In: Juristische Rundschau (JR) 2007, S. 410–412.

Sprachwissenschaftlich-empirische Untersuchung

  • Oriane Sarrasin, Ute Gabriel, Pascal Gygax: Sexism and attitudes toward gender-neutral language: The case of English, French, and German. In: Schweizerische Zeitschrift für Psychologie, 71, Nr. 3, 2012, S. 113–124, doi:10.1024/1421-0185/a000078.
  • Franziska Massner: Das Generische Maskulinum heute: Ausdruck sprachlichen Sexismus oder neutrale Sprachform? Magisterarbeit, GRIN, München 2009, ISBN 978-3-640-55079-1; uni-bremen.de.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ursula Doleschal: Das generische Maskulinum im Deutschen. Ein historischer Spaziergang durch die deutsche Grammatikschreibung von der Renaissance bis zur Postmoderne. In: Linguistik online, 11, 2/02 (linguistik-online.de).
  • Martin Braun: Zum movierten Femininum auf „-in“. Antwort auf einer Mailingliste zur deutschen Sprache. Wien 1999 (groups.google.com).
  • Birgit Eickhoff: Gleichstellung von Frauen und Männern in der Sprache. Empfehlungen der Redaktion des Duden. In: Sprachspiegel, 1/99 (frauensprache.com).
  • Marlis Hellinger, Christine Bierbach: Eine Sprache für beide Geschlechter. Richtlinien für einen nicht-sexistischen Sprachgebrauch. Mit einem Vorwort von Irmela Neu-Altenheimer. Herausgegeben von der Deutschen UNESCO-Kommission, Bonn 1993 (unesco.de PDF).
  • Arthur Brühlmeier: Sprachfeminismus in der Sackgasse. In: Deutsche Sprachwelt, Ausgabe 36, Sommer 2009 (bruehlmeier.info).
  • Claudia Posch: Mitgefangen – Mitgehangen. Generisches Maskulinum und Normen geschlechtergerechten Sprachgebrauchs. Ringvorlesung Christina Antenhofer, Cordula Schnegg, Andreas Oberprantacheg (Hrsg.): Kommunikation – Kunst – Politik. Perspektiven Geisteswissenschaftlicher Forschung. Universität Innsbruck 2011 (academia.edu).

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frederike Braun, Sabine Sczesny, Dagmar Stahlberg: Cognitive effects of masculine generics in German: An overview of empirical findings. In: Communications. Band 30, Nr. 1, 2005, S. 1–21, hier: S. 3, doi:10.1515/comm.2005.30.1.1 (Online [PDF]).
  2. Dudenredaktion (Hrsg.): Duden. Die Grammatik. 8. Auflage. Dudenverlag, Mannheim, Wien, Zürich 2009, ISBN 978-3-411-04048-3, S. 155.
  3. Harald Stücker: Feministen, rettet das generische Maskulinum! 28. März 2016, abgerufen am 23. September 2018.
  4. Ivo Hajnal: Feministische Sprachkritik und historische Sprachwissenschaft. Die unterschiedlichen Sichtweisen der Kategorie Genus in Syn- und Diachronie. Abgerufen am 21. September 2018 (PDF, Innsbruck 2002).
  5. Elizabeth Stuart Phelps: The Madonna of the Tubs. Houghton, Mifflin and Co., Boston / New York 1895, S. 4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. International Journal of the Sociology of Language. Band 15–18, 1974, S. 8–10 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Sharon Zuber, Ann M. Reed: The Politics of Grammar Handbooks: Generic He and Singular They. In: College English. Band 55, Nr. 5, 1993, S. 515–530.
  8. Antecedent. Abgerufen am 18. Juli 2018.
  9. Jürgen Pafel: Einführung in die Syntax: Grundlagen – Strukturen – Theorien. J.B. Metzler, Stuttgart, Weimar 2011, ISBN 978-3-476-02322-3, S. 47 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
    Hermann Unterstöger: Das Mädchen, sie. In: Süddeutsche Zeitung. 13. April 2018, abgerufen am 23. September 2018.
  10. Johann Wolfgang von Goethe: Wilhelm Meisters Wanderjahre - Kapitel 9. Abgerufen am 23. September 2018.
  11. Gesellschaft für deutsche Sprache (Hrsg.): Muttersprache. Band 94, 1983, S. 273 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  12. Peter von Polenz: Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Band 3: 19. und 20. Jahrhundert. Walter de Gruyter, Berlin / New York 1999, ISBN 3-11-014344-5, S. 329 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  13. Josef Klein: Benachteiligung der Frau durch das generische Maskulinum – eine feministische Schimäre oder psycholinguistische Realität? In: Norbert Oellers (Hrsg.): Germanistik und Deutschunterricht im Zeitalter der Technologie: Selbstbestimmung und Anpassung. Max-Niemeyer-Verlag, Tübingen 1988, ISBN 3-484-10592-5, S. 310–319.
  14. Susanne Oelkers: „Der Sprintstar und ihre Freundinnen“. Ein empirischer Beitrag zur Diskussion um das generische Maskulinum. In: Muttersprache. Band 106, Nr. 1, 1996, S. 1–15 (fachportal-paedagogik.de – Abstract).
  15. Georg Stötzel, Martin Wengeler: Kontroverse Begriffe. Geschichte des öffentlichen Sprachgebrauchs in der Bundesrepublik Deutschland. Walter de Gruyter, Berlin, New York 1995, ISBN 3-11-014106-X, S. 561 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  16. Mit Luise Pusch, Senta Trömel-Plötz: Sprache, Geschlecht und Macht (= Linguistische Berichte. Band 69). Vieweg, Wiesbaden 1980.
  17. Dudenredaktion (Hrsg.): Duden. Die Grammatik. 8. Auflage. Dudenverlag, Mannheim, Wien, Zürich 2009, ISBN 978-3-411-04048-3, S. 155.
    Theodor Lewandowski: Linguistisches Wörterbuch. 6. Auflage. Quelle & Meyer, 1994, ISBN 3-494-02173-2, S. 154 f.
  18. Eine Sonderstellung nimmt im Deutschen das Wortpaar Gebrüder und Geschwister ein; diese Wörter sind die einzigen Pluraliatantum, bei denen Personenmehrheiten unbestimmten oder gemischten Geschlechts mit dem weiblichen Ausdruck bezeichnet werden.
  19. Der Duden. Grammatik. Ausgabe 1995, S. 196 f.
  20. Selma Lagerlöf. Abgerufen am 27. Juli 2018.
  21. Ilona Soukup: Die europäische Sprachpolitik und ihre Wirkung auf Ungarn. Grundlagen – Anforderungen – Umsetzung. Uni Wien, Inst. f. Finno-Ugristik, 2009, S. 16 f., abgerufen am 13. Mai 2018 (PDF).
  22. Einfacher Satz. In: Gotisch. Band 1 (Wikibooks)
  23. Dudenredaktion (Hrsg.): Duden. Die Grammatik. 8. Auflage. Dudenverlag, Mannheim, Wien, Zürich 2009, ISBN 978-3-411-04048-3, S. 1001.
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  31. William R. Fisk: Responses to "neutral" pronoun presentations and the development of sex-biased responding. In: Developmental Psychology. Band 21, Nr. 3, 1985, S. 481–485, doi:10.1037/0012-1649.21.3.481.
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  33. Anne Stericker: Does this “he or she” business really make a difference? The effect of masculine pronouns as generics on job attitudes. In: Sex Roles. Band 7, Nr. 6, 1981, S. 637–641, doi:10.1007/BF00291751.
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  35. J. Moulton, G. M. Robinson, C. Elias: Sex bias in language use. ‘Neutral pronouns that aren’t’. In: American Psychologist. Band 33, 1978, S. 1032–1036.
    D. G. MacKay, D. C. Fulkerson: On the comprehension and production of pronouns. In: Journal of Verbal Learning and Verbal Behavior. Band 18, 1979, S. 661–673.
    M. C. Hamilton, B. Hunter, S. Stuart-Smith: Jury instructions worded in the masculine generic: Can a woman claim self-defense when ‘he’ is threatened? In: J. C. Chrisler, D. Howard (Hrsg.): New directions in feminist psychology. Practise, theory, and research. Springer, New York 1992, S. 169–178.
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  38. Mykol C. Hamilton: Using masculine generics: Does generic he increase male bias in the user's imagery? In: Sex Roles. Band 19, Nr. 11–12, 1988, doi:10.1007/BF00288993. ähnlich auch: Rebecca D. Merritt, Cynthia J. Kok: Implications of the people = male theory for the interpretation of the Draw-A-Person Test. In: Journal of Personality Assessment. Band 68, Nr. 1, 1997, S. 211–214, doi:10.1207/s15327752jpa6801_17, PMID 9018852.
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  41. Karolina Tolstav: Hyllat och hatat hen fyller 50 år. In: Upsala Nya Tidning. 30. November 2016, abgerufen am 28. Juli 2018.
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