Geneva Centre for the Democratic Control of Armed Forces

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Genfer Zentrum für die demokratische Kontrolle der Streitkräfte
DCAF

Logo des DCAF
 
 
Organisationsart Internationale Organisation
Sitz der Organe Genf (Schweiz)
Vorsitz Botschafter Thomas Guerber
Mitgliedstaaten

61 plus sechs ständige Beobachter[1]

Gründung

Oktober 2000, durch die Schweizer Regierung[1]

www.dcaf.ch

Das Geneva Centre for the Democratic Control of Armed Forces (DCAF) (deutsch: Genfer Zentrum für die demokratische Kontrolle der Streitkräfte) ist eine internationale Organisation mit Sitz in Genf. DCAF ist im Bereich Sicherheitssektorreform und -governance tätig und verbindet dabei Forschung mit Beratung.[2] Die Organisation unterstützt Staaten, internationale Organisationen und die Zivilgesellschaft in ihren Bemühungen um einen effektiven, wirksamen und legitimen Sicherheitssektor.

DCAF geht in seiner Arbeit vom Grundsatz aus, dass zwischen Sicherheit, Entwicklung und Rechtsstaatlichkeit ein Zusammenhang besteht und diese drei Elemente grundlegend sind für nachhaltigen Frieden.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DCAF ist die weltweit führende Organisation in den Bereichen Sicherheitssektorreform und -governance (Englisch: Security Sector Reform (SSR), Security Sector Governance (SSG)). DCAF unterstützt Staaten vor Ort mittels Beratung und Projekten. Die Organisation entwickelt und fördert demokratische Normen auf internationaler und nationaler Ebene, setzt bewährte Praktiken ein und formuliert Empfehlungen an die Politik. Damit fördert DCAF die Verbreitung des Prinzips der demokratischen Kontrolle des Sicherheitssektors.

DCAF beschreibt sich selbst folgendermaßen:

Das Zentrum unterstützt effektive und effiziente Sicherheitssektoren, die dem Staat und seinen Bürgerinnen und Bürgern gegenüber rechenschaftspflichtig sind. Sicherheit, Entwicklung und Rechtsstaatlichkeit sind grundlegende Voraussetzungen für nachhaltigen Frieden. DCAFs Arbeit zugunsten von legitimen und nachhaltigen Reformprozessen basiert auf den Prinzipien der Neutralität, Unparteilichkeit, Gender-Sensibilität und lokalen Eigenverantwortung.[3]

DCAF sammelt und erfasst systematisch Wissen und erarbeitet Handbücher, Studien, Konzepte und Strategien für internationale Partner (Regierungen, Parlamente, Nichtregierungsorganisationen, internationale Organisationen und Universitäten). DCAF ist in diversen Ländern mit verschiedenen Projekten tätig.

Das Zentrum verfügt über drei operationelle Abteilungen: Europa, Naher Osten und Nordafrika sowie Afrika (diese Abteilung beinhaltet auch das “Gender and security programme”). Im Rahmen seines International Security Sector Advisory Team (ISSAT) unterstützt DCAF außerdem Regierungen und internationale Organisationen mittels Beratung und Ausbildung. DCAF verfügt zudem über eine Forschungsabteilung, die originäre Forschung zu Themen rund um den Sicherheitssektor betreibt.[1]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DCAF wurde im Jahr 2000 von der Schweizer Regierung gegründet und wird von 61 Mitgliedstaaten getragen. Diese sind: Albanien, Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Burkina Faso, Burundi, Côte d’Ivoire, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Genf (Kanton), Georgien, Ghana, Griechenland, Holland, Indonesien, Irland, Italien, Kanada, Kirgistan, Kroatien, Lettland, Libanon, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Mali, Malta, Mazedonien (Republik), Moldawien, Montenegro, Nigeria, Norwegen, Österreich, Philippinen, Polen, Portugal, Rumänien, Russische Föderation, Schweden, Schweiz, Senegal, Serbien, Slowakische Republik, Slowenien, Südafrika, Spanien, Tunesien, Türkei, Tschechische Republik, Ukraine, Ungarn, USA, Vereinigtes Königreich, Weißrussland, Zypern (Stand Juli 2012).

Bei DCAF arbeiten über 120 Personen aus mehr als 30 Nationen. Der Hauptsitz der Organisation befindet sich in Genf. DCAF verfügt zudem über Vertretungen in Brüssel, Beirut, Ljubljana, Ramallah und Tunis.[1]

Thematische Ausrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation befasst sich schwerpunktmäßig mit folgenden Bereichen:

Überwachungshoheit der Parlamente über den Sicherheitssektor, Management von Polizei und Grenzschutz, Verteidigungsreform, Kontrolle von Geheimdiensten, Kontrolle von privaten Sicherheitsdiensten, Gender und Sicherheit sowie Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit.[4]

Geographische Ausrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DCAF ist in international tätig. Die Organisation konzentriert sich jedoch insbesondere auf Subsahara-Afrika, Nordafrika, den Nahen Osten, die Nachfolgestaaten der Sowjetunion sowie Südosteuropa.

Regionale Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Südosteuropa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umfassende Aktivitäten zur Sicherheitssektorreform im Westbalkan. Schwerpunkt auf Förderung regionaler Sicherheitskooperation, Polizeireform und Grenzsicherheit, parlamentarische Kontrolle und Rechenschaftspflicht der Geheimdienste.

2. Osteuropa und Zentralasien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Programme zur Reform von Verteidigung, Geheimdiensten, Vollzugsbehörden sowie Kapazitätsaufbau für Parlamentarier, Ombudseinrichtungen, Zivilgesellschaft und Sicherheitssektor im Kaukasus, Zentralasien, Ukraine und Moldawien.

3. Naher Osten und Nordafrika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbreitung von Standards zu Sicherheitssektorreform und -governance, Unterstützung bei der Entwicklung von Aufsichtskapazitäten auf Ebene der Exekutive, Legislative und der Zivilgesellschaft; insbesondere in Tunesien, Palästina und im Libanon.

4. Afrika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufstellen von Normen und Standards, Entwicklung von parlamentarischen und zivilgesellschaftlichen Aufsichtskapazitäten in West- und Südafrika. Zudem enge Zusammenarbeit mit der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) in der Ausarbeitung eines Verhaltenskodex für Streitkräfte und Sicherheitsdienste, der 2011 angenommen wurde.

5. Asien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tätigkeiten im Bereich Sicherheitssektorreform und -governance in Regierungen und Parlamenten in Ost- und Südostasien; inklusive Kambodscha, Philippinen, Thailand und insbesondere Indonesien.

Die Organisation führt darüber hinaus auch Projekte zur Sicherheitssektorreform in Lateinamerika durch.

Maison de la Paix[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Maison de la paix 2013 im Bau.

DCAF bildet zusammen mit dem Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik und dem Genfer Internationalen Zentrum für humanitäre Minenräumung die drei Genfer Zentren. Diese stellen einen fundamentalen Teil der Schweizer Sicherheitspolitik dar. Die drei Genfer Zentren sind seit 2014 gemeinsam im Maison de la paix (Haus des Friedens) ansässig, das vom Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) in Auftrag gegeben wurde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DCAF (englisch)
  • ISSAT (englisch): DCAFs International Security Sector Advisory Team

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d DCAF › About Us. www.dcaf.ch, abgerufen am 13. Juni 2013 (englisch).
  2. Geneva Centre for the Democratic Control of Armed Forces (DCAF). In: International Relations and Security Network. ETH Zürich, abgerufen am 13. Juni 2013.
  3. DCAF Flyer 2012. www.dcaf.ch, archiviert vom Original am 2. Juni 2013; abgerufen am 13. Juni 2013 (PDF, 1,5 MB, englisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dcaf.ch
  4. DCAF › Programmes. www.dcaf.ch, archiviert vom Original am 30. April 2013; abgerufen am 13. Juni 2013 (englisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dcaf.ch