Geodateninfrastruktur

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Als Geodateninfrastruktur (GDI) wird ein Netzwerk zum Austausch von Geodaten bezeichnet, in dem Geodaten-Produzenten, Dienstleister im Geo-Bereich sowie Geodatennutzer über ein physisches Datennetz, in der Regel das Internet, miteinander verknüpft sind.

Aufgrund der Bedeutung von raumbezogenen Informationen (=Geodaten) ist es das Ziel der GDI, diese Geodaten allen Nutzern zur Verfügung zu stellen. Dabei beinhaltet der Begriff „Nutzer" sowohl die öffentliche Verwaltung als auch die Wirtschaft, die Wissenschaft und den Bürger. Eine Geodateninfrastruktur besteht aus den technischen Bestandteilen wie auch aus organisatorischen und rechtlichen Festlegungen, die den Betrieb der Geodateninfrastruktur regeln und sicherstellen.

Technische Bestandteile einer GDI [1][Bearbeiten]

Auf der technischen Seite beinhaltet eine Geodateninfrastruktur Geodaten, Geodienste, Metadaten und Netzwerke, die auf international gültigen Normen und Standards beruhen.

Geodaten umfassen zum einen die grundlegenden raumbezogenen Daten, die die (Topographie), die Flurstücke und den baulischen Bestand in einem einheitlichen Raumbezug möglichst fachneutral beschreiben. Sie werden vor allem von der Vermessungs- und Katasterverwaltung der Länder und Kommunen erhoben und bereitgestellt. Zum anderen umfasst der Begriff Geodaten alle raumbezogenen Daten mit einem fachlichen Bezug, wie Umweltschutz, Bodenkunde oder Verkehr. Diese Informationen werden von allen Verwaltungsebenen sowie der Wirtschaft und der Wissenschaft erhoben.

Geodienste bieten den standardisierten Zugriff auf die zur Verfügung stehenden Geodaten. Sie ermöglichen das Abrufen und Darstellen von Kartenausschnitten im Internetbrowser, liefern Hintergrundinformationen (vgl. Metadaten) zu bestimmten Orten und bieten Such- und Analysefunktionen.

Metadaten sind beschreibende Informationen über vorhandene Geodaten, Geodienste oder andere Ressourcen wie z. B. bestimmte Fachanwendungen. Mit den in den Metadaten enthaltenen Angaben (wie z.B. der Name, der Verwendungszweck, die Nutzungsbedingungen, mögliche Entgelte, die Bezugsquellen) wird es innerhalb einer Geodateninfrastruktur möglich, die verschiedenen Ressourcen zu finden, sie qualitativ zu beurteilen und auch für weitergehende Aufgaben zu nutzen.

Netzwerke bilden die technische Basis der GDI, ähnlich einem Straßen- oder Schienennetz, und bestehen vor allem aus den Datenleitungen und leistungsstarken Computern (Server). Sie ermöglichen den Austausch der Geodaten. Wichtige Anforderungen an Netzwerke sind eine ausreichend große Bandbreite zum möglichst schnellen Datentransfer und eine hohe Verfügbarkeit ihrer Komponenten. Netzwerke müssen darüber hinaus offen sein, um den Austausch zwischen den verschiedenen beteiligten Akteuren sowie den Zugriff auf die im Netz verteilten Geodaten zu gewährleisten.

Normen und Standards sind notwendig, um einen Austausch von Daten unterschiedlichster Anbieter sicher zu stellen und ermöglichen es, die Geodaten herstellerunabhängig in beliebigen Anwendungen zu nutzen (Interoperabilität). Geodaten, Geodienste, Metadaten und die Netzwerke basieren ausnahmslos auf solchen Normen und Standards, wie z. B. HTTP, WMS, XML.

Rechtliche und Organisatorische Bestandteile einer GDI[2][Bearbeiten]

Auf der rechtlichen und organisatorischen Seite ist insbesondere die Europäische Richtlinie INSPIRE (INfrastructure for SPatial InfoRmation in Europe) für den Aufbau einer europäischen Geodateninfrastruktur zu nennen [3]. In der Bundesrepublik Deutschland wurde auf der Basis einer Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Bund und den Ländern die Initiative Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE) ins Leben gerufen. Unter dem Dach der GDI-DE werden alle Aktivitäten zum Aufbau von Geodateninfrastrukturen in den Bundesländern und der Bundesverwaltung gebündelt und koordiniert.

Mit der Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE), wie sie von Bund, Ländern und Kommunen bereits seit 2003 aufgebaut wird, werden nicht nur die Voraussetzungen für die Umsetzung von INSPIRE in Deutschland geschaffen, sondern auch gemeinsame Vorhaben im Interesse der öffentlichen Verwaltung und der Geoinformationswirtschaft Kommission für Geoinformationswirtschaft vorangebracht. Die gemeinsamen Regelungen für den Aufbau und Betrieb der GDI-DE werden in einer Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Bund und den Ländern geregelt.

Die hierarchische Gliederung in der öffentlichen Verwaltung in Deutschland umfasst folgende Projekte:

  • GDI-DE, auf Ebene der Bundesrepublik Deutschland
  • GDI-Bundesland, auf Ebene des jeweiligen Bundeslandes
  • GDI-Kommunal, auf Ebene der jeweiligen kommunalen Gebietskörperschaft

Die hierarchische Gliederung in der öffentlichen Verwaltung in der Schweiz umfasst folgende Projekte:

  • NGDI (Nationale Geodaten-Infrastruktur), auf der Ebene Bundesverwaltung der Schweiz, Schweizer Kantone, Gemeinden und Dritten
  • BGDI (Bundes Geodaten-Infrastruktur), auf Ebene der Bundesverwaltung der Schweiz

Verweise[Bearbeiten]

  1. vgl. http://www.geodaten.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=8688&article_id=25394&_psmand=28
  2. vgl. http://www.geodaten.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=8688&article_id=25394&_psmand=28
  3. http://inspire.ec.europa.eu/

Weblinks[Bearbeiten]

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