Geographie Nordrhein-Westfalens

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Lage in Deutschland
Topographie und Landschaften Nordrhein-Westfalens

Bestimmendes Merkmal der Geographie Nordrhein-Westfalens ist die Lage des Nordteils des Landes in der Norddeutschen Tiefebene und des Südteils in den Mittelgebirgen. Der Norden Nordrhein-Westfalens in der flachen Tiefebene ist waldarm, wird intensiv landwirtschaftlich genutzt und ist dicht besiedelt. Der bergige Süden ist stärker bewaldet und bevölkerungsärmer. Das Klima in der Tiefebene ist deutlich milder und trockener als in den bergigen Landesteilen. Von Süd nach Nord durchfließen der Rhein und die Weser das Land. Dem Rhein fließen von Ost nach West die Lippe und die Ruhr zu. Nördlich davon verläuft die Ems.

Lage und Topographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landschaften und Flüsse Nordrhein-Westfalens
Der Langenberg ist der höchste Berg des Landes.
An der Porta Westfalica verlässt die Weser die Mittelgebirge und fließt in die Norddeutsche Tiefebene

Nordrhein-Westfalen liegt im Westen der Bundesrepublik Deutschland. Die tiefste natürliche Senke befindet sich im Kranenburger Ortsteil Zyfflich mit 9,2 m ü. NHN[1] im Nordwesten des Landes. Der tiefste überirdische Punkt ist jedoch durch den Bergbau entstanden. Der Tagebau Hambach erreicht bei Niederzier eine Tiefe von 267 m unter NHN[1]. Etwa die Hälfte des Landes liegt in den relativ flachen Regionen des Westfälischen Tieflands und des Niederrheinischen Tieflandes. Das Münsterland nimmt den Kernraum der Westfälischen Bucht ein. In der Tiefebene liegen einige wenige isolierte Höhenzüge, darunter die Halterner Berge (Haard, Hohe Mark (mit Rekener Kuppen) und Borkenberge), die Beckumer Berge, die Baumberge und die Stemmer Berge. Die Niederrheinische Bucht (auch als Kölner Bucht bekannt) reicht im Süden bis an die Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz, wo sich der Rhein tief in das Gebirge eingeschnitten hat und das Mittelrheintal durchfließt. Im Süden sowie im Osten des Landes steigt das Terrain an. Dort hat das Land Anteil an den deutschen Mittelgebirgsregionen. Dazu zählen das Weserbergland mit Eggegebirge, Wiehengebirge, Wesergebirge und Teutoburger Wald im Osten, das Sauerland, das Bergische Land, das Siegerland und Siebengebirge im Süden sowie die Eifel linksrheinisch im Südwesten des Landes. Das Rothaargebirge im Grenzbereich zu Hessen weist Erhebungen von über 800 m ü. NHN auf. Der höchste unter diesen Bergen ist der Langenberg mit 843 m ü. NHN[1]. Die links- und rechtsrheinischen Gebirgszüge im Süden des Landes sowie die südlich angrenzenden Gebiete in den Nachbarländern bilden das Rheinische Schiefergebirge, dessen Untereinheit Süderbergland wiederum in etwa dem rechts des Rheines gelegenen nordrhein-westfälischen Anteil daran entspricht.

Der planimetrisch festgestellte Mittelpunkt Nordrhein-Westfalens liegt im Süden Aplerbecks in der Aplerbecker Mark[1] (51° 28′ 42″ N, 7° 33′ 18″ O). Der westlichste Punkt liegt bei Selfkant an der niederländischen Grenze, der östlichste bei Höxter an der Weser und der südlichste bei Hellenthal in der Eifel im Südwesten des Landes.[2] Der nördlichste Punkte ist der NRW-Nordpunkt bei Rahden im Nordosten des Landes in der Norddeutschen Tiefebene. Der nördlichste Punkt ist nur etwa 100 km südlich der Nordseeküste. Die größte West-Ost-Ausdehnung beträgt rund 235 km. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung beträgt rund 190 km. Die maximale Ausdehnung von Südwest bis Nordost beträgt rund 260 km. Die Gesamtfläche Nordrhein-Westfalens beträgt rund 34.098 km²[1]. Nordrhein-Westfalen ist damit das flächenmäßig viertgrößte Land der Bundesrepublik, repräsentiert damit etwa 10 Prozent der Fläche des Bundes[1]. Die westlichste Siedlung Deutschlands, Isenbruch in der Gemeinde Selfkant, und der westlichste Festlandspunkt Deutschlands, ein bei Isenbruch markierter Punkt an der dortigen Kreisstraße 1 im Grenzverlauf zu den Niederlanden, liegen in Nordrhein-Westfalen.

Angrenzende Gebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordrhein-Westfalen grenzt im Norden und Nordosten an Niedersachsen, im Südosten an die hessischen Regierungsbezirke Kassel und Gießen, im Süden an Rheinland-Pfalz und im Westen an die belgische Region Wallonien (inklusive des Siedlungsgebietes der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens) und an die niederländischen Provinzen Limburg, Gelderland und Overijssel. Die Grenzlänge Nordrhein-Westfalens zu Niedersachsen beträgt 583 km, zu den Niederlanden 395 km, zu Rheinland-Pfalz 312 km, zu Hessen 272 km und zu Belgien 99 km.[1]

Aufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Land lässt sich je nach verwendetem Konzept unterschiedlich gliedern. Besonders verbreitet ist eine Einteilung anhand mehrerer soziokultureller, historischer, naturräumlicher und landschaftlicher Bezüge. Demnach ist das Land Nordrhein-Westfalen zunächst in seine drei Landesteile Nordrhein (nördliches Rheinland, meist einfach als Rheinland bezeichnet), Westfalen und Lippe zu unterteilen, die 1946/1947 zum Land Nordrhein-Westfalen zusammengeschlossen wurden. Besonders zwischen Lippe und Westfalen auf der einen und dem Rheinland auf der anderen Seite bestehen deutliche historische und kulturelle Unterschiede. Der dritte Landesteil Lippe, der erst 1947/48 dem bereits bestehenden Land Nordrhein-Westfalen beitrat, gehört ebenfalls zum westfälischen Kulturraum, wird aber als ehemaliger deutscher Bundesstaat meist als eigenständige Region und als eigener Landesteil angesehen. Eine grobe weitere Unterteilung könnte je nach gewählten Merkmalen so erfolgen:

Mittelgebirgsregion im Sauerland
Blick von der Burg Vogelsang zur Urfttalsperre in der Eifel

Sonderregionen, die sich nicht in obiges Schema einordnen lassen, sind im Wesentlichen:

  • das Ruhrgebiet, gehört historisch und kulturell zum Rheinland und Westfalen. Aufgrund der wirtschaftlichen und soziokulturellen Eigenbezüge hat das Ruhrgebiet ein eigenes Regionalbewusstsein, ohne auf das rheinische oder westfälische Bewusstsein zu verzichten.
  • Ostwestfalen-Lippe, landesteilübergreifende Verwaltungseinheit mit dem Regierungsbezirk Detmold, der im westfälischen Landesteil die Regionen Minden-Ravensberg und das Hochstift Paderborn sowie den Landesteil Lippe mit dem Lipper Land umfasst.

Siehe auch: Liste der Landschaften in Nordrhein-WestfalenListe der naturräumlichen Einheiten in Nordrhein-WestfalenKulturlandschaften in Nordrhein-Westfalen

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rhein verlässt bei Bonn (Bildhintergrund) das Mittelrheintal und fließt in die Kölner Bucht. Aufnahme vom Drachenfels

Der Großteil des Landes liegt zwischen dem Rhein im Westen und der Weser im Osten, die beide zugleich die größten Flüsse des Landes darstellen. Der Rhein durchfließt Nordrhein-Westfalen auf einer Länge von rund 226 km von Süd nach Nord. Das Land hat Anteil am Mittelrhein, Niederrhein und Deltarhein im Grenzbereich zu den Niederlanden. Am Rhein liegen mit Köln, Düsseldorf und Duisburg drei der fünf größten Städte des Landes. Im Einzugsgebiet des Flusses liegen als wichtigste Nebenflüsse flussabwärts betrachtet die Sieg, Wupper, Erft, Ruhr, Emscher, Lippe. Die Ruhr leiht dem Ruhrgebiet ihren Namen. An ihren Ufern liegen die dichtest besiedelten Gegenden des Landes. Westlich des Rheins hat das Land auch Anteil am Einzugsgebiet der Maas. Die Weser durchfließt das Land von Süd nach Nord im äußersten Osten des Landes. Die Weser stellt teilweise den Grenzfluss zu Niedersachsen dar. Die Weser durchfließt das Land in zwei Abschnitten auf rund 116 km (41 und 75 km). In der Westfälischen Bucht stellt die Ems ein weiteres separates Flusssystem dar. Die Ems durchfließt das Land auf rund 156 km Länge in nordwestlicher Richtung. Westlich der Ems hat das Land im Norden außerdem Anteil am Teileinzugsgebiet der IJssel/Alten Issel, das ebenfalls zum Einzugssystem des Rheins gehört. Das Land Nordrhein-Westfalen wird über die aufgezählten Fließgewässer also vollständig Richtung Nordsee entwässert. Über das Rhein-Massdelta, die Bifurkationen des Schwarzwasserbachs aus dem Krollbach und die Bifurkation der Else aus der Hase sind alle Flusssysteme Nordrhein-Westfalens durch natürliche Fließgewässer miteinander verbunden.

Der Steinkohlenbergbau im Ruhrgebiet führte zu Bergsenkungen und ausgedehnten Polderflächen, die nur durch ständige wasserbauliche Maßnahmen künstlich trocken gehalten werden können; ohne menschlichen Eingriff ständen weite Teile des Ruhrgebiets unter Wasser.[3][4]

In den bergigen Regionen im Süden Nordrhein-Westfalens befinden sich die meisten der Stillgewässer des Landes darunter rund 70 Talsperren. Damit besitzt Nordrhein-Westfalen mehr Talsperren als jedes andere Land. Zu den größten Talsperren zählen die Rurtalsperre, die Urfttalsperre, die Wahnbachtalsperre, der Sorpesee, die Möhnetalsperre, die Große Dhünntalsperre sowie die Biggetalsperre. Insgesamt sind rund 1,8 Prozent der Landesfläche von Gewässern bedeckt.

Siehe auch: Liste der Flüsse in Nordrhein-WestfalenListe der Seen in Nordrhein-WestfalenWasserstraßen und Häfen

Geologie und Böden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Braunkohleabbau im Tagebau Hambach und tiefster Punkt des Landes

Nordrhein-Westfalen weist entsprechend seiner inhomogenen naturräumlichen Gliederung eine vielschichtige geologische Gestalt auf. Die südlichen und östlichen Landesteile wurden hauptsächlich durch gebirgsbildende Prozesse während des Paläozoikums und Mesozoikums gebildet. Im Norden und Westen ist die Topographie vor allem auf geologische Vorgänge während der letzten Eiszeiten zurückzuführen. Die Eifel, das Bergische Land, das Sauer- und Siegerland weisen die ältesten Gesteine auf: Sandstein, Grauwacke, Schiefer und Kalkstein treten gefaltet an der Erdoberfläche auf und bilden teilweise das Rheinische Schiefergebirge. Durch die unterschiedlich schnelle Verwitterung und die allmähliche Heraushebung während der letzten ca. 1 Mio. Jahre finden sich im Rothaargebirge die höchsten Berge des Landes. Nördlich der bergigen Region im Süden findet sich das rheinisch-westfälische Steinkohlenrevier mit Kohleflözen aus dem Oberkarbon. Bedeckt ist dieser Teil des Landes durch nach Norden immer mächtiger werdende Schichten jüngerer Sedimente. Nur im Südwesten des Reviers treten die kohleführenden Schichten zutage, so dass hier Tagebau möglich wird. Ostwestfalen-Lippe besteht geologisch aus Gesteinen des Mesozoikums (Trias, Jura, Kreide). Osning und Eggegebirge sind vielfach gefaltete und gebrochene Gebirgsformationen. Die Münsterländer Bucht besteht im Untergrund aus Gesteinen des Mesozoikums. Diese werden aber fast vollständig von quartären Lockergesteinen, insbesondere Kreideschichten, die östlich bis zur Paderborner Hochfläche reichen, überdeckt. Ausnahme sind kreidezeitliche Sedimente, die als Halterner Sande, Beckumer und Baumberger Sande aus der quartären Überdeckung der Kreidemulde herausragen. Die quartären Lockergesteine des Pleistozäns und Holozän reichen südwestlich bis in die Kölner Bucht und in das Niederrheinische Tiefland. Das Niederrheinische Tiefland senkt sich seit dem Tertiär schollenweise ab. Durch diese geomorphologische Aktivität zählt das Gebiet zu einer Erdbeben gefährdeten Region. Ebenfalls im Tertiär entstanden im südlichen Niederrhein Braunkohleflöze, die heute ausgebeutet werden. Im Quartär lagerte sich auch hier Lockergestein in Form von Erosionsschutt (Flussschotter) des Rheinischen Schiefergebirges ab. In der Eiszeit des Pleistozän wurden diese Schichte teils zu Endmoränen geformt, die als Niederrheinischer Höhenzug zwischen Kleve und Krefeld sichtbar sind.[5]

Im südlichen Mittelgebirgsbereich kommen vorwiegend Braunerden vor. Die Niederrheinische Bucht ist vor allem von Parabraunerden bedeckt, in Gebieten mit hohem Grundwasserspiegel aber meist Gleye. Das Münsterland ist entweder sandig (Podsole) oder eher tonig (Pseudogleye). Im Eggegebirge finden sich nährstoffarme und flachgründige Böden. Hier haben sich am Rand der Westfälischen Bucht sowie in den Tälern des Weserberglandes in den Eiszeiten Lössschichten angelagert. Diese Börden sind besonders fruchtbar.[5]

Flächennutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordrhein-Westfalen ist mit Abstand das dichtest besiedelte Flächenland der Bundesrepublik. Etwa 20 Prozent der Fläche sind bebaut. Insbesondere das Ruhrgebiet und die Rheinschiene von Duisburg über Düsseldorf bis zum Raum Köln-Bonn sind weitgehend verstädtert. Bewaldet sind im Wesentlichen nur die Mittelgebirge im Süden und Osten des Landes. Die Waldfläche macht etwa ein Viertel der Landesfläche aus. Fast der gesamte Rest, rund 50 Prozent, werden landwirtschaftlich genutzt. In besonderer Weise sind die Regionen Niederrhein, die Westfälische Bucht und Minden-Ravensberg durch den Ackerbau geprägt. Im Bundesvergleich mit den Flächenländern der Bundesrepublik sind der Waldanteil sowie der Anteil landwirtschaftlicher Nutzfläche leicht unterdurchschnittlich. Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche ist der Spitzenwert unter allen Flächenländern.[6] Die Anteile der Flächennutzungsarten fasst folgende Tabelle zusammen:

Flächennutzung NRW[7]
Art Anteil (%) Fläche (km²) Karte
Siedlungs- und Verkehrsfläche, davon 22,2 7567 North rhine w land usage.svg
  Gebäude- und Freifläche, Betriebsfläche   13,2   4499
  Erholungsfläche, Friedhofsfläche   2,0   681
  Verkehrsfläche   7,0   2386
Freifläche außerhalb der Siedlungs-
und Verkehrsfläche
, davon
77,8 26520
  Landwirtschaftsfläche   49,2   16771
  Waldfläche   25,5   8692
  Wasserfläche   1,9   647
  Moor, Heide, Unland   0,4   136
  Abbauland   0,6   204
  Flächen anderer Nutzung   0,2   68
Gesamt 100   34088

Geophysik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das mittlere Rheinland ist eines der bedeutendsten seismisch aktiven Gebiete in Mitteleuropa. Die Messstationen des Geologischen Diensts NRW zeichneten seit 1980 über 800 Erdbeben auf, die zumeist unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des Menschen liegen. Im Bereich der Niederrheinischen Bucht verursachten aber immerhin rund 20 Beben nachweislich Schäden, zumeist Gebäudeschäden. Am 13. April 1992 ereignete sich das Erdbeben von Roermond, ein Erdbeben der Stärke 5,9 in der Nähe von Roermond. Es war das stärkste Beben in Mitteleuropa seit mehr als 250 Jahren.[8][9]

Neben natürlichen Erdbeben ereignen sich in Nordrhein-Westfalen durch den jahrhundertelangen Bergbau immer wieder menschenverursachte bergbaubedingte Erderschütterungen. Die Bergsenkungen verursachen Erdbeben bis zu einer Stärke von 2,8 auf der Richterskala, die meisten bleiben jedoch unterhalb der Wahrnehmungsschwelle.[10] Durch Gebirgsstürze entstehen zuweilen auch Krater (Tagesbrüche) beträchtlicher Ausmaße. Mithin senken sich durch den Bergbau große Gebiete des Ruhrgebiets. Dadurch werden kontinuierlich Gebäude und andere Infrastruktur im Ruhrgebiet beschädigt.[11][12] Auch nach dem anvisierten Ende des Steinkohlebergbaus werden die beschriebenen Bergsenkungen weiter auftreten.

Siehe auch: Erdbebengebiet Kölner Bucht und Ewigkeitskosten

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordrhein-Westfalen liegt vollständig in der gemäßigten Klimazone Mitteleuropas. Das Land liegt weiterhin größtenteils im Bereich des maritimen Klimabereichs, welches sich durch relativ milde Winter auszeichnet. Die Klassifikation von Köppen ordnet Nordrhein-Westfalen zum warm-gemäßigten Regenklima mit einer mittleren Temperatur des wärmsten Monats nicht über 22 °C und die des kältesten Monats nicht unter -3 °C. Der Osten des Landes liegt bereits im Übergangsbereich zum kontinentalen Klima. Durch die uneinheitlichen Naturräume ergeben sich aber auch deutliche Unterschiede im regionalen Klima. Die mittlere Jahrestemperatur liegt je nach Höhenlage zwischen 5 °C und 11,2 °C. Das Münsterland und das Rheinland sind die wärmsten Regionen des Landes. Die geschützten südlichen Teile der Kölner Bucht um Bonn sowie, insbesondere durch Bodenversiegelung, Köln zählen zu den wärmsten Regionen Deutschlands. Hier treten besonders häufig Inversionswetterlagen auf.

Die tiefste in Düsseldorf-Flughafen je gemessene Temperatur betrug am 2. Januar 1997 -20,8 °C, die höchste dort je gemessene Temperatur 37 °C am 8. August 2003.[13][14] In der Kölner Bucht ist die Windvorzugsrichtung Richtung Nordwest. In den Höhenlagen des Sauerlandes ist die Vorzugswindrichtung uneinheitlich, aber eher Richtung Nord, Nordost. Im übrigen Land weht der Wind meist Richtung Nordost und bringt vom Atlantik regelmäßig und ganzjährig Niederschläge. Auch die Niederschläge gehen wie die Temperaturen mit der Höhenlage einher. Durch die Windvorzugsrichtungen bilden sich im Luv Gebiete mit ausgeprägtem Steigungsregen. Auffällig ist dieser Effekt im vergleichsweise regnerischen Bergischen Land. Im Flachland beträgt die jährliche Niederschlagssumme meist etwa 700 bis 900 mm, lokal, beispielsweise in der Zülpicher Börde, die sich im Lee der Eifel befindet, auch unter 600 mm. Im Mittelgebirge steigt die jährliche Niederschlagsmenge auf bis zu 1300 mm, im Bereich des Teutoburger Waldes, des Eggegebirges und im Sauerland auf über 1400 mm.[5][15] Der Kahle Asten ist die nordrhein-westfälische Wetterstation mit den in vielerlei Hinsicht extremsten Werten: Die Niederschlagssumme liegt hier bei etwa 1500 mm pro Jahr; die Jahresmitteltemperatur meist nur bei 5 °C.[16] Für das zentral in Nordrhein-Westfalen und in der Westfälischen Bucht liegende Dortmund ergeben sich folgende monatliche langjährige Klimawerte (Sonnenscheindauer für Recklinghausen):

Niederschlagsdiagramm für Dortmund


Klima in Dortmund
Sonnenstunden für Recklinghausen
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,7 4,6 9,1 13,2 17,6 20,7 22,1 22,0 18,9 13,6 8,2 4,8 Ø 13,3
Min. Temperatur (°C) -1,1 -0,8 1,9 4,7 8,2 11,2 13,4 13,2 10,8 6,9 3,4 0,5 Ø 6,1
Temperatur (°C) 1,9 2,5 5,1 8,5 12,9 16,0 17,6 17,3 14,4 10,6 5,8 3,0 Ø 9,7
Niederschlag (mm) 69,1 53,3 65,7 63,6 69,6 90,8 84,1 74,6 68,5 60,5 74,3 81,4 Σ 855,5
Sonnenstunden (h/d) 1,3 2,6 3,3 5,2 6,2 6,3 6,1 6,3 4,2 3,5 1,7 1,2 Ø 4
Regentage (d) 17,5 13,2 16,4 15,3 15,2 16,2 15,3 14,3 14,8 14 16,8 18,1 Σ 187,1
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3,7
-1,1
4,6
-0,8
9,1
1,9
13,2
4,7
17,6
8,2
20,7
11,2
22,1
13,4
22,0
13,2
18,9
10,8
13,6
6,9
8,2
3,4
4,8
0,5
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
69,1
53,3
65,7
63,6
69,6
90,8
84,1
74,6
68,5
60,5
74,3
81,4
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Temperatur, Niederschlag, Sonnenstunden (Mittelwerte der Periode 1961 bis 1990): Deutscher Wetterdienst[17];
Min. und Max. Temperatur: Idealo[18]; Regentage (interpolierte 20-jährige Mittelwerte): GEO[19]

Bildet man die Mittelwerte für Temperatur und Niederschlag über alle Flächen des Landes, die sich aus den interpolierten Klimaangaben unter Berücksichtigung der Topographie für jeweils 1 × 1 km große Rasterquadrate darstellen lässt, so ergibt sich für Nordrhein-Westfalen für den Zeitraum 1979–2008 eine durchschnittliche Jahrestemperatur von 9,5 °C und eine jährliche Niederschlagssumme von 920 mm. Untersuchungen für die Jahre ab 1901 bis 2008 zeigen eine signifikanten Anstieg der mittleren Jahrestemperatur um rund 1 °C. Für die Niederschlagssumme eines Jahres ergibt sich im selben Zeitraum eine Erhöhung von 110 mm. Beide Ergebnisse führen Forscher auf den Klimawandel zurück.[20] Für die nordrhein-westfälischen Durchschnittswerte ergibt sich folgende monatliche Verteilung:


Klima in Nordrhein-Westfalen
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) 2,0 2,5 5,5 8,5 13,0 16,0 17,5 17,0 13,5 10,0 6,0 3,0 Ø 9,6
Niederschlag (mm) 86 67 77 58 73 81 81 77 77 74 78 91 Σ 920
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
86
67
77
58
73
81
81
77
77
74
78
91
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Deutscher Wetterdienst, Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen[21]

Siehe auch: Klima in Deutschland, Klima in Ostwestfalen-Lippe

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Nordrhein-Westfalen in Zahlen und Geodaten (PDF; 700 kB)
  2. Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen – Der geographische Mittelpunkt von Nordrhein-Westfalen (Memento vom 13. September 2009 im Internet Archive)
  3. Stefan Harnischmacher: Bergsenkungen im Ruhrgebiet. In: Westfalen Regional. Landschaftsverband Westfalen-Lippe; Geographische Kommission für Westfalen, 2012, abgerufen am 1. August 2014.
  4. Peter Wittkampf: Die Emscher bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. In: Westfalen Regional. Landschaftsverband Westfalen-Lippe; Geographische Kommission für Westfalen, 2012, abgerufen am 1. August 2014.
  5. a b c Landesamt für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz NRW: Kapitel 2: Allgemeine Landesdaten (PDF-Datei; 2,93 MB)
  6. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 7/2006 (Memento des Originals vom 2. April 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/statistikportal.de (PDF-Datei; 367 kB)
  7. Information und Technik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Düsseldorf, Langfassung (Memento des Originals vom 2. April 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.it.nrw.de (PDF-Datei; 216 kB)
  8. Geologischer Dienst NRW: Geophysik, Erdbebendienst (Memento des Originals vom 30. April 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gd.nrw.de
  9. Bezirksregierung Köln: Der geographische Mittelpunkt von Nordrhein-Westfalen (Memento vom 13. September 2009 im Internet Archive)
  10. DerWesten.de: Erdbeben: Bei uns keine Gefahr?, WAZ NewMedia
  11. Stern.de: Die Rache des Berges
  12. Focus.de: Die Zeitbombe im Pott
  13. Deutscher Wetterdienst: Absolute Höchsttemperaturen in Deutschland (Memento des Originals vom 23. September 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dwd.de (PDF-Datei; 45 kB)
  14. Deutscher Wetterdienst: Absolute Tiefsttemperaturen in Deutschland (Memento des Originals vom 23. September 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dwd.de (PDF-Datei; 45 kB)
  15. Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz: Niederschlagsverteilung (Memento vom 7. Juli 2011 im Internet Archive)
  16. Ellen Sträter, Winfried Straub, Christian Koch: Die Klimaentwicklung in NRW. Beobachtungen seit Anfang des 20. Jahrhunderts. In: Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Natur in NRW. Nr. 1/2010. Recklinghausen, S. 39–42 (PDF 3,5 MB [abgerufen am 10. Oktober 2010]). PDF 3,5 MB (Memento des Originals vom 12. Juni 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lanuv.nrw.de
  17. DWD; Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: Klimadaten – Mittelwerte
  18. Idealo Internet GmbH: Wetter. Flughafen Dortmund. Berlin.
  19. GEO.de; GEO-Reisecommunity: Dortmund Klima. Verlag Gruner + Jahr. Hamburg.
  20. Ellen Sträter, Winfried Straub, Christian Koch: Die Klimaentwicklung in NRW. Beobachtungen seit Anfang des 20. Jahrhunderts. In: Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Natur in NRW. Nr. 1/2010. Recklinghausen, S. 39–42 (PDF 3,5 MB [abgerufen am 10. Oktober 2010] Datenbasis sind interpolierte Werte für ein 1x1 km großes Raster über ganz Nordrhein-Westfalen für die Periode 1979 bis 2008 erhoben durch den Deutschen Wetterdienst. Berücksichtigt für die Interpolation wurden die Messwerte der nahen Klimastationen sowie die Höhenlage des Rasterquadrates. Der Mittelwert ergibt sich aus den Mittelwert aller dieser 1 km² großen Quadrate.). PDF 3,5 MB (Memento des Originals vom 12. Juni 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lanuv.nrw.de
  21. Ellen Sträter, Winfried Straub, Christian Koch: Die Klimaentwicklung in NRW. Beobachtungen seit Anfang des 20. Jahrhunderts. In: Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Natur in NRW. Nr. 1/2010. Recklinghausen, S. 39–42 (PDF 3,5 MB [abgerufen am 10. Oktober 2010] Datenbasis sind interpolierte Werte für ein 1x1 km großes Raster über ganz Nordrhein-Westfalen für die Periode 1979 bis 2008 erhoben durch den Deutschen Wetterdienst. Berücksichtigt für die Interpolation wurden die Messwerte der nahen Klimastationen sowie die Höhenlage des Rasterquadrates. Der Mittelwert ergibt sich aus den Mittelwert aller dieser 1 km² großen Quadrate. Die in der Tabelle angegebenen Werte wurden aus einem im Artikel gezeigten Klimadiagramm ausgelesen und gelten daher nicht exakt.). PDF 3,5 MB (Memento des Originals vom 12. Juni 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lanuv.nrw.de

Koordinaten: 51° 29′ N, 7° 33′ O