Georg-Büchner-Schule (Darmstadt)

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Georg-Büchner-Schule
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Schulform Gymnasium
Gründung 1826
Ort Darmstadt
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 51′ 43″ N, 8° 40′ 6″ OKoordinaten: 49° 51′ 43″ N, 8° 40′ 6″ O
Träger Stadt Darmstadt
Schüler etwa 1000
Lehrkräfte etwa 90
Leitung Christof Ganß
Website www.gbs-darmstadt.de

Die Georg-Büchner-Schule (kurz: GBS) ist ein staatliches Gymnasium im Südosten Darmstadts. Die Schule wurde nach dem Schriftsteller Georg Büchner benannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild des Schulgebäudes von Hans Schwippert in 1960, Archivbild. Anstelle des auf dem Bild zu sehenden Parkplatzes wurde in den 1970ern der "Naturwissenschaftstrakt" erbaut.
Historische Entwicklung der Bildungseinrichtungen Darmstadts ab 1826

Als gemeinsamer Gründungstag mit anderen Darmstädter Gymnasien wird der 1. November 1826 genannt. Mit der erstmaligen Zulassung von Mädchen im Jahr 1905 begann die Koedukation. 1919 wurde erstmals eine Schülerselbstverwaltung eingerichtet. 1937 wurde der Name zeitweise in „Horst-Wessel-Schule“ geändert. Das historische Schulgebäude wurde während des Luftangriffs auf Darmstadt am 11. September 1944 zerstört. Der Grundstein für den Neubau der Schule mit der heutigen Adresse Nieder-Ramstädter Straße 120 im Osten Darmstadts wurde am 17. Oktober 1956 gelegt. Geplant wurde das denkmalgeschützte Schulgebäude von dem bedeutenden Architekten der Nachkriegszeit Hans Schwippert als Klassenteppich, ein System von miteinander verbundenen Pavillons und Freiflächen.

Die Bauarbeiten begannen jedoch erst im Mai 1958. Der Umzug erfolgte schließlich im April 1960. Die Schulsportanlage folgte im September 1962. 1975 fand die Einweihung des Erweiterungsbaues für die Naturwissenschaften – „Naturwissenschaftstrakt“ genannt – statt, wo seitdem Biologie, Chemie, und Physik ausschließlich in ihren zugeordneten Fachsälen und Laboratorien mit speziellen Ausstattungen wie Chemikalien, Messgeräten, Modelle etc. unterrichtet werden. Vom 29. Oktober bis 3. November 2001 wurde im Rahmen einer Festwoche das 175-jährige Bestehen der aus dem Pädagog in Darmstadt hervorgegangen Schulen, die heute Georg-Büchner-Schule, Justus-Liebig-Schule und Lichtenbergschule heißen, gefeiert. Seit 2010 wird die Georg-Büchner-Schule umfangreich modernisiert, besonders betroffen ist der Naturwissenschaftsflügel.

Historische Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das für die Geschichtswissenschaft relevante Schriftgut der Georg-Büchner-Schule aus der Nachkriegszeit wird im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt verwahrt (Bestand H 54 Darmstadt). Im Bestand befinden sich neben Unterlagen zu Abiturprüfungen auch Informationen zu Schulprojekten, zum Schulbetrieb allgemein sowie zum Elternbeirat. Der Bestand ist komplett verzeichnet und kann im Internet recherchiert werden.[1]

Georg Büchner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Büchner
Hauptartikel: Georg Büchner

Der Namensgeber der Schule war der bedeutende Schriftsteller Georg Büchner, der im Jahr 1813 in der Nähe von Darmstadt geboren wurde und einen Teil seines Lebens in Darmstadt verbrachte. Neben weiteren Georg-Büchner-Schulen ist auch der bundesdeutsche Georg-Büchner-Preis nach ihm benannt.

Auf dem Logo der Georg-Büchner-Schule ist ein schwarz-weiß skizziertes Porträt von Georg Büchner neben dem Namen der Schule zu sehen.

Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuell besuchen etwa 1000 Schüler die Georg-Büchner-Schule. Sie kommen nicht nur aus Darmstadt, sondern auch aus umliegenden Kommunen, z. B. Mühltal, Roßdorf, Reinheim, Messel, Groß-Zimmern Ober-Ramstadt oder Griesheim im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Das Alter der Schüler liegt in einem Bereich von 9 bis zu 21 Jahren.

Momentan erreicht ein Großteil der Schüler die Georg-Büchner-Schule mit der Straßenbahn, andere benutzen das Fahrrad; Fahrradabstellplätze befinden sich vor dem Haupteingang sowie hinter dem Pausenhof.

Die Georg-Büchner-Schule heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Georg-Büchner-Schule gibt es neun Jahrgangsstufen von 5 bis 13 (nach 2013 nur 5 bis 12, hessenweit wegen G8) mit je vier Klassen in der Unter- und Mittelstufe mit höchstens 32 Schülern. In der Oberstufe werden zurzeit Biologie, Chemie, Deutsch, Englisch, Französisch, Geschichte, Mathematik, Politik und Wirtschaft sowie Sport als Leistungskurse angeboten. In den Fächern Französisch und Physik besteht eine Kooperation zwischen der Georg-Büchner-Schule und der benachbarten Viktoriaschule, die es Schülern trotz geringer Meldungen ermöglicht, den Leistungskurs ihrer Wahl zu belegen. Als Grundkurse werden außerdem noch Ethik, Informatik, Italienisch, Kunst, Latein, Musik, Religion und Spanisch zur Wahl gestellt. Der Besuch des Spanischunterrichts steht immer auch Schülern anderer Gymnasien offen.

Ferner gibt es die Möglichkeit, im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts das Fach Darstellendes Spiel zu belegen.

Fächer wie Politik und Wirtschaft, Geschichte sowie Erdkunde können abhängig von der Jahrgangsstufe und unter Aufwand einer zusätzlichen Stunde bilingual, d. h. sowohl mit englischer als auch deutscher Unterrichtssprache, belegt werden. Nach erfolgreichem Belegen dieser Fächer über einen bestimmten Zeitraum bekommt man neben dem Zeugnis ein Zertifikat. Der bilinguale Unterricht ist außerdem Voraussetzung für den Erwerb des neulich an der GBS eingeführten CertiLingua-Zertifikats, einem international anerkannten Sprachzertifikat.

Alle Schülerinnen und Schüler haben ab Jahrgangsstufe 5 Englisch als erste Fremdsprache, wobei sie später zwischen Französisch und Latein als zweiter Fremdsprache wählen können.

Das aktuelle Schulgelände hat eine Gesamtfläche von etwa 40.000 m² (400 m × 100 m).

Blick auf den Haupteingang der GBS

Die Georg-Büchner-Schule hat einen 1951 gegründeten Förderverein, den Verein Georg-Büchner-Schule.

Mit dem Gymnasium CEG1 in Savalou im westafrikanischen Benin unterhält die Georg-Büchner-Schule eine Partnerschaft und arbeitet mit dem im Jahr 2001 gegründeten Förderverein Savalou / Benin e.V. zusammen.

Schulische Veranstaltungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Projektwoche
  • Weihnachtskonzert
  • Bundesjugendspiele
  • Skifreizeiten
  • Theateraufführung
  • Drogenprävention
  • Fußballturnier
  • Studienfahrt
  • Betriebspraktikum

Arbeitsgemeinschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Georg-Büchner-Schule bietet eine Vielzahl von AGs an, die musische, sprachliche, sportliche sowie soziale Arbeitsgruppen beinhalten. Auch gibt es an der GBS einen Schulsanitätsdienst, der vor allem bei den Bundesjugendspielen zum Einsatz kommt. Die etwa 80 Seiten starke Ausgabe des Jahrbuches erscheint jährlich jeweils kurz vor den Ferien. Nachmittags wird, geleitet von Oberstufenschülern, eine Hausaufgabenbetreuung für untere Jahrgangsstufen angeboten. Seit geraumer Zeit gibt es auch eine AG zum Thema Schulentwicklung. Hier engagieren sich Lehrer, Schüler und Eltern, um das Leben an der GBS zu gestalten. So gibt es zum Beispiel eine AG, die sich mit der Neugestaltung des Schulhofs befasst.

Übersicht (Auswahl)
  • Informatik
  • Naturwissenschaften
  • Volleyball
  • Theater
  • Kurzfilm-AG

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In unmittelbarer Nähe befindet sich das Hochschulstadion mit einem Freibad und einer 400-m-Laufbahn, die vor allem für den Sportunterricht genutzt werden. Die Straßenbahnhaltestelle Hochschulstadion ist nur ca. 20 Meter vom Haupteingang der GBS entfernt. Eine große Anzahl von Schülern kommt mit der Straßenbahn zur Schule.

Unweit der GBS sind eine Grundschule sowie eine Kindertagesstätte zu finden. Der Campus Lichtwiese der Technischen Universität Darmstadt mit einer eigenen Mensa mit Biergarten ist etwa 500 Meter Luftlinie von der GBS entfernt.

Über die Hälfte der weiteren Gymnasien Darmstadts liegen in einem Umkreis von 3 Kilometern um die Georg-Büchner-Schule. Diese sind: Edith-Stein-Schule (0,8 km); Viktoriaschule (0,9 km); Ludwig-Georgs-Gymnasium (1,4 km); Lichtenbergschule (2,0 km); Eleonorenschule (2,8 km); Justus-Liebig-Schule (2,9 km).

Tagesablauf an der GBS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Unterrichtsstunde beginnt morgens kurz vor acht Uhr. In der Oberstufe kommt es vor, dass man je nach persönlicher Fächerkombination an manchen Tagen bis zur 12. Stunde Unterricht haben kann, die erst nach 18 Uhr endet.

Offizielle Mittagspause gibt es keine, allerdings werden, vor allem in der Oberstufe, Freistunden als solche betrachtet. Seit 2013 ist auch eine Mensa auf dem Schulgelände vorhanden, welche Schüler und Lehrer besuchen können.[2] (Stand: Okt. 2009)

Sportunterricht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Georg-Büchner-Schule nimmt beim Wettbewerb Jugend trainiert für Olympia regelmäßig teil.

Sie zeichnet sich außerdem durch ihren Schwerpunkt im Fach Sport mit einem breiten Spektrum von Möglichkeiten aus. Dazu zählt unter anderem, dass in der Oberstufe Sport auch als fünfstündiger Leistungskurs angeboten wird, was aufgrund unzureichender Ausstattung oder fehlender Lehrkraft relativ selten vorkommt.

Bis zur Klasse 10 ist der Sportunterricht zweistündig und flexibel.

Für die Oberstufe gibt es, außer dem Leistungskurs Sport, einen dreistündigen Sportkurs und mehrere zweistündige Sportkurse, die alle nachmittags (Stand 2009/2010) stattfinden und verschiedene Themenschwerpunkte haben. Schüler können wählen, welchen Sportkurs es oder sie haben möchte. Nur wer einen dreistündigen Sport-Grundkurs durchgehend belegt hat, darf Sport als ein Abiturfach prüfen lassen. Problematisch ist es, da parallel zu den Sportkursen auch noch andere Kurse – z. B. Französisch, Spanisch, Biologie, Informatik – stattfinden, dass einige Schüler nur wenig oder gar keine Auswahlmöglichkeit haben, den gewünschten Sportkurs auszusuchen, da Sport stets belegt werden muss, während beispielsweise Biologie abgewählt werden könnte (oder muss, um Sport zu belegen).

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das aktuelle Hauptgebäude wurde von dem Architekten Hans Schwippert 1956 entworfen und 1960 fertiggestellt. Viele Klassenräume grenzen an ein meist grünes Grundstück, das besonders bei den Projekten oft gern zu Gärten mit Sitzgelegenheiten von Schülern gestaltet werden kann.

Beim Hauptgebäude handelt es sich um sog. Darmstädter Meisterbauten, welche unter Berufung auf die erste Ausstellung der Künstlerkolonie von 1901 1951 die Ausstellung Mensch und Raum auf der Mathildenhöhe gezeigt wurde. Dabei wurden Entwürfe präsentiert. Die Bauten international renommierter Architekten waren typisch für Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg, elf Planungsaufträge wurden vergeben. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel konnte die Stadt nur fünf, teils in reduzierter Form, realisieren. Das Hauptgebäude der Georg-Büchner-Schule war eines davon.

Das Hauptgebäude von Hans Schwippert

In dem 1975 gebauten, an der südlichen Seite des Hauptgebäudes angeschlossenem Naturwissenschaftstrakt werden Biologie, Chemie, und Physik unterrichtet. Gelegentlich werden auch Räume in dem Naturwissenschaftstrakt für Mathematik- und Informatikunterricht genutzt.

Die Große Sporthalle der GBS

Insgesamt gibt es auf der 6500 m² großen Fläche 28 Klassenräume (für 5. bis 11. Klasse) sowie 30 Fachräume.

Die Georg-Büchner-Schule hat zwei Sporthallen. Die ältere und kleinere Turnhalle (TH) ist im Gegensatz zur größeren Sporthalle (SH) über den überdachten Pausenhof zu erreichen. In der Turnhalle finden zudem Veranstaltungen wie Theateraufführungen, wichtige Reden oder Abiturzeugnisverleihungen statt. In der großen Sporthalle, welche im Jahr 1984 gebaut wurde, finden jährlich schulinterne Fußballturniere statt. Im Jahr 2015 wurde die große Sporthalle unter Denkmalschutz gestellt.[3] Häufig wird bei gutem Wetter während des Sportunterrichts auch das Hochschulstadion der TU Darmstadt genutzt.

Außerschulische Nutzung des Gebäudes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude der Georg-Büchner-Schule wird u. a. abends zusätzlich für Unterricht der Volkshochschule verwendet. Zudem finden hier auch ab und zu Veranstaltungen der Darmstädter Ferienkurse statt.

Austausch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Georg-Büchner-Schule nimmt am Comenius-Programm teil, welches die Zusammenarbeit von Schulen und Schülern in Europa fördert. Zum Beispiel fand 2009 der Austausch zwischen der GBS und einer Schule in Darmstadts französische Partnerstadt Troyes sowie einer niederländischen Schule in Darmstadts Partnerstadt Alkmaar statt.

Ferner bietet die GBS diverse Austauschprogramme mit folgenden Ländern an:

Berühmte ehemalige Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dietrich Plehn: Georg-Büchner-Schule Darmstadt: Bekanntes und Unbekanntes. H. L. Schlapp Verlag, Darmstadt, 2001, ISBN 3-8770-40462

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Übersicht über den Bestand „Darmstadt: Georg-Büchner-Schule (Gymnasium); 1946–1978“ (HStAD Bestand H 54 Darmstadt). In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), abgerufen am 9. September 2011.
  2. Georg-Büchner-Schule: Schüler haben´s satt@1@2Vorlage:Toter Link/www.fr-online.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. in Frankfurter Rundschau vom 28. August 2009
  3. Darmstädter Echo, Samstag, 13. Juni 2015, S. 13