Georg-Friedrich Wolf

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Georg-Friedrich Wolf (* 11. Juli 1962 in Freiburg) ist ein deutscher Stahlbildhauer. Seine künstlerischen Schwerpunkte sind monumentale Installationen mit dem Werkstoff Stahl zu zeitgenössischen Themen.

Leben und künstlerische Schwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Fachabitur im Jahr 1980 und dem Abschluss einer Schlosserlehre an der Odenwaldschule in Ober-Hambach (Heppenheim) arbeitete Wolf zunächst als Geselle, wobei er seine ersten bildhauerischen Erfahrungen mit dem Werkstoff Stahl machte. Es folgten zwei Jahre der Wanderschaft, die ihn bis nach Israel, USA, Pakistan und Indien führten. Eine für seine weiteren künstlerischen Aktivitäten wichtige Station war das Zusammentreffen mit Alfred Habermann in Venedig am Europäischen Ausbildungszentrum für Handwerker im Denkmalschutz.

Nach seiner Rückkehr legte er die Meisterprüfung als Stahlbauer ab und eröffnete 1990 einen eigenen Stahlbaubetrieb auf dem Hofgut Habitzheim im Odenwald. Er machte sich in der Folge einen Namen als vielfältig spezialisierter Gestalter von meist stahl-basierten künstlerischen Objekten, sowohl in der Profanarchitektur wie im Kirchenbau, insbesondere auch als Restaurator.

Mehr und mehr widmete sich Wolf der freien künstlerischen Gestaltung von Skulpturen und Installationen. Seine handwerklichen Fähigkeiten und damit erworbenen Möglichkeiten betrachtet er als Privileg bei der Ausformulierung seiner bildhauerischen Visionen. Letztere sind oft von vornherein in großen Dimensionen angelegt. Dafür benötigt Wolf naturgemäß große Räume und Arbeitsflächen, es genügt kein Standardatelier. Er besitzt nun Beides: den großen Freiraum - ganz im wörtlichen Sinn - auf dem Hofgut Habitzheim und das Atelier in Bensheim.

Das von Wolf bearbeitete Material ist fast ausschließlich Stahl; ihm gehört - wie er selbst sagt - sein ganzer Respekt; aus dem Charakter des Stahls schöpft er seine Inspiration. Es geht immer auch um die gesellschaftliche und technikhistorische Relevanz, die das Material mit sich bringt. Wird der geformte Stahl in Wolfs Projekten mit anderen Materialien - dann in erster Linie Holz - kombiniert, so kommt es darüber hinaus zu neuer Lebendigkeit und Formenvielfalt.

Seine bildnerischen Ideen schöpft Wolf aus seinen Reisen und dem Kontakt mit anderen Völkern und Kulturen, vor allem des Nahen und Mittleren Ostens. Neben den kulturhistorischen Aspekten sind es die aktuellen Fragen von Zusammenleben und Toleranz, Fragen zur Beherrschbarkeit der Natur und Grenzen des Wachstums, von denen Wolfs Werke erzählen. Die Arbeiten von Wolf sind im Prinzip abstrakt, widerspiegeln aber stets Ereignisse, an denen der Betrachter teilnehmen darf und soll. Es sind oft riesige Installationen, die nur mit schwerem Gerät und vieler Menschen Hilfe herzustellen und zu transportieren sind.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012: The Squaire, Flughafen Frankfurt: Missing Piece [1]

2015: "mainart" in Erlenbach Frankenhalle: Sehnsucht (Puzzle)

Museion - Museum für moderne und zeitgenössische Kunst - in Bozen, in Verbindung mit Land Art auf der Seiseralm: Skulpturen Sehnsucht und Erdenschwere, dazu auf einer Blickachse auf dem höchsten Punkt der Seiseralm die Skulptur Fingerprints (Gewicht 4 Tonnen!) [2]

2016: Schloss Oranienstein bei Limburg

Skulpturen im Park in Mörfelden-Walldorf

Werke im öffentlichen Raum (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Merck Darmstadt Hauptverwaltung Eingangshalle: Skulptur (Mobile) einer archimedischen Schraube
  • Hochhaus "Campino" in Darmstadt: Kornkreis-Skulptur auf dem Dach. Diese Skulptur von 2014 wurde 2017 nach einem richtungweisenden Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt wieder an ihren ursprünglichen Platz gesetzt, da ihr Standort auf dem Dach des Hochhauses zum ursprünglichen künstlerischen Konzept gehöre. Die 7 Meter breite Skulptur aus vergoldeten Muranoglas-Mosaiken, deren künstlerische Wirkung wesentlich durch das morgendliche Sonnenlicht begünstigt wird, war vom neuen Eigentümer des Hochhauses zunächst entfernt worden. [3][4]
Kornkreis-Skulptur auf Hochhaus in Darmstadt

Kirchen-Innenraum (Beispiele)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Installationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2014: Projekt The Missing Piece - Strandgut: An der rauen Küste des Nordatlantik installierte Skulpturengruppe [5] : Im Mittelpunkt steht eine von Stahlstreifen umschlossene Holzkugel, daraus ragen geschmiedete Nägel - ein immer wiederkehrendes Motiv von Wolf. Zur Installation gehört ein Film mit einer Geschichte zum Fund dieses "Wracks".
  • 2016: Projekt Shipsoul [6] : Skulptur, errichtet zusammen mit dem indischen Maler Ratnadeep Gopal Adivrekar am Strand von Alang in Indien, einem Schiffsabwrackplatz, aus 4,5 Tonnen Stahlschrott.
    Projekt Shipsoul am Strand von Alang/Indien
  • 2016/17: Projekt Odyssee (oder Floß), [7][8] , aufgestellt im Winter 2016/17 auf dem Gelände des Hauses der Kulturen der Welt in Berlin. Diese Installation wurde unter tatkräftiger Mithilfe von Flüchtlingen gebaut. Flüchtlinge schmiedeten in der Schmiede in Habitzheim auch die zahlreichen an der Skulptur verwendeten Nägel, die in der bildnerischen Idee von Wolf eine essentielle Rolle spielen: als bleibende Teile im vergänglichen Umfeld der anderen Materialien wie dem verrottenden Holz. Die monumentale Skulptur (Höhe 9 Meter, Gewicht ca. 7 Tonnen) kam 2018 zunächst in die Documenta-Halle in Kassel, um von dort an weiteren Plätzen in Deutschland ausgestellt zu werden [9]
Installation Odyssee am ersten Standort nahe dem Kanzleramt Berlin

Restaurierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hochzeitsturm in Darmstadt: Restaurierung der Turmhaube und neues Wappen in Bronze am Eingangsportal [10]
  • Jugendstilbad in Darmstadt: Neuanfertigung der historischen Messingleuchten (2011)
  • Löwentor (Reliefs von Bernhard Hoetger) zur Rosenhöhe in Darmstadt

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artikel in: UBI BENE (Mannheimer Morgen) Winter 2015, S. 96, Eisenzeit Georg-Friedrich Wolfs Stahlplastiken

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Homepage: https://www.wolf-werk.com/

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ausstellungskatalog the Missing Piece Wolf zur Ausstellung 14.11.- 29.11.2012
  2. Darmstädter Echo 20. August 2015 Fingerzeig auf der Seiser Alm
  3. Darmstädter Echo 16.Januar 2017 Rückkehr mit Hindernissen
  4. FAZ 14.Januar 2017 Die "Kornkreiskrone" kehrt zurück
  5. Begleitheft Wolf The Missing Piece Sehnsucht, Budersand Hotel Hörnum
  6. Darmstädter Echo 1. März 2016 Der Geist alter Ozeanriesen
  7. Integrative Kunst Performance, Presseheft zur Produktion der Odyssee 2016, wolf-werk.com
  8. Darmstädter Echo 9.November 2016 Das Floß beim Kanzleramt
  9. Frankfurter Allgemeine Zeitung 23.Oktober 2017, S. 36 Die Odyssee geht auf Reisen
  10. Darmstädter Echo 16.April 2008 Neues Stadtwappen fürs Portal