Georg Alexander Herzog zu Mecklenburg

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Georg Alexander Andreas Carl Michael Peter Philipp Ignatius Maria Herzog zu Mecklenburg (* 27. August 1921 in Nizza;[1]26. Januar 1996 in Mirow)[2] war der älteste Sohn von Georg Herzog zu Mecklenburg und ein Ururenkel des Großherzogs Georg (1779–1860), des Regenten von Mecklenburg-Strelitz und Bruders der Königin Luise von Preußen (1776–1810).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Alexander Herzog zu Mecklenburg wurde als ältester Sohn des Georg Graf von Carlow (1899–1963) und dessen Frau Irina, geb. von Rajevsky (1892–1955) geboren. Erst in den frühen 1930er Jahren hatte sein Vater, der tatsächlich einer russischen Nebenlinie des Großherzoglichen Hauses Mecklenburg-Strelitz entstammte[3], infolge einer Adoption den Familiennamen Herzog zu Mecklenburg erhalten. Fürstentitel waren in Deutschland zu dieser Zeit bereits abgeschafft und zu Bestandteilen der bürgerlichen Familiennamen umgewandelt worden.[4]

Georg Alexander war von 1963 bis 1996 Chef des Hauses Mecklenburg-Strelitz nach einer Übereinkunft mit dem Haus Mecklenburg-Schwerin aus dem Jahre 1950. Er war Ehren- und Devotionsritter des Souveränen Malteserordens.

Bis 1940 wohnte er auf Schloss Remplin bei Malchin. In der Nacht zum 11. April 1940 wurde es auf Veranlassung des Gauleiters von Mecklenburg-Lübeck gebrandschatzt. 1944 wurde er nach der Inhaftierung seines Vaters im Konzentrationslager Sachsenhausen durch die Gestapo auf einem stauffenbergischen Schloss interniert. Nach 1945 galt er als Verfolgter des NS-Regimes. Er studierte Jura und absolvierte eine Banklehre.[2]

In Irland betätigte er sich viele Jahre als Gutsverwalter und verdiente in Westdeutschland bis zur Wende sein Geld in der Werbeindustrie.[2]

Aufsehen erregte der Antrag Georg Alexanders auf Rückübertragung der während der NS-Diktatur verlorenen Gebiete in Mecklenburg an seine Familie im Jahre 1990. Das Verfahren galt als eines der schwierigsten Rückübertragungsverfahren im Vereinigungsprozess und wurde erst zehn Jahre nach seinem Tod Anfang 2006 endgültig im Sinne der Familie und im Einvernehmen mit den Beteiligten abgeschlossen. Georg Alexander hatte es abgelehnt, zur Beschleunigung des Verfahrens zu klagen oder Druck auf die Institutionen auszuüben. Bereits im Sommer 1991 hatte er auf Einladung der Mirower Stadtvertretung wieder seinen Wohnsitz nach Mecklenburg verlegt und widmete sich insbesondere der Geschichte und dem Denkmalschutz. So geht z. B. die Restaurierung der Denkmalanlage auf der der Schlossinsel vorgelagerten Liebesinsel auf seine Initiative und Begleitung zurück.[2]

Sohn Borwin Herzog zu Mecklenburg (* 1956), außer seinen beiden Söhnen der letzte Träger der männlichen Form des Familiennamens

Er wurde 1996 als bisher letztes Familienmitglied in der Fürstengruft in der Johanniterkirche auf der Schlossinsel (Mirow) beigesetzt.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Alexander heiratete 1946 Ilona von Habsburg-Lothringen. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor:[5]

  • Elisabeth Christine Herzogin zu Mecklenburg (* 1947) ⚭ 1975 Alhard Graf von dem Bussche-Ippenburg, gen. v. Kessell (* 1947), geschieden 1995
  • Maria Katharina Herzogin zu Mecklenburg (* 1949) ⚭ 1978 Wolfgang von Wasielewski (* 1951)
  • Irene Herzogin zu Mecklenburg (* 1952) ⚭ 1980 Constantin Harmsen (* 1954)
  • Georg Borwin Herzog zu Mecklenburg (* 1956) Chef des Hauses Mecklenburg-Strelitz ⚭ 1986 Alice Wagner (* 1958)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank Erstling, Frank Saß, Eberhard Schulze und Harald Witzke: Mecklenburg-Strelitz, Beiträge zur Geschichte einer Region. Zwei Bände, herausgegeben vom Landkreis Mecklenburg-Strelitz anlässlich des 300. Jahrestages der Gründung des Herzogtums Mecklenburg-Strelitz, Verlag Druckerei Steffen GmbH, Friedland in Mecklenburg 2001 (ISBN 3-9807532-0-4) und 2002 (ISBN 3-9807532-7-1)
  • Rajko Lippert: Das Großherzogliche Haus Mecklenburg-Strelitz, Reutlingen 1994, ISBN 3-927292-50-8 (1.–4. Tsd.)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Rajko Lippert: Das Großherzogliche Haus Mecklenburg-Strelitz, Reutlingen 1994, S. 108
  2. a b c d Frank Erstling u. a.: Mecklenburg-Strelitz, Beiträge zur Geschichte einer Region. Band 1. Druckerei Steffen GmbH, Friedland in Mecklenburg, 2. geänderte Auflage 2001, S. 191
  3. Als Folge einer morganatischen Ehe hatte dessen Vater eine Generation zuvor seinen Fürstentitel verloren und unter dem den Adelstitel eines Grafen den Namen von Carlow geführt.
  4. Helge Bei der Wieden: Titel und Prädikate des Hauses Mecklenburg seit dem 18. Jahrhundert. In: Der Wappengreif, Bd. 12 (1994), S. 3–7.
  5. Rajko Lippert: Das Großherzogliche Haus Mecklenburg-Strelitz, Reutlingen 1994, S. 109

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VorgängerAmtNachfolger
Georg Herzog zu MecklenburgChef des Hauses Mecklenburg-Strelitz
1963–1996
Borwin Herzog zu Mecklenburg