Georg Buchner

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Georg W. Buchner (* 17. Januar 1890; † 13. Januar 1971) war ein deutscher Architekt.

Um 1912 studierte Buchner an der Technischen Hochschule München bei Theodor Fischer Architektur. Während der nationalsozialistischen Diktatur entwarf Buchner zahlreiche monumentale Kreisforen mit Verwaltungszentrum und Aufmarschplatz (z. B. für Pfaffenhofen an der Ilm, Starnberg oder Ingolstadt), eine Thingstätte an der Theresienwiese (zusammen mit German Bestelmeyer) sowie eine NS-Führerschule in Kranzberg und eine überdimensionierte Gauschulungsburg in Starnberg, die jedoch nicht verwirklicht wurden. Auch die später von Hermann Giesler aufgenommene Verlegung des Münchner Hauptbahnhofes nach Westen taucht bereits 1929 in einem Entwurf von Buchner auf. Andere nationalsozialistische Nutzbauten von Buchner wie die HJ-Heime Berg und Miltenberg sowie zahlreiche Kirchenneubauten wurden ausgeführt.

Trotzdem gab Buchner im Spruchkammerverfahren zu seiner Verteidigung an, wegen seiner Zugehörigkeit zur katholischen Kirche von der Erstellung von Parteibauten ausgeschlossen worden zu sein.[1]

Nach Kriegsende war Buchner zunächst im Gespräch für die Planung eines Denkmals für die KZ-Opfer in Dachau, das schon im Sommer 1945 errichtet werden sollte. Als dann aber die nationalsozialistische Vergangenheit des Architekten ans Licht kam, rückte die US-amerikanische Militärregierung schnell von diesem Plan ab.

Werk (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Bad Tölz
St. Benedikt in Gauting
Thermalbad in Bad Füssing

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lothar Altmann: Georg W. Buchner und seine Kirchenbauten im Münchner Raum. In: Amperland. Heimatkundliche Vierteljahresschrift für die Kreise Dachau, Freising und Fürstenfeldbruck. 37, 2001, S. 450–453.
  • Otto Buchner: Der Architekt Georg Buchner. In: Katholische Pfarrgemeinde Leiden Christi (Hrsg.): Gemeinde am Stadtrand. Festschrift zum 75jährigen Jubiläum der Pfarrkirche Leiden Christi. München 1999.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sabine Klotz: „Ich selbst hatte mich nie mit den parteipolitischen Tendenzen befasst.“ Fallstudien zur Entnazifizierung und Spruchkammerverfahren von Architekten in Bayern. In: Winfried Nerdinger (Hrsg.): Architektur der Wunderkinder. Aufbruch und Verdrängung in Bayern 1945–1960. Pustet, Salzburg 2005, S. 32–43.