Georg Christoph Tobler

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Georg Christoph Tobler (* 1. Januar 1757 in Ermatingen; † 8. Mai 1812 in Wald) war ein Schweizer Pfarrer, Übersetzer und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Christoph Tobler wuchs als Sohn des Pfarrers Johannes Tobler (1732–1808) in Zürich auf. Dort studierte er frühzeitig die griechischen Dichter und dann Theologie. 1779 wurde er ordiniert. Er unternahm sodann grosse Reisen durch Frankreich und Deutschland und hielt sich im Sommer 1781 als Gast Karl Ludwig von Knebels in Weimar auf. Dort verkehrte er mit Johann Wolfgang Goethe, Johann Gottfried Herder und am Weimarer Hofe. 1782 entstand sein Essay Die Natur, dessen Urheberschaft vielfach Goethe zugeschrieben wurde.[1]

1782 wurde Tobler Katechet in Fluntern bei Zürich und 1784, nach dem Weggang von Johann Jakob Stolz (1753–1823), Prediger in Offenbach am Main. 1793 bis 1799 betreute er die Pfarrei Veltheim bei Winterthur. 1800 war er auf kurze Zeit Mitglied des Senats der Helvetischen Republik in Bern und kehrte nach Auflösung desselben nach Zürich zurück. 1801 erhielt er die Pfarrei Wald im Kanton Zürich.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tobler hat sich vor allem als Übersetzer aus dem Griechischen bekannt gemacht: 1781 erschien seine Sophokles-Uebertragung, 1782 (im Deutschen Merkur) der Prometheus des Aeschylos, 1784 Die Argonauten, später Stücke aus der griechischen Anthologie. 1801 verfasste er die Rede: Johann Caspar Lavater, der Wahrheitslehrer und Menschenfreund.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Hirzel: Goethe’s Beziehungen zu Zürich. S. 22 ff.
  • Shu Ching Ho: Tobler, Georg Christoph (1757–1812). In: Manfred Wenzel (Hrsg.): Goethe Handbuch. Supplemente. Bd. 2: Naturwissenschaften. Metzler, Stuttgart/Weimar 2012, S. 671–672.
  • Markus Lutz: Nekrolog denkwürdiger Schweizer aus dem 18. Jahrhundert. 1812, S. 525 f.
  • Jakob BaechtoldTobler, Georg Christoph. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 38, Duncker & Humblot, Leipzig 1894, S. 392.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über Tobler’s Anteil an dem Fragment über die Natur im Tiefurter Journal vgl. Schriften der Goethe-Gesellschaft VII, 393 ff.; zur Forschungsgeschichte in dieser Frage: Holger Dainat: Goethes ‚Natur‘ oder: ‚Was ist ein Autor?‘ In: Klaus Kreimeier, Georg Stanitzek (Hrsg.): Paratexte in Literatur, Film, Fernsehen. Akademie, Berlin 2004, S. 101–116.