Georg Friedrich Kolb

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Georg Friedrich Kolb

Georg Friedrich Kolb (* 14. September 1808 in Speyer; † 15. Mai 1884 in München) war ein deutscher Verleger, Publizist und Politiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kolb war der Sohn von Jakob Christian Kolb und Karoline Christine, geborene Prior und besuchte in Speyer die Elementarschule und das Progymnasium. Bereits mit 14 Jahren trat er in die väterliche Buchdruckerei in Speyer ein.[1] Nachdem sein Vater 1827 verstarb, übernahm er diese und betätigte sich fortan als Publizist und Verleger, unter anderem in der Neuen Speyerer Zeitung sowie als Autor des Rotteck-Welcker’schen Staatslexikons. Aufgrund seiner Artikel wurde er 1832 erstmals festgenommen, angeklagt aber letztlich freigesprochen.

Kolb war ein profilierter liberaler Politiker und war Angehöriger einer Burschenschaft.[2] Er war unter anderem Teilnehmer des Hambacher Festes 1832 und wurde 1847 zur Heppenheimer Tagung eingeladen, an der er allerdings nicht teilnahm. 1838 wurde er als jüngstes Mitglied in den Speyerer Stadtrat und 1848 zum Bürgermeister gewählt. Er war Delegierter im Vorparlament, Präsident der Wahlkommission des Fünfzigerausschusses und vertrat vom 18. Mai 1848 bis zum 18. Juni 1849 Speyer in der Frankfurter Nationalversammlung. Dort vertrat er demokratische und großdeutsche Positionen. Von 1848 bis zu seiner Mandatsniederlegung am 20. November 1853 war er auch Mitglied der Bayerischen Kammer der Abgeordneten.

1849 war er Mitunterzeichner eines Aufrufs zur Reichsverfassungskampagne, er wurde ab dem 23. Juli 1849 für mehrere Monate in Zweibrücken wegen Verbrechen der Verführung von Truppen sowie Verbrechen der Hilfeleistung zu Gunsten illegaler Behörden inhaftiert und am 3. Januar 1850 vom Appellationshof der Pfalz von jeder Anklage freigesprochen. 1853 musste er nach Zürich flüchten, wo er sechs Jahre mit seiner Familie im Exil verbrachte. Kolb veröffentlichte auch wissenschaftliche Arbeiten, etwa 1857 das Handbuch der vergleichenden Statistik oder Arbeiten zu Kaspar Hauser. Aufgrund seines statistischen Werkes war er Delegierter der Schweiz bei einem statistischen Kongress 1860 in London und wurde 1864 zum Ehrenmitglied des Rats der Universität Charkow gewählt. 1869 wurde er außerordentliches Mitglied der statistischen Zentralkommission Bayerns.

Ab 1859 war er für die Frankfurter Zeitung tätig, deren politischer Redakteur er ab 1864 war. 1866 gab er diese Tätigkeit auf, nachdem die Zeitung von preußischen Truppen besetzt und versiegelt worden war, schrieb aber weiterhin noch für die Zeitung.

Von 1863 bis zum 7. Februar 1872 war er abermals Landtagsmitglied in Bayern. 1868 bis 1869 war er fraktionsloses Mitglied des Zollparlaments, in welchem süddeutsche Abgeordnete mit den Vertretern des Reichstages des Norddeutschen Bundes über die wirtschaftliche Entwicklung des Zollvereins berieten.

Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in München.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Georg Friedrich Kolb – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kurt Baumann: Pfälzer Lebensbilder, Erster Band, 1964, S. 241 ff.
  2. Profil und Bedeutung der Burschenschaften in Baden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts