Georg Graf Henckel von Donnersmarck

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Georg Graf Henckel von Donnersmarck (* 5. August 1902 in Grambschütz, heute Gemeinde Domaszowice (deutsch: Noldau), Schlesien; † 2. Mai 1973 in Bonn) war ein deutscher Politiker der CSU. Er stammte aus der schlesischen Adelsfamilie Henckel von Donnersmarck.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Graf Henckel von Donnersmarck studierte nach dem Abitur Rechtswissenschaften und wurde 1926 in Göttingen zum Dr. jur. promoviert. Beim Küssen des Gänseliesels auf dem Göttinger Gänseliesel-Brunnen wurde er auf frischer Tat ertappt und wegen Verstoßes gegen das Kussverbot zu einer Geldstrafe in Höhe von zehn Reichsmark verurteilt. Mit seiner Forderung nach „Kussfreiheit“ und dem Verlangen „doch den Bann von den bronzenen Lippen zu lösen“, hatte er weder vor dem Amtsgericht Göttingen noch vor dem Kammergericht Erfolg.[1]

Er übernahm das elterliche Gut Grambschütz in Schlesien. Dort war er 1929 bis zu seiner Absetzung 1933 Bürgermeister. 1934 kam es zum Verlust der Vorstandsämter im Genossenschaftswesen. 1937 trat er in die NSDAP ein, 1939 in die Wehrmacht; sein letzter Dienstgrad war Oberleutnant.[2]

Nach dem Krieg kam Graf Henckel von Donnersmarck als Heimatvertriebener nach Neuburg an der Donau. Er engagierte sich als Präsident des Ostdeutschen Kulturrats.

Von Donnersmarck, der römisch-katholischen Glaubens war, war Mitglied der katholischen Studentenverbindungen K.D.St.V. Teutonia Fribourg und A.V. Palatia Göttingen.

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Henckel von Donnersmarck gehörte dem Deutschen Bundestag von 1953 bis 1957 und vom 5. September 1959, als er für den verstorbenen Josef Oesterle nachrückte, bis 1961 an. Er engagierte sich im Bundestag vor allem in Vertriebenenfragen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geben Sie Kussfreiheit. Spiegel Online. 6. Juni 2001. Abgerufen am 8. März 82017.
  2. Henckel von Donnersmarck, Georg Graf, Dr. In: Martin Schumacher (Hrsg.): M.d.B. – Die Volksvertretung 1946–1972. – [Haack bis Huys] (= KGParl Online-Publikationen). Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien e. V., Berlin 2006, ISBN 978-3-00-020703-7, S. 474, urn:nbn:de:101:1-2014070812574 (kgparl.de [PDF; 507 kB; abgerufen am 19. Juni 2017]).