Georg Haan

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Georg Haan (* unbekannt; † 24. Januar 1628 in Bamberg) war Kanzler im Hochstift Bamberg und wurde dort zusammen mit einigen seiner Familienmitglieder Opfer der Hexenprozesse.

Leben und Hexenprozess[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gebürtige Bamberger Georg Haan war seinerzeit die höchste weltliche Persönlichkeit in der Stadt Bamberg. Er war mit Katharina Haan verheiratet und hatte mit ihr mehrere Kinder. Georg Haan war ein erklärter Gegner der von Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheim geführten Hexenpolitik und verklagte diesen im Jahr 1627 deshalb öffentlich am Reichskammergericht in Speyer. Kurz nach seinem Aufbruch nach Speyer am 27. Dezember 1627 wurde seine Ehefrau Katharina von Unbekannten als Hexe denunziert und verhaftet. Nach langer Folter wurde diese am 16. Januar 1628 für schuldig befunden und daraufhin als Hexe verbrannt. Das gleiche Schicksal ereilte kurze Zeit später seine Tochter Katharina. Als Georg Haan wieder in Bamberg eintraf, waren beide nicht mehr am Leben.

Für Georg Haan wurde die Situation in Bamberg immer schwieriger. Ein Rettungsversuch durch den Kurfürsten von Bayern, welcher plante, ihn in seine Dienste zu nehmen und nach Amberg zu schicken, wurde von dem Fürstbischof vereitelt. Kurz darauf wurde Georg Haan selbst als „Hexer“ angeklagt und gefoltert. Das Geständnis wurde letztendlich auf besonders perfide Weise erpresst: ihm wurde vorgelesen, dass sein eigener Sohn, Georg Adam, ihn bei einer Befragung als Hexer beschuldigt habe. Völlig verzweifelt gestand Georg Haan und wurde daraufhin kurze Zeit später, am frühen Morgen des 24. Januar 1628, in der Alten Hofhaltung in Bamberg hingerichtet.

Georg Haan legte in seinem Testament fest, dass sein Vermögen an seine Kinder sowie an Personen, welchen er etwas schuldig war, gehen sollte. Die Kirche ging leer aus.

Ein Jahr später wurden seine jüngste Tochter Ursula Maria sowie sein Sohn Georg Adam verhaftet und ebenfalls verbrannt. Nur seine drei letzten Söhne Carl, Leonhard und Daniel überlebten den Hexenwahn und erhielten Hilfe vom Dominikanerinnenkloster Heilig Grab in Bamberg.

Der Hexenverfolgung in Bamberg fielen zwischen 1612 und 1631 unter der Regierung der Fürstbischöfe Johann Gottfried I. von Aschhausen und Johann Georg II. Fuchs von Dornheim ca. 1000 Menschen zum Opfer.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andrea Renczes: Wie löscht man eine Familie aus?: eine Analyse Bamberger Hexenprozesse. Centaurus, 1990. 183 S.
  • Britta Gehm: Die Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg und das Eingreifen des Reichshofrates zu ihrer Beendigung (= Rechtsgeschichte und Zivilisationsprozess. Nr. 3). 2. überarbeitete Auflage. Olms, Hildesheim 2012, ISBN 978-3-487-14731-4, S. 214–243.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]