Georg Kohler

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Georg Kohler (* 1945 in Konolfingen) ist ein Schweizer Philosoph, Publizist und emeritierter Professor für politische Philosophie an der Universität Zürich.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kohler studierte Philosophie in Zürich und Basel und schloss mit einer Untersuchung zur kantischen Ästhetik als lic. phil. ab. Neben seiner Tätigkeit als Assistent bei Hermann Lübbe und dem Abfassen seiner Dissertation zu Kants «Kritik der Urteilskraft» bei Rudolf W. Meyer absolvierte er ein Zweitstudium der Rechtswissenschaft und schloss als lic. iur. ab. 1980 wurde er zum Dr. phil. promoviert.

In den 1980er-Jahren arbeitete er in der Privatwirtschaft und als freier Publizist. 1987 reichte er seine Habilitationsschrift «Handeln und Rechtfertigen. Untersuchungen zur Struktur der praktischen Rationalität» ein, welche angenommen wurde. Fortan lehrte er als Privatdozent an der Universität Zürich.

Nach einer Lehrstuhlvertretung am Geschwister-Scholl-Institut der Universität München wurde er 1994 als Nachfolger von Hermann Lübbe als Ordinarius an den Lehrstuhl für politische Philosophie nach Zürich berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung 2010 lehrte. Er gehörte dem Stiftungsrat des Liberalen Instituts an. Kohler publizierte und publiziert regelmässig in Tageszeitungen, vor allem in der Neuen Zürcher Zeitung, aber auch im Blick und im Tages-Anzeiger. Zuletzt trat er als Analytiker in der DOK-Reihe Als die Schweiz den Atem anhielt des Schweizer Fernsehens auf.

Georg Kohler ist verwitwet, er war in zweiter Ehe mit der Journalistin, Nachrichtensprecherin und Verlegerin Dominique Rub verheiratet.[1]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geschmacksurteil und ästhetische Erfahrung. Beiträge zur Auslegung von Kants "Kritik der ästhetischen Urteilskraft". Berlin: De Gruyter 1980.
  • Handeln und Rechtfertigen. Untersuchungen zur Struktur der praktischen Rationalität. Frankfurt am Main: Athenäum 1988.
  • Die Melancholie des Detektivs. Essays. Wien: Deuticke 1994.
  • Über das Böse, das Glück und andere Rätsel. Zur Kunst des Philosophierens. Zürich: rüffer & Rub 2005, ISBN 978-3-907625-22-4.
  • Bürgertugend und Willensnation. Über den Gemeinsinn und die Schweiz. Zürich: NZZ Libro 2010.

Herausgeberschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (zusammen mit Alice Villon-Lechner): Die Schöne Kunst der Verschwendung – Fest und Feuerwerk in der europäischen Geschichte. Zürich: Artemis 1988, ISBN 3-7608-0732-1.
  • (mit Stefan Müller-Doohm): Wozu Adorno? Beiträge zur Kritik und zum Fortbestand einer Schlüsseltheorie des 20. Jahrhunderts. Weilerswist: Velbrück 2008.
  • (mit Felix Ghezzi): "Die Schweizermacher" und was die Schweiz ausmacht. Zürich: rüffer & rub 2016.

Aufsätze und Zeitungsartikel (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Globale Gerechtigkeit und Weltordnung. In: Studia Philosophica Vol. 64/2005, S. 159–178.
  • Entscheidungszwang, Unparteilichkeit, Fairness. Über das System des Rechts und die Tugend des Richters. In: NZZ, Literatur und Kunst, 17./18. Februar 2007, Nr. 40, S. 72.
  • Über Otfried Höffe: Demokratie im Zeitalter der Globalisierung. In: Manfred Brocker (Hrsg.), Geschichte des politischen Denkens. Ein Handbuch. Frankfurt a. M: Suhrkamp 2007, S. 790–805. ISBN 978-3-518-29418-5,
  • Suburbia und die Stadt am Schlossberg: Über städtische Lebensgefühle im Zeitalter der Globalisierung. In: Konrad Hummler, Franz Jaeger (Hrsg.), Stadtstaat – Utopie oder realistisches Modell? Zürich: Verlag Neue Zürcher Zeitung, 2011. ISBN 978-3-03823-708-2.

Literarisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (mit Claudia de Weck): Jakob, das Krokodil. Eine wahre Geschichte. Zürich: Atlantis 2013.
  • Lichtwechsel. 51 Gedichte Zürich: rüffer & rub 2020, ISBN 978-3-906304-64-9.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ex-«Tagesschau»-Sprecherin Rub ist tot. In: Tages-Anzeiger.ch/Newsnet vom 21. August 2013
  2. Lichtwechsel auf der Verlagsseite. Abgerufen am 4. Juli 2020.