Georg Marius

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Georg Marius (Meier), auch Mayer von Würzburg, (* 1533 in Würzburg; † 5. Februar 1606 in Heidelberg) war ein deutscher Mediziner. Er war Professor an der Universität Marburg.

Marius studierte ab 1548 in Heidelberg und danach in Marburg Medizin. 1551 bis 1557 war er auf Auslandsreise in Montpellier, Bologna und Padua, wo er wahrscheinlich promoviert wurde. In Italien lernte er auch anatomische Sektionen für Studenten kennen. Nach der Rückkehr war er Arzt in Amberg und wahrscheinlich Leibarzt des späteren Pfälzer Kurfürsten Ludwig VI. 1561 wurde er Professor in Heidelberg, verließ die Universität aber im Streit mit dem Rektor (man verweigerte ihm anatomische Demonstrations-Sektionen und warf ihm Vernachlässigung seiner Pflichten vor) und war einige Zeit Arzt in Nürnberg. 1565 wurde er Professor in Marburg. Hier ließ er auch anatomische Sektionen durchführen (zuerst 1572). Neben seiner Professur war er auch Leibarzt des Landgrafen Wilhelm IV von Hessen-Kassel (blieb aber in Marburg wohnen). Bald kam es zu Unstimmigkeiten mit der Universität und dem Landgrafen wegen zusätzlicher Geldforderungen von Marius, der zu den am höchsten bezahlten Professoren der Universität (mit einem Jahresgehalt von 200 Gulden) gehörte. Man warf ihm, der außerdem eine florierende Privatpraxis hatte, Vernachlässigung seiner Pflichten als Professor vor, und 1575 verließ er die Universität. Er ging nach Amberg und später nach Heidelberg, wo er Leibarzt von Ludwig VI. (Pfalz) und dessen Ehefrau Elisabeth (einer Schwester des hessischen Landgrafen) wurde. Einige Zeit nach dem Tod der Kurfürstin 1582 scheint er sich gänzlich seiner Privatpraxis in Heidelberg zugewandt zu haben. 1591 wurde er noch einmal vorübergehend Leibarzt eines Fürsten, Albrecht (Nassau-Weilburg) in Ottweiler.

Er verfasste Abhandlungen zu Medizin, Botanik, Balneologie,[1] Geologie und Bergwerkskunde (Bergwerchs Geschöpft 1595).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • S. Salloch: Das hessische Medizinalwesen unter den Landgrafen Wilhelm IV. und Moritz dem Gelehrten. Rolle und Wirken der fürstlichen Leibärzte. Dissertation. Marburg 2006 (http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2006/0697/pdf/dss.pdf)
  • Rolf Heyers: Dr. Georg Marius, genannt Mayer von Würzburg (1533-1606). Dissertation Würzburg 1957

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frank Fürbeth: Bibliographie der deutschen oder im deutschen Raum erschienenen Bäderschriften des 15. und 16. Jahrhunderts. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 13, 1995, S. 217–252; hier: S. 243.