Georg Meister (Förster)

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Georg Meister (* 30. Juni 1929 in Königsbrück) ist ein deutscher Forstwissenschaftler sowie Sachbuchautor und war bis zu seiner Pensionierung 1994 Leiter des Hochgebirgsforstamtes Bad Reichenhall.[1][2] Aufgrund seines Mitwirkens bei dessen Entstehung gilt er als „Gründervater des Nationalparks Berchtesgaden.“[1][3][4] Meister ist Mitgründer und Ehrenmitglied des Ökologischen Jagdvereins Bayern.[5]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meister wurde im sächsischen Königsbrück als Sohn des Revierförster Ludwig Meister geboren, verbrachte in seiner Jugend viel Zeit im Wald und ging seit seinem zwölften Lebensjahr auf die Jagd.[1] Er studierte Forstwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München und schloss das Studium 1953 als Diplom-Forstwirt ab.[6] Später promovierte er zum Doktor der Volkswirtschaft.[3][1]

Nach dem Studium war er im Großprivatwald tätig und nach seinem Forstreferendariat im Staatsdienst mehrere Jahre lang in der Forsteinrichtung.[1] Meister erwarb sich schnell einen Ruf als Fachmann im Bereich Jagd und wurde in der Folge von der Staatsforstverwaltung als Berater für Fragen der Jagd auf Schalenwild ins Ministerium berufen und sollte zudem am Aufbau eines Referats für den Nicht-Staatswald mitwirken, das der Beratung von Waldbauern dienen sollte.[1]

Im Auftrag des bayerischen Landwirtschaftsminister Hans Eisenmann leitete Meister ab 1973 die ersten Planungen für den Nationalpark Berchtesgaden und legte dabei u. a. dessen Gebietskulisse fest.[3][1] Die von ihm angeregte Untersuchung des dortigen Waldzustandes sowie die Einführung eines professionellen Wildtiermangements und die aus seiner Ansicht dringend erforderliche Reduktion des Schalenwildbestandes stießen auf Widerstand von Jagdverbänden, lokalen Forstmeistern und der Ministerialbürokratie, was den damaligen Umweltminister und späteren bayerischen Ministerpräsidenten Max Streibl dazu veranlasste, die ursprünglich geplante Berufung Meisters zum ersten Leiter des 1978 offiziell eingerichteten Nationalparks zu verhindern.[1][3]

Von 1978 bis 1994 war Meister Leiter des Forstamtes Bad Reichenhall, bis er als Forstdirektor aus dem Staatsdienst pensioniert wurde.[1][7][8]

Seit den 1970er Jahren ist er als Autor von Sachbüchern zu Wald, Naturschutz und Jagd aktiv.[9]

Meister wohnt heute mit seiner Frau im Landkreis Landsberg am Lech.[3]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1994 wurde Meister mit Karl-Gayer-Medaille des Bund Naturschutz ausgezeichnet.[10]

2005 erhielt er dem Bruno H. Schubert-Preis für „sein – teilweise gegen erhebliche Widerstände – erfolgreiches Bemühen zur Erhaltung bzw. Gesundung der Wälder.“[11][12]

2011 erhielt er die Heinrich-Cotta-Medaille der Forstwissenschaftlichen Fakultät der Technischen Universität Dresden.[13]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Zukunft des Waldes - Warum wir ihn brauchen, wie wir ihn retten. Westend, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-86489-047-5.
  • Die Zeit des Waldes. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-86150-630-0.
  • Wir tun was … für naturnahe Wälder. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1990, ISBN 3-440-06092-6.
  • Eine Hoffnung für den Wald. F. Schneider, München 1988, ISBN 3-505-09874-4.
  • Die Lage des Waldes. Gruner und Jahr, Hamburg 1984, ISBN 3-570-2141-6.
  • Nationalpark Berchtesgaden - Begegnung mit dem Naturparadies am Königsee. Kindler, München 1976, ISBN 3-463-00669-3.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Forstwirt: Meister, Georg | alpha-Forum | ARD-alpha | Fernsehen | BR.de. In: Bayerischer Rundfunk. 22. Oktober 2015, archiviert vom Original am 12. Dezember 2018; abgerufen am 12. Dezember 2018.
  2. C.-P. Lieckfeld: Tatort Wald. 2006, S. 28.
  3. a b c d e Deutschlands schönster Nationalpark wird 40. In: Nationalparkverwaltung Berchtesgaden (Hrsg.): Vertikale Wildnis - Das Magazin des Nationalparks Berchtesgaden. Nr. 32, Januar 2018.
  4. Den Schutzwald im Blick. In: Passauer Neue Presse. 24. November 2018, archiviert vom Original am 12. Dezember 2018; abgerufen am 12. Dezember 2018.
  5. Ehrenmitglieder. In: Ökologischer Jagdverband Bayern. Archiviert vom Original am 12. Dezember 2018; abgerufen am 12. Dezember 2018.
  6. C.-P. Lieckfeld: Tatort Wald. 2006, S. 70.
  7. C.-P. Lieckfeld: Tatort Wald. 2006, S. 182.
  8. C.-P. Lieckfeld: Tatort Wald. 2006, S. 180.
  9. Britta Fecke: Georg Meister: „Die Zukunft des Waldes - “Plädoyer für mehr Artenvielfalt. In: Deutschlandfunk. 24. August 2015, archiviert vom Original am 12. Dezember 2018; abgerufen am 12. Dezember 2018.
  10. C.-P. Lieckfeld: Tatort Wald. 2006, S. 182.
  11. Preisträger 2005. In: Bruno H. Schubert-Stiftung. Archiviert vom Original am 12. Dezember 2018; abgerufen am 12. Dezember 2018.
  12. C.-P. Lieckfeld: Tatort Wald. 2006, S. 228.
  13. C.-P. Lieckfeld: Tatort Wald. 2006, S. 261.