Georg Pazderski

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Georg Pazderski (2016)

Georg Pazderski (* 6. Oktober 1951 in Pirmasens) ist ein deutscher Offizier (Oberst i.G. a.D.) und Politiker (AfD). Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst trat er in die AfD ein. 2013 war er Landesgeschäftsführer der AfD Berlin, von 2013 bis 2015 Bundesgeschäftsführer. 2015 wurde er als Beisitzer in den Bundesvorstand gewählt. Seit 2016 ist er Landesvorsitzender der AfD Berlin, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin und Vorsitzender seiner Fraktion.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pazderski wurde als Sohn einer deutschen Mutter und eines polnischen Vaters im pfälzischen Pirmasens geboren. Er absolvierte eine Berufsausbildung zum Großhandelskaufmann[1] (nach anderen Angaben zum Schreiner).[2] In Darmstadt wurde er Diplombetriebswirt, außerdem erhielt er bei der Bundeswehr eine Ausbildung zum Offizier.[3]

Von 1987 bis 1989 absolvierte er den 30. Generalstabslehrgang (H) an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.[4] Von 1990 bis 1998 baute er die Bundeswehr in den neuen Bundesländern mit auf. So wirkte er 1992/93 im Dienstgrad eines Oberstleutnants als Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 391 in Bad Salzungen. Außerdem war er Mitte der 1990er Jahre im Rahmen eines Auslandseinsatzes in Sarajevo/Bosnien und Herzegowina stationiert. 2000/01 war er Sicherheits- und verteidigungspolitischer Berater des Ständigen Vertreters der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union, Wilhelm Schönfelder, in Brüssel/Belgien. In Münster war er stellvertretender Chef des Stabes und Direktor für Operationen des 1. Deutsch-Niederländischen Korps. Als einer von drei Leitern einer internationalen Planungsgruppe („Combined Planning Group“), die aus ca. 30 Stabsoffizieren aus den Partnerländern der Operation Enduring Freedom gebildet wurde,[5] diente er von 2005 bis 2010[3] unter mehreren Kommandeuren, unter anderem General David Petraeus, im Hauptquartier der USCENTCOM auf der MacDill Air Force Base in Tampa, Florida/USA. Zuletzt war er zwei Jahre als Abteilungsleiter für Logistik im Allied Joint Force Command Lisbon der NATO in Oeiras bei Lissabon/Portugal tätig. Nach insgesamt 41 Jahren als Berufssoldat schied er im Rang eines Obersten im Generalstabsdienst Ende 2012 außer Dienst.

Seit 2010 hat er mit seiner Ehefrau den Hauptwohnsitz in Berlin, da beide erwachsenen Kinder samt drei Enkeln ebenfalls hier wohnen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 2013 trat Pazderski in die Alternative für Deutschland (AfD) ein. Er war dann vom 15. Mai bis 30. September 2013 Landesgeschäftsführer der AfD Berlin und vom 1. Oktober 2013 bis 30. Juni 2015 Bundesgeschäftsführer. Seit dem außerordentlichen Parteitag in Essen im Juli 2015 ist er als sechster von sechs gewählten Beisitzern (55,9 Prozent der Stimmen gegen den Philosophen Marc Jongen, der 41,2 Prozent erhielt) Mitglied des Bundesvorstandes. 2016 übernahm er gemeinsam mit der Europaabgeordneten Beatrix von Storch den Landesvorsitz der AfD Berlin; er erhielt auf dem Landesparteitag ca. 56 Prozent der Stimmen.[6]

Eine Landeswahlversammlung wählte ihn im April 2016 zum Spitzenkandidaten seiner Partei für die Berliner Abgeordnetenhauswahl 2016.[7] Er zog über die Landesliste – seine Partei erhielt 14,2 Prozent der Zweitstimmen – in das Abgeordnetenhaus ein, dessen Ältestenrat er seitdem angehört. Außerdem wurde er Vorsitzender seiner Fraktion. Pazderski war Mitglied der 16. Bundesversammlung, die im Februar 2017 zur Wahl des deutschen Bundespräsidenten zusammentrat.

Alexander Häusler u.a. verortet ihn im nationalkonservativen Parteiflügel.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Georg Pazderski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. iz/dpa: 41 Jahre als Soldat: Jetzt macht AfD-Spitzenmann Pazderski Berliner Politik. focus.de, 19. September 2016.
  2. Fabian Leber: Berlins neuer AfD-Chef Georg Pazderski: Mit diesem Mann will die AfD ins Abgeordnetenhaus. In: tagesspiegel.de. 26. Januar 2016, abgerufen am 21. Mai 2016.
  3. a b Tina Friedrich: Angetreten, um zu stören. rbb-online.de, 18. Juli 2016.
  4. Vgl. Hans-Heinrich Steyreiff: Bibliographie der Jahresarbeiten 1957 bis 1987. In: Detlef Bald, Wilhelm Nolte, Hans-Heinrich Steyreiff: Generalstabsausbildung zwischen Gesellschaft und Militär. Das Jahresarbeiten-Archiv. Hrsg. von der Führungsakademie der Bundeswehr und der Clausewitz-Gesellschaft, Mittler, Herford u.a. 1991, ISBN 3-8132-0375-1, S. 117.
  5. Jürgen Schönstein: Die Denkfabrik im Bündnisdorf. focus.de, 30. November 2006.
  6. Lorenz Vossen: AfD-Spitze hat sich auf Parteitag neu formiert. morgenpost.de, 17. Januar 2016.
  7. Jan Menzel: Georg Pazderski zum Berliner AfD-Spitzenkandidaten gewählt. rbb-online.de, 23. April 2016.
  8. Alexander Häusler, Rainer Roeser, Lisa Scholten: Programmatik, Themensetzung und politische Praxis der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD). Hrsg. im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung, Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen, Dresden 2016, ISBN 978-3-946541-09-7, S. 56.