Georg Ruby

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Georg Ruby 2010 auf dem Jazzfestival St. Ingbert

Georg Ruby (* 16. Dezember 1953 in Diez) ist ein deutscher Jazzmusiker (Pianist, Komponist und Arrangeur für Jazzorchester). Ruby hat sich in der deutschen Jazzszene durch sein Solo-Piano-Spiel und seine interaktiven Konzepte innerhalb kleiner Formationen einen Namen gemacht. Gleichzeitig arbeitet er als Leiter verschiedener großformatiger Jazzorchester.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Ruby, der an der Hochschule für Musik und Tanz Köln Klarinette und Klavier studierte, war 1978 Mitbegründer der Kölner Jazz-Haus-Initiative. Seit 1980 spielte er als Pianist in der Kölner Jazz Haus Big Band („Open Lines“, 1980), für die er auch komponierte; 1984 war er Mitbegründer des "Ersten Kölner Weltorchester". Seit 1989 leitet er sein Blue Art Orchestra mit mittlerweile fünf CD-Veröffentlichungen; darüber hinaus leitete er als musikalische Förderprojekte von 1984 bis 1997 das Jazzorchester Rheinland-Pfalz, zwischen 1998 und 2003 das Berliner-Jugend-Jazz-Orchester, das JugendJazzOrchester Saar bis 2011. Ruby beschränkt sich in seiner Big-Band-Arbeit nicht nur auf die Bandleitung, sondern steuert als Komponist und Arrangeur eigenes Material bei. In kleinerer Besetzung arbeitete er zusammen mit dem Kölner Saxophonisten Wollie Kaiser, ist Kopf der Formation Georg Ruby Village Zone, zu Beginn mit Dieter Manderscheid und Christian Thomé, später mit Ulla Oster und Nils Tegen, aktuell mit Stephan Goldbach und Daniel "D-Flat" Weber. Mit Claas Willeke und Oliver Strauch bildete er das Trio Willeke-Ruby-Strauch. Sein Projekt mit dem luxemburgischen Baßklarinettisten Michel Pilz, Deuxième Bureau wurde im Jahre 2011 vom New York Jazz Report zur CD des Jahres gewählt.

Seine Konzertreisen führten Ruby auf alle Kontinente; er stellte sich mit unterschiedlichen Formationen auf zahlreichen internationalen Festivals vor. Aktuell arbeitet Georg Ruby mit der Düsseldorfer Malerin und Autorin Johanna Hansen zusammen. Ihr gemeinsames Werk "Mein Schlafplatz mein Sprachschatz – Ein literarisch-musikalisches-bildnerisches Projekt" ist gerade als Buch-Hörbuch erschienen. Ruby ist nicht nur als aktiver Musiker tätig. 1995 wurde er zum Leiter des Jazz-Bereichs an der Musikhochschule des Saarlandes in Saarbrücken berufen; 2002 wurde er dort zum Professor ernannt. Er ist Mitbegründer des Kölner Jazz Haus im Stadtgarten sowie Kurator und Geschäftsführer des CD-Labels JazzHausMusik.

Georg Ruby ist seit dem 1. Januar 2019 Mitglied der Jury zur Auswahl des "Hörspiels des Monats" / "Hörspiels des Jahres" der "Deutschen Akademie der Darstellenden Künste" in Zusammenarbeit mit den Rundfunkanstalten der ARD, sowie des ORF (Österreichischer Rundfunk) und des SRF (Schweizer Radio und Fernsehen).

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1996 war er Preisträger des in Gera ausgetragenen Deutschen Orchesterwettbewerbs in der Sparte Jazz.

Neben seinen Solo-Auftritten als Pianist war er auch im Duo mit Wollie Kaiser sehr erfolgreich: Die gemeinsame Aufnahme Ruby Domesticus Vulgaris erhielt 1987 im Cadence-Poll New York die Auszeichnung als „beste ausländische Produktion des Jahres“.

2012 wurde die Produktion des Duos Georg Ruby / Michel Pilz, „Deuxième Bureau“ (JHM 205) vom The New York City Jazz Record zum Album des Jahres 2011 gewählt.

Diskographische Hinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wittek/Kaiser/Manderscheid & Ruby (1982) / Moers-Duisburg-Köln / JHM 018
  • Georg Ruby – Wollie Kaiser (1986) / Ruby Domesticus Vulgaris / JHM 026
  • Dioko – Ruby-Manderscheid-Kobialka (1986) / Helix / JHM 029
  • Norbert Stein Pata Orchester (1987) / Die 5 Tage / JHM 031
  • Georg Ruby & Blue Art Orchestra / Fly / rubyRec 01
  • Georg Ruby / Strange Loops (1993) / JHM 057 / mit Claudio Puntin
  • Georg Ruby & Blue Art Orchestra (1999) / „Clair-Obscur“ / rubyRec 02
  • Gabriele Hasler/ Georg Ruby / Spider's Lovesong / FM 211893
  • Georg Ruby & Blue Art Orchestra (1999) / Clair-Obscur / rubyRec 02
  • Georg Ruby Village Zone (2002) / Mackeben Revisited-The Ufa Years / JHM 121 / mit Dieter Manderscheid
  • Georg Ruby & Blue Art Orchestra (2004) / The Topaz Session / rubyRec 03
  • Georg Ruby (2008) / Personal Songbook (Piano Solo) / JHM 175
  • Georg Ruby Village Zone (2009) / Deconstruction Service / JHM 177 / mit Wollie Kaiser, Ulla Oster und Nils Tegen
  • Georg Ruby & Blue Art Orchestra (2010) / Sketches of a Working Band / JHM 192
  • Georg Ruby – Michel Pilz (2011) / Deuxième Bureau / JHM 205
  • Ruby-Pilz-Weber & Brochier (2015) / Rimbaud #4 / JHM 231
  • JassLab de Cologne feat. Georg Ruby (2015) / Eins und Eins / JHM 236
  • Georg Ruby – Johanna Hansen / Mein Schlafplatz mein Sprachschatz – Ein literarisch-musikalisches-bildnerisches Projekt (2016) / JHM 244 / Onomato Verlag
  • Georg Ruby Solo / Windmills / JHM 249 (2018)
  • Georg Ruby Village Zone / JHM 262 / mit Stephan Goldbach und Daniel "D-Flat" Weber (2019)

Lexigraphische Einträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]