Georg Salden

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Georg Salden (* 28. August 1930 in Essen) ist ein deutscher Schriftgestalter und Typograf. Am bekanntesten sind seine Schriften: GST Polo (1972), GST Basta (1972), GST Brasil (1973), GST Gordon (1977) und GST Rolls (2002). GST steht dabei für Georg Salden Types.[1][2] Seine Schriften werden von unterschiedlichen Konzernen und Organisationen genutzt.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Saldens Onkel war Buchgestalter. So kam er schon in jungen Jahren mit den verschiedenen Aspekten der Schriftgestaltung in Berührung. Von 1950 bis 1954 studierte Salden Gebrauchsgrafik an der Folkwang Hochschule im Ruhrgebiet (heute: Folkwang Universität der Künste) in Essen. Ab 1972 arbeitete er in seinem eigenen werbegrafischen Büro. In dieser Zeit gestaltete Salden für die H. Berthold AG die Schriftarten Daphne und Transit. Ab 1972 arbeitete Salden exklusiv für den GST-Kreis (GST = Georg Salden Types), einem Zusammenschluss von Layoutsetzereien in Deutschland und der Schweiz: Nagel Fototype (Berlin), Headline Fotosatz (Bremen), Typographische Werkstatt Jöllenbeck + Schlieper (Düsseldorf, Essen, Hamburg und Köln), Typo-Studio Tausend (Erlangen und Nürnberg), ConComposition (Frankfurt), Typostudio Oberländer (Frankfurt, München und Wiesbaden), Gloor Satz Repro GmbH (München), Layout Setzerei Stulle (Stuttgart), Lichtsatz Wallier (Hannover), Partnersatz (Bern), Wiget Schriftsetzerei (Winterthur), Setzerei Cizmek (Zürich). Die Layoutsetzereien schlossen sich 1979 zur Context GmbH, Gesellschaft für Typografie und Satztechnik, zusammen und Georg Salden entwarf exklusiv Schriften nur für diese Satzfirmen. Die Gesellschafter trafen sich regelmäßig und sprachen über typografische Qualitätsstandards. Erik Spiekermann lernte die Context GmbH über Georg Salden kennen. Spiekermanns Bücher „Ursache & Wirkung: ein typografischer Roman“ (1982) und „Studentenfutter oder: Was ich schon immer über Schrift & Typografie wissen wollte, mich aber nie zu fragen traute.“ (1989) erschienen als Erstveröffentlichungen in der Context GmbH.[3]

Für Fototransit schuf er 35 Schriftfamilien mit 160 Garnituren und 6 Textfamilien. Für Lichtsatz wurden rund 50 Garnituren und für Digitalsatz 60 Garnituren gestaltet. Seit 1995 betreibt Salden eine eigene, unabhängige Vermarktung seiner Schriften unter dem Schriftlabel TypeManufactur.com.

Salden war von 1973 bis 1993 Mitglied der Association Typographique Internationale (Atypi), Gründungsmitglied des GST-Kreises, der Context GmbH und des Forum Typografie.

Salden bevorzugt die traditionelle Erstellung von Schrifttypen.[4] So wurden alle seine Schrifttypen von ihm per Hand entworfen und gezeichnet. Seine Schriftarten zeichnen sich durch außerordentliche Präzision, Schärfe und handwerkliche Qualität aus. Salden kritisiert die zunehmende Niveaulosigkeit der Schriftgestaltung heutzutage.

Salden lebt in Heiligenhaus.

GST Polo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der GST Polo, in den 1960er Jahren zeichnete Salden erste Entwürfe, veröffentlichte Salden 1972 eine Grotesk-Schrift mit ästhetischen Prinzipien einer Renaissance-Antiqua. Die GST Polo beeinflusste in der Folge Schriftgestalter und wurde von Unternehmen und Organisationen für Publikationen und das Corporate Design eingesetzt.

Die Hochschulzeitschrift OETZ, unter der Leitung von Helmut Schmidt-Rhen, setzte die GST Polo in den 1980er Jahren als Brotschrift ein. Anfang der 2000er Jahre wurde sie auch die Hausschrift des Klett-Verlages. Bücher wie „Schriften erkennen“ und „Studentenfutter“ sind in der GST Polo gesetzt.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Salden: Grimmes Märchen. Brasil – Eine Chronologie vom Vorentwurf bis zur digitalen Sattzschrift. In: Tino Graß, Schriftgestalten. Über Schrift und Gestaltung. Verlag Niggli, Sulgen 2008, ISBN 978-3-7212-0653-1, S. 8–39.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Natascha Dell: Zum 90. Geburtstag von Georg Salden, Schreibmeister, Buchstaben-Entwerfer & Schrift-Experte. PAGE online, 28. August 2020, abgerufen am 10. November 2020.
  2. Johannes Bergerhausen, Andreas Filthaut: Georg Salden Types Polo. Hrsg.: Context GmbH. Nürnberg 1984, S. Titelseite.
  3. a b Erik Spiekermann: Ursache & Wirkung: ein typografischer Roman. Hrsg.: Context GmbH. Erlangen 1982, ISBN 3-9800722-0-7, S. 2.
  4. Michael Karners Portrait v. Salden in Graphische Revue Österreichs 04/07