Georg Seeßlen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Georg Seeßlen (* 1948 in München) ist ein deutscher Autor, Feuilletonist, Cineast sowie Film- und Kulturkritiker.

Seine Kritiken einzelner Filme sowie seine Bücher sind stets auch kritische Auseinandersetzungen mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. In neueren Veröffentlichungen wie Orgasmus und Alltag setzt sich Seeßlen auch mit dem Fernsehen auseinander, außerdem mit aktuellen politischen Ereignissen und Prozessen.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seeßlen studierte Malerei, Kunstgeschichte und Semiologie in München. Er war Dozent an verschiedenen Hochschulen im In- und Ausland und arbeitet als freier Autor für u. a. epd Film, Frankfurter Rundschau, Der Freitag, Jungle World, konkret, Der Tagesspiegel, taz, Die Zeit und Das Science Fiction Jahr.

Seeßlen sieht Unterhaltung durchaus politisch. So hätten etwa die Telenovelas in Lateinamerika schon vor Jahrzehnten die Ausbeutung der Frauen in der familiären Schattenwirtschaft begleitet, in Deutschland sei es nicht anders: „Der Fernsehnachmittag gehört den Verlierer-Frauen des Neoliberalismus“.[1] In einem Essay vertrat er im Februar 2017 die These, „die letzte verbliebene Waffe der Linken und Liberalen“ sei die Sprache, die Rechtspopulisten wie Donald Trump „vergiften“.[2]

Für den Hörfunk schreibt Seeßlen regelmäßig Features, die sich mit aktuellen Tendenzen des Kinos und der populären Kultur auseinandersetzen, zumeist in Zusammenarbeit mit Markus Metz, mit dem er auch einige Bücher herausbrachte.[3]

Seeßlen wurde auf der Frühjahrs-Mitgliederversammlung der Akademie der Künste Berlin am 25. Mai 2013 als neues Mitglied in die Sektion Film- und Medienkunst gewählt.[4]

Seeßlen lebt in Kaufbeuren.

Jan Distelmeyer besprach 2004 Seeßlens Scorsese-Biographie:

„Wie kann man der Fülle gerecht werden? […] Eigen, weil den Verzweigungen nicht unbedingt widerspruchslos zu folgen ist, weil diese Souveränität sich auf eine in der deutschen Filmpublizistik einzigartige Kombination von Kenntnisreichtum und Beobachtungsgabe stützt, und weil Seeßlen diese semiotisch-kulturkritische Methode seit über 25 Jahren zu seiner persönlichen gemacht hat. […] ‚Martin Scorsese’ ist so sehr ein persönliches und darin paradigmatisches Buch, dass es das Buch ‚Georg Seeßlen‘ geradezu herausfordert.“

Jan Distelmeyer: epd Film[5]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mit Markus Metz: Die digitale Zukunft des Kinos: Mythos, Magie und Bildermüll. Erstsendung am 19. März 2006 auf Deutschlandradio Kultur
  • Mit Markus Metz: Schau-Spiel und Licht-Bild. Die Friedrich Wilhelm Murnau-Connection. Mit Hans Helmut Prinzler. Erstsendung am 21. Januar 2017 auf Bayern 2[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Seeßlen: Globale Trostmaschine. Die Telenovela: Ein brandneues, uraltes Format erobert den deutschen Bildschirm. Im Ersten startet „Sturm der Liebe“. In: Der Tagesspiegel, 25. September 2005.
  2. Donald Trump: Sprachattacke der Rechtspopulisten - Trompeten des Trumpismus - SPIEGEL ONLINE. Website spiegel online. Abgerufen am 11. Februar 2017.
  3. Jörg Auberg: Rohstoff Dummheit, Über das intellektuelle Autorenduo Markus Metz und Georg Seeßlen, satt.org, 5. Januar 2013
  4. Akademie der Künste Berlin – AdK-Blog vom 27. Juni 2013, abgerufen am 17. Juli 2013
  5. Jan Distelmeyer: epd Film. Nr. 2/2004, 2004, ISSN 0176-2044, S. 54.
  6. Inhaltsverzeichnis (pdf), Prolog (pdf)
  7. spiegel.de 17. März 2016: Interview
  8. Dominik Irtenkauf: Donald Trump: Populismus als Politik, Interview mit Georg Seeßlen, Telepolis, 20. Januar 2017
  9. Die Friedrich Wilhelm Murnau-Connection, Bayern 2, 21. Januar 2017 (Download)