Georg Streiter (Journalist)

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Georg Streiter (* 13. Oktober 1955 in Luxemburg) ist ein deutscher Journalist und Unternehmer. Von 2011 bis 2018 war er stellvertretender Sprecher der Bundesregierung.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Abitur im Jahr 1974 am Beethoven-Gymnasium Bonn diente Streiter von 1974 bis 1976 als Soldat auf Zeit beim Fernmeldebataillon 330 in Koblenz.[1] Anschließend arbeitete er als Freier Mitarbeiter für die Lokalredaktion der Bonner Rundschau. 1977 begann er ein Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Bonn, das er ohne Abschluss abbrach, um 1979 Redakteur bei der Bild-Zeitung in Köln zu werden. Dort war er zuständig für Kommunalpolitik und wechselte in gleicher Funktion 1983 zum Kölner Express. 1985 ging er für den Express als Parlamentskorrespondent nach Bonn.

Im Jahr 1987 wechselte Streiter als Ressortleiter Politik zur Hamburger Morgenpost nach Hamburg. 1989 kehrte er zurück nach Bonn und zum Express, dessen Parlamentsbüro er leitete. 1991 wechselte er zum Stern, für den er als Parlamentskorrespondent in Bonn und als Ressortleiter Politik in Hamburg arbeitete. 1994 übernahm Streiter die Politik-Ressortleitung in der Hamburger Zentralredaktion der Bild am Sonntag. Von 2001 bis 2004 war er Leitender Redakteur beim Magazin Max in Hamburg, und von 2005 bis 2009 Ressortleiter Politik der Bild-Zeitung, zunächst in der Zentralredaktion Hamburg und ab 2007 in Berlin. Der Art Directors Club (ADC) zeichnete Streiters Schlagzeile „Wir sind Papst!“ aus.[2]

Ab dem Jahr 2010 arbeitete Streiter als Pressesprecher der Europaabgeordneten Silvana Koch-Mehrin (FDP) in Brüssel, bis er im September 2011 von Christoph Steegmans das Amt des stellvertretenden Regierungssprechers übernahm.[3] Sechseinhalb Jahre begleitete der parteilose Streiter die Bundeskanzlerin Angela Merkel in Kabinettssitzungen, auf Inlandsreisen, bei Empfängen ausländischer Staatsgäste, und nahm an internen Sitzungen im Bundeskanzleramt teil. In der Bundespressekonferenz informierte er regelmäßig Journalisten über die Politik der Bundesregierung. Ende März 2018 schied er aus dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung aus und gründete in Berlin das Consultingunternehmen Streiter & Streiter.[4][5]

Im Februar 2022 gab die Österreichische Volkspartei (ÖVP) bekannt, Streiter als Krisenmanager für die „strategische Kommunikation“ während der parlamentarischen Untersuchung zur ÖVP-Korruptionsaffäre engagiert zu haben.[6][7]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Streiter ist verwitwet und Vater von zwei Söhnen.[8] Er selbst ist der Sohn von Georg Heinrich Karl Streiter (* 1907; † 1976) und Heinke Streiter, geb. Köster (* 1921; † 2014) und der Enkel von Georg Karl Ludwig Streiter (* 1884; † 1945).[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vom Lokalreporter zum Regierungssprecher Xing Rubrik „Mein Start“, abgerufen am 19. September 2017.
  2. „Wir sind Papst“ Sinnstiftermag, abgerufen am 28. Februar 2022.
  3. Severin Weiland: Georg Streiter: Koch-Mehrin-Vertrauter wird Regierungssprecher. In: Spiegel Online. 16. August 2011, abgerufen am 10. Juni 2018.
  4. Ein langes Leben kurz erzählt Homepage Georg Streiter, abgerufen am 28. Februar 2022.
  5. Angaben auf Startseite des Unternehmens Homepage Streiter & Streiter, abgerufen am 28. Februar 2022.
  6. Ampelmann blinkt zum Boulevard News vom 17. Februar 2022, abgerufen am 12. März 2022.
  7. Verdacht des Machtmissbrauchs in Österreich – ÖVP im Visier Lahrer Zeitung vom 2. März 2022, abgerufen am 12. März 2022.
  8. Angaben im Der Tagesspiegel vom 6. Februar 2022 Der Tagesspiegel, abgerufen am 28. Februar 2022.
  9. vgl. Angaben und Diskussion:Georg Streiter (Journalist) sowie insbesondere Diskussion:Georg Streiter (Politiker)