Georg Wilhelm Henning

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Georg Wilhelm Henning

Georg Wilhelm Henning (russisch Георг Вильгельм де Геннин) (* 11. Oktober 1676 in Siegen; † 12. April 1750 in St. Petersburg) war ein deutsch-russischer Ingenieur, Konstrukteur, Offizier und Organisator.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Wilhelm Henning stammte aus dem Siegerland und wurde 1676 in Siegen getauft. Seine Familie zog später nach Hanau, weswegen Henning mitunter als Hanauer bezeichnet wurde. Henning ging in einer Siegener Eisengießerei in die Lehre, die u.a. Geschütze herstellte. Er siedelte nach Amsterdam über und diente in der dortigen Armee in der Artillerie, zuständig für die Wartung.

In Amsterdam wurde der russische Zar Peter I., der Russland modernisieren wollte und dafür Europa bereiste und nach Fachpersonal Ausschau hielt, auf Henning 1698 aufmerksam. Henning wurde von François Le Fort in russische Dienste aufgenommen und änderte seinen Namen in Gennin, was im Russischen leichter auszusprechen ist.

Als Mitglied der kaiserlich russischen Armee nahm Gennin teil am Großen Nordischen Krieg. Er zeichnete sich u.a. aus bei der Belagerung von Wyborg und der Belagerung von Kexholm. Er verkehrte am russischen Hof in den höchsten Kreisen und trat in Kontakt zu Jacob Daniel Bruce und Alexander Danilowitsch Menschikow. In der Folgezeit diente Gennin als geologischer Berater, bei der Neugestaltung des Bergbaus in Russland und wurde 1721 mit dem Aufbau einer Waffenfabrik in Sestrorezk beauftragt.

Zusammen mit seinem Mitarbeiter Wassili Nikititsch Tatischtschew ist Georg Gennin auch der Gründer der Stadt Jekaterinburg, die sich bei dem dort konstruierten Eisenwerk entwickelte, mit dem 18. November 1723 als offiziellem Gründungsdatum. 1734 kehrte er nach St. Petersburg zurück, wo er auf Lebenszeit Mitglied des Militärrates war.

Er starb am 12. April 1750 in St. Petersburg, wo er auch begraben wurde. Er hinterließ seinen beiden Söhnen ein beträchtliches Vermögen.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1730 wurde er in den Adelsstand erhoben.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Описание Уральских и Сибирских заводов, 1735, enthält die erste detailliert-wissenschaftliche Beschreibung der Region Perm

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erik Amburger: Geschichte der Behördenorganisation Rußlands von Peter dem Großen bis 1917. 1966
  • Erik Amburger: Anwerbung ausländischer Fachkräfte für die Wirtschaft Rußlands vom 15. bis ins 19. Jahrhundert. 1968