George C. Scott

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George C. Scott, 1984

George Campbell Scott (* 18. Oktober 1927 in Wise, Virginia; † 22. September 1999 in Westlake Village, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Film-, Fernseh- und Bühnenschauspieler, Regisseur und Produzent. Seine bekannteste Rolle war die des US-Generals George S. Patton in dem mit sieben Oscars ausgezeichneten Film Patton – Rebell in Uniform, für die Scott den Oscar als bester Hauptdarsteller erhalten sollte. Er war der erste Schauspieler, der die Annahme des Preises ablehnte.

Leben[Bearbeiten]

Scotts Mutter starb, als dieser acht Jahre alt war. Er wuchs bei seinem Vater auf. Als junger Mann trat er 1945 ins Marine Corps ein und versah einen Teil seiner Dienstzeit auf dem Nationalfriedhof Arlington als Wachsoldat. Später sagte er, dass ihn der Wachdienst zum Trinker gemacht hätte[1].

Nach seiner Dienstzeit 1949 studierte er zuerst Journalistik und schloss 1953 mit einem Diplom ab. Sein Weg führte ihn über Toledo, Washington D. C. und Kanada, wo er Richard III. von Shakespeare spielte, schließlich zum Broadway. Dort debütierte er in dem Stück Comes a Day.

Er spielte seine erste Rolle in dem Kinofilm Der Galgenbaum neben Kinolegende Gary Cooper. Danach agierte er sehr erfolgreich an der Seite von James Stewart in Otto Premingers Gerichtsdrama Anatomie eines Mordes, was ihm eine Oscar-Nominierung als bestem Nebendarsteller einbrachte. Zwei Jahre später wurde er noch einmal als Nebendarsteller für den Oscar vorgeschlagen – für seine Leistung in Haie der Großstadt (neben Paul Newman)

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere lehnte er – als erster Schauspieler überhaupt – 1971 den Oscar für seine Darstellung der Titelrolle in Patton – Rebell in Uniform ab, da er es als unwürdig erachtete, mit anderen Schauspielern in eine Art Wettstreit treten zu müssen. Als Grund für diese Haltung gab seine spätere Ehefrau, die Schauspielerin Trish Van Devere, seine Enttäuschung über den ihm seinerzeit entgangenen Oscar für seine Leistung in Anatomie eines Mordes an.[2]

In den 1970er und 1980er Jahren agierte er vielbeschäftigt als kantiger und prägnanter Charakterdarsteller, der in ernsten Stoffen ebenso wie in Komödien seinen Rollen nachdrücklich Profil zu verleihen wusste. In den 1990er Jahren arbeitete er vorwiegend für das Fernsehen, im Kino trat er daneben meist in prägnant konturierten Nebenrollen auf.

Seine beiden bekanntesten Rollen sind die des General Patton in dem gleichnamigen Film von Franklin J. Schaffner und des General Turgidson in Stanley Kubricks Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (mit Peter Sellers). In den späten 1990er Jahren zeigte er eine beeindruckende Darstellung als Gegenspieler von Jack Lemmon in der Neuverfilmung von Die 12 Geschworenen (1997), wofür er mit dem Emmy in der Kategorie Primetime Emmy Award for Outstanding Supporting Actor in a Miniseries or a Movie (Bester Nebendarsteller in einem Spielfilm) ausgezeichnet wurde[3].

Scott war insgesamt fünf Mal verheiratet: Von 1951 bis 1955 mit Carolyn Hughes, mit der er eine Tochter hatte, von 1955 bis 1960 mit Patricia Reed, mit der er zwei Kinder hatte. Von 1960 bis 1965 und ein weiteres Mal von 1967 bis 1972 war Scott mit der Schauspielerin Colleen Dewhurst verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor. Ihr Sohn Campbell Scott ist ebenfalls Schauspieler. Von 1972 bis zu seinem Tod war er mit der Schauspielerin Trish Van Devere verheiratet.

Scotts Grab

George C. Scott starb am 22. September 1999 im Alter von 71 Jahren an den Folgen eines abdominellen Aortenaneurysmas. Er ist auf dem Westwood Village Memorial Park Cemetery in Westwood, Kalifornien, in einem nicht näher bezeichneten Grab neben dem von Walter Matthau beigesetzt.

Zitat[Bearbeiten]

„Das Leben ist kein Wettrennen. Es ist ein einziger Kampf ums Überleben und es gibt einige, die dabei auf der Strecke bleiben. Und eben weil es kein Wettrennen ist, betrachte ich mich auch nicht als Konkurrent meiner Kollegen, was Auszeichnungen oder Anerkennung angeht. Deshalb lehne ich jeglichen Preis ab.“

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1959: Der Galgenbaum (The Hanging Tree)
  • 1959: Anatomie eines Mordes (Anatomy of a Murder)
  • 1961: Kraft und Herrlichkeit (The Power and the Glory)
  • 1962: Haie der Großstadt (The Hustler)
  • 1963: Die Totenliste (The List of Adrian Messenger)
  • 1964: Der gelbe Rolls-Royce (The Yellow Rolls-Royce)
  • 1964: Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb)
  • 1966: Finger weg von meiner Frau (Not with My Wife, You Don’t!)
  • 1966: Die Bibel (The Bible: In The Beginning)
  • 1967: Der tolle Mr. Flim-Flam (The Flim-Flam Man)
  • 1968: Petulia
  • 1969: This Savage Land
  • 1970: Jane Eyre
  • 1970: Patton – Rebell in Uniform (Patton)
  • 1971: Wen die Meute hetzt (The Last Run)
  • 1971: Der verkehrte Sherlock Holmes (They Might Be Giants)
  • 1971: Hospital (The Hospital)
  • 1972: Polizeirevier Los Angeles-Ost (The New Centurions)
  • 1972: Die Rache ist mein (Rage); Regie & Hauptdarsteller
  • 1973: Der Tag des Delphins (The Day of the Dolphin)
  • 1973: Ölrausch in Oklahoma (Oklahoma Crude)
  • 1974: Klauen wir gleich die ganze Bank (Bank Shot)
  • 1975: Die Schwarze Liste (Fear on Trial)
  • 1975: Die Hindenburg (The Hindenburg)
  • 1976: Die Schöne und das Biest (Beauty and the Beast)
  • 1977: Inseln im Strom (Islands in the Stream)
  • 1978: Movie Movie
  • 1978: Der Prinz und der Bettler (Crossed Swords)
  • 1979: Hardcore – Ein Vater sieht rot (Hardcore)
  • 1980: Die Formel (The Formula)
  • 1980: Das Grauen (The Changeling)
  • 1981: Die Kadetten von Bunker Hill (Taps)
  • 1982: Oliver Twist
  • 1983: Das Drogen-Syndikat (China Rose)
  • 1984: Charles Dickens’ Weihnachtsgeschichte (A Christmas Carol)
  • 1984: Der Feuerteufel (Firestarter)
  • 1986: Mord in der Rue Morgue (The Murders in the Rue Morgue)
  • 1986: Ungewollt schwanger (Choices)
  • 1987: Wie gefunden, so verschwunden (Pals)
  • 1990: Blutiger Engel (Descending Angel)
  • 1990: Der Exorzist III (The Exorcist III)
  • 1990: Comic-Stars gegen Drogen (Cartoon All-Stars to the Rescue)
  • 1993: Curacao
  • 1993: Malice – Eine Intrige (Malice)
  • 1994: Mord in Newman County – Böses Blut (In the Heat of the Night: A Matter of Justice)
  • 1994: Der Prinz und der Prügelknabe (The Whipping Boy)
  • 1995: Mike Tyson ( als Cus D'Amato )
  • 1995: Angus – Voll Cool (Angus)
  • 1996: Titanic (TV-Zweiteiler)
  • 1997: Missbraucht – Eine Mutter beichtet (Country Justice)
  • 1997: Die 12 Geschworenen (12 Angry Men)
  • 1999: Gloria
  • 1999: Wer Sturm sät (Inherit the Wind)

Literatur[Bearbeiten]

  • Karen Truesdell Riehl: Love and Madness: My Private Years With George C. Scott. Paperback 2003.
  • W. A Harbinson: George C. Scott: The Man, the Actor, the Legend. Mass Market Paperback 1977.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://news.bbc.co.uk/2/hi/obituaries/455563.stm
  2. Bernstein, Adam: Actor George C. Scott Dies at 71; 'Patton' Star Refused '70 Oscar. In: The Washington Post, 24. September 1999, S. B05
  3. Awards for 12 Angry Men. In: IMDb. Abgerufen am 7. Oktober 2011 (englisch).