George Osborne (Politiker)

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George Osborne

George Gideon Oliver Osborne CH (* 23. Mai 1971 in London als Gideon Oliver Osborne[1]) ist ein britischer Politiker der Conservative Party und war Schatzkanzler in der Regierung von David Cameron. Nachdem Philip Hammond von Theresa May am 13. Juli 2016 zu seinem Nachfolger als Schatzkanzler ernannt wurde, trat Osborne kurz darauf aus der Regierung zurück.

Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

George Osborne ist der älteste Sohn von Sir Peter Osborne, 17. Baronet of Ballintaylor and Ballylemon. Er studierte Neuere Geschichte am Magdalen College der University of Oxford. Während seines Studiums war er Mitglied der exklusiven Studentenvereinigung Bullingdon Club.[2] und betätigte er sich als Herausgeber des Studentenmagazins Isis. Im Oktober 2005 kam eine Begebenheit in die Schlagzeilen der britischen Presse, die sich 1993 zugetragen haben soll: Jennifer Shackleton gab an, damals mit Osborne zusammen Kokain konsumiert zu haben, und legte Fotos als Beweise vor. Osborne bestreitet, Kokain genommen zu haben. Mit ähnlichen Vorwürfen sah sich auch David Cameron vor seiner Wahl zum Vorsitzenden der Conservative Party konfrontiert.

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der BSE-Krise Mitte der neunziger Jahre arbeitete Osborne als Berater des britischen Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung. Von 1997 bis 2001 fungierte er als Redenschreiber und Sekretär des damaligen Vorsitzenden der Conservative Party, William Hague. Im Juni 2001 wurde er als Abgeordneter für Tatton in der Grafschaft Cheshire in das House of Commons gewählt. Zu diesem Zeitpunkt war er der jüngste Abgeordnete der Conservative Party im Parlament. Bei den Wahlen zum Unterhaus im Jahre 2005 wurde er mit 51,8 % der abgegebenen Stimmen wiedergewählt. Anschließend wurde ihm im Alter von nur 33 Jahren das Ressort Finanzen im Schattenkabinett übertragen. Seitdem hat Osborne sich u. a. an der Idee einer Flat Tax interessiert gezeigt.

Nach dem Wahlsieg der Konservativen bei den Unterhauswahlen am 6. Mai 2010 wurde er zum Schatzkanzler ernannt. Er war damit Mitglied im ersten Kabinett unter Premierminister David Cameron.

Als Schatzkanzler betrieb Osborne eine konsequente Sanierungs- und Sparpolitik, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes, das sich 2008/09 in einer tiefen Rezession befunden hatte, wiederherzustellen. Die wirtschaftliche Erholung Großbritanniens wurde maßgeblich als Verdienst seiner Finanz- und Wirtschaftspolitik betrachtet; die Tageszeitung The Times wählte Osborne daher zum „Briten des Jahres 2013“.[3]

Im August 2014 wurde auf Grund des Urteils des EuGHs der Verweis des Suchindexes von Google für die Begriffe George Osborne, brother, Islam’ oder Variationen davon auf den Wikipediaartikel, in welchem die Konversion von George Osbornes Bruder zum Islam erwähnt wurde, entfernt.[4][5]

In einem Interview mit der BBC am 24. März 2015 benannte Premierminister David Cameron Osborne als einen seiner möglichen Nachfolger im Amt des Premierministers (neben Theresa May und Boris Johnson).[6]

Nach der Unterhauswahl am 7. Mai 2015, die von den Konservativen gewonnen wurde, wurde Oborne erneut zum Schatzkanzler in der zweiten Regierung Cameron ernannt.

Beim Wahlkampf vor dem Referendum über den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union gehörte Osborne zu den engagiertesteren Vertretern des Verbleibens in der EU. Er warnte vor unabsehbaren Kosten eines „Brexits“ und wurde deswegen von den Brexit-Anhängern der Panikmache („scaremongering“) beschuldigt.[7]

Nach der Ernennung Theresa Mays zur Premierministerin wurde George Osborne als Schatzkanzler durch den früheren Außenminister Philip Hammond ersetzt.[8] Im Rahmen der Resignation Honours des ehemaligen Premierministers David Cameron wurde Osborne zum Companion of Honour ernannt.[9]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Osborne ist mit der Autorin Frances Howell verheiratet und hat zwei Kinder. Im April 2016 veröffentlichte er, dass sein Einkommen im Jahr 2015 126.528 Pfund nach Steuern betrug.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: George Osborne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The future belongs to us, predicts Tory party's young star, Artikel des Daily Telegraph vom 22. Juli 2005
  2. The Sikorski set (26. Juni 2014), standard.co.uk, abgerufen am 28. Juni 2015 (englisch)
  3. George, der Drachentöter: Der Schatzkanzler als Held der Briten, Die Presse, 4. Januar 2014
  4. Wikipedia link to be hidden in Google under 'right to be forgotten' law, The Observer, 2. August 2014
  5. express.co.uk, Now Google BANS Express story about George Osborne’s ‘Muslim’ brother, 3. Juli 2014
  6. David Cameron 'won't serve third term' if re-elected. BBC News, 24. März 2015, abgerufen am 24. März 2015 (englisch).
  7. Andrew Neil vs George Osborne BREXIT - Leave or Remain Interview. 2016 EU Referendum. BBC News (YourTube-Video), 9. Juni 2016, abgerufen am 25. Juni 2016 (englisch).
  8. Theresa May's cabinet: Who's in and who's out? BBC News, 13. Juli 2016, abgerufen am 14. Juli 2016 (englisch).
  9. Resignation Honours 2016. Cabinet Office, 4. August 2016, abgerufen am 5. August 2016 (englisch).
  10. 198.738 Pfund minus 72.210 Pfund Steuern (FAZ.net 11. April 2016)