George Papadopoulos

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George Demetrios Papadopoulos (* im August 1987 in Chicago, Illinois, USA) ist ein US-amerikanischer politischer Berater.[1] Papadopoulos war während der Präsidentschaftskampagne von Donald Trump im Jahre 2016 ab Anfang März 2016 einer seiner fünf Berater im Team Außenpolitik (foreign policy advisory panel). Einer breiten Öffentlichkeit wurde Papadopoulos durch im Jahr 2017 aufkommende Berichte über Kontakte zwischen ihm und Verbindungspersonen zu russischen Regierungsstellen, die der Einflussnahme auf den US-Wahlkampf im Jahr 2016 verdächtigt werden. Er wurde im Rahmen der Sonderermittlung zur Beeinflussung des Wahlkampfs in den Vereinigten Staaten 2016 am 27. Juli 2017 am Dulles International Airport zeitweise festgenommen. Am 5. Oktober 2017 bekannte Papadopoulos sich schuldig, am 27. Januar 2017 das FBI belogen zu haben, als das FBI ihn zu seinen Kontakten mit der russischen Regierung im Jahre 2016 verhörte. Papadopoulos kooperiert seitdem mit dem Sonderermittler Robert Mueller, wohl im Gegenzug für eine Strafmilderung.[2][3][4][5][6]

Leben und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

George Papadopoulos wurde 1987 in Chicago als Sohn der aus Thessaloniki, Griechenland stammenden Einwanderer Kate und Antonios Papadopoulos[7], geboren und wuchs in Lincolnwood, Metropolregion Chicago, auf. Sein Vater arbeitete als Internist/ Nephrologe in Addison, DuPage County, Illinois, und war u. a. auch Vorstandsmitglied bei den United Hellenic Voters of America (UHVA)[8][9], einer Organisation, die die Präsidentschaftskandidatur Donald Trumps unterstützte.[10] Nach dem Besuch der South Side Elementary School in Champaign[11] ging George Papadopoulos zur Niles West High School (s. engl. Wiki) in Skokie, Illinois und machte im Jahre 2005 seinen Abschluss. In Folge nahm er ein Studium der Politikwissenschaft an der privaten, katholischen DePaul University, Illinois auf, das er im Jahre 2009 mit einem Bachelor abschloss. Danach zog Papadopoulos nach London und machte am University College London (UCL), Universität London einen Master in Security Studies (s. engl. Wiki), einer Sub-Kategorie der Internationalen Beziehungen.[12][13] Nach diesem Abschluss wurde er von der London School of Economics and Political Science (LSE) angenommen und arbeitete an einem zweiten Master-Titel über internationale politische Ökonomie.[13] Von März 2011 bis September 2015 arbeitete er als Research Associate (Praktikant) (unpaid internship) am Hudson Institute, Washington, D.C. einer der führenden konservativen Denkfabriken (Think tanks) in den USA.[13] Laut eigenen Angaben in seinem LinkedIn-Account untersuchte er in dieser Zeit Energieversorgungsprojekte im östlichen Mittelmeerraum, die Interaktion verschiedener Länder dieser Region (Griechenland, Zypern, Ägypten, Israel und Libanon) und erstellte Analysen über die (Aus)wirkungen der Kohlenwasserstoffreserven im östlichen Mittelmeer und Kaspischen Meer auf die regionale Energiesicherheit.[14][15]

Nach eigenen Angaben spricht er Arabisch, Englisch, Französisch und Griechisch.[13]

Tätigkeit im Wahlkampfteam von Donald Trump[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Papadopoulos wurde im März 2016 in das Wahlkampfteam des späteren US-Präsidenten Donald Trump aufgenommen, nachdem er zuvor kurzzeitig für das Team des Präsidentschaftsbewerbers Ben Carson gearbeitet hatte. Carson hatte seine Kandidatur im Frühjahr 2016 zurückgezogen und unterstützte später die Kandidatur Trumps. Papadopoulos arbeitete in Trumps Wahlkampf als außenpolitischer Berater. Eine seiner Aufgaben in Trumps Team war Gerichtsdokumenten zufolge die Pflege von Kontakten mit Verbindungen zur russischen Regierung und die Vorbereitung möglicher inoffizieller Treffen („off the record“) hochrangiger Wahlkampfmanager mit russischen Regierungsbeamten, wobei von Seiten des Trump-Teams behauptet wird, Papadopoulos habe in Eigeninitiative und ohne Abstimmung mit dem Wahlkampfmanagement gehandelt.[16]

Verhaftung und Schuldbekenntnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die US-Bundespolizei FBI leitete am 31. Juli 2016 im Rahmen der Spionageabwehr zunächst geheim gehaltene Ermittlungen zur möglichen Einflussnahme russischer Regierungsstellen auf die am 8. November 2016 stattfindende Präsidentschaftswahl in den USA. Anlass der Untersuchung war Medienberichten zufolge das verdächtige Verhalten von Papadopoulos, der damals als außenpolitischer Berater in Trumps Wahlkampfteam arbeitete. Dieser war im bereits April 2016 von Personen mit Verbindungen zum russischen Geheimdienst informiert worden, dass Russland Kenntnisse über gestohlene E-Mails von Wahlkampfmitarbeitern von Trumps Hauptkontrahentin Hillary Clinton besitze.[17] Wenig später wurden tatsächlich gestohlene E-Mails des Clinton-Teams auf der Plattform Wikileaks veröffentlicht, was Clinton erheblichen politischen Schaden zufügte.

Am 27. Juli 2017 wurde Papadopoulos am Washington Dulles International Airport in Washington D.C. unter dem Vorwurf der Falschaussage gegenüber dem FBI festgenommen. Er wurde kurze Zeit später wieder freigelassen, nachdem er sich bereiterklärt hatte, mit den Ermittlern zu kooperieren.[18]

Am 30. Oktober gab das Büro des Sonderermittlers bekannt, dass sich Papadopoulos nach einer Absprache der Falschaussage gegenüber dem FBI (18 U.S.C. 1001.) für schuldig bekannt hat.[19][20] Papadopoulos hatte zugegeben, die Ermittler über seine Kontakte zu einer nicht namentlich genannten Person mit engen Beziehungen zur russischen Regierung belogen zu haben. Mit dieser hatte Papadopoulos eigenen Angaben zufolge während seiner Arbeit für Trumps Wahlkampfteam über den Austausch von „tausende[n] Emails“ von Trumps Konkurrentin Hillary Clinton sowie die mögliche Übergabe anderer belastender Materialien gesprochen. Außerdem seien über die Kontaktperson Treffen mit russischen Regierungsbeamten arrangiert worden. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge handelt es sich bei der ungenannten Person um den Maltesischen Professor Joseph Mifsud.[21][22][23]

Das Schuldbekenntnis und die Schilderung der Ereignisse erfolgten an Eides statt.[24] Papadopoulos gilt damit als rechtskräftig verurteilt.[25] Durch die Absprache mit dem Justizministerium kann sich der erwartete mögliche Strafrahmen von bis zu fünf Jahren auf einen Zeitraum bis zu sechs Monaten oder eine Geldstrafe reduzieren.[26]

US-Präsident Donald Trump und andere Vertreter des Wahlkampfteams wiesen jegliche Vorwürfe der Kooperation mit Russland zum Schaden von Hillary Clinton zurück. Trump selbst habe Papadopoulos allenfalls flüchtig gekannt. Außerdem habe Papadopoulos keine wichtige Rolle in Trumps Team gespielt und sei kein richtiger Berater, sondern eher wie ein Praktikant „für das Kaffeekochen“ („coffee boy“) zuständig gewesen.[27] In einem Interview mit der Washington Post vom 21. März 2016 hatte Trump selbst Papadopoulos jedoch als für die Außenpolitik mitverantwortliches Mitglied des Wahlkampfteams mit Schwerpunkt auf den Themen Öl und Energie benannt. Er bezeichnete Papadopoulos als hervorragenden Mitarbeiter („excellent guy“).[28]

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Papadopoulos lebt mit seiner Mutter und seinem Bruder im Chicagoer Stadtteil Ravenswood.[29] Er ist seit April 2017 mit der italienischen Anwältin Simona Mangiante liiert. Seit September 2017 ist das Paar verlobt.[30]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chicago Sun Times 31. Oktober 2017: Chicagoan’s path from Trump campaign to conviction to cooperation
  2. United States District Court for the District of Columbia: United States of America v. George Papadopoulos (Defendant): Statement of the Offence
  3. New York Times online 30. Oktober 2017: Former Trump Adviser Papadopoulos Pleads Guilty to Lying to FBI
  4. New York Times online 30. Oktober 2017: George Papadopoulos, First to Plead Guilty in Russia Inquiry
  5. New York Times online 30. Dezember 2017: How the Russia Inquiry Began: A Campaign Aide, Drinks and Talk of Political Dirt
  6. taz (Print) 1. November 2017, S. 2: George Papadopoulos, der Mann der für Trump wichtig sein wollte
  7. Greek Reporter 31. Oktober 2017: George Papadopoulos: The Greek-American Who Wanted Attention
  8. United Hellenic Voters of America – Homepage
  9. United Hellenic Voters of America – anlässlich einer Bürgermeisterwahl
  10. Chicago Sun Times 31. Oktober 2017: Chicagoan’s path from Trump campaign to conviction to cooperation
  11. Smile Politely (Blog) 31. Oktober 2017: Holy moly – allegedly, George Papadopoulos went to grade school at South Side in Champaign
  12. Chicago Sun Times 31. Oktober 2017: Chicagoan’s path from Trump campaign to conviction to cooperation
  13. a b c d USA Today 30. Oktober 2017: Who is former Trump campaign aide George Papadopoulos?
  14. LinkedIn: George Papadopoulos
  15. CNN 30. Oktober 2017: Who is George Papadopoulos?
  16. Reuters 31. Oktober 2018: Former Trump campaign adviser denies encouraging aide on Russia dealings, abgerufen am 28. Februar 2018.
  17. Neue Zürcher Zeitung 25. Februar 2018: Bisher geheimes Memorandum zur Russland-Affäre veröffentlicht, abgerufen am 28. Februar 2018.
  18. LA Times: George Papadopoulos and the Russia case: A timeline, abgerufen am 31. Oktober 2017.
  19. Justizministerium der Vereinigten Staaten: : Schuldbekenntnis George Papadopoulos, abgerufen am 30. Oktober 2017.
  20. Gerichtsinformation über Schuldbekenntnis George Papadopoulos, abgerufen am 30. Oktober 2017.
  21. Guardian 31. Oktober 2017: Joseph Mifsud: more questions than answers about mystery professor linked to Russia, abgerufen am 28. Februar 2018.
  22. New York Times 31. Oktober 2017: The Professor Behind the Trump Campaign Adviser Charges, abgerufen am 28. Februar 2018.
  23. The Telegraph 31. Oktober 2017: Revealed: London professor at centre of Trump-Russia collusion inquiry says: I have clear conscience, abgerufen am 28. Februar 2018.
  24. George Papadopoulos: Statement of the Offense, abgerufen am 30. Oktober 2017.
  25. Vorbehaltlich äußerst begrenzter Berufungsmöglichkeiten im Falle von sehr unwahrscheinlichen Verfahrensfehlern.
  26. Plea Agreement Hearing Transcript George Papadopoulos (pdf), abgerufen am 31. Oktober 2017.
  27. Politico 31. Oktober 2017: Trump and allies dismiss Papadopoulos as the ‘coffee boy’, abgerufen am 28. Februar 2018.
  28. Washington Post 21. März 2018: A transcript of Donald Trump’s meeting with The Washington Post editorial board, abgerufen am 28. Februar 2018.
  29. Chicago Sun-Times 31. Oktober 2017: Chicagoan’s path from Trump campaign to conviction to cooperation, abgerufen am 28. Februar 2018.
  30. Business Insider 6. Januar 2018: George Papadopoulos' fiancée opens up about her FBI interview, that mysterious London professor, and her wedding plans, abgerufen am 28. Februar 2018.