George Saunders (Schriftsteller)

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George Saunders (2007)

George Saunders (* 2. Dezember 1958 in Amarillo, Texas) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren in Texas und aufgewachsen in Oak Forest (Illinois), einem Vorort von Chicago, studierte Saunders Ingenieurwesen an der Colorado School of Mines, wo er 1981 einen Bachelor of Science in Geophysik erhielt. Nach dem Abschluss ging er für eine Öl-Erkundungsfirma nach Sumatra.[1] Nach seiner Rückkehr in die USA verdiente sich Saunders mit wechselnden Berufen als Türsteher, Dachdecker und Schlachthausgehilfe seinen Lebensunterhalt.[2]

1985 wurde er in das Programm für kreatives Schreiben der Syracuse University aufgenommen, das er 1988 mit dem Master abschloss. Anschließend arbeitete er als Technischer Redakteur für eine Firma im Bereich Umweltingenieurwissenschaften.

Seit 1997 lehrt Saunders selbst kreatives Schreiben im Programm der Syracuse University.[3]

Saunders veröffentlichte zwischen 1997 und 2014 mehrere Bücher mit Kurzgeschichten, einen Essayband sowie ein Kinderbuch. In seiner Heimat gilt er als einer der besten Kurzgeschichtenautoren der Gegenwart und genießt Kultstatus. Seine Kurzgeschichten erscheinen regelmäßig in Zeitschriften wie The New Yorker, Harper’s Magazine und GQ. Zu seinen Bewunderern zählen u. a. Schriftstellerkollegen wie Zadie Smith, Thomas Pynchon, Jonathan Franzen und bis zu seinem Tod im Jahr 2008 auch David Foster Wallace. Saunders war eng mit Wallace befreundet und wird oft mit ihm verglichen.[2]

2017 gab Saunders mit Lincoln in the Bardo sein Debüt als Romanautor. Das Werk stellt den amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln während seiner Trauer um seinen verstorbenen Sohn William Wallace (1850–1862) in den Mittelpunkt und gewann im Jahr seiner Veröffentlichung den britischen Man Booker Prize.[4] Der Roman erschien im Frühjahr 2018 unter dem Titel Lincoln im Bardo in der Übersetzung von Frank Heibert im Luchterhand Verlag erscheinen.[5]

George Saunders ist verheiratet und Vater zweier Töchter (geboren 1988 und 1990). Er lebt in den Catskill Mountains (New York).[2]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • zu: Zehnter Dezember: „Diese Erzählungen sind so gut, dass vor ihnen gewarnt werden muss: Sie tun weh, sie verursachen Ängste, hinterlassen Verwirrung und erzeugen Beklemmung ... Er ist kein Erzähler, der seine Leser bei der Hand nimmt ... Dieses Buch ist auf alle Fälle noch ein bisschen besser als die vier anderen ...“ Andreas Isenschmid, Die Zeit 24, 5. Juni 2014, S. 53

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • CivilWarLand in Bad Decline. Stories and a Novella. Random House, New York 1996.
  • Pastoralia. Stories and Novella. Riverhead Books, New York 2000.
  • The Very Persistent Gappers of Frip. Random House, New York 2000.
    • Die furchtbar hartnäckigen Gapper von Frip. Illustrationen von Lane Smith. Übersetzt von Frank Heibert. Berlin Verlag, Berlin 2004, ISBN 978-3-8270-5033-5
  • The Brief and Frightening Reign of Phil. Riverhead Books, New York 2005.
  • In Persuasion Nation. Stories. Riverhead Books, New York 2006.
  • A Bee Stung me, so I killed all the Fish (Notes from the Homeland 2003–2006). Riverhead Books, New York 2006.
  • The Braindead Megaphone. Essays. Riverhead Books, New York 2007.
  • Tenth of December. Stories. Random House, New York 2013.
  • Congratulations, by the way. Some Thoughts on Kindness. Random House, New York 2014.
  • Lincoln in the Bardo. A Novel Random House, New York 2017.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

The New Yorker nannte ihn im Jahr 2000 einen der besten Schriftsteller unter 40. Saunders wurde viermal mit dem National Magazine Award für seine fiktionalen Kurzgeschichten ausgezeichnet:[6]

  • 1994 für The 400-Pound CEO[7],
  • 1996 für Bounty[8], jeweils erschienen im Harper’s Magazine.
  • Im Jahr 2000 bekam er die Auszeichnung für die Kurzgeschichte The Barber's Unhappiness, erschienen in The New Yorker[9].
  • 2004 für The Red Bow, erschienen im Männermagazin Esquire[10].

2006 erhielt er einen der World Fantasy Awards und sowohl ein Guggenheim-Stipendium als auch den "Geniepreis" der MacArthur-Stiftung. 2014 erhielt Saunders für Tenth of December den britischen Folio Prize und wurde in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.

2017 erhielt er für sein Romandebüt Lincoln in the Bardo den Man Booker Prize und 2018 wurde Lincoln in the Bardo mit dem Premio Gregor von Rezzori ausgezeichnet.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Donald Antrim: Der Wahrheitsfinder. Roman. Einführung George Saunders. Übers. Brigitte Heinrich. Rowohlt, Reinbek 2015 (rororo 27079)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. JOEL LOVELL: George Saunders Has Written the Best Book You’ll Read This Year. NYT Magazine, 3. Januar 2013
  2. a b c George Saunders. In: Internationales Biographisches Archiv 24/2014 vom 10. Juni 2014, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 12/2017.
  3. Syracuse University - George Saunders
  4. Man Booker Prize: George Saunders wins for Lincoln in the Bardo bei bbc.co.uk, 17. Oktober 2017 (abgerufen am 17. Oktober 2017).
  5. Sechs Autoren fürs Finale nominiert. In: buchjournal.de (abgerufen am 13. Oktober 2017).
  6. George Saunders Stories - Byliner, abgerufen am 20. Januar 2013
  7. Harpers Magazine, 45
  8. Harpers Magazine, 37
  9. The New Yorker
  10. Esquire, 29