George Stinney

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
George Stinney (1944)

George Junius Stinney Junior (* 21. Oktober 1929 in Sumter, South Carolina; † 16. Juni 1944 in Columbia, South Carolina) war ein US-amerikanischer Jugendlicher und Justizopfer. Er wurde im Alter von 14 Jahren auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Er gilt damit als der jüngste Mensch, an dem seit Beginn des 20. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten die Todesstrafe vollzogen wurde.

2014 wurde seine Verurteilung wegen Verfahrensfehlern für ungültig erklärt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

George Stinney Jr., der Afroamerikaner war, wurde wegen Mordes an zwei weißen Mädchen verurteilt. Bis zuletzt wurde der Fall äußerst kontrovers betrachtet, gab es doch eklatante Verfahrensmängel der Justiz und bei der Ermittlung, die ernsthafte Zweifel an der Schuld von Stinney aufkommen lassen.

Am 24. März 1944 wurden die Leichen der beiden Mädchen Betty June Binnicker (elf Jahre alt) und Mary Emma Thames (acht Jahre) im Clarendon County, South Carolina aufgefunden. Bereits am Folgetag wurde Stinney verhaftet und die Mordanklage gegen ihn erhoben. Einen Monat nach dem Leichenfund fand das Gerichtsverfahren am 24. April im Clarendon County Courthouse statt. Nach der Wahl der Geschworenen begann das Gerichtsverfahren um 12:30 Uhr und endete um 17:30 Uhr. Die Geschworenen kehrten bereits nach zehn Minuten Beratungszeit mit einem Schuldspruch zurück. Nach der Strafrechtsauffassung des Staates von South Carolina galten zu damaliger Zeit Personen ab Vollendung des 14. Lebensjahres als Erwachsene. Stinney wurde daher zum Tode durch den elektrischen Stuhl verurteilt. Die Hinrichtung wurde am 16. Juni 1944, weniger als drei Monate nach der Tat, im Carolina State Penitentiary in Columbia, South Carolina vollstreckt.

Das Urteil gegen Stinney wurde im Dezember 2014 von einem Gericht in South Carolina coram nobis aufgehoben. Laut Richterin Carmen T. Mullen ist das im ursprünglichen Verfahren verwendete Geständnis unglaubwürdig und höchstwahrscheinlich erzwungen worden. Stinney erhielt nach Auffassung der Richterin kein faires Verfahren und wurde dadurch in seinen verfassungsmäßigen Rechten verletzt.[1]

In der Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stinney-Fall war die Grundlage des Romans Carolina Skeletons von David Stout, der dafür mit dem Edgar Allan Poe Award für das beste Erstlingswerk ausgezeichnet wurde.

Carolina Skeletons wurde im Jahre 1991 mit dem Titel Carolina Skeletons bzw. The End of Silence (deutscher Titel Das Ende des Schweigens) verfilmt. Bei dieser Verfilmung führte John Erman Regie und der junge Schauspieler Kenny Blank (heutiger Name: Kenn Michael) stellt den 14-jährigen Linus Bragg dar, mit dem in künstlerischer Namensgestaltung George Stinney Jr. gemeint ist. Louis Gosset Jr. ist ebenfalls in diesem Film zu sehen. Kenny Blank wurde für seine Leistung für den Young Artist Award nominiert.

Ein weiterer Film über Stinney, 83 Days, wird von den Pleroma Studios produziert und soll von Charles Burnett inszeniert werden.[2][3][4] Ted Levine, Danny Glover und Carl Lumbly werden ebenfalls in diesem Film mitspielen.[5] Mit Stand vom Januar 2019 befindet sich der Film in der post production.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Campbell Robertson: South Carolina Judge Vacates Conviction of George Stinney in 1944 Execution. In: The New York Times vom 17. Dezember 2014 (abgerufen am 18. Dezember 2014).
  2. Ron Brinson: George Stinney trial is a reminder of justice not served. In: The Post and Courier, 24. Januar 2014. Abgerufen am 17. Dezember 2014. 
  3. Jenni Pompi: Bowie's Pleroma Studios Launches New Film Project. In: Bowie Patch, 26. Juni 2012. Abgerufen am 17. Dezember 2014. 
  4. Kristin Braswell: Film to Explore George Stinney, Jr. Execution. In: Ebony, 28. Februar 2014. Abgerufen am 19. Dezember 2014. 
  5. Full cast of 83 Days auf der Internet Movie Database
  6. https://www.imdb.com/title/tt3073982/?ref_=fn_al_tt_1