George Turner (Politiker)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
George Turner (2015)

George Turner (* 28. Mai 1935 in Insterburg, Ostpreußen) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler, Wissenschaftsmanager und ehemaliger Politiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Turners Vorfahren waren Salzburger Exulanten, die nach der Großen Pest in das Königreich Preußen einwanderten.[1] Nach dem Abitur in Uelzen studierte er von 1955 bis 1959 Rechts- und Staatswissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. 1955 wurde er in Göttingen Mitglied der Burschenschaft Frisia. Die Geschichte des späteren Corps Frisia Göttingen gab er 2011 heraus.[2] 1960 wurde er an der Universität Göttingen zum Dr. iur. promoviert.[3] Beim Oberlandesgericht Hamburg legte 1963 die Große Juristische Staatsprüfung ab. 1966 habilitierte er sich in Bergrecht, Wirtschaftsrecht und Bürgerlichem Recht.[4]

1968 wurde Turner zunächst juristischer Beirat und Syndikus an der Bergakademie Clausthal. Im selben Jahr wurde er zum Wissenschaftlichen Rat und Professor ernannt.

Von 1970 bis 1986 war er zweimal wiedergewählter Präsident der Universität Hohenheim. Von 1971 bis 1973 war er zudem Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg, von 1976 bis 1979 Vizepräsident und von 1979 bis 1983 schließlich Präsident der Westdeutschen Rektorenkonferenz. 1986 berief ihn Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) zum parteilosen Senator für Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin. In diesem Amt blieb Turner bis zur Wahlniederlage der CDU bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin am 29. Januar 1989.

Von 1989 bis 2000 lehrte Turner erneut als Professor für Wirtschafts- und Agrarrecht sowie Wissenschaftsverwaltung an der Universität Hohenheim. Außerdem war er Gastprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist seit seiner Emeritierung vorwiegend publizistisch tätig und berät Medienunternehmen, zum Beispiel die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Im Tagesspiegel schreibt er eine regelmäßige Kolumne.[5]

Er heiratete 1963 in Göttingen und hat drei Söhne, darunter Sebastian Turner.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Raimund Willecke: Grundriss des Bergrechts, 2., neubearbeitete und erweiterte Aufl. Berlin 1970.
  • Massenuniversität und Ausbildungsnotstand. Wie die Krise überwunden werden kann, Frankfurt am Main 1984 ISBN 3-596-24261-4.
  • Die eingetragene Genossenschaft im System des Gesellschaftsrechts, Göttingen 1992 ISBN 3-525-12802-9.
  • Agrarrecht. Ein Grundriss, Stuttgart 1994 (3. Aufl. Frankfurt am Main 2006) ISBN 3-7690-0678-X.
  • Hochschule zwischen Vorstellung und Wirklichkeit. Zur Geschichte der Hochschulreform im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts, Berlin 2001 ISBN 3-428-10332-7.
  • Die Heimat nehmen wir mit. Ein Beitrag zur Auswanderung Salzburger Protestanten im Jahr 1732, ihrer Ansiedlung in Ostpreußen und der Vertreibung 1944/45. Berlin 2014 (4. überarbeitete und erweiterte Auflage) ISBN 978-3-8305-1900-3.
  • mit Joachim D. Weber und Brigitte Goebbels: Hochschule von A–Z. Orientierungen, Geschichte, Begriffe. Berlin 2004 (2. überarb. Aufl. 2011) ISBN 978-3-8305-1888-4.
  • Von der Universität zur university. Sackgassen und Umwege der Hochschulpolitik seit 1945, 2. Auflage, Berlin 2016 ISBN 978-3-8305-3688-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daher wird sein Vorname nicht englisch ausgesprochen; es handelt sich um eine österr. Variante, vgl. ungar. György.
  2. George Turner (Hg.): Frisia Gottingensis 1956–2011. Heide 2011.
  3. Dissertation: Das Calenberger Meierrecht – Geschichte und System.
  4. Habilitationsschrift: Das bergbauliche Berechtsamswesen. Ein Beitrag zur Lösung des Widerstreits der am Bergbau Interessierten.
  5. http://www.tagesspiegel.de/autoren/George%20Turner