George Uglow Pope

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Statue von G U Pope an der Marina Beach in Triplicane, Chennai

George Uglow Pope (auch: Rev. G.U. Pope, G.U. Pope, Pope Iyer, * 24. April 1820, Bedeque, Kanada; 12. Februar 1908)[1] war ein Missionar und Tamil-Forscher der 40 Jahre in Tamil Nadu verbrachte und viele Texte ins Englische übersetzte. Bekannt sind vor allem seine Übersetzungen des Tirukkural und des Tiruvachagam. In seiner Zeit in Tamil Nadu fungierte er auch als Schulleiter der Bishop Cotton Boys' School, Bangalore und wurde später Dozent am Balliol College, Oxford. Eine Statue an der Marina Beach in Chennai, die aus Spenden der Church of South India finanziert wurde, würdigt seine Leistungen für das Tamil.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

George Uglow Pope wurde am 24. April 1820 in Bedeque, Prince Edward Island in Kanada geboren. Schon seine Eltern waren Missionare. Sein Vater, John Pope (1791–1863) aus Padstow, Cornwall, war zunächst Händler und wurde dann Missionar. Zusammen mit Catherine Uglow (1797–1967) emigrierte er 1818 nach Prince Edward Island. Die Familie ging zunächst nach Nova Scotia, St. Vincent, bevor sie 1826 nach England zurück kehrte.[2] George Uglow Popes jüngerer Bruder William Burt Pope (1822–1903) wurde ein bekannter Wesleyan-Methodistischer Prediger und Theologe.[3]

Pope begab sich 1839 nach Südindien und ging zunächst nach Sayapuram bei Tuticorin. Schon als Teenager hatte er in England Tamil gelernt und vervollkommnete in Indien seine Kenntnisse in Tamil, Sanskrit und Telugu. Er gründete mehrere Schulen und unterrichtete Latein, Englisch, Hebräisch, Mathematik und Philosophie.

1849 kehrte Pope mit seiner zweiten Frau Henrietta Van Sommeran nach England zurück, wo er in Oxford mit führenden Persönlichkeiten des Oxford Movement wie zum Beispiel Kardinal Henry Edward Manning, Richard Chenevix Trench, Bischof Samuel Wilberforce, Bischof John Lonsdale, Edward Bouverie Pusey und John Keble in Beziehung kam.[4] 1851 kehrte Pope noch einmal nach Indien zurück und arbeitete in Thanjavur, wo er an der St Peter’s School unterrichtete, die der Lutherische Pionier-Missionar Christian Friedrich Schwartz gegründet hatte. Dort unterrichtete er sechs Jahre lang.

Am 1. September 1886 vollendete er seine Übersetzung des Tirukkural. Sein Sacred Kural enthält eine Einführung, Grammatik, Übersetzung, Anmerkungen, ein Lexikon und eine Konkordanz. Darüber hinaus bietet es auch die englische Übersetzung von Francis Whyte Ellis und die lateinische Übersetzung von Constanzo Beschi (வீரமாமுனிவர்) mit 436 Seiten. Bis zum Februar 1893 übersetzte er das Naaladiyaar (நாலடியார்), ein Lehrbuch von moralischen Aussprüchen in Vierzeilern (வெண்பா), 400 in 40 Kapiteln. Jedes davon stammt, nach der tamilischen Tradition von einem anderen Jaina-Asketen.

Sein Magnum Opus, die Übersetzung des Tiruvachakam(திருவாசகம்) erschien 1900. Er selbst sagte darüber: „Ich datiere dies auf meinen 80. Geburtstag. Ich sehe, durch Aufzeichnungen, dass meine erste Unterrichtstunde in Tamil 1837 stattfand. Das ist das Ende, so glaube ich eines langen Lebens von Hingebung an das Studium des Tamil. Es ist nicht ohne tiefe Emotionen, dass ich damit mein literarisches Lebenswerk beschließe.“ [5]

George Uglow Pope war einer der Mitbegründer der Bishop Cotton Boys' School in Bangalore und war lange Zeit der Schulleiter. Außerdem diente er als erster Pastor der All Saints Church.[6] In Ooty gründete er die Holy Trinity Church und eine Höhere Schule, die er von 1859 bis 1870 auch leitete. Heute ist in dem Gebäude die Government Arts School und das Stone House.

1906 erhielt er die begehrte Gold Medal der Royal Asiatic Society. Seine letzte Predigt hielt er am 26. Mai 1907 und starb am 12. Februar 1908 in Oxford. Begraben wurde er auf dem St Sepulchre's Cemetery, in Jericho (Oxford), England.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • First lessons in Tamil: or a full introduction to the common dialect of that language, on the plan of Ollendorf and Arnold, Madras, 1856.
  • A Tamil hand-book: or full introduction to the common dialect of that language on the plan of Ollendorf and Arnold, Madras, 1859.
  • A handbook of the ordinary dialect of the Tamil language, London, 1883 (4th edition, 3 volumes), Oxford 1904.
  • A larger grammar of the Tamil language in both its dialects, Madras, 1858.
  • A text-book of Indian history; with geographical notes, genealogical tables, examination questions, and chronological, biographical, geographical, and general indexes, London, 1871 (1. ed), 1880 (3. ed.).
  • திருவள்ளுவAR அருளிச்செய்த திருக்குறள் (Tiruvalluvar arulicceyta Tirrukkural). The ‘Sacred’ Kurral of Tiruvalluva-Nayanar, London, 1886.
  • முனிவர் அருளிச்செய்த நாலடியார் = The Naladiyar, or, Four hundred quatrains in Tamil, Oxford, 1893.
  • St. John in the Desert: an introduction and notes to Browning’s ‘a death in the desert’ , Oxford, 1897.
  • The Tiruvacagam; or, ‘Sacred utterances’ of the Tamil poet, saint, and sage Manikka-Vacagar: the Tamil text of the fifty-one poems, with English translation, Oxford, 1900.
  • A catalogue of the Tamil books in the library of the British Museum, London, 1909 (with L. D. Barnett).

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein letzter Brief erwähnt Tiruvachagam:

My dear friend,
In the heart of this my last sermon, lie truths that harmonize with all that is best in Tiruvachagam and Siva-nyanam(Siva-gnana bodham).
Iam very old. May the Father bless you and yours.

[7]

Deutsch:

Mein lieber Freund,

im Herzen dieser meines letzten Predigt, liegen Wahrheiten, die all das harmonisch verbinden, was das beste aus dem Tiruvachagam und Siva-nyanam ist.

Ich bin sehr alt. Möge der Vater Dich und Euch segnen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://shodhganga.inflibnet.ac.in/bitstream/10603/17924/11/11_chapter%205.pdf
  2. Uglow Family History. Abgerufen am 31. Dezember 2015.
  3. The Dictionary of National Biography - William Burt Pope.
  4. Oxford Dictionary of National Biography.
  5. “I date this on my eightieth birthday. I find, by reference, that my first Tamil lesson was in 1837. This ends, as I suppose a long life of devotion to Tamil studies. It is not without deep emotion that I thus bring to a close my life's literary work.”
  6. Resident Rendezvoyeur: A natural state of grace, Bangalore Mirror. 29. Dezember 2014. 
  7. http://www.angelfire.com/planet/shivasevagan/gupope.html

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]