Georgenborn

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Georgenborn
Gemeinde Schlangenbad
Koordinaten: 50° 5′ 19″ N, 8° 7′ 15″ O
Höhe: 377 m ü. NHN
Fläche: 1,27 km²
Einwohner: 1699 (30. Jun. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.338 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1928
Eingemeindet nach: Wiesbaden
Postleitzahl: 65388
Vorwahl: 06129
ehemalige Schule an der Ortsdurchfahrt, gestiftet von Baron Ferdinand von Krauskopf

Georgenborn ist ein Ortsteil der Gemeinde Schlangenbad im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen mit rund 2000 Einwohnern.[1] Für den Ortsteil besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georgenborn liegt östlich des Hauptortes Schlangenbad im Hohen Taunus auf einer Höhe von 380 Metern[2] am Südabhang des Rotekreuzkopfes (510 Meter) und der Hohen Wurzel (618 Meter) mit einem weiten Blick nach Süden in die Oberrheinische Tiefebene. Von Osten aus Richtung Wiesbaden-Chausseehaus kommend, führt die L 3038 nach Westen durch Georgenborn und über eine kreuzungsfreie Anschlussstelle an die Bundesstraße 260 hinunter zum Hauptort Schlangenbad im Walluftal. Südöstlich des Ortes liegt das Naturschutzgebiet Rechtebachtal bei Georgenborn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georgenborn entstand an einer Waldquelle, an der der Landesherr Fürst Georg August Samuel von Nassau-Idstein bei Jagdausflügen zu rasten pflegte. Er beschloss mit Edikt vom 8. Oktober 1694 – während des Pfälzischen Erbfolgekrieges – an dieser Stelle zwölf Flüchtlingsfamilien aus der Kurpfalz anzusiedeln und bestimmte, dass der neu gegründete Ort nach ihm und der Quelle Georgenborn genannt werden sollte. Die Siedler rodeten Wald und legten Felder und Wiesen an. Dreißig Jahre lang gab es kriegerische Auseinandersetzungen um Georgenborn wegen Streit mit den Bauern aus dem benachbarten kurmainzischen Frauenstein um Weide- und Rodegerechtigkeiten. Diese Zwistigkeiten hätten beinahe zur Zerstörung des Ortes geführt. Obwohl Graf Friedrich Ludwig von Nassau-Ottweiler als Nachfolger des Fürsten zunächst die Aufgabe der Siedlung erwog, konnte die Existenz von Georgenborn schließlich 1727 durch einen Vergleich mit Kurmainz gesichert werden.

Zur Zeit des Herzogtums Nassau gehörte Georgenborn zum Amt Wiesbaden. Nach der Annexion des Herzogtums durch Preußen wurde der Ort 1867 dem Mainkreis und 1886 dem Landkreis Wiesbaden im Regierungsbezirk Wiesbaden zugeordnet.

Mitte des 19. Jahrhunderts begannen wohlhabende Bürger von Wiesbaden und Umgebung, in Georgenborn Villen und Landhäuser zu bauen. Die Bevölkerungszahl blieb in dieser Zeit bei ein- bis zweihundert Einwohnern. Schließlich ließ auf Georgenborner Flur der russische Industrielle Baron Ferdinand von Krauskopf in den Jahren 1895 und 1896 mit viel Aufwand Schloss Hohenbuchau errichten und dazu einen weitläufigen Schlosspark anlegen. In der Blütezeit des Schlosses war ein Großteil der Georgenborner Bevölkerung für den Baron tätig. Als er durch den Ersten Weltkrieg sein Vermögen verlor, musste er das Schloss verkaufen. Nach wechselvollem Schicksal verfiel dieses immer mehr und der Park verwilderte.

Mit der Auflösung des Landkreises Wiesbaden 1928 erfolgte die Eingliederung von Georgenborn in die Stadt Wiesbaden, die jedoch nur von kurzer Dauer war. 1939 wurde der Ort wieder ausgegliedert und nach Schlangenbad im Untertaunuskreis umgegliedert.

1961 wurde Schloss Hohenbuchau abgerissen und im Park entstand ein neues Wohnviertel.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Georgenborn – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b „Zahlen Daten Fakten“ im Internetauftritt der Gemeinde Schlangenbad, abgerufen im April 2016.
  2. Topografische Karte 1:25.000