Georges Lakhovsky

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Georges Lakhovsky (russisch Георгий Лаховский; * 17. September 1870 in Ilja bei Minsk; † 31. August 1942 in Brooklyn, New York) war ein russischer Erfinder. Er wurde bekannt durch eine wissenschaftlich nicht anerkannte Hypothese einer drahtlosen Kommunikation zwischen Zellen mittels Hochfrequenz und der Erfindung von Geräten, die angeblich in der Lage sein sollten, Krebserkrankungen zu heilen. Seine Forschung gipfelte in der Erfindung des Multiwellenoszillators (MWO).

Leben[edit | edit source]

Georges Lakhovsky wurde rund 50 Kilometer entfernt von Minsk in Russland geboren. Sein Vater war Oberrichter in Minsk und Professor der orientalischen Sprachen. Er ging in Minsk zur Schule bis 1888. Er setzte seine Studien der feinen Künste in Odessa fort und machte auch sein Ingenieursstudium, das er 1894 beendete. Lakhovsky hegte dann den Wunsch, seine Studien im Ausland fortzusetzen. Er reiste über den Bosporus, Piräus, Catania, Messina, Neapel, Livorno, Genua nach Paris, wo er Ingenieurswissenschaften, Straßen- und Brückenbau und auch an der medizinischen Fakultät studierte. Im Jahre 1899, durch ein Eisenbahnunglück auf der Strecke Paris-Biarritz inspiriert, erfand er eine Schienenbefestigung, die nach ihm benannt wurde: Tirefond-Lakhovsky oder Garniture Lakhovsky. Deren Vertrieb ermöglichte ihm seine späteren Forschungen. Sein System ermöglichte, nebst der größeren Sicherheit, die Schienenverlegung in einem Drittel der Zeit durchzuführen. 1901 starb sein Bruder in Paris, was Lakhovsky sehr mitgenommen und betroffen hat. Er heiratete 1905 eine junge Pariserin und hatte drei Kinder: Pierre 1907, Marie 1909 und Serge 1913. Er wurde französischer Staatsbürger, als sein erstes Kind geboren wurde.

1911 erkrankte Lakhovsky schwer und begann sich für medizinische Fragen zu interessieren. Nach dem Ersten Weltkrieg nahm er Kontakt zu Jacques-Arsène d’Arsonval auf, der zu dieser Zeit ein elektrisches Therapieverfahren entwickelt hatte. An der Pariser Salpêtrière entwickelte Lakhovsky 1923 ein eigenes Verfahren zur Behandlung von Krebserkrankungen mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern bei Geranien, das auf Ideen von D'Arsonval und der Technik von Tesla beruhte.

Etwa 1930 erfand Lakhovsky einen „Multiwellenoszillator“ (multiple wave oscillator MWO), den er in Frankreich und in den USA patentieren ließ. Im Prinzip handelte es sich dabei um einen Kurzwellensender mit variabler Sendefrequenz. In der Folge behandelten er und Anwender seiner Technik mit diesem Gerät mehrere Patienten, die an Krebs erkrankt waren. Er erreichte spektakuläre Erfolge und publizierte diese. Er gründete die Firma Colysa, welche die Geräte baute und weltweit verkaufte.

Er wandte sich entschieden gegen die rassistische Ideologien des Nationalsozialismus (siehe sein Buch: La civilisation et la folie raciste) und emigrierte über Spanien und Marokko mit seinem Sohn Serge in die USA. Er traf dort seinen Freund Disraeli Kobak. Dieser behandelte tausende von Menschen zwischen 1941 und 1958 mit Lakhovskys Multiwellenoszillator. In den USA behandelt Lakhovsky weitere Patienten. Im Buch Waves That Heal von Mark Clement sind solche Fälle dokumentiert.

Lakovsky wurde 1942 in New York angefahren und gegen seinen Willen ins Adelphi Hospital in Brooklyn verbracht, wo er an den Folgen des Verkehrsunfalls verstarb. Sein Sohn sprach von Mord. Serge Lakhovsky und Disraeli Kobak gründeten zusammen mit Albert Verleyh 1945 das Lakhovsky Multiwave Institute. Die Multiwellenoszillatoren verschwanden aus den Kliniken und wurden später von der American Medical Association als Quacksalberei verboten.

Hypothesen[edit | edit source]

Lakhovsky vermutete in jeder Zelle einen schwingenden Oszillator, der hochfrequente Wellen aussendet, aber auch empfangen kann. Er nahm an, dass es ein sehr breites Spektrum von Schwingungen bzw. Strahlungen gibt, die außerhalb der Erde erzeugt wurden und alle Zellen durchdringen.

Für ihn waren Krankheitserreger „Störsender“, die mit ihren Störschwingungen gegen die natürlichen Zellschwingungen der gesunden Zellen des Körpers angingen. Gesunde Zellen sollten in charakteristischer Weise anders schwingen als kranke Zellen. Lakhovsky glaubte, die Resonanzfrequenz von kranken Zellen so verändern zu können, dass diese wieder vollständig gesundeten. Er führte dazu viele praktische Versuche durch, wie etwa zum Thema Pflanzenkrebs.[1]

Er war auch der Meinung, dass der Krebs bei Menschen direkt von dem Boden, Wasser und der Nahrung abhänge. Zusammenfassend gibt er die folgenden Empfehlungen für ein krebsfreies Leben:

  • Den Boden, auf dem man lebt und schläft, beachten und schädliche Strahlung korrigieren oder meiden.
  • Das Wasser muss dem Boden entsprechen, auf dem man lebt und schläft.
  • Die optimale Nahrung muss roh verzehrt werden und enthält viel Zwiebeln.

Viele seiner Hypothesen wurden später von Anhängern in veränderter Form publiziert. Lakhovskys Gedankengebäude weist in Teilen Ähnlichkeit auf zu Homöopathie, Rohkosternährung, den Lehren von Max Gerson (Eine Krebstherapie), Gérard Orth und Herbert Shelton.

Vermächtnis[edit | edit source]

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Sein Sohn Serge Lakhovsky setzte sich bis zu seinem Tod noch für die Ansichten und Hypothesen seines Vaters ein. Diese gelten in der Wissenschaft als widerlegt und haben für diese nur noch eine historische Bedeutung. Bis im Jahre 2009 war der eigentliche Nachbau des MWO-Gerätes unmöglich, da keines mehr zur Verfügung stand. Es gab zwar diverse Multiwellenoszillatoren seit den 1970er Jahren, die aber mit bipolarer Teslaspule arbeiteten, was im Original nicht der Fall war. Auch waren die Antennenparameter unbekannt. Man stützte sich auf wenige Fotos aus den 1930er Jahren bei der Rekonstruktion. Durch die Entdeckung eines Gerätes auf einem Flohmarkt in Frankreich im Jahre 2009 und später durch die Vermessung dreier kurz danach entdeckter Geräte aus dem Nachlass von Boris Vassileff in Italien, wurde erstmals seit fast 70 Jahren ein Nachbau wieder möglich. Manche alternativmedizinische Konzepte beziehen sich trotz ablehnender Haltung der Schulmedizin weiterhin auf Lakhovsky, und es gibt Hersteller, die weiterhin Nachbauten von Lakhovskys MWO-Geräten anbieten. Darunter befinden sich leider oft Geräte mit bipolaren Spulen, die dem Original nicht entsprechen oder Geräte, die mit Lakhovsky gar nichts mehr zu tun haben.

Werke[edit | edit source]

  • L’origine de la vie, la radiation et les etres vivants, 1925, Gauthier-Villars et Cie, Paris
  • Contribution a l'etiologie du cancer, 1927, Gauthier-Villars et Cie, Paris
  • L’Universion, 1927, Gauthier-Villars et Cie, Paris
  • Les Ondes qui guerissent, 1929, Gauthier-Villars et Cie, Paris
  • Le Secret de la Vie, 1929, Gauthier-Villars et Cie, Paris
  • La Science et le Bonheur, 1930, Gauthier-Villars et Cie, Paris
  • L'oscillation cellulaire, 1931, Gaston Doin et Cie
  • La Formation neoplasique et le desequilibre oscillatoire cellulaire. Traitement du cancer par l’oscillateur a longueurs d'ondes multiples, 1932, Gaston Doin et Cie
  • L’Eternite, la vie et mort, 1932, Fasquelle
  • La Terre et nous, 1933, Fasquelle
  • La Cabale: histoire d'une decouverte, l'oscillation cellulaire, 1934, Gaston Doin et Cie
  • La Matiere, 1934, Gaston Doin et Cie
  • Le Racisme 1934, Felix Alcan
  • L’Oscillateur a longueur d'ondes multiples, 1934, Gaston Doin et Cie
  • Le Grand Probleme, 1935, Felix Alcan, Paris
  • Les Ondes cosmiques et les Circuits Oscillants
  • La crise, ses causes et ses remedes, 1935, S.A.C.L., Paris
  • Radiations et ondes, source de notre vie, 1937, S.A.C.L., Paris
  • De Moscou a Madrid; Le paradoxe de la democratie, 1937, S.A.C.L., Paris
  • La Nature et ses merveilles
  • Longevite, 1938, Hachette
  • La Peau Filtre de sante, 1939, S.A.C.L., Paris
  • La civilisation et la folie raciste (Zivilisation und rassistischer Wahnsinn), 1941, Ed. de la Maison francaise, New York
  • Georges Lakhovsky: 'Das Geheimnis des Lebens' ISBN 3-88699-999-8

Siehe auch[edit | edit source]

Einzelnachweise[edit | edit source]

  1. Das Geheimnis des Lebens ISBN 3-88699-999-8, S. 90ff.