Bleicher Klee

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Bleicher Klee
Bleicher Klee (Trifolium pallescens)

Bleicher Klee (Trifolium pallescens)

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Klee (Trifolium)
Sektion: Trifolium
Art: Bleicher Klee
Wissenschaftlicher Name
Trifolium pallescens
Schreb.

Der Bleiche Klee oder Moränen-Klee, Geröll-Klee (Trifolium pallescens) ist Pflanzenart aus der Gattung Klee (Trifolium) in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Er darf aber nicht mit Trifolium pallidum verwechselt werden, der manchmal auch mit dem deutschen Namen Bleicher Klee bezeichnet wird oder mit Trifolium ochroleucum, dem Blassgelben Klee.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bleiche Klee ist eine sommergrüne[1], ausdauernde, krautige Pflanze mit kräftiger Pfahlwurzel und ohne Ausläufer. Er wächst lockerrasig. Die Pflanze ist meist kahl. Der niederliegende bis aufsteigende und nicht bewurzelnde Stängel ist 5 bis 10, selten bis 20 cm lang, zahlreich, meist ohne Verzweigungen und kahl, oder lediglich an der Oberseite schwach behaart.

Die Laubblätter sind dreizählig gefingert, die unteren sind 4 bis 8 cm lang gestielt, die stängelständigen Blätter kürzer. Die Blattfiedern sind 6 bis 20 mm lang und etwa halb so breit, ihre Form ist elliptisch bis verkehrt-eiförmig, stumpf oder spitz. Sie haben 10 bis 20 Paare schwach vortretende Seitennerven, der Blattrand ist fein gezähnelt, die Spreiten kahl oder an den Nerven der Unterseite schwach behaart. Die Nebenblätter sind klein. Bei den unteren Stängelblättern sind sie deutlich weniger als halb so lang wie der Blattstiel. Sie sind weißhäutig, eiförmig-lanzettlich, kahl und nur kurz mit dem Blattstiel verwachsen. Der freie Teil ist lang zugespitzt.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Juli und August. Der stängelständige oder scheinbar grundständige und aufrechte bis aufsteigende Blütenstandsschaft ist kräftig sowie 2 bis 9 cm lang. Der köpfchenförmige Blütenstand ist bei einem Durchmesser von 15 bis 25 mm breit und zunächst kugelig und enthält viele Blüten. Die zerstreut behaarten und nach der Anthese zurückgekrümmten Blütenstiele sind bei einer Länge von 1,5 bis 4 mm zumindest länger als die Tragblätter und die Kelchröhre. Der fast kahle Kelch ist zehnnervig, häutig und hat einen offenen, kahlen Schlund. Die Kelchzähne sind schmal dreieckig und zugespitzt. Die oberen Kelchzähne sind wesentlich länger als die unteren und auch länger als die Kelchröhre. Die Krone ist 6 bis 10 mm lang, damit dreimal so lang wie der Kelch. Die Kronblätter ist schmutzig-weiß bis rosafarben, nach der Anthese dunkelbraun werdend. Die Fahne ist breit elliptisch bis verkehrt eiförmig, in einem Bogen nach aufwärts gekrümmt. Ein Kiel fehlt. Die Flügel sind spreizend und stumpf.

Die kurz gestielte bis fast sitzende Hülsenfrucht ist nicht eingeschnürt und enthält meist zwei Samen. Die Samen sind linsen- bis nierenförmig.

Chromosomenzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.[2]

Bleicher Klee (Trifolium pallescens)

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Bleichen Klee handelt es sich um Hemikryptophyten[1].

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bleiche Klee kommt von Spanien über Frankreich, Italien, Schweiz und Österreich über den Balkan (Albanien bis Bulgarien) bis Griechenland sowie in die Ukraine vor[3].

Er wächst auf feuchtem Geröll, auf Moränen und Rasen. In den Ostalpen ist er auf die Silikat-Alpen beschränkt, gilt aber als pH-indifferent, da er auch auf kalkreicheren Böden vorkommt[4]. Schmeil-Fitschen nennt diese Art kalkmeidend. Er kommt von der alpinen und der subnivalen Höhenstufe vor, in den Alpen in Höhenlagen von 1800 bis 3020 Meter. Er ist eine Verbandscharakterart des Epilobion fleischeri.

Moränen werden bereits kurz nach dem Eisrückzug besiedelt. Auf diesen Flächen erreichen die Pflanzen ein Alter von bis zu 10 Jahren[5].

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstbeschreibung von Trifolium pallescens erfolgte 1804 durch Johann Christian von Schreber in Jacob W. Sturm: Deutschlands Flora …, Abt. 1, Heft 15.[6] Ein Homonym von Trifolium pallescens Schreb. ist Trifolium pallescens DC. in Flore Française. Troisième Édition (Suppl.), 1815, S. 555 veröffentlicht. Synonyme für Trifolium pallescens Schreb. sind Amoria pallescens (Schreb.) C.Presl, Trifolium arvernense Lamotte, Trifolium glareosum (Ser.) Boiss.[3]

Trifolium pallescens gehört zur Untersektion Trifoliastrum der Sektion Trifolium in der Gattung Trifolium.[6]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6 (Abschnitt Beschreibung)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bleicher Klee. In: FloraWeb.de.
  2. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 594.
  3. a b LegumeWebWorld Database of Legumes – ILDIS., zuletzt abgerufen 9. September 2013.
  4. Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.
  5. Fritz H. Schweingruber, Andrea Münch, Ruth Schwarz: Dendrochronologie von Kräutern und Sträuchern im Vorfeld des Morteratschgletschers. Bauhinia, Band 20, 2007, S. 5–17. (pdf; 506 kB)
  6. a b Trifolium pallescens im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 9. September 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bleicher Klee (Trifolium pallescens) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien