Gerard Gallant

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KanadaKanada Gerard Gallant Eishockeyspieler
Gerard Gallant
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 2. September 1963
Geburtsort Summerside, Prince Edward Island, Kanada
Größe 178 cm
Gewicht 86 kg
Spielerbezogene Informationen
Position Linker Flügel
Schusshand Links
Draftbezogene Informationen
NHL Entry Draft 1981, 6. Runde, 107. Position
Detroit Red Wings
Karrierestationen
1980–1982 Castors de Sherbrooke
1982–1983 Castors de Saint-Jean
Junior de Verdun
1983–1984 Adirondack Red Wings
1984–1993 Detroit Red Wings
1993–1995 Tampa Bay Lightning
1995–1996 Detroit Vipers

Gerard A. Gallant (* 2. September 1963 in Summerside, Prince Edward Island) ist ein ehemaliger kanadischer Eishockeyspieler und derzeitiger -trainer. Während seiner aktiven Karriere absolvierte der linke Flügelstürmer unter anderem über 600 Spiele für die Detroit Red Wings und die Tampa Bay Lightning in der National Hockey League. Zudem gewann er mit der kanadischen Nationalmannschaft die Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft 1989. Seit April 2017 fungiert er als erster Cheftrainer der Vegas Golden Knights, nachdem er in gleicher Funktion bereits die Columbus Blue Jackets und die Florida Panthers in der NHL betreut hatte.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gallant spielte während seiner Zeit im Juniorenbereich bei den Castors de Sherbrooke in der Ligue de hockey junior majeur du Québec (LHJMQ). Beim NHL Entry Draft 1981 wählten die Detroit Red Wings ihn in der sechsten Runde an 107. Position. Im Verlauf der Saison 1982/93 wechselte er innerhalb der LHJMQ zu den Verdun Juniors, bei denen er gemeinsam mit Pat LaFontaine spielte. Wie schon im Vorjahr erreichte er mit seinem Team das Finalturnier um den Memorial Cup, doch zum zweiten Mal reichte es nicht zum Cup-Gewinn.

In der American Hockey League spielte er bei den Adirondack Red Wings. Hier konnte er neben seiner Torgefährlichkeit auch unter Beweis stellen, dass er sich körperlich durchsetzen konnte. Im Laufe der Saison 1984/85 holten die Detroit Red Wings ihn aus dem Farmteam in die NHL. Er ging keiner Auseinandersetzung aus dem Weg und zog sich bei einer Schlägerei mit Dirk Graham einen Kieferbruch zu, der ihn in seiner Entwicklung wieder zurückwarf. In der Saison 1986/87 übertraf er erstmals die 30-Tore-Marke und war zweitbester Scorer im Team hinter Steve Yzerman. Diesen zweiten Platz belegte er auch in den folgenden drei Spielzeiten und ließ dabei auch Spieler wie Adam Oates regelmäßig hinter sich. Dabei hatte er in jeder der Spielzeiten über 200 Strafminuten abzusitzen. Seinen Karriere-Bestwert erreichte er mit 93 Punkten in der Spielzeit 1988/89 und wurde daraufhin ins NHL Second All-Star Team gewählt, bevor er wenig später mit der kanadischen Nationalmannschaft die Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft 1989 gewann.

Nach neun Spielzeiten in Detroit wechselte er zur Saison 1993/94 als Free Agent zu Tampa Bay Lightning. Er konnte dort nicht an die Leistungen früherer Tage anknüpfen und er spielte auch einige Spiele in der International Hockey League bei den Atlanta Knights und Detroit Vipers. Im Training bei den Vipers zog er sich Ende 1995 eine Rückenverletzung zu, die ihn zur Beendigung seiner Karriere zwang.

Als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einigen Trainerstationen in Minor Leagues engagierten ihn 1999 die Louisville Panthers in der AHL als Assistenztrainer. Ein Jahr später wurde er Assistent bei den Columbus Blue Jackets. Im Laufe der Saison 2003/04 übernahm er das Team von Doug MacLean als Cheftrainer. Ein schwacher Start in die Saison 2006/07 drängte die Verantwortlichen der Blue Jackets, ihn am 13. November 2006 zu entlassen.

Von 2007 bis 2009 war er gemeinsam mit seinem Teamkameraden aus der Juniorenzeit, John Chabot, Assistenztrainer der New York Islanders. Bei der Eishockey-Weltmeisterschaft 2007 war Gallant als Assistenztrainer der kanadischen Auswahl tätig. Zur Saison 2009/10 übernahm er bei den Saint John Sea Dogs die Aufgaben des Cheftrainers. In seiner Debütsaison erreichte er mit der Mannschaft mehrere Franchise-Rekorde und übertraf die Marke von 100 Punkten in der regulären Saison. In den Playoffs scheiterte das Team erst in den Finalspielen um den Coupe du Président gegen die Moncton Wildcats. Gallant wurde im Anschluss mit dem Brian Kilrea Coach of the Year Award als bester Cheftrainer des Jahres der Canadian Hockey League ausgezeichnet. In der Saison 2010/11 gelang mit den Sea Dogs der erstmalige Gewinn der Meisterschaft in der QMJHL. Gallant wurde zum zweiten Mal in Folge als bester Cheftrainer der Liga mit der Trophée Ron Lapointe geehrt. In derselben Spielzeit errang er mit den Saint John Sea Dogs erstmals den Memorial Cup und gewann die Ausgabe 2011 des Turniers. In der folgenden Saison konnte Gallant mit den Sea Dogs den Titel in der QMJHL verteidigen, im Memorial Cup scheiterte die Mannschaft aber im Halbfinale an den Cataractes de Shawinigan.

Am 15. Juni 2012 gaben die Canadiens de Montréal bekannt, Gerard Gallant als Assistenztrainer von Michel Therrien verpflichtet zu haben.[1] Nach zwei Jahren bei den Canadiens verpflichteten ihn die Florida Panthers im Juni 2014 als neuen Cheftrainer.[2] Nachdem er die Panthers in der Spielzeit 2015/16 an die Spitze der Atlantic Division geführt hatte, wurde er im November 2016 entlassen und von dem erst im Mai 2016 als General Manager vorgestellten Tom Rowe beerbt.

Nach einem halben Jahr ohne Arbeitgeber wurde Gallant Mitte April 2017 von den Vegas Golden Knights als erster Cheftrainer der Franchise-Geschichte vorgestellt. Wenig später stand er als Assistent von Jon Cooper bei der Weltmeisterschaft 2017 hinter der Bande und gewann dort mit der kanadischen Nationalmannschaft die Silbermedaille. Mit den Golden Knights brach er in der Debütsaison zahlreiche Rekorde und führte das Team bis ins Endspiel um den Stanley Cup, unterlag dort allerdings den Washington Capitals. Am Saisonende wurde er mit dem Jack Adams Award als bester Trainer der NHL ausgezeichnet.

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karrierestatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielerstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reguläre Saison Playoffs
Saison Team Liga Sp T V Pkt +/– SM Sp T V Pkt +/– SM
1980/81 Castors de Sherbrooke LHJMQ 68 41 60 101 220 14 6 13 19 46
1981/82 Castors de Sherbrooke LHJMQ 58 34 58 92 252 22 14 24 38 82
1982 Castors de Sherbrooke Memorial Cup 5 5 3 8 28
1982/83 Castors de Saint-Jean LHJMQ 33 28 25 53 129
1982/83 Junior de Verdun LHJMQ 29 26 49 75 105 15 14 19 33 86
1983 Junior de Verdun Memorial Cup 4 3 1 4 23
1983/84 Adirondack Red Wings AHL 77 31 33 64 195 7 1 3 4 34
1984/85 Adirondack Red Wings AHL 46 18 29 47 131
1984/85 Detroit Red Wings NHL 32 6 12 18 +10 66 3 0 0 0 –2 11
1985/86 Detroit Red Wings NHL 52 20 19 39 –9 106 16 4 13 17 20
1986/87 Detroit Red Wings NHL 80 38 34 72 –4 216 16 8 6 14 –1 43
1987/88 Detroit Red Wings NHL 73 34 39 73 +24 242 16 6 9 15 –5 55
1988/89 Detroit Red Wings NHL 76 39 54 93 +7 230 6 1 2 3 –2 40
1989/90 Detroit Red Wings NHL 69 36 44 80 –6 254
1990/91 Detroit Red Wings NHL 45 10 16 26 +6 111
1991/92 Detroit Red Wings NHL 69 14 22 36 +16 187 11 2 2 4 –4 25
1992/93 Detroit Red Wings NHL 67 10 20 30 +20 188 6 1 2 3 –4 4
1993/94 Tampa Bay Lightning NHL 51 4 9 13 –6 74
1994/95 Atlanta Knights IHL 16 3 3 6 –8 31
1994/95 Tampa Bay Lightning NHL 1 0 0 0 ±0 0
1995/96 Detroit Vipers IHL 3 2 1 3 –2 6
LHJMQ gesamt 188 129 192 321 706 51 34 56 90 214
IHL gesamt 19 5 4 9 37
AHL gesamt 123 49 62 111 326 7 1 3 4 34
NHL gesamt 615 211 269 480 +58 1674 58 18 21 39 –18 178

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertrat Kanada bei:

Jahr Team Veranstaltung Resultat Sp T V Pkt SM
1991 Kanada WM Silbermedaille 8 2 3 5 10
Herren gesamt 8 2 3 5 10

(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP = absolvierte Spiele; T oder G = erzielte Tore; V oder A = erzielte Assists; Pkt oder Pts = erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM = erhaltene Strafminuten; +/− = Plus/Minus-Bilanz; PP = erzielte Überzahltore; SH = erzielte Unterzahltore; GW = erzielte Siegtore; 1 Play-downs/Relegation)

NHL-Trainerstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reguläre Saison Playoffs
Saison Team Liga Sp S N U/OT Pkt Pkt% Platz (Division) Sp S N Resultat
2003/04 Columbus Blue Jackets NHL 45 16 24 5 37 .411 4. (Central) nicht qualifiziert
2005/06 Columbus Blue Jackets NHL 82 35 43 4 74 .451 3. (Central) nicht qualifiziert
2006/07 Columbus Blue Jackets NHL 15 5 9 1 11 .367 entlassen
2014/15 Florida Panthers NHL 82 38 29 15 91 .555 6. (Atlantic) nicht qualifiziert
2015/16 Florida Panthers NHL 82 47 26 9 103 .628 1. (Atlantic) 6 2 4 Conference-Viertelfinale
2016/17 Florida Panthers NHL 21 11 9 1 23 .548 entlassen
2017/18 Vegas Golden Knights NHL 82 51 24 7 109 .665 1. (Pacific) 20 13 7 Stanley-Cup-Finale
NHL gesamt 409 203 164 42 448 .548 2 Divisionstitel 26 15 11 0 Stanley Cups

(Legende zur Trainerstatistik: Sp oder GC = Spiele insgesamt; W oder S = erzielte Siege; L oder N = erzielte Niederlagen; T oder U = erzielte Unentschieden; OTL oder OTN = erzielte Niederlagen nach Overtime oder Shootout; Pts oder Pkt = erzielte Punkte; Pts% oder Pkt% = Punktquote; Win% = Siegquote; Resultat = erreichte Runde in den Play-offs)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gerard Gallant – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Richard Milo: Gerard Gallant confirmé comme un des adjoints de Michel Therrien avec le Canadien, LNH.com, 15. Mai 2012
  2. nhl.com: „Gerard Gallant Named New Coach of Florida Panthers“ (englisch, 21. Juni 2014, abgerufen am 27. Juni 2014)