Gerasdorf bei Wien

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Gerasdorf bei Wien
Wappen von Gerasdorf bei Wien
Gerasdorf bei Wien (Österreich)
Gerasdorf bei Wien
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Wien-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: WU
Fläche: 35,24 km²
Koordinaten: 48° 18′ N, 16° 28′ O48.29516.4675165Koordinaten: 48° 17′ 42″ N, 16° 28′ 3″ O
Höhe: 165 m ü. A.
Einwohner: 10.782 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 306 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2201
Vorwahl: 02246
Gemeindekennziffer: 3 24 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchengasse 2
2201 Gerasdorf bei Wien
Website: www.gerasdorf-wien.gv.at
Politik
Bürgermeister: Alexander Vojta (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(37 Mitglieder)
16
10
7
2
2
16 10 
Von 37 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Gerasdorf bei Wien im Bezirk Wien-Umgebung
Ebergassing Fischamend Gablitz Gerasdorf Gramatneusiedl Himberg Klein-Neusiedl Klosterneuburg Lanzendorf Leopoldsdorf (Bezirk Wien-Umgebung) Maria-Lanzendorf Mauerbach Moosbrunn Pressbaum Purkersdorf Rauchenwarth Schwadorf Schwechat Tullnerbach Wolfsgraben Zwölfaxing Wien NiederösterreichLage der Gemeinde Gerasdorf bei Wien im Bezirk Wien-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Kirche von Gerasdorf
Kirche von Gerasdorf
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Gerasdorf bei Wien ist eine Stadtgemeinde mit 10.782 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im Bezirk Wien-Umgebung in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Gerasdorf bei Wien liegt im Weinviertel in Niederösterreich an der nördlichen Wiener Stadtgrenze und als einzige Gemeinde des Bezirks Wien-Umgebung linksseits der Donau. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 35,2 Quadratkilometer. 1,17 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Gerasdorf (8890)
    • Gerasdorf
    • Kapellerfeld
    • Föhrenhain
    • Oberlisse
  • Seyring (1710)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Gerasdorf, Kapellerfeld und Seyring.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Großebersdorf
(Bez. Mistelbach)
Wolkersdorf im Weinviertel
(Bez. Mistelbach)
Pillichsdorf
Bez. Mistelbach
Hagenbrunn
Bez. Korneuburg
Nachbargemeinden Deutsch-Wagram
(Bez. Gänserndorf)
Wien

Geschichte[Bearbeiten]

Im österreichischen Kernland Niederösterreich, am Rande des Marchfeldes liegend, teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs. Bis 1848 unterstanden Gerasdorf und Seyring Grundherrschaften: In Gerasdorf waren dies das Wiener Schottenstift, das Stift Klosterneuburg und die Herrschaften Bisamberg (Familie Abensperg und Traun) und Süßenbrunn;[2] in Seyring war es die deutsche Familie Beroldingen. Ab 1849 bestanden zwei selbstständige Ortsgemeinden.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Dritte Reich wurde der Ort im Herbst 1938 Groß-Wien eingemeindet. 1946 beschlossen, 1954 durchgeführt, gehörte Gerasdorf nach dem Gebietsänderungsgesetz zu jenen 80 Wiener Randgemeinden, die wieder in das Bundesland Niederösterreich rückgegliedert wurden.

1972 wurde die Gemeinde Seyring in die Gemeinde Gerasdorf eingegliedert. Im Mai 1992 wurde Gerasdorf zur Marktgemeinde erhoben. Am 17. Dezember 1998 hat der Niederösterreichische Landtag die Stadterhebung von Gerasdorf beschlossen.

Die ältesten Orte der Gemeinde sind Gerasdorf und Seyring. Gerasdorf wird um 1200 im Klosterneuburger Traditionsbuch erstmals urkundlich genannt, „Viricus des Gerhartesdorf“ ist Zeuge einer Schenkung an das Kloster.

Die ältesten urkundlichen Nennungen von Seyring stammen ebenfalls aus dem 11. Jahrhundert, es finden sich erste Nennungen als „Seuringe“. Angeblich soll ein Ring aus Seen die Ortschaft früher umgeben haben, worauf der Ortsname zurückzuführen sein könnte.

Erst in der Zwischenkriegszeit nach 1918 entstanden sind die beiden Siedlungen Oberlisse und Kapellerfeld, wobei der Name Kapellerfeld auf eine bereits 1258 als „Capellen“ bezeugte, später verlassene Siedlung verweist, welche sich einen halben Kilometer südlich der heutigen Siedlung befunden haben soll.

In der heutigen Katastralgemeinde Seyring befand sich im Zweiten Weltkrieg der Militärflugplatz Seyring mit dem Decknamen „Wetterfrosch“ der deutschen Luftwaffe sowie eine Luftkampfschule („Wien-Seyring“). Beim Balkanfeldzug 1941 war dort die 4.(F)Aufklärungsgruppe 121 (Luftflotte 4) stationiert. Ab 1944 war dieser Militärflugplatz Ziel alliierter Luftangriffe. Bombentrichter in den umgebenden Wäldern und Überreste dieses Flughafens – wie betonierte Start- und Landebahnen, Erdwälle um frühere Geschützstellungen und Fundamentreste der Hangars – sind in und um Seyring heute noch sichtbar.

Im September 2015 wurde bekannt, dass der Bezirk Wien-Umgebung aufgelöst werden soll. Gerasdorf sollte ab 1. Jänner 2017 Teil des Bezirks Gänserndorf werden.[3] Bei einer Online-Bürgerbefragung, die von der Stadtgemeinde veranstaltet wurde, hat sich allerdings im September 2015 eine Zweidrittelmehrheit für die Zugehörigkeit zum Bezirk Korneuburg ausgesprochen.[4] Am 24. September 2015 hat der Niederösterreichische Landtag dem Wunsch der Bürger entsprochen und der Zuordnung von Gerasdorf zum Bezirk Korneuburg zugestimmt.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Religionen[Bearbeiten]

Römisch-katholische Pfarren bestehen in Gerasdorf (mit Oberlisse und Kapellerfeld) und Seyring. Von 1953 bis 1965 war Kurt Knotzinger Kaplan und Pfarrer in Gerasdorf.

In Gerasdorf und in Kapellerfeld gibt es eine evangelische Kirche.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
60
50
40
30
20
10
0
42,26 %
(-7,83 %p)
27,12 %
(+1,92 %p)
19,17 %
(+1,67 %p)
6,10 %
(-1,11 %p)
5,36 %
(n. k.)
2010

2015

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Bürgermeister der Stadtgemeinde ist seit 11. März 2008 Alexander Vojta (SPÖ), nach der Bildung der ersten SPÖ/ÖVP-Koalition in der Gemeinde ist Vizebürgermeister seit 3. März 2015 der Abgeordnete Lukas Mandl (ÖVP). Amtsleiter ist Stadtamtsdirektor Herbert Klenk.

Im Stadtgemeinderat gibt es bei insgesamt 37 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 25. Jänner 2015 folgende Mandatsverteilung:[6]

Andere Parteien haben keine Sitze.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Gerasdorf bei Wien
  • Pfarrkirche Hl. Peter und Paul, von einem Friedhof und ehemaliger Wehrmauer umgeben. Spätbarocker Pfarrhof.
  • Pfarrkirche Hl. Rosalia am Anger in Seyring, frühbarock.
  • Schloss Seyring ist ein zweigeschoßiger, klassizistischer Bau mit eingeschossigen Seitenflügeln. Es ist teilweise erhalten und erweitert worden. Schloss Seyring ist in einem parkartigen Areal gelegen und beherbergt ein Kulturzentrum, eine Sportanlage und eine Volksschule. Das Kulturzentrum bietet eine breite Palette von Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen oder Kabarettprogramme.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

  • 214 Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten (2001), kleinere Industrie- und Gewerbebetriebe z. B. Wursterzeugung Stastnik, Kunststofftechnik EDER Robust Plastik, Sonnenschutztechnik STOTTAN
  • 47 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (1999)
  • 3.779 Erwerbstätigen am Wohnort (2001)
  • 47,29 Prozent Erwerbsquote (2001)

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Gerasdorf

In Gerasdorf befindet sich ein wichtiger Bahnknotenpunkt einerseits der Strecke von Wien-Stadlau nach Wolkersdorf/Mistelbach/Laa an der Thaya sowie andererseits der Strecke von Wien-Floridsdorf nach Gänserndorf/Hohenau/Breclav. Im Gemeindegebiet von Gerasdorf bei Wien befinden sich nicht nur der Bahnhof Gerasdorf (Kernzonengrenze Wien, Strecke S2), sondern auch die Bahn-Haltestellen Kapellerfeld und Seyring. Die Haltestelle Süßenbrunn (Kernzonengrenze Wien, Strecke S1) befindet sich in der gleichnamigen, direkt benachbarten Wiener Katastralgemeinde. Da die Stadtgrenze durch den Bahnsteig der Haltestelle Gerasdorf verläuft, befindet sich diese selbst zum Teil in Wien.

  • Bahn: Mit der S-Bahn-Linie S1 gelangt man halbstündlich von der in Wien gelegenen Haltestelle Süßenbrunn nach Gänserndorf und ins Wiener Stadtzentrum. Mit der S-Bahn-Linie S2 gelangt man bis zu vier Mal in der Stunde vom Bahnhof Gerasdorf nach Wolkersdorf und nach Wien sowie bis zu zwei Mal in der Stunde nach Mistelbach und in die Thermenstadt Laa an der Thaya. Seit dem 13. Dezember 2015 halten hier zudem Züge der S7 vom und bis zum Flughafen Wien und von/nach Wolfsthal. Kapellerfeld und Seyring werden im gleichen Takt wie der Bahnhof Gerasdorf von Zügen der ÖBB bedient.
  • Bus: es gibt außerdem vier Regionalbuslinien (124 und 125, die Gerasdorf mit den Wiener Katastralgemeinden Süßenbrunn, Leopoldau und Stammersdorf verbinden sowie 220 und 225, welche Gerasdorf an die nördlichen Nachbargemeinden anschließen). Auf Gerasdorfer Gebiet befinden sich zudem, weit abgelegen vom Ortszentrum und nur über Umwege erreichbar, die Stationen Wagramer Straße/Ostbahn und Campingplatzweg, welche von der Linie 25A (zwischen Rennbahnweg U und Süßenbrunner Platz) angefahren werden.


Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gerasdorf bei Wien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Friedrich Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens, Bände 23 und 24, S. 97, Mechitharisten, Wien 1834
  3. NÖN: Bezirk Wien Umgebung wird aufgelöst. Artikel vom 10. September 2015, abgerufen am 10. September 2015.
  4. Gerasdorfer Gemeindekurier vom Okt./Nov. 2015 (siehe S. 3)
  5. WU-Gemeinden werden neu geordnet ORF, abgerufen am 24. September 2015.
  6. Amt der NÖ Landesregierung: Wahlergebnis für Gerasdorf bei der Gemeinderatswahl 2015