Geratal

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Geratal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Geratal hervorgehoben

Koordinaten: 50° 45′ N, 10° 49′ O

Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Ilm-Kreis
Höhe: 490 m ü. NHN
Fläche: 82,33 km2
Einwohner: 8963 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 109 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 98716, 99330, 99338
Vorwahlen: 036205, 036207, 03677
Kfz-Kennzeichen: IK, ARN, IL
Gemeindeschlüssel: 16 0 70 057
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
An der Glashütte 3
OT Gräfenroda
Gemeinde Geratal
Website: www.gemeinde-geratal.de
Bürgermeister: Dominik Straube (CDU)
Lage der Gemeinde Geratal im Ilm-Kreis
AlkerslebenAmt WachsenburgAngelrodaArnstadtBösleben-WüllerslebenDornheimElgersburgEllebenElxlebenGeratalGroßbreitenbachIlmenauMartinrodaGehrenOsthausen-WülfershausenPlaueRockhausenStadtilmWitzlebenThüringenLandkreis Schmalkalden-MeiningenSuhlLandkreis HildburghausenLandkreis SonnebergLandkreis Saalfeld-RudolstadtLandkreis Weimarer LandErfurtLandkreis GothaKarte
Über dieses Bild

Die Gemeinde Geratal ist eine Landgemeinde im Ilm-Kreis im deutschen Bundesland Thüringen. Sie liegt am Nordrand des Thüringer Waldes etwa 30 Kilometer südwestlich von Erfurt und wurde 2019 neu gebildet. Benannt ist sie nach den Flüssen Wilde Gera und Zahme Gera, die einige der Ortsteile durchfließen. Sitz der Gemeindeverwaltung ist der größte Ortsteil Gräfenroda. Im Ortsteil Geraberg befindet sich der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Geratal/Plaue, der die Gemeinde Geratal jedoch selbst nicht angehört.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsteile der Gemeinde liegen am Nordrand des Thüringer Waldes zwischen Arnstadt und Oberhof in hügeliger, teils bewaldeter und teils offener Flur. An der Wilden Gera in der Mitte liegen der Hauptort Gräfenroda sowie nordöstlich das kleine Dorf Liebenstein mit seiner Burg. Nordwestlich schließt die Ohrdrufer Platte an, eine trockene, verkarstete Hochfläche, auf der die Ortsteile Frankenhain (an der Gissel) und Gossel (oberhalb des Jonastals) liegen. Südöstlich liegt das Tal der Zahmen Gera, in dem der zweitgrößte Ortsteil Geraberg gelegen ist. In deren Seitental am Wirrbach liegt Geschwenda zwischen Gräfenroda und Geraberg.

Höchster Berg der Gemeinde ist der 815 m hohe Eckardtskopf ganz im Südwesten an der Grenze zu Oberhof. Die niedrigsten Punkte liegen im Tal der Wilden Gera zwischen Liebenstein und Plaue in etwa 350 m Höhe sowie im Jonastal unterhalb des Biensteinkopfs bei etwa 370 m Höhe.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Gräfenroda (mit dem Weiler Dörrberg), Geschwenda, Geraberg (das 1923 aus der Vereinigung der Nachbardörfer Gera und Arlesberg entstand), Frankenhain, Liebenstein und Gossel.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Amt WachsenburgArnstadtPlaueAngelrodaMartinrodaElgersburgSuhlOberhofOhrdruf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der ersten Fusionsverhandlungen einigten sich die Gemeinden Geschwenda, Gossel, Gräfenroda und Liebenstein, die mit zwei weiteren Gemeinden in der Verwaltungsgemeinschaft Oberes Geratal zusammengeschlossen waren, auf einen Zusammenschluss zu einer Landgemeinde am 1. Januar 2019. Im Sommer 2018 bekundeten auch die Gemeinden Frankenhain und Geraberg Interesse an der Bildung der Landgemeinde, sodass die Fusion aller sechs Gemeinden durch einen Vertrag geregelt wurde und am 13. Dezember 2018 vom Landtag beschlossen wurde.[2] Die Verwaltungsgemeinschaft Oberes Geratal wurde gleichzeitig aufgelöst.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Wahlen von Gemeinderat und Bürgermeister fanden in der neu gegründeten Gemeinde zu den Kommunalwahlen in Thüringen am 26. Mai 2019 statt. Bis zum Zusammentritt des neuen Gemeinderates bestand der Gemeinderat mit 63 Mitgliedern aus allen ehemaligen Gemeinderäten der 6 Gründungsgemeinden.[3]

Der Rat der Gemeinde Geratal besteht aus 20 Ratsfrauen und Ratsherren (Stand 26. Mai 2019)[4]:

  • CDU: 8 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft Geratal: 4 Sitze
  • Bürger für´s Geratal / DIE LINKE: 3 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft Ilm-Kreis / Geraberg: 3 Sitze
  • SPD: 2 Sitze

Nach der Neugründung von Geratal leitete zunächst David Atzrott als „Beauftragter der Gemeinde Geratal“ die Gemeinde.[3] Er trat von diesem Amt am 8. März 2019 zurück.[5] Zum neuen Beauftragten wurde bis zum Amtsantritt des neu zu wählenden Bürgermeisters Dr. Ralf Elliger ernannt.[6]

Bei der Wahl zum hauptamtlichen Bürgermeister am 26. Mai 2019 setzte sich im 1. Wahlgang Dominik Straube (CDU) mit 55,0 % der abgegebenen gültigen Stimmen gegen 3 Mitbewerber durch.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bedeutendsten Wirtschaftszweige der Region waren seit dem 19. Jahrhundert die Glas-, Porzellan- und Holzindustrie. Nach 1990 fand ein tiefgreifender Strukturwandel statt, sodass die meisten alten Großbetriebe schlossen. Andererseits entstand an der A 71 ein größeres Gewerbegebiet, in dem sich unter anderem der Thermometerhersteller Geratherm angesiedelt hat.

Die Verkehrsanbindung erfolgt über die Bundesautobahn 71 von Erfurt nach Schweinfurt mit der Anschlussstelle Gräfenroda sowie die Bundesstraße 88, die von der A 71 über Gräfenroda nach Ohrdruf führt. Weitere Straßenverbindungen bestehen nach Plaue, Ilmenau und Gehlberg sowie im Jonastal nach Arnstadt und Crawinkel.

Bahnhöfe befinden sich in Gräfenroda an der Bahnstrecke Erfurt–Würzburg sowie in Geraberg an der Bahnstrecke Erfurt–Ilmenau. Ein weiterer Bedarfshalt liegt in Dörrberg.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Thüringer Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 14/2018 S. 795 ff., aufgerufen am 2. Januar 2019
  3. a b Zeitung Freies Wort, Ausgabe Ilm-Kreis: Geratal-Gemeinderäte trafen sich zur ersten Sitzung. 68. Jahrgang, Nr. 13, 16. Januar 2019, S. 7.
  4. Wahlen in Thüringen. Abgerufen am 4. Juni 2019.
  5. Beauftragter der Landgemeinde Geratal legt Amt nieder. Abgerufen am 13. März 2019.
  6. Ralf Elliger als Beauftragter. Abgerufen am 13. März 2019.
  7. Wahlen in Thüringen. Abgerufen am 4. Juni 2019.