Gerbrunn
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
Koordinaten: 49° 47′ N, 9° 59′ O | ||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Unterfranken | |
| Landkreis: | Würzburg | |
| Höhe: | 243 m ü. NHN | |
| Fläche: | 4,58 km2 | |
| Einwohner: | 6492 (31. Dez. 2019)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 1416 Einwohner je km2 | |
| Postleitzahl: | 97218 | |
| Vorwahl: | 0931 | |
| Kfz-Kennzeichen: | WÜ, OCH | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 6 79 136 | |
| Gemeindegliederung: | 2 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Rathausplatz 3 97218 Gerbrunn | |
| Website: | ||
| Bürgermeister: | Stefan Wolfshörndl (SPD) | |
| Lage der Gemeinde Gerbrunn im Landkreis Würzburg | ||
Gerbrunn ist eine Gemeinde und eine Ortschaft im unterfränkischen Landkreis Würzburg.
Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der Hauptort Gerbrunn liegt am östlichen Stadtrand von Würzburg, etwa vier Kilometer von dessen Innenstadt entfernt.
Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Anrainer sind außer Würzburg im Westen die Gemeinden Rottendorf im Nordosten, Theilheim im Südosten und Randersacker im Süden.
Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Es gibt die zwei Gemeindeteile Gerbrunn und Gieshügel.[2]
Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der Ortsname stammt aus der Zusammensetzung von ahd. gêr (Ger, Speer, Wurfspieß, Keil u. a.), wahrscheinlich als Bestandteil eines Personennamens wie Gerwîn (vgl. z. B. Gerabronn), und ahd. brunne (Quelle), nach der Quelle („Gerwins[3] Quelle“, ahd. Geruuinesbrunnon?), wo heute noch im Altort nahe dem Rathaus ein Brunnen in Betrieb ist.[4]
Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Gerbrunn wurde im Jahre 1107 erstmals urkundlich erwähnt. Als Teil des Hochstiftes Würzburg, das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde Gerbrunn 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Preßburg (1805) Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit dem es 1814 endgültig an Bayern zurückfiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
Nördlich von Gerbrunn befindet sich die Römerbrücke, die, im 18. Jahrhundert unter Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim erbaut, jedoch nach nur einem Jahr wegen Baufälligkeit wieder aufgegeben wurde. Sie hätte die Straßenverbindung Frankfurt – Nürnberg – Wien verbessern sollen.
Bevölkerungsstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| Bevölkerungsentwicklung | ||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1900 | 1939 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 1991 | 1995 | 2000 | 2002 | 2005 | 2010 | 2015 | 2018 |
| Einwohner | 568 | 870 | 1261 | 1722 | 4037 | 5791 | 6026 | 6039 | 6622 | 6206 | 6277 | 6491 | 6235 | 6379[5] |
Konfessionsstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Von den Einwohner sind 3490 römisch-katholisch, 1596 evangelisch und 1716 sonstige[6]
Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Kommunalwahlen vom 2. März 2008, 16. März 2014 und 15. März 2020 führten zu folgenden Ergebnissen:[8][9]
| Partei / Liste | CSU | SPD | FWG | GRÜNE |
|---|---|---|---|---|
| Sitze 2008 | 6 | 8 | 6 | — |
| Sitze 2014 | 5 | 8 | 5 | 2 |
| Sitze 2020 | 4 | 5 | 5 | 6 |
Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Bürgermeister ist Stefan Wolfshörndl (SPD).[10] Dieser wurde am 1. Mai 2002 Nachfolger von Hans Lorke (Freie Wahlgemeinschaft) und 2008 wiedergewählt. 2014 wurde er erneut mit 80,4 % der abgegebenen Stimmen gewählt. Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 wurde er mit 84,01 % der Stimmen wiedergewählt.[11]
Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| Blasonierung: „Gespalten durch eine aufsteigende und eingeschweifte blaue Spitze, darin ein silberner Brunnen; vorne oben geviert von Rot und Silber, hinten oben in Rot drei aufsteigende silberne Spitzen.“[12] | |
| Wappenbegründung: Das Wappen der Gemeinde Gerbrunn ist durch zwei Bogenlinien in drei Felder aufgeteilt: Links oben befindet sich das Stammwappen des Adelsgeschlechts Castell, Ortsherren von 1212 bis 1625, rechts oben befindet sich der Fränkische Rechen, im unteren Feld ist auf blauem Grund ein Brunnen abgebildet, der auf den Ortsnamen hinweist. Die Lage an einer keilförmigen Örtlichkeit wird durch den gerförmig zulaufenden Mittelteil dargestellt.
Das Wappen wurde im Jahr 1956 vom Würzburger Staatsarchivrat Walter Scherzer entworfen.[13] |
Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Gemeindepartnerschaften bestehen mit[14]
Themar in Thüringen, Deutschland (seit 1990)
Mathieu, Cresserons, Cambes-en-Plaine und Périers-sur-le-Dan im Département Calvados in der Normandie, Frankreich (seit 1990)
Černošice, Tschechien (seit 2001)
Leśnica in Oberschlesien, Polen (seit 2001)
Molsheim im Elsass, Frankreich (seit 2002)
Zu Schoorl in der niederländischen Gemeinde Bergen (Nordholland) bestehen freundschaftliche Beziehungen.[15]
Gemeindefinanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Im Jahr 2017 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 5.945.000 Euro, davon waren 859.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto) und 4.326.000 Euro Gemeindeanteil an der Einkommensteuer.
Baugebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Im Mai 2016 liefen Erschließungsarbeiten für das Baugebiet Innerer Kirschberg III an.
Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
2011 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 305 und im Bereich Handel und Verkehr 247 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 194 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 2159. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2010 sechs landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 107 ha, davon waren 93 ha Ackerfläche.
Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Fußballmannschaft des TSV Gerbrunn war in der Saison 2003/04 als Bayernpokalfinalist für den DFB-Pokal qualifiziert. Gegen den Zweitligisten Wacker Burghausen verlor der Neuntligist sein Erstrundenspiel 0:14 – ebenso hoch wie kurz zuvor das Bayernpokal-Endspiel gegen den Oberligisten TSV Aindling.
Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Michael Philipp (* 1982), Koch
Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Marquard Kruse von Sande († vor 1267), Ritter, besaß Besitzungen in Gerbrunn
- Gerhard Ritter (1915–2013), Politikwissenschaftler, lebte in Gerbrunn
- Horst Kremling (1920–2013), Urologe, Gynäkologe und Hochschullehrer, lebte in Gerbrunn
- Karlheinz Hoffmann (1925–2011), Bildhauer, gestaltete die Altarzone des Evangelischen Gemeindezentrums in Gerbrunn
- Otto Schönberger (* 1926), Altphilologe und Fachdidaktiker, wohnt in der Gemeinde
- Günter Walpuski (* 1937), Erwachsenenbildner, Autor und Reserveoffizier, leitete von 1971 bis 1981 den SPD-Ortsverein
- Katherina Holzheuer (* 1941), Bibliothekarin, lebt seit 1972 in Gerbrunn
- Dieter Perlowski (* 1950), Schriftsteller und Bühnenautor, lebt in Gerbrunn
- Waltraud Meier (* 1956), Opernsängerin, lebt in Gerbrunn
- Ralf Vollmuth (* 1963), Zahnmediziner und Medizinhistoriker, lebte während seiner Schulzeit in Gerbrunn
- Kerstin Griese (* 1966), Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Arbeit und Soziales, wuchs unter anderem in Gerbrunn auf
- Annika Liebs (* 1979), Schwimmerin, lebt in Gerbrunn
- Thomas Lurz (* 1979), Freiwasserschwimmer, lebt in Gerbrunn
Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Georg Palitza: Gerbrunn. Chronik, Heimatbuch. Münsterschwarzach 1991
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Kommunalverwaltung
- Gerbrunn: Amtliche Statistik des LfStat (PDF; 1,05 MB)
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
- ↑ Gerbrunn. In: Bayerische Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 13. September 2012 (Die Auflistung der Ortsteile befindet sich auf einer Unterseite).
- ↑ 2. Würzburger Markbeschreibung von 779: zur Rodung des Gerwin (Geruuinesrode).
- ↑ Gerbrunn.de: Historie.
- ↑ Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2018. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen am 24. Mai 2020.
- ↑ Gerbrunn Daten Fakten Konfession , abgerufen am 20. Februar 2020
- ↑ https://okvote.osrz-akdb.de/OK.VOTE_UF/Wahl-2020-03-15/09679136/html5/Gemeinderatswahl_Bayern_110_Gemeinde_Gemeinde_Gerbrunn.html
- ↑ Statistik kommunal 2011: Gerbrunn. (PDF; 1,3 MB) Wahlen. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, 16. Mai 2012, S. 8, 9, abgerufen am 13. September 2012.
- ↑ für 2014: Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB)
- ↑ Gemeinderat > Herr Stefan Wolfshörndl. Gemeinde Gerbrunn, abgerufen am 18. Juli 2020.
- ↑ Bürgermeisterwahl 2020
- ↑ Eintrag zum Wappen von Gerbrunn in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 8. September 2017.
- ↑ Georg Palitza: Gerbrunn. Chronik, Heimatbuch. S. 16.
- ↑ Initiativkreis für Europäische Städtepartnerschaften (IGEP) e. V.
- ↑ Website Gerbrunn
