Gerd Buurmann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Gerhard „Gerd“ Buurmann-Burkert (* 22. Mai 1976 in Haren an der Ems) ist ein deutscher Autor, Schauspieler, Moderator und Regisseur.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach eigenen Angaben ist Gerd Buurmann der Sohn eines Seemannes und einer Näherin. Er ist seit Mitte 2011 Mitglied der FDP[1].

Im Emsland inszenierte er das Stück „Haren (Ems) und Ich“ (1997) und in Zusammenarbeit mit der Amateur-Theatergruppe „Lampenfieber“ das Versdrama „Irgendwann müsst Ihr bezahlen!“ (2000) von Martin Gliebe.[2]

Nach einem Auslandsaufenthalt in den USA 1998/99, wo er das studienvorbereitende Community College von Lake County[3] und Kurse der jüdischen Gemeinde "Congregation Solel" besuchte, zog er nach Köln. Dort studierte er an der Universität zu Köln und machte sich später als Schauspieler, Moderator, Autor und Regisseur selbstständig. Er ist verheiratet.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Schauspieler war er in Köln u. a. im artheater mit „The Company of Fish“ von Richard Aczel, im theater im hof mit „Die Insel“ von Athol Fugard, im Arkadaş Theater - Bühne der Kulturen mit „Celia und der Vampir“ von Laura Bravo, im Solana Theater mit „Macbeth“, im Theater Tiefrot mit „Die Kurve“ von Tankred Dorst und im Severins-Burg-Theater als Shylock in William Shakespeares Der Kaufmann von Venedig tätig.

Am 8. November 2001 gründete er die Literatur-Veranstaltung Literatur um acht, die er sieben Jahre lang bis zum 4. November 2008 wöchentlich im Café Duddel in Köln moderierte. 2003 spielte er die Hauptrolle in der Uraufführung von Elsa Bernsteins Drama „Wir Drei“ in einer Inszenierung von Viktoria Burkert, die unter anderem in Piccolo-Theater in Köln zur Aufführung kam. Seit 2006 ist er mit Nikola Müller und Isabel Rohner in Deutschland unterwegs, um in szenischen Lesungen, die mit theatralen Einspielungen bereichert werden, das Wirken von Hedwig Dohm wieder erlebbar zu machen.[4]

Am 1. Januar 2007 spielte er erstmals unter dem Namen Kunst Gegen Bares.[5] Von Januar 2008 bis Anfang 2011 war Buurmann künstlerischer Leiter des Severins Burg Theaters in Köln.[6] Seit Oktober 2010 arbeitet er als Moderator und Regisseur für das Kölner ARTheater. Im März 2011 öffnete er sein Theaterkonzept „Ein Abend ohne Barbra Streisand“ im Ersten Kölner Wohnzimmertheater.

2012 startete er eine Initiative, deren Ziel es ist, eine namenlose Straßenkreuzung in Köln-Sülz nach der Theaterregisseurin Ingund Mewes Ingund-Mewes-Platz zu benennen. Seit 2012 spielt er regelmäßig vor dem Kölner Dom im Rahmen einer Veranstaltung von Colonia Prima[7] Heinrich Heine und präsentiert eine Vielzahl der Gedichte, die Heine über Köln gedichtet hat.

Seit 2015 schreibt er regelmäßig für die Jüdische Rundschau.[8] Ferner ist er regelmäßiger Gastautor bei der Achse des Guten.[9]

Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen den in Köln wirkenden Aktivisten Walter Herrmann erstattete Gerd Buurmann mehrmals Anzeige wegen des Verdachts auf Volksverhetzung. Den Anfangsverdacht begründete 2010 eine Karikatur des Israel-Palästina-Konflikts, die an der Kölner Klagemauer zur Schau gestellt wurde. Abgebildet war ein kopfloser Mann, der ein kleines Kind verspeiste und sich an dessen Blut labte.[10][11] Nach Auffassung Buurmanns bedient sie im Stil des Stürmers antisemitische Klischees.[12] In der Folge lobte das Simon Wiesenthal Center Buurmann wegen der Anzeige.[13] 2011 erstattete Buurmann erneut Anzeige.[14] Die Staatsanwaltschaft Köln erkannte in beiden Fällen keine Volksverhetzung und stellte die Ermittlungen ein.[15] Auch 2014 wurde Herrmann erneut freigesprochen,[16] im April 2015 jedoch wurde er vom Kölner Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe wegen Verstoßes gegen den Jugendschutz verurteilt.[17]

Rollen in Uraufführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Narr in „Irgendwann müsst ihr bezahlen“ von Martin Gliebe im Forum Haren (Ems) (UA 1999)
  • Richard in „Wir Drei“ von Elsa Bernstein (Inszenierung: Viktoria Burkert) im Solana Theater in Köln (UA 2003)
  • Gregor Munori in „Der Vorsager“ von Arndt Kremer (Inszenierung: Laura Bravo) im Pailou Theater in Köln (UA 2005)[18]
  • A Man in „The Company of Fish“ von Richard Aczel im ARTheater in Köln (UA 2006)
  • Ernst Zacharias in „Insomnia“ von Vayhinger/Fechner im ARTheater in Köln (UA 2006)
  • Hein in „Two Queens“ von Caroline Bliemel im Severins-Burg-Theater in Köln (UA 2009)
  • Salomon in "Morgen noch hier" von Viktoria Burkert im Severins-Burg-Theater in Köln (UA 2010)
  • Donny Winkler in "Broken Hearts City" von Joseph Vicaire im Arkadas Theater in Köln (UA 2014)
  • Martin Kern in "Nacht mit Bär" von Viktoria Burkert im Theater aus Glas in Köln (UA 2016)

Inszenierungen von Uraufführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haren (Ems) und Ich“ von Gerd Buurmann im Forum Haren (Ems) (UA 1998)
  • „Irgendwann müßt ihr bezahlen“ von Martin Gliebe im Forum Haren (Ems) (UA 1999)
  • „Die Welt ist nach dem 11. September nicht mehr die, die sie vorher schon nicht war!“ von Viktoria Burkert und Gerd Buurmann im Solana Theater in Köln (UA 2002)
  • „Drinnen“ von Gerd Buurmann im Solana Theater in Köln (UA 2003)
  • „Das Stift“ von Gerd Buurmann frei nach Ideen von Klaus Mann und Erika Mann im Solana Theater in Köln (UA 2003)
  • „Der schwarze Mönch“ von Gerd Buurmann nach einer Kurzgeschichte von Anton Tschechow im Solana Theater in Köln (UA 2004)
  • „Schmitze Schäng un dat Gerti“ von Holger Hegemann im KGB in Köln (UA 2007)[19]
  • „Gehirne am Strand“ von Gerd Buurmann im Severins-Burg-Theater in Köln (UA 2008)
  • „Sternenjagd“ von Rumjana Zacharieva im Severins-Burg-Theater in Köln (UA 2009)
  • „Alles Liebe oder nicht?!“ von Martin Cordemann im Severins-Burg-Theater in Köln (UA 2010)
  • „Aber nur im Kontingent!“ von Gerd Buurmann in der Synagogen-Gemeinde Köln (UA 2013)
  • "Höpker und Buurmann haben Krach" von Buurmann/Höpker/Vicaire im Theater Tiefrot (UA 2014)

Gründungen von Theaterkonzepten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerd Buurmann war an der Gründung einiger Theaterkonzepte beteiligt

  • "Literatur um Acht" Erstaufführung am 8. November 2001 im Kölner Café Duddel
  • "Kunst gegen Bares" Erstaufführung am 1. Januar 2007 im Theater Eifeturm
  • "Ein Abend ohne Barbra Streisand" Erstaufführung am 1. März 2010 im Ersten Kölner Wohnzimmertheater
  • "SUCK - Stand Up Comedy Köln" Erstaufführung am 23. Januar 2013 im ARTheater, Köln

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. fdp-koeln.de
  2. Theatergruppe Lampenfieber (Memento vom 21. Januar 2013 im Internet Archive) auf der Website des Emskultur e.V.
  3. @1@2Vorlage:Toter Link/studyillinois.siuc.edu (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven) Schoolinfo auf studyillinois.siuc.edu.
  4. neon.de
  5. ksta.de
  6. dradio.de
  7. Colonia Prima
  8. Beiträge von und über Gerd Buurmann bei der Jüdischen Rundschau.
  9. Beiträge von und über Gerd Buurmann bei der Achse des Guten.
  10. Skandal an der "Klagemauer": Anti-israelische Hetze bleibt in Köln straffrei. Welt Online. Abgerufen am 8. Oktober 2010
  11. Benjamin Weinthal: Germany starting to grasp nature of modern anti-Semitism. In: The Jerusalem Post. 24. Februar 2010. Abgerufen am 8. Oktober 2010; Benjamin Weinthal: Cologne tolerates 'anti-Semitic’ exhibit. In: The Jerusalem Post. 2. März 2010. Abgerufen am 8. Oktober 2010.
  12. Kirsten Serup-Bilfeldt: "Der Hass im Herzen der Stadt" Chronik eines antisemitischen Skandals: Die "Klagemauer" vor dem Kölner Dom. Deutschlandradio Kultur, 10. Dezember 2010; abgerufen am 10. Juni 2011.
  13. Wiesenthal Centre Applauds Gerd Buurman for Demanding the Close of Cologne "Wailing Wall" Antisemitic Exhibit. Website des Simon Wiesenthal Centers, 19. April 2010. Abgerufen am 8. Oktober 2010.
  14. Neue Anzeige gegen Walter Herrmann (Memento vom 1. Februar 2011 im Internet Archive). Blog Gerd Buurmanns. Abgerufen am 11. Juni 2011.
  15. Staatsanwalt: Keine Volksverhetzung. Website des Kölner Stadt-Anzeigers. Abgerufen am 8. Oktober 2010; Juden für den Staatsanwalt. Blog Gerd Buurmanns. Abgerufen am 11. Juli 2011.
  16. Claudia Hauser: Kölner Domplatte: Freispruch für Klagemauer-Initiator, Kölner Stadt-Anzeiger, 12. Februar 2014
  17. Uri Degania: Verurteilung des „Klagemauer-Betreibers“, haGalil, 13. April 2015
  18. ksta.de
  19. ksta.de