Gerd Lüttig

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Prof. Dr. Gerd Lüttig, Januar 2010

Gerd Walter Lüttig (* 21. September 1926 in Lindenthal bei Leipzig; † 16. Juli 2010 in Celle[1]) war ein deutscher Geologe.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerd Lüttig wurde am 21. September 1926 in Lindenthal (Sachsen) geboren. Ein bekannter und nachgewiesener Verwandter ist der deutsche „Sturm und Drang“-Dichter Gottfried August Bürger. Nach Kriegsdienst und abwechselnden Aufenthalten in britischer und französischer Gefangenschaft studierte Gerd Lüttig ab dem Jahre 1946 in Freiberg, Freiburg i. Br. und Göttingen Geologie und Paläontologie.

1952 legte er das Examen zum Diplom-Geologen ab und wurde an der Universität Göttingen zum Dr. rer. nat. promoviert mit dem Dissertationsthema Alt- und mittelpleistozäne Eisrandlagen zwischen Harz und Weser. 1953 trat er in das „Amt für Bodenforschung“ in Hannover ein, wo er 1962 Chef der Kartierabteilung, 1967 leitender Direktor der „Hauptabteilung Landesaufgaben“ und ab 1970 Vizepräsident des „Niedersächsischen Landesamtes“ sowie der späteren „Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe“ (BGR) wurde. Nachdem er 1963 einen Lehrauftrag an der Technischen Universität Braunschweig angenommen hatte, habilitierte er dort 1969 und wurde 1973 zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Im Oktober 1980 wechselte er auf den Lehrstuhl für Angewandte Geologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. 1992 erfolgte seine Emeritierung. Von 1988 bis 1994 war er Gastprofessor an der Freien Universität Brüssel.

Auf ihn gehen die Gründung der „Deutsche Gesellschaft für Moor- und Torfkunde“ (DGMT) zurück und der „International Peat Society“ (Internationale Torfgesellschaft), deren beider Ehrenmitglied er ist. Darüber hinaus war Gerd Lüttig als Berater diverser Bundesregierungen und ausländischer Regierungen sowie Kommissionen der UNO, der UNESCO und der EU tätig.

Gerhard Lüttig ist vor allem als Geschiebeforscher bekannt.[2] Er führte eine gegenüber der Methode von Julius Hesemann verfeinerte Kennzeichnungsmethode der Herkunft von Leitgeschieben ein, das Theoretische Geschiebezentrum (TGZ). Dazu erfasste er 1958 rund 400 Leitgeschiebe mit geographischen Koordinaten der Herkunft.[3]

Lüttig war Vizepräsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und hatte im Auftrag der Kernbrennstoff-Wiederaufbereitungsgesellschaft zwischen 1972 und 1975 bundesweit 250 verschiedene Salzstöcke für die Lagerung atomarer Reststoffe untersucht und in Klassen unterschiedlicher Eignung kategorisiert. Das Atomreststofflager Gorleben kam darunter nicht vor.

1998 erhielt er die Albrecht-Penck-Medaille.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus-Dieter Meyer: Gerd Lüttig in memoriam. (In: Geschiebekunde aktuell. Mitteilungen der Gesellschaft für Geschiebekunde. 26. Jahrgang, Heft 3, September 2010, S. 101–103.)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Kosinowski: Obituary – Gerd Lüttig (1926–2010) (PDF; 51 kB) auf schweizerbart.de
  2. Smed, Ehlers: Steine aus dem Norden. Geschiebe als Zeugen der Eiszeit in Norddeutschland. Borntraeger 1994, S. 10. Dort als bekanntester heutiger Geschiebeforscher in Norddeutschland bezeichnet.
  3. Lüttig: Methodische Fragen der Geschiebeforschung. in: Geolog. Jahrbuch. Band 75, 1958, S. 361–418.